Word:  Alle Bücher des Mose

 

Alle Bücher des Moses

 

Genesis

1. Buch Mose

 

Genesis Kapitel 1

 

Gen 1:1 Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.

Gen 1:2 Die Erde war wüst und leer, Finsternis lag über der Urflut, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

Gen 1:3 Da sprach Gott: "Es werde Licht!" Und es ward Licht.

Gen 1:4 Gott sah, daß das Licht gut war. Da trennte Gott Licht von Finsternis.

Gen 1:5 Gott nannte das Licht Tag, die Finsternis aber Nacht. Es ward Abend, und es ward Morgen: ein Tag.

Gen 1:6 Dann sprach Gott: "Es entstehe ein festes Gewölbe inmitten der Wasser, und es bilde eine Scheidewand zwischen den Wassern!"

Gen 1:7 Gott bildete das feste Gewölbe und schied zwischen den Wassern oberhalb und unterhalb des Gewölbes, und es geschah so.

Gen 1:8 Gott nannte das feste Gewölbe Himmel. Es ward Abend, und es ward Morgen: zweiter Tag.

Gen 1:9 Sodann sprach Gott: "Es werde das Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort gesammelt, und das Trockene werde sichtbar!" Und es geschah so.

Gen 1:10 Gott nannte das Trockene Erde, und das zusammengeflossene Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.

Gen 1:11 Da sprach Gott: "Die Erde lasse Grünes hervorsprießen, samentragende Pflanzen sowie Fruchtbäume, die Früchte bringen nach ihrer Art, in denen Samen ist auf Erden!" Und es geschah so.

Gen 1:12 Die Erde brachte Grünes hervor, samentragende Pflanzen nach ihrer Art und Bäume, die Früchte bringen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Gen 1:13 Es ward Abend, und es ward Morgen: dritter Tag.

Gen 1:14 Dann sprach Gott: "Es sollen Leuchten werden am Gewölbe des Himmels, um zu scheiden zwischen der Nacht und dem Tag, und sie sollen als Zeichen dienen sowohl für die Festzeiten als auch für die Tage und Jahre!

Gen 1:15 Sie sollen Lichtspender an dem Gewölbe des Himmels sein, um zu leuchten über der Erde!" Und es geschah so.

Gen 1:16 So machte denn Gott die beiden großen Leuchten: die größere, daß sie den Tag beherrsche, die kleinere zur Beherrschung der Nacht und dazu die Sterne.

Gen 1:17 Gott setzte sie als Leuchten über die Erde an das Gewölbe des Himmels,

Gen 1:18 zu beherrschen Tag und Nacht und zu trennen zwischen Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.

Gen 1:19 Es ward Abend, und es ward Morgen: vierter Tag.

Gen 1:20 Dann sprach Gott: "Es sollen wimmeln die Gewässer von Lebewesen und Vögel am Himmelsgewölbe fliegen über der Erde!"

Gen 1:21 Gott schuf die großen Seeungetüme und alle sich regenden lebendigen Wesen, von denen nach ihren Arten das Wasser wimmelt, und alle geflügelten Vögel nach ihren Arten. Und Gott sah, daß es gut war.

Gen 1:22 Gott segnete sie und sprach: "Seid fruchtbar, mehrt euch und erfüllt das Wasser in den Meeren! Die Vögel aber mögen sich vermehren auf Erden!"

Gen 1:23 Es ward Abend, und es ward Morgen: fünfter Tag.

Gen 1:24 Da sprach Gott: "Die Erde bringe lebende Wesen nach ihrer Art hervor: Vieh, Kriech- und Feldtiere nach ihren Arten!" Und es geschah so.

Gen 1:25 Gott bildete die Feldtiere, das Vieh und alle Kriechtiere des Erdbodens jeweils nach ihren Arten. Und Gott sah, daß es gut war.

Gen 1:26 Dann sprach Gott: "Laßt uns Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich; sie sollen herrschen über des Meeres Fische, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alle Landtiere und über alle Kriechtiere am Boden!"

Gen 1:27 So schuf Gott den Menschen nach seinem Abbild, nach Gottes Bild schuf er ihn, als Mann und Frau erschuf er sie.

Gen 1:28 Gott segnete sie und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und macht sie untertan und herrscht über des Meeres Fische, die Vögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf Erden regt!"

Gen 1:29 Gott sprach weiter: "Seht, ich gebe euch alles Grünkraut, das auf der ganzen Erde Samen trägt, und alle Bäume mit samenhaltigen Früchten; dies diene euch als Nahrung!

Gen 1:30 Allem Getier des Feldes und allen Vögeln des Himmels und allen am Boden kriechenden Tieren, in denen Lebenshauch atmet, gebe ich hingegen alles Grünkraut zur Nahrung." Und es geschah so.

Gen 1:31 Gott sah alles, was er gemacht hatte, und fürwahr, es war sehr gut. Es ward Abend, und es ward Morgen: sechster Tag.

 

Genesis Kapitel 2

 

Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihr Heer.

Gen 2:2 Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er vollbracht hatte, und ruhte am siebten Tag von all seinem Werke, das er vollbracht hatte.

Gen 2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn. Denn an ihm hat er von all seinem Werk geruht, das Gott wirkend schuf. 4a Dies ist der Werdegang des Himmels und der Erde, da sie geschaffen wurden.

Gen 2:4 Als Gott, der Herr, die Erde machte und den Himmel,

Gen 2:5 da gab es noch keinen Steppenstrauch auf Erden, und Grünkraut sproßte noch nicht auf dem Felde; denn Gott, der Herr, hatte noch nicht regnen lassen auf die Erde, und kein Mensch war da, den Boden zu bebauen.

Gen 2:6 Nur Feuchtigkeit stieg von der Erde auf und wässerte die gesamte Fläche des Erdbodens.

Gen 2:7 Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus dem Staub der Ackerscholle und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Gen 2:8 Darauf pflanzte Gott, der Herr, einen Garten in Eden, gegen Osten, und versetzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.

Gen 2:9 Und Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume aufsprießen, lieblich zum Anschauen und gut zur Nahrung, den Lebensbaum aber mitten im Garten und auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Gen 2:10 Ein Strom entsprang in Eden zur Bewässerung des Gartens. Von da an teilte er sich in vier Arme.

Gen 2:11 Der eine heißt Pischon; er umfließt ganz Chawila, das Goldland.

Gen 2:12 Das Gold jenes Landes ist kostbar; auch Balsamharz und Karneolsteine sind dort vorhanden.

Gen 2:13 Der zweite Strom heißt Gichon; er umfließt ganz Kusch.

Gen 2:14 Der dritte Strom, der Tigris, fließt östlich von Assur, und der vierte trägt den Namen Euphrat.

Gen 2:15 Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und erhalte.

Gen 2:16 Gott, der Herr, gebot dem Menschen: "Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,

Gen 2:17 nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn am Tage, da du davon ißt, mußt du sterben."

Gen 2:18 Gott, der Herr, sprach: "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen als sein Gegenstück."

Gen 2:19 So bildete Gott, der Herr, aus der Erde allerlei Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde; und ganz wie der Mensch jedes Lebewesen benannte, so lautet sein Name.

Gen 2:20 Der Mensch gab allem Vieh, allen Vögeln des Himmels und allem Feldgetier Namen; aber für den Menschen fand sich keine Hilfe als sein Gegenstück.

Gen 2:21 Da ließ Gott, der Herr, einen Tiefschlaf auf den Menschen (= Adam) fallen, so daß er einschlief, nahm ihm eine seiner Rippen und verschloß deren Stelle mit Fleisch.

Gen 2:22 Gott, der Herr, baute die Rippe, die er dem Menschen entnommen hatte, zu einer Frau aus und führte sie ihm zu.

Gen 2:23 Da sprach der Mensch: "Das ist nun endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese soll man Männin heißen; denn vom Manne ist sie genommen."

Gen 2:24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und beide werden zu einem Fleisch.

Gen 2:25 Beide aber, der Mann und seine Frau, waren nackt; doch sie schämten sich nicht voreinander.

 

Genesis Kapitel 2

 

Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihr Heer.

Gen 2:2 Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er vollbracht hatte, und ruhte am siebten Tag von all seinem Werke, das er vollbracht hatte.

Gen 2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn. Denn an ihm hat er von all seinem Werk geruht, das Gott wirkend schuf. 4a Dies ist der Werdegang des Himmels und der Erde, da sie geschaffen wurden.

Gen 2:4 Als Gott, der Herr, die Erde machte und den Himmel,

Gen 2:5 da gab es noch keinen Steppenstrauch auf Erden, und Grünkraut sproßte noch nicht auf dem Felde; denn Gott, der Herr, hatte noch nicht regnen lassen auf die Erde, und kein Mensch war da, den Boden zu bebauen.

Gen 2:6 Nur Feuchtigkeit stieg von der Erde auf und wässerte die gesamte Fläche des Erdbodens.

Gen 2:7 Da bildete Gott, der Herr, den Menschen aus dem Staub der Ackerscholle und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Gen 2:8 Darauf pflanzte Gott, der Herr, einen Garten in Eden, gegen Osten, und versetzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.

Gen 2:9 Und Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume aufsprießen, lieblich zum Anschauen und gut zur Nahrung, den Lebensbaum aber mitten im Garten und auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Gen 2:10 Ein Strom entsprang in Eden zur Bewässerung des Gartens. Von da an teilte er sich in vier Arme.

Gen 2:11 Der eine heißt Pischon; er umfließt ganz Chawila, das Goldland.

Gen 2:12 Das Gold jenes Landes ist kostbar; auch Balsamharz und Karneolsteine sind dort vorhanden.

Gen 2:13 Der zweite Strom heißt Gichon; er umfließt ganz Kusch.

Gen 2:14 Der dritte Strom, der Tigris, fließt östlich von Assur, und der vierte trägt den Namen Euphrat.

Gen 2:15 Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und erhalte.

Gen 2:16 Gott, der Herr, gebot dem Menschen: "Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,

Gen 2:17 nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn am Tage, da du davon ißt, mußt du sterben."

Gen 2:18 Gott, der Herr, sprach: "Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen als sein Gegenstück."

Gen 2:19 So bildete Gott, der Herr, aus der Erde allerlei Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde; und ganz wie der Mensch jedes Lebewesen benannte, so lautet sein Name.

Gen 2:20 Der Mensch gab allem Vieh, allen Vögeln des Himmels und allem Feldgetier Namen; aber für den Menschen fand sich keine Hilfe als sein Gegenstück.

Gen 2:21 Da ließ Gott, der Herr, einen Tiefschlaf auf den Menschen (= Adam) fallen, so daß er einschlief, nahm ihm eine seiner Rippen und verschloß deren Stelle mit Fleisch.

Gen 2:22 Gott, der Herr, baute die Rippe, die er dem Menschen entnommen hatte, zu einer Frau aus und führte sie ihm zu.

Gen 2:23 Da sprach der Mensch: "Das ist nun endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese soll man Männin heißen; denn vom Manne ist sie genommen."

Gen 2:24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und beide werden zu einem Fleisch.

Gen 2:25 Beide aber, der Mann und seine Frau, waren nackt; doch sie schämten sich nicht voreinander.

 

Genesis Kapitel 3

 

Gen 3:1 Die Schlange aber war listiger als alle anderen Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gebildet hatte. Sie sprach zur Frau: "Hat Gott wirklich gesagt: "Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen"?"

Gen 3:2 Da sprach die Frau zur Schlange: "Von den Früchten der Gartenbäume dürfen wir essen.

Gen 3:3 Nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: "Eßt nicht davon, ja rührt sie nicht an, sonst müßt ihr sterben!""

Gen 3:4 Die Schlange sprach zur Frau: "O nein, auf keinen Fall werdet ihr sterben!

Gen 3:5 Vielmehr weiß Gott, daß euch, sobald ihr davon eßt, die Augen aufgehen, und ihr wie Gott sein werdet. indem ihr Gutes und Böses erkennt."

Gen 3:6 Da sah die Frau, daß der Baum gut sei zum Essen und eine Lust zum Anschauen und begehrenswert, um weise zu werden. Sie nahm von seiner Frucht, aß und gab auch ihrem Manne neben ihr, und auch er aß.

Gen 3:7 Da gingen beider Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. Sie hefteten Feigenlaub zusammen und machten sich Schürzen daraus.

Gen 3:8 Da vernahmen sie das Geräusch Gottes, des Herrn, der im Garten beim Windhauch des Tages einherging. Und es versteckten sich der Mann und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, mitten unter den Bäumen des Gartens.

Gen 3:9 Gott, der Herr, aber rief dem Menschen zu und sprach zu ihm: "Wo bist du?"

Gen 3:10 Er antwortete: "Dein Geräusch hörte ich im Garten; ich hatte Scheu; denn nackt bin ich ja; daher versteckte ich mich."

Gen 3:11 Er sprach: "Wer tat dir kund, daß du nackt bist? Hast du etwa von jenem Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?"

Gen 3:12 Der Mensch entgegnete: "Die Frau, die du mir als Gefährtin gegeben, hat mir vom Baume gereicht, und ich aß."

Gen 3:13 Da sprach Gott, der Herr, zur Frau: "Was hast du getan?" Die Frau erwiderte: "Die Schlange hat mich betört, und ich aß."

Gen 3:14 Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: "Weil du dies getan hast, sei verflucht aus allem Vieh und allem Getier des Feldes! Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang!

Gen 3:15 Feindschaft will ich stiften zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst nach seiner Ferse schnappen."

Gen 3:16 Zur Frau sprach er: "Zahlreich will ich deine Beschwerden machen und deine Schwangerschaften: unter Schmerzen sollst du Kinder gebären. Und doch steht dein Begehren nach deinem Manne, er aber soll herrschen über dich."

Gen 3:17 Zum Manne sprach er: "Du hast auf die Stimme deiner Frau gehört und vom Baume gegessen, von dem zu essen ich dir streng verboten habe; darum soll der Ackerboden verflucht sein um deinetwillen; mühsam sollst du dich von ihm nähren alle Tage deines Lebens!

Gen 3:18 Dornen und Gestrüpp soll er dir sprießen, und Kraut des Feldes sollst du essen!

Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verzehren, bis du zum Ackerboden wiederkehrst, von dem du genommen bist. Denn Staub bist du, und zum Staube sollst du heimkehren!"

Gen 3:20 Adam nannte seine Frau Eva, denn sie ward zur Mutter aller Lebendigen.

Gen 3:21 Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Fellröcke und bekleidete sie.

Gen 3:22 Dann sprach er: "Ja, der Mensch ist jetzt wie einer von uns geworden, da er Gutes und Böses erkennt. Nun geht es darum, daß er nicht noch seine Hand ausstrecke, sich am Baume des Lebens vergreife, davon esse und ewig lebe."

Gen 3:23 So wies Gott, der Herr, ihn aus dem Garten Eden fort, daß er den Ackerboden bearbeite, von dem er genommen war.

Gen 3:24 Er vertrieb den Menschen, ließ ihn östlich vom Garten Eden wohnen und stellte die Kerubim und die flammende Schwertklinge auf, den Weg zum Baum des Lebens zu behüten.

 

Genesis Kapitel 4

 

Gen 4:1 Der Mensch erkannte seine Frau Eva; sie empfing und gebar den Kain. Sie sprach: "Ich habe einen Sohn erworben mit Hilfe des Herrn."

Gen 4:2 Weiter gebar sie seinen Bruder Abel. Abel war Kleinviehhirt, Kain ein Ackerbauer.

Gen 4:3 Nach geraumer Zeit begab es sich, daß Kain von den Früchten des Bodens dem Herrn ein Opfer darbrachte.

Gen 4:4 Aber auch Abel opferte von den Erstlingen seiner Herde und ihrem Fett. Der Herr blickte auf Abel und seine Opfergabe,

Gen 4:5 aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht. Da ward Kain sehr zornig, und sein Angesicht verfinsterte sich.

Gen 4:6 Da sprach der Herr zu Kain: "Warum bist du zornig, und warum ist dein Angesicht finster?

Gen 4:7 Ist es nicht so: Wenn du gut bist, so kannst du es frei erheben, bist du aber nicht gut, so lauert die Sünde vor der Türe. Nach dir steht ihr Begehren; du aber sollst herrschen über sie!"

Gen 4:8 Kain sprach zu seinem Bruder Abel: "Komm, wir wollen aufs Feld gehen!" Als sie auf dem Felde waren, stürzte sich Kain auf seinen Bruder Abel und erschlug ihn.

Gen 4:9 Der Herr sprach zu Kain: "Wo ist dein Bruder Abel?" Er antwortete: "Ich weiß es nicht. Bin ich denn meines Bruders Hüter?

Gen 4:10 Er aber sprach: "Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir vom Erdboden empor.

Gen 4:11 Und nun sollst du verflucht sein vom Erdboden her, der seinen Rachen aufgerissen hat, deines Bruders Blut aus deiner Hand aufzunehmen!

Gen 4:12 Wenn du den Ackerboden bebaust, wird er dir fortan seine Frucht nicht mehr bringen; ziel- und heimatlos sollst du sein auf Erden!"

Gen 4:13 Kain erwiderte dem Herrn: "Meine Schuld ist zu groß, als daß ich sie tragen könnte.

Gen 4:14 Siehe, du verjagst mich heute vom Ackerboden weg; vor deinem Antlitz muß ich mich verbergen. Ziel- und heimatlos werde ich sein auf Erden; jeder, der mich findet, wird mich erschlagen."

Gen 4:15 Da sprach zu ihm der Herr: "Nein! Jeder, der Kain erschlägt, an dem wird es siebenfach gerächt." Der Herr machte dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wer immer ihn finde.

Gen 4:16 Kain ging vom Angesichte des Herrn hinweg und wohnte im Lande Nod östlich von Eden.

Gen 4:17 Kain aber erkannte seine Frau; sie empfing und gebar Henoch; der wurde Erbauer einer Stadt; er nannte ihren Namen nach dem Namen seines Sohnes Henoch.

Gen 4:18 Dem Henoch wurde Irad geboren, Irad zeugte Mechujael, Mechujael den Metuschael und Metuschael den Lamech.

Gen 4:19 Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.

Gen 4:20 Ada gebar den Jabal; er war der Stammvater der Zeltbewohner und Hirten.

Gen 4:21 Sein Bruder hieß Jubal, der Ahnherr aller Zither- und Flötenspieler.

Gen 4:22 Aber auch Zilla gebar, nämlich den Tubalkain, einen Schmied, der Erz und Eisen bearbeitete; die Schwester Tubalkains war Naama.

Gen 4:23 Lamech sprach zu seinen Frauen Ada und Zilla: "Hört meine Rede, ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Ei, einen Mann erschlug ich für meine Wunde, einen Knaben für meine Strieme.

Gen 4:24 Denn siebenfach wird Kain gerächt, Lamech dagegen siebenundsiebzigmal."

Gen 4:25 Adam erkannte seine Frau wiederum; sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set: "Denn Gott hat mir einen anderen Nachkommen gegeben für Abel, weil Kain ihn erschlug."

Gen 4:26 Auch dem Set wurde ein Sohn geboren; er nannte ihn Enosch. Damals begann man, des Herrn Namen anzurufen.

 

Genesis Kapitel 5

 

Gen 5:1 Dies ist das Buch des Stammbaumes Adams. Am Tage, da Gott Adam schuf, formte er ihn nach Gottes Ebenbild.

Gen 5:2 Als Mann und Frau schuf er sie; er segnete sie und nannte sie Mensch am Tage, da sie erschaffen wurden.

Gen 5:3 Als Adam nun 130 Jahre alt war, zeugte er einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set.

Gen 5:4 Nach der Geburt des Set lebte Adam noch 800 Jahre, und er zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:5 Insgesamt lebte Adam 930 Jahre; dann starb er.

Gen 5:6 Im Alter von 105 Jahren zeugte Set den Enosch.

Gen 5:7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:8 Insgesamt lebte Set 912 Jahre; dann starb er.

Gen 5:9 Im Alter von 90 Jahren zeugte Enosch den Kenan.

Gen 5:10 Nach der Geburt des Kenan lebte Enosch noch 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:11 Insgesamt lebte Enosch 905 Jahre; dann starb er.

Gen 5:12 Im Alter von 70 Jahren zeugte Kenan den Mahalalel.

Gen 5:13 Nach der Geburt des Mahalalel lebte Kenan noch 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:14 Insgesamt lebte Kenan 910 Jahre; dann starb er.

Gen 5:15 Im Alter von 65 Jahren zeugte Mahalalel den Jared.

Gen 5:16 Nach der Geburt des Jared lebte Mahalalel noch 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:17 Insgesamt lebte Mahalalel 895 Jahre; dann starb er.

Gen 5:18 Im Alter von 162 Jahren zeugte Jared den Henoch.

Gen 5:19 Nach der Geburt des Henoch lebte Jared noch 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:20 Insgesamt lebte Jared 962 Jahre; dann starb er.

Gen 5:21 Im Alter von 65 Jahren zeugte Henoch den Metuschelach.

Gen 5:22 Henoch wandelte mit Gott. Er lebte nach Metuschelachs Geburt noch 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:23 Insgesamt lebte Henoch 365 Jahre.

Gen 5:24 Henoch wandelte mit Gott, und dann war er nicht mehr; denn Gott hatte ihn entrückt.

Gen 5:25 Im Alter von 187 Jahren zeugte Metuschelach den Lamech.

Gen 5:26 Nach der Geburt des Lamech lebte Metuschelach noch 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:27 Insgesamt lebte Metuschelach 969 Jahre; dann starb er.

Gen 5:28 Im Alter von 182 Jahren zeugte Lamech einen Sohn.

Gen 5:29 Er nannte ihn Noe, indem er sprach: "Dieser wird uns trösten bei der mühevollen Arbeit unserer Hände am Ackerboden, den der Herr verflucht hat."

Gen 5:30 Nach der Geburt des Noe lebte Lamech noch 595 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 5:31 Insgesamt lebte Lamech 777 Jahre; dann starb er.

Gen 5:32 Als Noe im Alter von 500 Jahren stand, zeugte er den Sem, den Cham und den Japhet.

 

Genesis Kapitel 6

 

Gen 6:1 Es begab sich, daß die Menschen auf Erden sich zu vermehren begannen und ihnen auch Töchter geboren wurden.

Gen 6:2 Da sahen die Gottessöhne, daß die Töchter der Menschen schön waren, und sie nahmen sich zu Frauen, welche sie nur mochten.

Gen 6:3 Nun sprach der Herr: "Mein Geist soll nicht für die Dauer im Menschen beengt sein, da auch er Fleisch ist; seine Tage sollen nur noch 120 Jahre sein."

Gen 6:4 Zu jenen Zeiten waren Riesen auf Erden, auch nachher noch, als die Gottessöhne mit den Töchtern der Menschen verkehrten und diese ihnen gebaren; das sind die starken Männer der Urzeit, Leute mit Namen.

Gen 6:5 Der Herr sah, wie groß die menschliche Bosheit auf Erden war, und daß jegliches Gebilde ihrer Herzensgedanken allzeit nur böse war.

Gen 6:6 Es reute ihn, den Menschen gemacht zu haben auf Erden, und er bekam Kummer in seinem Herzen.

Gen 6:7 Der Herr sprach: "Ich will den Menschen, den ich geschaffen, vom Erdboden vertilgen, vom Menschen bis zum Vieh und zum Kriechtier und zu den Himmelsvögeln. Denn es reut mich, sie gemacht zu haben."

Gen 6:8 Nur Noe fand Gnade in des Herrn Augen.

Gen 6:9 Dies ist die Geschichte Noes: Noe war ein gerechter und vollkommener Mann unter seinen Zeitgenossen und wandelte mit Gott.

Gen 6:10 Und Noe zeugte drei Söhne, den Sem, den Cham und den Japhet.

Gen 6:11 Aber die Erde war verderbt vor den Augen Gottes, und sie füllte sich mit Gewalttat.

Gen 6:12 Gott schaute sich die Erde an, und siehe, sie war verderbt; denn alle Menschen auf Erden gingen verderbliche Wege.

Gen 6:13 Da sprach Gott zu Noe: "Das Ende aller Lebewesen habe ich beschlossen, denn voll Gewalttat ist die Erde wegen der Menschen. Wohlan, ich will sie vertilgen mitsamt der Erde.

Gen 6:14 Mache dir eine Arche aus Nadelholz mit Schilfrohr dazwischen und verdichte sie von innen und außen mit Pech!

Gen 6:15 So sollst du sie herstellen: dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch.

Gen 6:16 Ein Giebeldach sollst du an der Arche anbringen und sie dadurch um eine Elle höher machen; die Tür der Arche sollst du an ihrer Seite anbringen; ein unteres, ein mittleres und ein oberes Stockwerk sollst du bauen.

Gen 6:17 Ich lasse nämlich eine Wasserflut über die Erde kommen, damit sie unter dem Himmel alle Wesen, in denen Lebensodem ist, vertilge; alles auf Erden soll umkommen.

Gen 6:18 Meinen Bund aber will ich mit dir schließen; gehe also in die Arche hinein, du und deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir!

Gen 6:19 Von allen lebendigen Wesen aber nimm je zwei mit in die Arche hinein, um sie mit dir am Leben zu erhalten, ein Männchen und ein Weibchen!

Gen 6:20 Von den Vogelarten, von den Vieharten, von allem am Boden kriechenden Getier nach seiner Art sollen je zwei zu dir kommen, damit ihr Leben erhalten bleibe.

Gen 6:21 Auch von allem Eßbaren nimm etwas; sammle es bei dir an, damit es dir und ihnen zur Nahrung diene."

Gen 6:22 Und Noe tat alles so, wie es Gott ihm geboten hatte.

 

Genesis Kapitel 7

 

Gen 7:1 Da sprach der Herr zu Noe: "Gehe hinein in die Arche mit deiner ganzen Familie; denn dich habe ich gerecht angetroffen vor meinem Angesichte unter diesem Geschlecht.

Gen 7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Stück, je ein Männchen und ein Weibchen, von den unreinen Tieren je zwei, ein Männchen und ein Weibchen.

Gen 7:3 Auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, damit Nachwuchs am Leben erhalten bleibe auf der ganzen Erde.

Gen 7:4 Denn noch sieben Tage, dann will ich regnen lassen auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte lang und will jegliches Wesen, das ich geschaffen habe, vom Erdboden vertilgen."

Gen 7:5 Und Noe tat alles, was ihm der Herr befohlen hatte.

Gen 7:6 Noe war sechshundert Jahre alt, als die Flut auf die Erde kam.

Gen 7:7 Da gingen Noe und seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne vor den Wassern der Flut in die Arche.

Gen 7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem am Boden kriechenden Getier

Gen 7:9 kamen je zwei zu Noe in die Arche, ein Männchen und ein Weibchen, wie Gott ihm geboten hatte.

Gen 7:10 Nach Ablauf von sieben Tagen kamen nun die Wasser der Flut über die Erde.

Gen 7:11 Es war im sechshundertsten Lebensjahr Noes, im zweiten Monat, am siebzehnten Tage des Monats. An diesem Tage brachen alle Quellen der großen Urflut auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich.

Gen 7:12 Und es ergoß sich ein Regen auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte lang.

Gen 7:13 An eben diesem Tage gingen Noe, Sem, Cham und Japhet, die Söhne Noes, seine Frau und die drei Frauen seiner Söhne mit ihm hinein in die Arche;

Gen 7:14 außer ihnen alle Arten von Wild, von Vieh, von dem am Boden kriechenden Getier und sämtliche Arten von Vögeln, alles Geflügelte.

Gen 7:15 Sie kamen zu Noe in die Arche, je zwei von allen Wesen, in denen Lebenshauch war.

Gen 7:16 Die da kamen, waren je ein Männchen und Weibchen von allen Tieren, wie Gott ihm befohlen hatte. Der Herr schloß hinter ihm zu.

Gen 7:17 Die Flut ergoß sich über die Erde vierzig Tage lang; die Wasser wuchsen an, sie hoben die Arche, und diese stieg von der Erde empor.

Gen 7:18 Die Wasser schwollen an und mehrten sich gewaltig auf der Erde; die Arche aber fuhr auf den Wassern dahin.

Gen 7:19 Und die Wasser nahmen immer mehr zu; alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel wurden bedeckt.

Gen 7:20 Fünfzehn Ellen darüber stiegen die Wasser; so wurden die Berge bedeckt.

Gen 7:21 Alles Leben, das auf Erden sich bewegte, Vögel, Vieh, Wild und alles Kleingetier, das auf der Erde wimmelte, und alle Menschen gingen unter.

Gen 7:22 Alles, was Lebensodem in sich hatte, wenn es auf dem Trockenen lebte, mußte sterben.

Gen 7:23 So ward denn alles vertilgt, was auf dem Erdboden war, Menschen sowohl als auch Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie wurden von der Erde vertilgt. Noe allein und die mit ihm in der Arche waren, blieben übrig.

Gen 7:24 Und die Wasser stiegen auf Erden an, hundertfünfzig Tage lang.

 

Genesis Kapitel 8

 

Gen 8:1 Gott gedachte des Noe, allen Wildes und aller Tiere, die mit ihm in der Arche waren, und er ließ einen Wind über die Erde hin wehen, so daß die Wasser sanken.

 

Gen 8:2 Die Quellen der Urflut versiegten, und die Fenster des Himmels wurden geschlossen, dem Regen ward vom Himmel her Einhalt geboten.

Gen 8:3 Das Wasser sank auf der Erde mehr und mehr, und so nahm das Wasser ab nach einhundertfünfzig Tagen.

Gen 8:4 Im siebten Monat, am siebzehnten Tage des Monats, ruhte die Arche auf dem Gebirge von Ararat.

Gen 8:5 Die Fluten gingen bis zum zehnten Monat immer mehr zurück. Am ersten des zehnten Monats wurden die Gipfel der Berge sichtbar.

Gen 8:6 Nach vierzig Tagen tat Noe das Fenster der von ihm gebauten Arche auf.

Gen 8:7 Er ließ einen Raben ausfliegen; der flog hin und zurück, bis das Wasser von der Erde vertrocknet war.

Gen 8:8 Da ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob der Wasserspiegel auf der Erdoberfläche gesunken sei.

Gen 8:9 Die Taube fand aber keine Stätte für ihren Fuß und kehrte zu ihm in die Arche zurück; denn noch war Wasser auf der ganzen Erde. Noe streckte seine Hand aus, ergriff sie und nahm sie in die Arche zurück.

Gen 8:10 Dann wartete er weitere sieben Tage und sandte wiederum die Taube aus der Arche.

Gen 8:11 Die Taube flog gegen Abend zu ihm zurück, aber siehe, sie trug ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel. Noe wußte nun, daß das Wasser auf Erden gefallen war.

Gen 8:12 Nach weiteren sieben Wartetagen schickte Noe die Taube wieder aus; sie kehrte nicht mehr zu ihm zurück.

Gen 8:13 Im 601. Lebensjahr des Noe, am ersten Tag des ersten Monats, war das Wasser auf dem Erdboden vertrocknet. Noe entfernte das Dach von der Arche; er schaute aus, und schon war die Erdoberfläche trocken.

Gen 8:14 Am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde trocken.

Gen 8:15 Da sprach Gott zu Noe:

Gen 8:16 "Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir!

 

Gen 8:17 Alles Getier, das bei dir ist von allen Lebewesen, Vögel, Vieh und alle auf Erden kriechenden Tiere, laß mit dir hinaus; sie sollen sich tummeln auf Erden, fruchtbar sein und sich vermehren auf dem Erdboden!"

Gen 8:18 Da ging Noe hinaus und seine Söhne, seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm.

Gen 8:19 Alles Getier, alle Kriechtiere, alle Vögel, alles, was sich auf Erden regt, verließ, je nach seinen Sippen, die Arche.

Gen 8:20 Noe baute einen Altar für den Herrn, und von allen reinen Tieren und reinen Vögeln nahm er und brachte auf dem Altar Brandopfer dar.

Gen 8:21 Der Herr roch den lieblichen Wohlgeruch und sprach bei sich selbst: "Ich will fortan nicht noch einmal die Erde verfluchen um des Menschen willen; denn der Trieb des menschlichen Herzens ist zum Bösen geneigt von Jugend an. Fürderhin will ich alles Lebendige nicht mehr schlagen, wie ich es getan habe.

Gen 8:22 Solange die Erde steht, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören."

 

Genesis Kapitel 9

 

Gen 9:1 Gott segnete den Noe und seine Söhne und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar, mehrt euch und erfüllt die Erde.

Gen 9:2 Furcht vor euch und Schrecken sei bei allen Erdentieren, bei allen Himmelsvögeln, bei allem, was auf dem Erdboden kriecht, und bei allen Fischen des Meeres; in eure Hand sind sie gegeben.

Gen 9:3 Alles, was sich regt und lebendig ist, diene euch zur Nahrung; wie das Grünkraut gebe ich euch alles.

Gen 9:4 Jedoch lebendiges Fleisch, mit seinem Blut noch verbunden, sollt ihr nicht essen.

Gen 9:5 Aber euer Blut werde ich fordern, und zwar für jeden einzelnen aus euch; von jeglichem Tier will ich es fordern und vom Menschen, von jedermanns Bruder werde ich das Leben des Menschen fordern.

Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden! Denn nach seinem Bilde hat Gott den Menschen gemacht.

Gen 9:7 Ihr aber seid fruchtbar und mehrt euch, wimmelt auf der Erde und mehrt euch auf ihr!"

Gen 9:8 Gott sprach zu Noe und seinen Söhnen:

Gen 9:9 "Wohlan denn, ich errichte meinen Bund mit euch und euren Nachkommen

Gen 9:10 und mit allen lebenden Wesen bei euch, mit Vögeln, Vieh und jeglichem Wild des Feldes, mit all denen, die die Arche verlassen haben.

Gen 9:11 Meinen Bund errichte ich mit euch: Es soll niemals wieder alles Leben von den Wassern der Flut ausgerottet werden, ja, es soll keine Flut mehr kommen, die Erde zu verderben!"

Gen 9:12 Weiter sprach Gott: "Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und euch stifte und zwischen jeglichem Lebewesen bei euch für immerwährende Geschlechter:

Gen 9:13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll ein Bundeszeichen zwischen mir und der Erde sein.

Gen 9:14 Wenn ich nun Gewölk über der Erde balle, und wenn der Bogen in den Wolken erscheint,

Gen 9:15 so will ich meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch und allen lebenden Wesen besteht, und niemals mehr soll das Wasser zur Flut werden, um jegliches Leben zu verderben.

Gen 9:16 Wenn der Bogen in den Wolken steht, dann werde ich ihn ansehen, um des immerwährenden Bundes zu gedenken, der zwischen Gott und allen Lebewesen jeglicher Art auf Erden besteht."

Gen 9:17 Gott sprach zu Noe: "Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Lebewesen auf Erden stifte."

Gen 9:18 Die Söhne Noes, die aus der Arche kamen, waren Sem, Cham und Japhet [Cham ist der Vater Kanaans].

Gen 9:19 Diese drei sind Noes Söhne, und von ihnen stammt das ganze Menschengeschlecht ab.

Gen 9:20 Noe aber begann als Landwirt und pflanzte einen Weinberg.

Gen 9:21 Er trank von dem Weine, ward berauscht und lag entblößt in seinem Zelte.

Gen 9:22 Cham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters, und er teilte es seinen beiden Brüdern draußen mit.

Gen 9:23 Sem und Japhet aber nahmen einen Überwurf, legten ihn auf ihre Schultern, gingen rückwärts hinein und bedeckten die Blöße ihres Vaters. Ihr Gesicht war rückwärts gerichtet, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen.

Gen 9:24 Als Noe aus seinem Rausch erwachte, erfuhr er, was sein jüngerer Sohn ihm angetan hatte.

Gen 9:25 Er sprach: "Verflucht sei Kanaan; ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!"

Gen 9:26 Ferner sprach er: "Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht!

Gen 9:27 Weiten Raum schaffe Gott dem Japhet; er wohne in den Zelten Sems, und Kanaan sei sein Knecht!"

Gen 9:28 Nach der Sintflut lebte Noe noch 350 Jahre.

Gen 9:29 Insgesamt lebte Noe 950 Jahre; dann starb er.

 

Genesis Kapitel 10

 

Gen 10:1 Dies ist der Stammbaum der Söhne Noes, des Sem, Cham und Japhet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren.

Gen 10:2 Die Söhne Japhets: Gomer, Magog, Madaj, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras.

Gen 10:3 Die Söhne Gomers: Aschkenas, Riphat und Togarma.

Gen 10:4 Die Söhne Jawans: Elisa und Tarsis, die Kittim und Dodanim.

Gen 10:5 Von diesen zweigten sich die Inselvölker ab in ihren Ländern - jedes nach seiner Sprache - nach ihren Geschlechtern in ihren Völkerschaften.

Gen 10:6 Die Söhne Chams: Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan.

Gen 10:7 Die Söhne Kuschs: Seba, Chawila, Sabta, Rama und Sabteka. Die Söhne von Rama sind Saba und Dedan.

Gen 10:8 Kusch zeugte den Nimrod; dieser war der erste Gewaltherrscher auf Erden.

Gen 10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; daher sagt man: "Wie Nimrod ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn."

Gen 10:10 Der Anfang seiner Königsherrschaft war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear.

Gen 10:11 Von diesem Lande zog er nach Assur aus und erbaute Ninive, Rechobot-Ir und Kelach,

Gen 10:12 auch Resen zwischen Ninive und Kelach. Dies ist die große Stadt.

Gen 10:13 Von Mizrajim stammen die Ludier, die Anamer, die Lehaber und die Naphtucher,

Gen 10:14 die Patruser, die Kaslucher und die Kaphtorer, von denen die Philister hervorgingen.

Gen 10:15 Von Kanaan stammt Sidon, sein Erstgeborener, und Heth,

Gen 10:16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter,

Gen 10:17 die Hiwwiter, die Arkiter und die Siniter,

Gen 10:18 die Arwaditer, Zemariter und Chamatiter. Später zerstreuten sich die Sippen der Kanaaniter.

Gen 10:19 Das Grenzgebiet der Kanaaniter erstreckte sich von Sidon durch Gerar hin nach Gaza und gegen Sodom, Gomorra, Adma und Zeboim bis hin nach Lascha.

Gen 10:20 Dies sind Chams Söhne nach ihren Sippen, ihren Sprachen, in ihren Ländern und in ihren Völkerschaften.

Gen 10:21 Auch dem Sem wurden Nachkommen geboren, dem Stammvater aller Hebersöhne, dem ältesten Bruder des Japhet.

Gen 10:22 Die Söhne Sems: Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.

Gen 10:23 Und die Söhne Arams: Uz, Chul, Geter und Masch.

Gen 10:24 Arpachschad zeugte den Schelach, Schelach den Heber.

Gen 10:25 Dem Heber wurden zwei Söhne geboren, der eine hieß Peleg (Trennung) - denn in seinen Tagen trennte sich die Erdbevölkerung -; sein Bruder hieß Joktan.

Gen 10:26 Joktan zeugte Almodad, Scheleph, Chazarmawet, Jerach,

Gen 10:27 Hadoram, Usal, Dikla,

Gen 10:28 Obal, Abimael, Saba,

Gen 10:29 Ophir, Chawila und Jobab. Diese alle sind Söhne Joktans.

Gen 10:30 Ihre Wohnsitze liegen von Mescha bis nach Sephara am Ostgebirge.

Gen 10:31 Dies sind Sems Söhne nach ihren Sippen, ihren Sprachen, in ihren Ländern nach ihren Völkerschaften.

Gen 10:32 Dies sind die Sippen der Söhne Noes nach ihren Stammbäumen in ihren Völkerschaften, und von ihnen haben sich die Völker nach der Flut verzweigt.

 

Genesis Kapitel 11

 

Gen 11:1 Alle Welt hatte nur eine Sprache und dieselben Laute.

Gen 11:2 Als man vom Osten her aufbrach, fand man im Lande Sinear eine Ebene und wohnte daselbst.

Gen 11:3 Sie sprachen zueinander: "Wohlan, laßt uns Ziegel streichen und sie hartbrennen!" Und es diente ihnen der Ziegel als Stein, und das Erdpech diente ihnen als Mörtel.

Gen 11:4 Dann riefen sie: "Auf! Laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reicht! Wir wollen uns einen Namen machen, damit wir nicht in alle Welt zerstreut werden!"

Gen 11:5 Der Herr aber fuhr herab, um sich die Stadt und den Turm, den sich die Menschen erbaut hatten, anzuschauen.

Gen 11:6 Der Herr sprach: "Siehe, sie sind ein Volk, und nur eine Sprache haben sie alle; das ist aber erst der Anfang ihres Tuns. Nichts von dem, was sie vorhaben, wird ihnen unmöglich sein.

Gen 11:7 Wohlan, laßt uns hinabsteigen! Wir wollen dort ihre Sprache verwirren, daß keiner mehr die Rede des andern versteht!"

Gen 11:8 Und der Herr zerstreute sie von da aus über die ganze Erde hin; sie hörten mit dem Städtebau auf.

Gen 11:9 Darum heißt die Stadt "Babel"; denn dort hat der Herr die Sprache der ganzen Welt verwirrt, und von da aus hat er sie über die ganze Erde hin zerstreut.

Gen 11:10 Dies ist der Stammbaum Sems: Sem war 100 Jahre alt, da zeugte er den Arpachschad; es war zwei Jahre nach der Flut.

Gen 11:11 Sem lebte nach der Geburt des Arpachschad noch 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:12 Im Alter von 35 Jahren zeugte Arpachschad den Schelach.

Gen 11:13 Nach der Geburt des Schelach lebte Arpachschad noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:14 Im Alter von 30 Jahren zeugte Schelach den Heber.

Gen 11:15 Nach der Geburt des Heber lebte Schelach noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:16 Im Alter von 34 Jahren zeugte Heber den Peleg.

Gen 11:17 Nach der Geburt des Peleg lebte Heber noch 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:18 Im Alter von 30 Jahren zeugte Peleg den Reu.

Gen 11:19 Nach der Geburt des Reu lebte Peleg noch 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:20 Im Alter von 32 Jahren zeugte Reu den Serug.

Gen 11:21 Nach der Geburt des Serug lebte Reu noch 207 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:22 Im Alter von 30 Jahren zeugte Serug den Nachor.

Gen 11:23 Nach der Geburt des Nachor lebte Serug noch 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:24 Im Alter von 29 Jahren zeugte Nachor den Terach.

Gen 11:25 Nach der Geburt des Terach lebte Nachor noch 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

Gen 11:26 Im Alter von 70 Jahren zeugte Terach den Abram, danach den Nachor und den Haran.

Gen 11:27 Dies ist der Stammbaum Terachs: Terach zeugte den Abram, den Nachor und den Haran; Haran aber zeugte den Lot.

Gen 11:28 Haran starb noch zu Lebzeiten seines Vaters Terach in seinem Heimatlande, im Ur der Kaldäer.

Gen 11:29 Abram und Nachor heirateten; Abrams Frau hieß Saraj, Nachors Frau hieß Milka, die Tochter Harans; dieser war der Vater der Milka und der Jiska.

Gen 11:30 Saraj aber war unfruchtbar; sie hatte kein Kind.

Gen 11:31 Terach nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Saraj, die Frau seines Sohnes Abram. Sie wanderten aus Ur der Kaldäer aus, um in das Land Kanaan zu ziehen. Sie kamen aber nur bis Charan. Daselbst siedelten sie sich an.

Gen 11:32 Terach lebte 205 Jahre, dann starb er in Charan.

 

Genesis Kapitel 12

 

Gen 12:1 Der Herr sprach zu Abram: "Zieh hinweg aus deiner Heimat, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhause in ein Land, das ich dir zeigen werde!

Gen 12:2 Ich will dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und deinen Ruhm erhöhen; sei du ein Segen!

Gen 12:3 Segnen will ich, die dich segnen, und wer dich verflucht, dem will auch ich fluchen. In dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet sein!"

Gen 12:4 Abram brach auf, wie der Herr ihm geboten hatte, und Lot zog mit ihm. Abram stand damals im Alter von 75 Jahren, als er von Charan auszog.

Gen 12:5 Abram nahm seine Frau Saraj und seinen Neffen Lot, ferner allen Herdenbesitz, den sie erworben hatten, und alle Leute, die sie in Charan gewonnen hatten. Sie brachen auf, um ins Land Kanaan zu ziehen; und sie kamen ins Land Kanaan.

Gen 12:6 Abram durchzog das Land bis zum Ort Sichem zur Orakeleiche. Damals waren die Kanaaniter im Lande.

Gen 12:7 Der Herr erschien dem Abram und sprach: "Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben." Jener baute dort einen Altar für den Herrn, der ihm erschienen war.

Gen 12:8 Von da rückte er weiter dem Gebirge zu, östlich von Betel. Hier schlug er sein Zelt auf, Betel im Westen, Aj im Osten. Sodann baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.

Gen 12:9 Abram zog immer weiter und weiter dem Südland zu.

Gen 12:10 Eine Hungersnot brach aber damals im Lande aus; daher zog Abram nach Ägypten, um dort seinen Aufenthalt zu nehmen; denn der Hunger lastete schwer auf dem Lande.

Gen 12:11 Es begab sich, kurz bevor er Ägypten betrat, daß Abram zu seiner Frau Saraj sprach: "Ich weiß, daß du eine schön aussehende Frau bist.

Gen 12:12 Wenn dich die Ägypter nun sehen und dabei denken: "Sie ist seine Frau", dann werden sie mich töten und dich am Leben lassen.

Gen 12:13 Gib doch an, daß du meine Schwester seist, damit es mir gut gehe um deinetwillen und ich am Leben bleibe deinetwegen!"

Gen 12:14 Als Abram nun nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, wie überaus schön die Frau war.

Gen 12:15 Die Würdenträger Pharaos erblickten sie. Preisend empfahlen sie diese für den Pharao. So ward die Frau in den Palast des Pharao gebracht.

Gen 12:16 Dem Abram aber erwies er Gutes um ihretwillen; er bekam Kleinvieh und Großvieh, Esel, Knechte, Mägde, Eselinnen und Kamele.

Gen 12:17 Der Herr aber schlug den Pharao mit schweren Plagen und auch seinen ganzen Hof wegen Sarajs, der Frau des Abram.

Gen 12:18 Der Pharao ließ nun Abram rufen und sprach: "Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir nicht mitgeteilt, daß sie deine Frau ist?

Gen 12:19 Warum hast du gesagt, sie sei deine Schwester? So nahm ich sie mir zur Frau. Nun, hier hast du deine Frau; nimm sie und geh!"

Gen 12:20 Und der Pharao entbot für ihn Leute; diese entließen ihn, seine Frau und all seine Habe.

 

Genesis Kapitel 13

 

Gen 13:1 Abram kehrte zurück aus Ägypten nach dem Südland, er und seine Frau mit all seiner Habe und auch Lot mit ihm.

Gen 13:2 Abram war sehr reich an Vieh, an Silber und Gold.

Gen 13:3 Er zog Strecke um Strecke vom Südland nach Betel, und zwar dorthin, wo zu Anfang sein Zelt war, zwischen Betel und Aj

Gen 13:4 an den Ort des Altares, den er zuerst dort errichtet hatte; dort rief Abram den Namen des Herrn an.

Gen 13:5 Aber auch Lot, der mit Abram gezogen war, hatte Kleinvieh, Rinder und Zelte.

Gen 13:6 Das Land reichte nicht aus, sie beieinander wohnen zu lassen; denn ihr Besitz war zu groß, als daß sie hätten beisammen wohnen können.

Gen 13:7 Ein Streit war zwischen den Hirten Abrams und denen Lots ausgebrochen; auch wohnten damals noch die Kanaaniter und Perissiter im Lande.

Gen 13:8 Da sprach Abram zu Lot: "Es soll doch kein Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind ja Brüder!

Gen 13:9 Liegt nicht das ganze Land vor dir? Trenne dich doch von mir; gehst du nach links, so gehe ich rechts; wenn du nach rechts gehst, so gehe ich links."

Gen 13:10 Da erhob Lot seine Augen. Er sah, daß das ganze Jordangelände vollständig bewässert war [es war, bevor der Herr Sodom und Gomorra zerstörte] wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten, bis hin nach Zoar.

Gen 13:11 Da wählte sich Lot das ganze Jordangelände. Er brach auf nach Osten, und so trennten sie sich voneinander.

Gen 13:12 Abram wohnte nunmehr im Land Kanaan, Lot dagegen in den Städten des Geländes. Er schlug seine Zelte auf bis nach Sodom hin.

Gen 13:13 Die Leute von Sodom aber waren böse und schwere Sünder vor dem Herrn.

Gen 13:14 Der Herr sprach zu Abram, nachdem sich Lot von ihm getrennt hatte: "Erhebe deine Augen und schau vom Orte aus, auf dem du stehst, nach Norden, Süden, Osten und Westen!

Gen 13:15 Denn das ganze Land, das du siehst, will ich für alle Zeit dir und deinen Nachkommen schenken.

Gen 13:16 Deine Nachkommen will ich so zahlreich machen wie den Staub der Erde. Kann jemand den Staub der Erde zählen, so wird sich auch deine Nachkommenschaft zählen lassen.

Gen 13:17 Wohlan! Durchziehe das Land in seiner Länge und Breite; denn dir will ich es schenken!"

Gen 13:18 Abram kam, schlug sein Zelt auf und wohnte bei der Eiche von Mamre bei Hebron; er baute daselbst einen Altar für den Herrn.

 

Genesis Kapitel 14

 

Gen 14:1 Es begab sich in den Tagen Amraphels, des Königs von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Tidals, des Königs der Völker.

Gen 14:2 Sie kämpften wider Bera, den König von Sodom, Birscha, den König von Gomorra, Schinab, den König von Adma, Schemeber, den König von Zeboim, und den König von Bela, d. h. Zoar.

Gen 14:3 Vereint zogen diese alle nach dem Siddimtale, d. h. dem Salzmeer.

Gen 14:4 Zwölf Jahre waren sie dem König Kedorlaomer dienstbar gewesen, aber im dreizehnten fielen sie ab.

Gen 14:5 Im vierzehnten Jahre kamen Kedorlaomer und die Könige, die mit ihm verbunden waren. Sie schlugen die Rephaiter bei Aschtarot-Karnajim, die Susiter bei Ham, die Emiter bei der Ebene von Kirjatajim

Gen 14:6 und die Horiter bei ihrem Gebirge Seir bis hin nach El-Paran, das an der Wüste liegt.

Gen 14:7 Sie kehrten dann um und kamen nach En-Mischpat, d. h. Kades. Dann schlugen sie das ganze Land der Amalekiter und auch das der Amoriter, die bei Chazezon-Tamar wohnten.

Gen 14:8 Da zogen der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adma, der König von Zeboim und der König von Bela, d. h. Zoar, aus. Man ordnete die Schlacht gegen sie,

Gen 14:9 und zwar gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Tidal, den König der Völker, und Amraphel, den König von Sinear, und Arioch, den König von Ellasar - vier Könige gegen fünf.

Gen 14:10 Im Tale Siddim waren viele Erdpechgruben. Die Könige von Sodom und Gomorra mußten fliehen und fielen da hinein. Die Übriggebliebenen entkamen ins Gebirge.

Gen 14:11 Jene aber nahmen alle Habe von Sodom und Gomorra und alle ihre Nahrungsmittel weg und zogen ab.

Gen 14:12 Auch Lot und seine Habe raubten sie und machten sich auf und davon. Jener war nämlich in Sodom seßhaft.

Gen 14:13 Ein Flüchtling aber kam und meldete es dem Hebräer Abram; dieser wohnte bei der Rieseneiche des Amoriters Mamre, der ein Bruder des Eschkol und des Aner war; auch diese waren mit Abram verbündet.

Gen 14:14 Abram hörte, daß sein Neffe gefangen sei. Er zählte seine hausgeborenen Gefolgsmänner ab (dreihundertachtzehn Mann) und nahm die Verfolgung auf bis Dan.

Gen 14:15 Dann teilte er des Nachts seine Truppen und stellte sie gegen die Feinde, er und seine Leute; er verfolgte und schlug sie bis Choba, das links von Damaskus liegt.

Gen 14:16 Die ganze Habe brachte er zurück: seinen Neffen Lot und sein Besitztum, auch die Frauen und seine Leute.

Gen 14:17 Da kam ihm der König von Sodom entgegen, als er zurückkehrte vom Sieg über Kedorlaomer und die Könige, und zog mit ihm in das Königstal.

Gen 14:18 Und Melchisedech, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; er war nämlich ein Priester des Allerhöchsten Gottes.

Gen 14:19 Dieser segnete ihn und sprach: "Gesegnet sei Abram vom Allerhöchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat!

Gen 14:20 Gepriesen sei der Allerhöchste Gott, der deine Feinde in deine Hand ausgeliefert hat!" Da gab jener ihm den Zehnten von allem.

Gen 14:21 Der König von Sodom aber sagte zu Abram: "Gib mir nur die Leute, die Habe aber nimm dir!"

Gen 14:22 Abram erwiderte dem König von Sodom: "Ich erhebe meine Hände zum Herrn, dem Allerhöchsten Gotte, dem Schöpfer Himmels und der Erde.

Gen 14:23 Weder einen Faden noch einen Schuhriemen, nichts von deinem Eigentume werde ich nehmen. Du wirst nicht sagen können: "Ich habe Abram reich gemacht."

Gen 14:24 Abgesehen nur von dem, was die Kriegsknechte verzehrt haben, und dem Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind, Aner, Eschkol und Mamre. Sie mögen sich ihren Anteil nehmen!"

 

Genesis Kapitel 15

 

Gen 15:1 Nach diesen Begebenheiten erging des Herrn Wort in einem Gesicht an Abram: "Fürchte dich nicht, Abram; ich verleihe dir deinen überreichen Lohn."

Gen 15:2 Abram antwortete: "Herr, Herr, was wirst du mir geben, da ich doch kinderlos einhergehe und Elieser der Verwalter meines Hauses ist?"

Gen 15:3 Abram fuhr fort: "Nachkommenschaft hast du mir ja keine gegeben; siehe, mein Leibeigener wird mich beerben."

Gen 15:4 Da erging jedoch des Herrn Wort an ihn: "Nicht dieser wird dein Erbe sein, sondern ein leiblicher Sohn von dir wird dich beerben."

Gen 15:5 Er führte ihn hinaus ins Freie und sprach: "Schau doch auf zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!" Und er versicherte ihm: "So wird deine Nachkommenschaft sein."

Gen 15:6 Er aber glaubte dem Herrn, und dieser rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.

Gen 15:7 Dann sprach er zu ihm: "Ich bin der Herr, der dich aus Ur der Kaldäer geführt hat, um dir dieses Land zum Erbteil zu geben."

Gen 15:8 Dieser aber antwortete: "Herr, Herr, woran soll ich erkennen, daß ich es erben werde?"

Gen 15:9 Er sprach zu ihm: "Hole mir ein dreijähriges Kalb, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turtel- und eine Jungtaube!"

Gen 15:10 Alle diese Tiere holte er. Er teilte sie in der Mitte und legte die Hälften einander gegenüber; nur die Vögel teilte er nicht.

Gen 15:11 Da stießen Raubvögel auf die Tierleichen herab. Abram scheuchte sie fort.

Gen 15:12 Die Sonne war eben am Untergehen, da fiel ein Tiefschlaf auf Abram. Auch Angst und große Dunkelheit lasteten auf ihm.

Gen 15:13 Gott sprach zu Abram: "Du sollst es mit Bestimmtheit wissen: Deine Nachkommen werden Fremdlinge in einem Lande sein, das ihnen nicht gehören wird. Sie werden den Menschen dort dienstbar sein, und man wird sie vierhundert Jahre lang unterdrücken.

Gen 15:14 Aber das Volk, dem sie dienen, will ich richten. Danach werden sie mit reicher Habe davonziehen.

Gen 15:15 Doch du wirst zu deinen Vätern in Frieden eingehen; begraben wirst du in hohem Greisenalter.

 

Gen 15:16 Aber im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren, denn bis dahin ist die Schuld der Amoriter noch nicht voll."

Gen 15:17 Die Sonne war untergegangen; stockfinster war es geworden. Da zeigten sich ein rauchender Backofen und eine Feuerflamme, die zwischen jenen Fleischstücken hindurchfuhr.

Gen 15:18 An jenem Tage schloß der Herr mit Abram einen Bund: "Deinen Nachkommen werde ich dieses Land geben, vom Strom Ägyptens bis zum großen Euphratstrome,

Gen 15:19 nämlich die Keniter, die Kenissiter, die Kadmoniter,

Gen 15:20 die Hethiter, die Perissiter, die Rephaiter,

Gen 15:21 die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgaschiter und die Jebusiter!"

 

Genesis Kapitel 16

 

Gen 16:1 Saraj aber, Abrams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren. Sie hatte jedoch eine ägyptische Magd; die hieß Hagar.

Gen 16:2 Saraj sprach zu Abram: "Sieh nur, der Herr hat mir Kindersegen verwehrt; gehe also zu meiner Magd, vielleicht lebe ich durch sie in einem Kinde weiter." Abram folgte dem Wunsche der Saraj.

Gen 16:3 Saraj, die Frau Abrams, holte die Ägypterin Hagar, ihre Magd, - zehn Jahre, nachdem Abram im Lande Kanaan ansässig geworden war - und gab sie dem Abram, ihrem Manne, zur Frau.

Gen 16:4 Er ging zu Hagar. Sie empfing, und als sie das merkte, verlor ihre Herrin die Achtung in ihren Augen.

Gen 16:5 Da sprach Saraj zu Abram: "Das Unrecht, das ich leide, komme auf dich! Ich gab dir meine Magd an deine Brust. Als sie aber merkte, daß sie empfangen hatte, verlor ich die Achtung in ihren Augen; der Herr richte zwischen mir und dir!"

Gen 16:6 Abram antwortete der Saraj: "Siehe, deine Magd ist in deiner Hand, tu mit ihr, was dich gut dünkt!" Da nun Saraj sie hart behandelte, entfloh sie ihr.

Gen 16:7 Der Engel des Herrn fand sie am Wasserquell in der Wüste, an jener Quelle, die auf dem Wege nach Schur liegt.

Gen 16:8 Er sprach: "Hagar, Magd der Saraj, woher kommst du und wohin gehst du?" Sie antwortete: "Vor meiner Herrin Saraj bin ich auf der Flucht."

Gen 16:9 Da sagte der Engel des Herrn zu ihr: "Kehre zu deiner Herrin zurück und sei ihr gefügig!"

Gen 16:10 Und der Engel des Herrn fuhr fort: "Überaus zahlreich will ich deine Nachkommenschaft machen, so daß sie vor Menge nicht gezählt werden kann."

Gen 16:11 Ferner sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Siehe, du hast empfangen und wirst einen Sohn gebären. Ismael sollst du ihn heißen; denn "der Herr hat dein Elend gehört".

Gen 16:12 Ein Wildeselmensch wird er werden; seine Hand wird gegen jedermann und jedermanns Hand gegen ihn sein. Allen seinen Brüdern entgegengesetzt wird er wohnen."

Gen 16:13 Sie rief den Namen des Herrn an, der mit ihr geredet hatte: "Du bist der Gott des Schauens!" Denn sie sprach: "Habe ich hier nicht den gesehen, der mich sah?"

Gen 16:14 Darum nennt man den Brunnen "Brunnen des Lebendigen, der mich sieht!" Er liegt zwischen Kades und Bared.

Gen 16:15 Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den Hagar ihm geboren hatte, Ismael.

Gen 16:16 Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar.

 

Genesis Kapitel 17

 

Gen 17:1 Abram war neunundneunzig Jahre alt, da erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: "Ich bin der Allmächtige Gott; wandle vor mir und sei untadelig!

Gen 17:2 Ich will einen Bund zwischen mir und dir stiften und will dich überaus zahlreich machen."

Gen 17:3 Da fiel Abram auf sein Angesicht nieder, und Gott redete mit ihm und sprach:

Gen 17:4 "Siehe, das ist mein Bund mit dir: Du wirst zum Vater einer Völkermenge werden.

Gen 17:5 Fortan soll dein Name nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham, denn zum "Vater einer Völkermenge" will ich dich bestellen.

Gen 17:6 Und sehr fruchtbar will ich dich machen; zu Völkern will ich dich werden lassen, und Könige werden aus dir hervorgehen.

Gen 17:7 Errichten will ich meinen Bund zwischen mir und dir und deiner Nachkommenschaft in ihren Geschlechtern. Ein immerwährender Bund soll es sein, für dich und deine Nachkommen will ich Gott sein.

Gen 17:8 Geben will ich dir und deiner Nachkommenschaft das Land, in dem du jetzt als Fremder weilst, das ganze Land Kanaan, zum dauernden Besitz. Ich will ihr Gott sein."

Gen 17:9 Danach sprach Gott zu Abraham: "Du aber sollst meinen Bund halten, du und deine Nachkommenschaft in ihren Geschlechtern.

Gen 17:10 Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt; er besteht zwischen mir und euch und deiner Nachkommenschaft: Beschnitten soll bei euch alles Männliche werden.

Gen 17:11 Ihr sollt euch am Fleisch eurer Vorhaut beschneiden lassen. Dies soll ein Bundeszeichen zwischen mir und euch sein.

Gen 17:12 Im Alter von acht Tagen soll bei euch in euren Geschlechtern alles Männliche beschnitten werden, der Hausgeborene und der für Geld von einem Fremden Gekaufte, der nicht von dir abstammt.

Gen 17:13 Beschnitten werden muß dein Hausgeborener und der für Geld Erworbene. Mein Bund an eurem Fleische soll ein ewiger Bund sein!

Gen 17:14 Ein unbeschnittener Mann, der nicht am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ist, soll aus seinem Volke ausgerottet werden; denn meinen Bund hat er gebrochen."

Gen 17:15 Gott sprach zu Abraham: "Du sollst den Namen deiner Frau nicht mehr Saraj nennen, sondern Sara (Fürstin) soll ihr Name sein!

Gen 17:16 Ich will sie segnen und werde dir einen Sohn von ihr schenken. Ich will sie segnen, sie soll zu Völkern werden, Könige über Nationen sollen aus ihr hervorgehen."

Gen 17:17 Abraham fiel auf sein Angesicht nieder und lachte. Er dachte nämlich in seinem Herzen: Soll etwa einem Hundertjährigen noch ein Kind geboren werden? Oder soll die neunzigjährige Sara noch gebären?

Gen 17:18 Abraham sprach zu Gott: "Möge doch nur Ismael vor dir am Leben bleiben!"

Gen 17:19 Gott antwortete: "Nein, deine Frau Sara soll dir einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Isaak nennen. Aufrichten will ich meinen Bund mit ihm als einen ewigen Bund für seine Nachkommenschaft nach ihm.

Gen 17:20 Was Ismael betrifft, so habe ich dich erhört. Ja, ich segne ihn, lasse ihn fruchtbar und überaus zahlreich werden; zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich werde ihn zu einem großen Volke machen.

Gen 17:21 Meinen Bund aber richte ich mit Isaak auf, den dir Sara im kommenden Jahr um diese Zeit gebären wird."

Gen 17:22 Als er seine Rede mit ihm vollendet hatte, stieg Gott auf und verschwand vor Abraham.

Gen 17:23 Da holte sich Abraham seinen Sohn Ismael, all seine Hausgeborenen und alle für Geld Erworbenen, d. h. alle männlichen Personen in seinem Hause, heran. Er beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an demselben Tage, so wie Gott ihm befohlen hatte.

Gen 17:24 Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er das Fleisch seiner Vorhaut beschnitt.

Gen 17:25 Sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als das Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde.

Gen 17:26 An dem gleichen Tage wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten.

Gen 17:27 Alle männlichen Personen seines Hauses, die Hausgeborenen und die von Fremden für Geld Erworbenen, wurden mit ihm beschnitten.

 

Genesis Kapitel 18

 

Gen 18:1 Der Herr erschien ihm bei der Rieseneiche von Mamre; er saß gerade an dem Zelteingang zur heißen Tageszeit.

Gen 18:2 Als er seine Blicke erhob, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Sobald er sie erblickte, lief er ihnen vom Zelteingang entgegen und beugte sich tief zur Erde nieder.

Gen 18:3 Er sprach: "Meine Herren, habe ich Gunst vor euch gefunden, so eilt doch nicht an eurem Knecht vorüber!

Gen 18:4 Es werde ein wenig Wasser geholt; wascht eure Füße und ruht unter den Bäumen aus!

Gen 18:5 Ich hole einen Bissen Brot; labt euch dann und wandert nachher weiter; denn darum seid ihr ja bei eurem Knechte vorbeigekommen!" Sie sprachen: "Tue, wie du gesagt hast!"

Gen 18:6 Da eilte Abraham in das Zelt zu Sara und sprach: "Eile doch! Nimm drei Maß Mehl, und zwar Weizengrieß, knete es und backe Kuchen!"

Gen 18:7 Abraham lief zur Rinderherde, suchte sich ein zartes und schönes Jungrind und gab es dem Knechte; der beeilte sich, es zu bereiten.

Gen 18:8 Er holte Sahne und Milch und das hergerichtete Jungrind und setzte es ihnen vor. Er selbst wartete ihnen auf unter den Bäumen, während sie aßen.

Gen 18:9 Dann fragten sie ihn: "Wo ist deine Frau Sara?" Er antwortete: "Hier im Zelt."

Gen 18:10 Der Herr sprach: "Gewiß werde ich dich übers Jahr wiederum besuchen; dann hat deine Frau Sara einen Sohn." Sara aber horchte im Zelteingang hinter ihm.

Gen 18:11 Abraham und Sara waren alt, vorgerückt an Tagen; Sara ging es nicht mehr nach der Frauen Regel.

Gen 18:12 Sara lachte in sich hinein und dachte: "Ich bin doch verblüht; da soll mir noch Liebeswonne werden? Und auch mein Gatte ist schon ein Greis."

Gen 18:13 Der Herr sprach zu Abraham: "Warum hat Sara denn gelacht und gedacht: "Soll ich wahrhaftig noch gebären, da ich doch alt bin?"

Gen 18:14 Ist für den Herrn etwas unmöglich? Übers Jahr zur festgesetzten Zeit kehre ich zu dir zurück; dann hat Sara einen Sohn."

Gen 18:15 Sara versuchte zu heucheln und sprach: "Ich habe nicht gelacht." Denn sie fürchtete sich. Er aber sprach: "Doch, du hast gelacht."

Gen 18:16 Von dort erhoben sich die Männer und blickten nach Sodom hinüber. Abraham ging mit ihnen, sie zu geleiten.

Gen 18:17 Der Herr aber erwog: "Soll ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?

Gen 18:18 Abraham soll doch zu einem großen und starken Volke werden; gesegnet werden sollen durch ihn alle Völker der Erde.

Gen 18:19 Ihn habe ich ja auserkoren, daß er seinen Söhnen und seiner Nachkommenschaft gebiete, sie sollen den Weg des Herrn beobachten durch Übung von Recht und Gerechtigkeit, damit der Herr über Abraham das bringen kann, was er ihm verheißen hat."

Gen 18:20 Dann sprach der Herr: "Das Klagegeschrei wider Sodom und Gomorra ist groß, ihre Sünde ist überaus schwer.

Gen 18:21 Ich will hinab und sehen, ob das Klagegeschrei, das zu mir gedrungen ist, ihren Taten entspricht oder nicht. Ich muß mich darum kümmern."

Gen 18:22 Die Männer wandten sich von dort und gingen Sodom zu. Abraham stand immer noch vor dem Herrn.

Gen 18:23 Da trat Abraham näher und fragte: "Willst du wirklich Fromme und Frevler dahinraffen?

Gen 18:24 Vielleicht sind fünfzig Fromme in der Stadt; willst du sie wirklich vertilgen? Willst du dem Orte nicht lieber verzeihen um der fünfzig Frommen willen, die in der Stadt sind?

Gen 18:25 Fern sei es von dir, so zu handeln, Fromme zusammen mit Frevlern zu töten! Dann müßte ja der Fromme gleich dem Frevler sein; das sei ferne von dir! Muß nicht der ganzen Welt Richter das tun, was recht ist?"

Gen 18:26 Da antwortete der Herr: "Wenn ich in Sodom fünfzig Fromme innerhalb der Stadt finde, so will ich dem ganzen Orte um ihretwillen vergeben."

Gen 18:27 Abraham entgegnete und sprach: "Siehe, ich habe gewagt, zu meinem Herrn zu reden, wiewohl ich nur Staub und Asche bin.

Gen 18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Frommen nur fünf. Willst du um dieser fünf willen die ganze Stadt vernichten?" Er aber sagte: "Nein, sofern ich dort fünfundvierzig finde."

Gen 18:29 Er fuhr fort, mit ihm zu reden, und sprach: "Vielleicht finden sich dort nur vierzig." Er erwiderte: "Ich will es nicht tun um dieser vierzig willen."

Gen 18:30 Darauf jener: "Zürne doch nicht, mein Herr, wenn ich weiterrede! Vielleicht finden sich dort nur dreißig." Er sprach: "Ich will es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde."

Gen 18:31 Da sagte er: "Siehe doch, ich habe gewagt, zu meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig." Er antwortete: "Ich will nicht vernichten um der zwanzig willen!"

Gen 18:32 Darauf jener: Zürne doch nicht, mein Herr, nur noch dieses Mal will ich reden! Vielleicht finden sich dort nur zehn." Er sagte: "Ich will nicht vernichten um der zehn willen."

Gen 18:33 Als er das Gespräch mit Abraham beendet hatte, ging der Herr hinweg. Abraham jedoch kehrte an seinen Ort zurück.

 

Genesis Kapitel 19

 

Gen 19:1 Die beiden Engel kamen abends nach Sodom. Lot saß gerade am Stadttor von Sodom. Als er sie sah, stand er vor ihnen auf und verneigte sich tief zur Erde.

Gen 19:2 Er sprach: "O meine Herren, kehrt doch ein ins Haus eures Knechtes! Übernachtet und wascht euch die Füße! Am frühen Morgen könnt ihr dann aufstehen und eures Weges ziehen!" Sie aber antworteten: "Nein, wir wollen im Freien übernachten!"

Gen 19:3 Er nötigte sie inständig; deshalb kehrten sie bei ihm ein. Sie kamen in sein Haus, und er bereitete ihnen ein Mahl. Er buk ungesäuertes Brot, und man aß.

Gen 19:4 Noch waren sie nicht schlafen gegangen, da umringten die Männer der Stadt, Sodoms Leute, das Haus. Jung und alt waren dabei, das Volk insgesamt vom äußersten Ende her.

Gen 19:5 Sie riefen Lot zu und sprachen zu ihm: "Wo sind denn die Männer, die heute nacht zu dir gekommen sind? Führe sie heraus zu uns, wir wollen sie erkennen!"

Gen 19:6 Lot ging zu ihnen hinaus vor die Tür, er schloß sie aber hinter sich zu.

Gen 19:7 Er sagte: "Meine Brüder, handelt doch nicht so verwerflich!

Gen 19:8 Seht, ich habe zwei Töchter die noch keinen Mann kennen; ich will sie zu euch herausbringen. Tut mit ihnen, wie es euch gut dünkt; nur diesen Männern tut nichts; denn sie sind doch nun einmal unter den Schatten meines Daches getreten."

Gen 19:9 Sie aber sprachen: "Hinweg da!" Sie meinten: "Da ist ein einzelner als Fremdling hierher gekommen und wirft sich jetzt zum Richter auf! Dir wollen wir noch schlimmer zusetzen als jenen!" Sie drangen ungestüm auf Lot ein und waren nahe daran, die Tür aufzubrechen.

Gen 19:10 Die Männer aber streckten ihre Hand aus, um Lot zu sich ins Haus zu ziehen. Die Tür verschlossen sie.

Gen 19:11 Dann schlugen sie die Leute vor dem Tor des Hauses mit Blindheit, klein und groß, so daß sie sich vergebens bemühten, das Tor zu finden.

Gen 19:12 Die Männer sprachen zu Lot: "Hast du noch jemand hier, einen Schwiegersohn, deine Söhne und Töchter oder sonst noch einen aus der Stadt? Bringe sie fort von diesem Orte!

Gen 19:13 Denn wir wollen diesen Ort vernichten; groß ist nämlich das Klagegeschrei, das vor den Herrn über ihn gekommen ist. Der Herr hat uns gesandt, ihn zu vernichten."

Gen 19:14 Lot ging hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter heiraten sollten: "Auf! Verlaßt diesen Ort! Denn vernichten wird der Herr diese Stadt." Er aber kam seinen Schwiegersöhnen vor wie einer, der zu scherzen beliebte.

Gen 19:15 Als aber die Morgenröte aufstieg, drängten die Engel den Lot und sprachen: "Auf! Nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die da sind, damit du nicht durch die Schuld der Stadt dahingerafft wirst!"

Gen 19:16 Er zauderte noch; da ergriffen die Männer ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei den Händen, weil der Herr mit ihm Mitleid hatte. Sie führten ihn hinaus und ließen ihn außerhalb der Stadt rasten.

Gen 19:17 Während sie jene hinausbrachten, sprach der eine: "Rette dein Leben, blicke nicht hinter dich, bleibe nicht stehen im ganzen Umkreis, sondern rette dich ins Gebirge, damit du nicht dahingerafft wirst!"

Gen 19:18 Lot antwortete ihnen: "Nicht doch, Herr!

Gen 19:19 Dein Knecht fand ja Gnade vor deinen Augen. Große Gunst hast du mir erwiesen, mein Leben zu erhalten; ich jedoch kann mich nicht ins Gebirge retten; sonst könnte mich das Unheil einholen, und ich müßte sterben.

Gen 19:20 Diese Stadt da ist doch nahe, um dahin zu entweichen; sie ist nur klein; dahin will ich mich retten! Ist sie nicht klein genug, daß ich am Leben bleiben kann?"

Gen 19:21 Er antwortete ihm: "Auch darin gebe ich dir nach. Ich will die Stadt, von der du gesprochen hast, nicht zerstören.

Gen 19:22 Eilends rette dich dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dort ankommst." Daher nannte man die Stadt Zoar (Kleinheit).

Gen 19:23 Die Sonne war eben über der Erde aufgegangen, und Lot war in Zoar angekommen.

Gen 19:24 Da ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer vom Himmel herab regnen

Gen 19:25 und vernichtete von Grund auf jene Städte, die ganze Umgebung, alle Einwohner der Städte und was auf dem Erdboden wuchs.

Gen 19:26 Lots Frau sah hinter sich und erstarrte zur Salzsäule.

Gen 19:27 Abraham begab sich in der Morgenfrühe zu dem Orte, wo er vor dem Herrn gestanden hatte.

Gen 19:28 Er blickte nach Sodom und Gomorra aus und schaute das ganze Gefilde jenes Landes, und siehe, Rauch stieg aus dem Erdboden wie der Rauch eines Schmelzofens.

Gen 19:29 Als Gott die Städte des Gefildes zerstörte, erinnerte er sich an Abraham. Er ließ Lot aus der Zerstörung entkommen, während er die Städte vernichtete, in denen Lot gewohnt hatte.

Gen 19:30 Lot aber ging von Zoar hinauf und ließ sich mit seinen beiden Töchtern im Gebirge nieder. Denn er hatte Angst, in Zoar zu wohnen. So nahmen er und seine beiden Töchter Wohnung in der Höhle.

Gen 19:31 Da sprach die Ältere zu der Jüngeren: "Unser Vater ist alt, ein Mann ist nicht da, der mit uns verkehren könnte, wie es in aller Welt Brauch ist.

Gen 19:32 Komm, wir wollen unseren Vater mit Wein berauschen und uns dann zu ihm legen, damit wir von ihm Nachkommen erhalten!"

Gen 19:33 Sie machten also in jener Nacht ihren Vater mit Wein trunken. Daraufhin legte sich die Ältere zu ihm; er aber spürte nichts, weder wie sie sich hinlegte, noch wie sie aufstand.

Gen 19:34 Am anderen Tage sprach die Ältere zu der Jüngeren: "Gestern habe ich mich zu meinem Vater gelegt. Wir wollen ihn auch für heute nacht betrunken machen! Dann geh du hinein und lege dich zu ihm, dann werden wir Nachkommen erhalten!"

Gen 19:35 Sie machten darauf auch in jener Nacht ihren Vater mit Wein trunken. Die Jüngere erhob sich und legte sich zu ihm; er aber spürte nicht, wie sie sich hinlegte und wie sie aufstand.

Gen 19:36 So empfingen die beiden Töchter Lots von ihrem Vater.

Gen 19:37 Die Ältere gebar einen Sohn, den sie Moab nannte. Er ist der Stammvater der Moabiter bis heute.

Gen 19:38 Auch die Jüngere gebar einen Sohn, den sie Ben-Ammi nannte. Er ist der Stammvater der Ammoniter bis heute.

 

Genesis Kapitel 20

 

Gen 20:1 Abraham brach in das Südland auf. Er wohnte zwischen Kades und Schur und weilte in Gerar als Fremdling.

Gen 20:2 Abraham sagte von seiner Frau Sara aus, daß sie seine Schwester sei. Abimelech, der König von Gerar, ließ sie also holen.

Gen 20:3 Doch kam Gott zu Abimelech in einem nächtlichen Traume und sprach zu ihm: "Wehe, du mußt sterben wegen der Frau, die du dir geholt hast; denn sie gehört einem Ehemann."

Gen 20:4 Abimelech war ihr noch nicht nahegetreten und antwortete: "O Herr, willst du etwa ein gerechtes Volk töten?

Gen 20:5 Ist sie nach seinen Angaben nicht seine Schwester? Sie sagte auch selbst: "Mein Bruder ist er". Mit arglosem Herzen und mit reinen Händen habe ich dies getan."

Gen 20:6 Gott erwiderte ihm im Traume: "Auch ich weiß, daß du dies mit arglosem Herzen getan hast. Ich habe dich auch selbst davor bewahrt, gegen mich zu sündigen. Darum ließ ich es nicht zu, daß du jene berührtest.

Gen 20:7 Nunmehr aber gib die Frau dem Manne zurück, denn er ist ein Prophet. Er wird für dich Fürbitte einlegen, dann bleibst du am Leben. Gibst du sie aber nicht zurück, so wisse, daß du bestimmt sterben mußt, du selbst und alle die Deinen."

Gen 20:8 Abimelech stand am frühen Morgen auf, rief all seine Diener herbei und berichtete ihnen alle Vorgänge. Die Männer gerieten in große Furcht.

Gen 20:9 Dann ließ Abimelech den Abraham rufen und sprach zu ihm: "Was hast du uns angetan? Womit habe ich mich gegen dich verfehlt, daß du eine so große Sünde auf mich und mein Reich gebracht hast? Was nicht vorkommen dürfte, hast du mir angetan."

Gen 20:10 Und Abimelech fragte Abraham: "Was hast du denn beabsichtigt, daß du so gehandelt hast?"

Gen 20:11 Abraham entgegnete: "Ich habe nur gedacht: "Es herrscht keine Gottesfurcht an diesem Orte, und darum wird man mich meiner Frau wegen umbringen!"

Gen 20:12 Sie ist ja auch wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht meiner Mutter. So ist sie denn meine Frau geworden.

Gen 20:13 Als aber Gott mich aus meinem Vaterhaus in die Ferne wandern ließ, sagte ich zu ihr: "Diese Gefälligkeit mußt du mir tun: Wohin immer wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder!""

Gen 20:14 Abimelech ließ Kleinvieh und Großvieh, Knechte und Mägde holen und gab sie dem Abraham. Auch seine Frau Sara erstattete er zurück.

Gen 20:15 Und Abimelech sprach: "Schau, mein ganzes Land steht dir zur Verfügung! Laß dich nach Belieben irgendwo nieder!"

Gen 20:16 Zu Sara sagte er: "Hier schenke ich deinem Bruder tausend Silberstücke. Sie sollen für dich eine Ehrengabe sein vor deiner ganzen Umgebung, damit du in allem gerechtfertigt dastehst."

Gen 20:17 Daraufhin legte Abraham für Abimelech bei Gott Fürsprache ein. Er heilte ihn und auch seine Frau und seine Mägde, so daß sie wieder gebären konnten.

Gen 20:18 Denn der Herr hatte jeglichen Mutterschoß in Abimelechs Hause verschlossen wegen Sara, der Frau des Abraham.

 

Genesis Kapitel 21

 

Gen 21:1 Der Herr nahm sich der Sara an, wie er verheißen hatte; er tat an ihr, wie er gesprochen.

Gen 21:2 Sara empfing und schenkte dem Abraham in seinem Greisenalter einen Sohn zur festgesetzten Zeit, von der Gott gesprochen hatte.

Gen 21:3 Abraham nannte den Sohn, den Sara ihm geboren, Isaak.

Gen 21:4 Er beschnitt seinen Sohn Isaak, als dieser acht Tage alt war, gemäß dem Befehle Gottes.

Gen 21:5 Im Alter von hundert Jahren wurde dem Abraham sein Sohn Isaak geboren.

Gen 21:6 Da sprach Sara: "Ein Lachen hat mir Gott geschaffen; jeder, der davon vernimmt, wird meinetwegen lachen."

Gen 21:7 Sie fuhr fort: "Wer hätte je dem Abraham vorausgesagt, daß Sara noch Kinder stillen wird? Dennoch habe ich ihm in seinem Greisenalter einen Sohn geboren."

Gen 21:8 Das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Abraham veranstaltete am Tage von Isaaks Entwöhnung ein großes Festmahl.

Gen 21:9 Da sah Sara den Sohn, den die Ägypterin Hagar dem Abraham geboren hatte, wie er spielte.

Gen 21:10 Sie sprach zu Abraham: "Vertreibe diese Magd und ihren Sohn; denn der Sohn dieser Magd darf nicht zusammen mit meinem Sohn Isaak erben!"

Gen 21:11 Das mißfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.

Gen 21:12 Gott sprach zu Abraham: "Mache dir des Knaben und deiner Magd wegen keine Sorgen! Gehorche der Sara in allem, was sie zu dir sagt; denn nach Isaak wird deine Nachkommenschaft ihren Namen erhalten.

Gen 21:13 Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volke machen; denn auch er ist ja dein Sproß."

Gen 21:14 Früh am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser. Er gab alles der Hagar, indem er es auf ihre Schulter legte, dazu das Kind, und er schickte sie weg. Sie ging und irrte in der Steppe von Beerseba umher.

Gen 21:15 Als das Wasser im Schlauche aufgebraucht war, warf sie das Kind unter einen der Steppensträucher.

Gen 21:16 Sie ging hin und setzte sich abseits, einen Bogenschuß weit. Denn sie sagte sich: "Ich kann des Kindes Sterben nicht mit ansehen." Sie saß ihm gegenüber, erhob ihre Stimme und weinte.

Gen 21:17 Aber Gott hörte das Schreien des Knaben. Der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel aus zu und sprach zu ihr: "Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Knaben dort, wo er liegt, gehört.

Gen 21:18 Auf! Nimm den Knaben, halte deine Hand schützend über ihn; denn ich will ihn zu einem großen Volke machen!"

Gen 21:19 Gott öffnete ihr die Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und ließ das Kind trinken.

Gen 21:20 Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und ward ein Wüstenbewohner, ein Bogenschütze.

Gen 21:21 Er siedelte in der Steppe Paran. Seine Mutter nahm ihm eine Frau aus dem Lande Ägypten.

Gen 21:22 Um diese Zeit hatten Abimelech und sein Heerführer Pichol mit Abraham folgende Unterredung: "Gott ist mit dir in allem, was du tust.

Gen 21:23 Nun schwöre mir hier bei Gott, daß du mich, meinen Sproß und meinen Nachkommen nicht betrügen wirst! So freundlich, wie ich an dir gehandelt habe, sollst du auch an mir tun und dem Lande, in dem du als Schutzbürger weilst."

Gen 21:24 Abraham antwortete: "Ich will schwören!"

Gen 21:25 Abraham machte jedoch dem Abimelech Vorhaltungen des Wasserbrunnens wegen, den Abimelechs Knechte an sich gerissen hatten.

Gen 21:26 Abimelech antwortete: "Ich weiß nicht, wer das getan hat. Du hast mir ja nichts davon mitgeteilt. Ich selbst höre erst heute davon."

Gen 21:27 Da holte Abraham Kleinvieh und Rinder und schenkte sie dem Abimelech. Beide schlossen miteinander einen Bund.

Gen 21:28 Abraham sonderte sieben Lämmer aus dem Kleinvieh von den übrigen ab.

Gen 21:29 Abimelech aber fragte Abraham: "Was haben denn diese sieben Lämmer zu bedeuten, die du da abgesondert hast?"

Gen 21:30 Er antwortete: "Sieben Lämmer mußt du von meiner Hand zum Zeugnisse dafür nehmen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe."

Gen 21:31 Darum nennt man diesen Ort "Beerseba" (Eidbrunnen); dort haben nämlich beide einen Eid geleistet.

Gen 21:32 Sie schlossen einen Bund in Beerseba. Danach machten sich Abimelech und sein Heerführer Pichol auf und kehrten ins Philisterland zurück.

Gen 21:33 Abraham aber pflanzte eine Tamariske in Beerseba und rief dort den Namen des Herrn, des ewig lebenden Gottes, an.

Gen 21:34 Abraham weilte im Lande der Philister längere Zeit.

 

Genesis Kapitel 22

 

Gen 22:1 Nach diesen Ereignissen stellte Gott den Abraham auf die Probe. Er rief ihn: "Abraham!" Dieser antwortete: "Hier bin ich!"

Gen 22:2 Und Gott sprach: "Nimm deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, den Isaak, begib dich in das Land Moria und bringe ihn dort auf einem der Berge, den ich dir noch zeigen werde, zum Brandopfer dar!"

Gen 22:3 Abraham stand am frühen Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Diener und seinen Sohn Isaak mit sich. Er spaltete Holz zum Brandopfer. Dann machte er sich auf und ging an den Ort, den Gott genannt hatte.

Gen 22:4 Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen und sah von ferne den Ort.

Gen 22:5 Abraham sprach zu seinen Dienern: "Bleibt ihr hier bei dem Esel! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen. Wir wollen uns zur Anbetung niederwerfen und dann zu euch zurückkehren."

Gen 22:6 Da nahm Abraham das Holz zum Brandopfer und legte es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst trug das Feuer und das Messer in seiner Hand. So gingen die beiden miteinander.

Gen 22:7 Isaak sprach zu seinem Vater Abraham: "Mein Vater!" Der antwortete: "Hier bin ich, mein Sohn!" Jener sagte: "Hier ist das Feuer und das Holz; wo aber ist das Schaf zum Brandopfer?"

Gen 22:8 Abraham antwortete: "Gott selbst wird schon für das Schaf zum Brandopfer sorgen, mein Sohn!" So gingen die beiden miteinander.

Gen 22:9 Sie kamen an den Ort, den Gott ihnen genannt hatte. Abraham baute daselbst den Altar, er richtete das Holz zurecht, band seinen Sohn Isaak fest und legte ihn auf den Altar, oben auf die Holzstücke.

Gen 22:10 Dann streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.

Gen 22:11 Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sprach: "Abraham! Abraham!" Der antwortete: "Hier bin ich!"

Gen 22:12 Jener sprach: "Strecke deine Hand nicht nach dem Knaben aus! Tue ihm nichts an; denn jetzt erkenne ich, daß du ein gottesfürchtiger Mann bist und selbst deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast."

Gen 22:13 Abraham aber hob seine Augen empor, schaute hin und erblickte einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes zum Brandopfer dar.

Gen 22:14 Er nannte den Namen jenes Ortes "Der Herr sieht". Heute noch sagt man: "Auf dem Berge wird der Herr gesehen."

Gen 22:15 Der Engel des Herrn rief dem Abraham vom Himmel her zum zweitenmal zu:

Gen 22:16 "Ich schwöre bei mir selbst, so ist des Herrn Ausspruch, weil du dies getan hast und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast,

Gen 22:17 will ich dich segnen mit reichem Segen und will deine Nachkommen überaus zahlreich machen wie die Himmelssterne und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen!

Gen 22:18 Und durch deine Nachkommenschaft sollen gesegnet werden alle Völker der Erde, weil du meinem Ruf gehorchtest."

Gen 22:19 Dann kehrte Abraham zu seinen Dienern zurück. Sie brachen auf und gingen gemeinsam nach Beerseba, und Abraham schlug in Beerseba seinen Wohnsitz auf.

Gen 22:20 Nach diesen Begebenheiten ward dem Abraham gemeldet: "Höre, auch Milka hat deinem Bruder Nachor Kinder geboren,

Gen 22:21 den Uz, seinen Erstgeborenen, den Bus, seinen Bruder, und den Kemuel, den Stammvater der Aramäer,

Gen 22:22 den Kesed, den Chaso, den Pildasch, den Jidlaph und den Betuel."

Gen 22:23 Betuel zeugte die Rebekka. Das sind die acht, die Milka dem Nachor, dem Bruder Abrahams, geboren hat.

Gen 22:24 Seine Nebenfrau, mit Namen Reuma, hat ebenfalls geboren, nämlich den Tebach, den Gacham, den Tachasch und die Maacha.

 

Genesis Kapitel 23

 

Gen 23:1 Die Lebenszeit der Sara betrug hundertsiebenundzwanzig Jahre.

Gen 23:2 Sara starb in Kirjat-Arba, d.i. Hebron, im Lande Kanaan. Abraham traf ein, um Sara zu beklagen und zu beweinen.

Gen 23:3 Dann erhob sich Abraham vom Anblick seiner Toten und redete mit den Hethitern, wie folgt:

Gen 23:4 "Ein Fremdling und Siedler bin ich unter euch. Gebt mir hier ein Grab zu meinem Eigentum! Ich muß meine Tote begraben und von ihr scheiden."

Gen 23:5 Die Hethiter antworteten dem Abraham:

Gen 23:6 "Höre auf uns, Herr! Ein Gottesfürst bist du in unserer Mitte. Im kostbarsten unserer Gräber begrabe deine Tote! Niemand von uns wird dir sein Grab vorenthalten, damit du deine Tote begraben kannst."

Gen 23:7 Abraham erhob sich und neigte sich vor den Bürgern des Landes, den Hethitern,

Gen 23:8 und verhandelte mit ihnen: "Wenn es auch in eurem Sinne ist, daß ich meine Tote begrabe und von ihr scheide, so hört mich: Vermittelt für mich bei Ephron, dem Sohne des Zochar!

Gen 23:9 Er soll mir die Höhle Machpela überlassen, die ihm gehört und am Ende seines Grundstücks liegt. Zum vollen Geldpreis soll er sie mir in eurer Gegenwart als eigene Grabstätte abtreten."

Gen 23:10 Ephron saß inmitten der Hethiter. Er antwortete dem Abraham in Gegenwart aller Hethiter, die zu ihrem Stadttor gekommen waren:

Gen 23:11 "Nicht doch, o Herr! Höre mich an: Das Grundstück schenke ich dir, und die Höhle darauf gebe ich dir; vor den Augen aller Söhne des Volkes mache ich sie dir zum Geschenk. Begrabe deine Tote!"

Gen 23:12 Da verneigte sich Abraham vor den Einwohnern des Landes.

Gen 23:13 Er verhandelte mit Ephron in Anwesenheit der Landesbewohner: "Mögest du doch, bitte, mich anhören! Ich zahle den Preis für das Grundstück, nimm ihn von mir! Dann erst will ich meine Tote dort begraben."

Gen 23:14 Ephron entgegnete dem Abraham:

Gen 23:15 "Nicht doch, mein Herr, höre mich an! Ein Stück Land, das vierhundert Silberstücke wert ist, was bedeutet das dir und mir? Begrabe deine Tote!"

Gen 23:16 Abraham hörte auf Ephron und wog den in Gegenwart der Hethiter vereinbarten Betrag ab. Es waren vierhundert Silberstücke, wie sie beim Händler gangbar sind.

Gen 23:17 So kam denn das Grundstück Ephrons in Machpela bei Mamre, das Feld selbst, die darauf befindliche Höhle und alle Bäume auf dem Grundstück ringsum in seinem ganzen Gebiet,

Gen 23:18 in den Besitz Abrahams vor den Augen der Hethiter, die zum Tore ihrer Stadt gekommen waren.

Gen 23:19 Hierauf begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle im Machpelagefilde bei Mamre (d. h. Hebron) im Lande Kanaan.

Gen 23:20 So kam das Grundstück und die darauf befindliche Höhle als eigene Grabstätte von den Hethitern an Abraham.

 

Genesis Kapitel 24

 

Gen 24:1 Abraham war alt und hochbetagt. Der Herr hatte ihn in allem gesegnet.

Gen 24:2 Er sprach zu dem ältesten Hausknecht, der all sein Eigentum verwaltete: "Lege deine Hand unter meine Hüfte.

Gen 24:3 Ich will dir einen Eid bei dem Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, abnehmen: Du sollst für meinen Sohn keine Frau unter den Töchtern der Kanaaniter suchen, in deren Mitte ich wohne!

Gen 24:4 Vielmehr sollst du in mein Heimatland und zu meiner Verwandtschaft ziehen und dort für meinen Sohn Isaak eine Frau suchen!"

Gen 24:5 Der Knecht entgegnete ihm: "Vielleicht wird die Frau mir in dieses Land nicht folgen wollen. Soll ich dann deinen Sohn in das Land zurückbringen, von dem du hergekommen bist?"

Gen 24:6 Abraham darauf: "Hüte dich ja, meinen Sohn dorthin zurückzubringen!

Gen 24:7 Der Herr, der Himmelsgott, der mich aus meinem Vaterhaus und aus meiner Verwandtschaft geholt hat, der hat zu mir gesprochen und mir geschworen: "Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben!" Er wird seinen Engel vor dir hersenden, und du wirst eine Frau für meinen Sohn dorther holen.

Gen 24:8 Will aber die Frau dir nicht folgen, so bist du dieses Eides ledig; nur meinen Sohn bringe dorthin nicht mehr zurück!"

Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter seines Herrn Abraham Hüfte und leistete ihm in dieser Angelegenheit einen Eid.

Gen 24:10 Dann nahm der Knecht zehn von den Kamelen seines Herrn. Er machte sich auf den Weg und nahm alle möglichen Kostbarkeiten seines Herrn mit. Er brach auf und reiste in das Aramäerland am Euphrat, in die Stadt Nachors.

Gen 24:11 Er ließ dort die Kamele sich lagern. Es war außerhalb der Stadt am Brunnen zur Abendzeit, da die Frauen und Mädchen herauskamen, um Wasser zu schöpfen.

Gen 24:12 Er betete: "Herr, Gott meines Herrn Abraham! Füge es doch heute günstig für mich und erweise Huld meinem Herrn Abraham!

Gen 24:13 Siehe, hier stehe ich am Wasserbrunnen. Die Töchter der Stadtleute kommen, Wasser zu holen.

Gen 24:14 Das Mädchen aber, zu dem ich spreche: "Neige deinen Krug, denn ich will trinken", und das mir dann sagt: "Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken", - das hast du für deinen Knecht Isaak bestimmt. Hieran will ich erkennen, daß du meinem Herrn Huld erwiesen hast."

Gen 24:15 Noch bevor er zu Ende gebetet hatte, kam Rebekka. Sie war die Tochter Betuels, des Sohnes der Milka; diese war die Frau Nachors, des Bruders Abrahams. Sie trug auf ihrer Schulter einen Krug.

Gen 24:16 Das Mädchen aber sah sehr schön aus; als Jungfrau hatte sie noch kein Mann erkannt. Sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam herauf.

Gen 24:17 Der Knecht lief ihr entgegen und sprach: "Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!"

Gen 24:18 Sie entgegnete: "Ja, trinke, mein Herr!" Eilends ließ sie den Krug auf ihre Hand herab und gab ihm zu trinken.

Gen 24:19 Als sie seinen Durst gestillt hatte, sagte sie: "Auch für deine Kamele will ich schöpfen, bis sie genug getrunken haben."

Gen 24:20 Eilends leerte sie ihren Krug in die Tränkrinne. Sie lief nochmals zum Brunnen, um zu schöpfen. Für alle seine Kamele schöpfte sie.

Gen 24:21 Der Mann aber schaute ihr schweigend zu. Er wollte erfahren, ob der Herr seine Reise gelingen ließ oder nicht.

Gen 24:22 Als die Kamele zu trinken aufgehört hatten, nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Sekel schwer, und zwei Spangen für ihre Arme, zehn Goldsekel schwer.

Gen 24:23 Dann fragte er: "Wessen Tochter bist du? Sage mir doch, ob im Hause deines Vaters für uns Platz zum Übernachten ist!"

Gen 24:24 Sie antwortete ihm: "Ich bin die Tochter Betuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nachor geboren hat."

Gen 24:25 Sie fuhr fort: "Stroh und Futter ist bei uns reichlich, auch Platz zum Übernachten ist da."

Gen 24:26 Der Mann verbeugte sich und betete den Herrn an.

Gen 24:27 Er sprach: "Gepriesen sei der Herr, der Gott meines Gebieters Abraham, daß er es an seiner Gnade und Huld meinem Herrn gegenüber nicht fehlen ließ. Hat er mich doch auf geradem Wege in das Haus der Verwandten meines Herrn geführt."

Gen 24:28 Das Mädchen lief fort und erzählte davon im Hause seiner Mutter.

Gen 24:29 Rebekka hatte einen Bruder mit Namen Laban; der lief zu dem Manne hinaus an die Quelle.

Gen 24:30 Er hatte nämlich den Nasenring und die Armspangen seiner Schwester gesehen. Die Worte seiner Schwester hatte er gehört: "So hat der Mann zu mir geredet." Er kam also zu dem Manne; aber siehe, der stand immer noch bei den Kamelen an der Quelle.

Gen 24:31 Jener sprach: "Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du draußen? Ich habe schon das Haus aufgeräumt, und Platz für die Kamele ist vorhanden."

Gen 24:32 Der Mann begab sich in das Haus, und man schirrte die Kamele ab und brachte Stroh und Futter für sie, auch Wasser zum Waschen der Füße für ihn und seine Begleiter.

Gen 24:33 Dann wurde ihm zu essen vorgesetzt. Er aber sprach: "Ich esse nicht, ehe ich meine Angelegenheit vorgebracht habe." Da sagten sie: "Erzähle!"

Gen 24:34 Er begann: "Ich bin ein Knecht Abrahams.

Gen 24:35 Der Herr hat meinen Gebieter mit reichlichem Segen bedacht und ihn wohlhabend gemacht. Er gab ihm Kleinvieh und Großvieh, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel.

Gen 24:36 Seine Frau Sara gebar noch in ihrem hohen Alter meinem Herrn einen Sohn. Ihm übergab er all sein Eigentum.

Gen 24:37 Er hat mich einen Eid schwören lassen: "Du sollst für meinen Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne!

Gen 24:38 Vielmehr ziehe in mein Vaterhaus und zu meiner Sippe und hole dort eine Frau für meinen Sohn!"

Gen 24:39 Ich sagte zu meinem Herrn: "Vielleicht wird die Frau mir nicht folgen."

Gen 24:40 Er aber antwortete mir: "Der Herr, vor dessen Angesicht ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden; er wird deinen Weg glücken lassen. Du wirst für meinen Sohn eine Frau gewinnen aus meiner Sippe und aus meinem Vaterhaus.

Gen 24:41 Nur dann aber bist du von meinem Eide befreit, wenn du zu meiner Sippe kommst und man dir die Frau nicht gibt. Dann also bist du von meinem Eide frei."

Gen 24:42 Ich kam heute zur Quelle und betete: "O Herr, du Gott meines Herrn Abraham, lasse doch die Reise gelingen, auf der ich mich befinde!

Gen 24:43 Ich stehe an der Wasserquelle; nun soll gelten: Das Mädchen, das zum Wasserschöpfen kommt und zu dem ich sage: "Gib mir ein wenig Wasser aus deinem Kruge zu trinken",

Gen 24:44 und das mir dann antwortet: "Trinke, und auch deinen Kamelen will ich Wasser schöpfen", dieses ist die Gattin, die der Herr dem Sohn meines Herrn bestimmt hat."

Gen 24:45 Ich hatte meine Gedanken noch nicht zu Ende gedacht, da kam schon Rebekka mit einem Krug auf ihrer Schulter. Sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte. Ich sprach zu ihr: "Gib mir zu trinken!"

Gen 24:46 Eilends ließ sie ihren Krug herab und sagte: "Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken!" Ich trank, und sie tränkte auch die Kamele.

Gen 24:47 Danach fragte ich sie: "Wessen Tochter bist du?" Sie antwortete: "Ich bin Betuels Tochter, des Sohnes Nachors, den ihm die Milka geboren hat." Da legte ich ihr den Ring an die Nase und die Spangen an die Arme.

Gen 24:48 Dann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries ihn, den Gott meines Herrn Abraham, der mich auf den rechten Weg geführt hat, die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu gewinnen.

Gen 24:49 Wollt ihr jetzt meinem Herrn Liebe und Treue erweisen, so sagt es mir; wenn nicht, dann sagt es mir auch! Ich will dann nach rechts oder nach links weiterziehen!"

Gen 24:50 Laban und Betuel antworteten und sprachen: "Vom Herrn ist diese Angelegenheit ausgegangen. Wir können weder in gutem noch in bösem Sinne etwas dazu sagen.

Gen 24:51 Rebekka steht vor dir. Nimm sie und ziehe hin! Sie sei die Frau des Sohnes deines Herrn, wie der Herr gesagt hat!"

Gen 24:52 Der Knecht Abrahams hörte ihre Worte. Da warf er sich vor dem Herrn zur Erde nieder.

Gen 24:53 Dann holte er silberne und goldene Geräte und Kleider hervor. Er schenkte sie der Rebekka. Ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er ebenfalls kostbare Sachen.

Gen 24:54 Er und seine Begleitmänner aßen und tranken und legten sich schlafen. Früh am Morgen standen sie auf, und er sagte: "Laßt mich wieder zurück zu meinem Herrn!"

Gen 24:55 Da erwiderten ihre Mutter und ihr Bruder: "Das Mädchen möge noch einige Tage, etwa zehn, hierbleiben, dann mag es abreisen!"

Gen 24:56 Er aber sagte ihnen: "Haltet mich doch nicht auf! Der Herr hat meine Reise gelingen lassen. Laßt mich fort, ich will zu meinem Herrn zurück!"

Gen 24:57 Sie antworteten: "Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen!"

Gen 24:58 Sie riefen also Rebekka und fragten sie: "Willst du mit diesem Manne ziehen?" Sie antwortete: "Ja!"

Gen 24:59 Da gaben sie ihrer Schwester Rebekka, ihrer Amme und dem Knechte Abrahams mit seinen Leuten das Geleit.

Gen 24:60 Sie beglückwünschten Rebekka mit den Worten: "O unsere Schwester, werde du zu Tausenden, ja Unzähligen, deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Widersacher in Besitz nehmen!"

Gen 24:61 Rebekka brach mit ihren Mägden auf. Sie ritten auf Kamelen und folgten dem Manne. Der Knecht nahm Rebekka entgegen und reiste ab.

Gen 24:62 Isaak aber kam vom "Brunnen des Lebendigen, der mich schaut" (Lachaj-Roï). Er war nämlich im Südland ansässig.

Gen 24:63 Isaak war sinnend um die Abendzeit aufs Feld hinausgegangen. Er hob seine Augen und erblickte die ankommenden Kamele.

Gen 24:64 Auch Rebekka erhob ihre Augen und sah den Isaak. Sie ließ sich vom Kamel herab.

Gen 24:65 Sie fragte den Knecht: "Wer ist jener Mann dort, der uns auf dem Felde entgegenkommt?" Der Knecht antwortete: "Das ist mein Herr." Da griff sie zum Schleier und verhüllte sich.

Gen 24:66 Der Knecht erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte.

Gen 24:67 Isaak brachte sie ins Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm dann die Rebekka, und sie wurde seine Frau. Er gewann sie lieb und tröstete sich über das Ableben seiner Mutter.

 

Genesis Kapitel 25

 

Gen 25:1 Abraham nahm sich noch eine andere Frau namens Ketura.

Gen 25:2 Sie gebar ihm den Simran, den Jokschan, den Medan, den Midian, den Jischbak und den Schuach.

Gen 25:3 Jokschan zeugte den Saba und den Dedan, und Dedans Söhne waren die Aschuriter, die Letuschiter und die Lëummiter.

Gen 25:4 Die Söhne Midians waren Epha, Epher, Henoch, Abida und Eldaa. Alle diese sind Keturasöhne.

Gen 25:5 Abraham gab seinen ganzen Besitz dem Isaak.

Gen 25:6 Den Söhnen der Nebenfrauen gab Abraham Abfindungsgeschenke. Er schickte sie noch zu seinen Lebzeiten von seinem Sohne Isaak fort ostwärts ins Ostland.

Gen 25:7 Dies ist die Zahl der Jahre, die Abraham gelebt hat: Hundertfünfundsiebzig Jahre.

Gen 25:8 Abraham verschied. Er starb in schönem Alter, betagt und lebenssatt, und ward zu seinem Stamme versammelt.

Gen 25:9 Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela auf dem Grundstück des Hethiters Ephron, des Sohnes Zochars, Mamre gegenüber,

Gen 25:10 auf dem Felde, das Abraham sich von den Hethitern erworben hatte; dort wurden Abraham und seine Frau Sara begraben.

Gen 25:11 Nach dem Tode Abrahams segnete Gott den Isaak, seinen Sohn. Dieser wohnte bei dem "Brunnen des Lebendigen, der mich schaut".

Gen 25:12 Dies ist der Stammbaum des Ismael, des Sohnes Abrahams: Ihn hat die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren.

Gen 25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihren Personennamen und ihren Geschlechtern: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot. Dann kamen Kedar, Adbeel, Mibsam,

Gen 25:14 Mischma, Duma, Massa,

Gen 25:15 Hadad, Tema, Jetur, Naphisch und Kedma.

Gen 25:16 Das sind die Söhne Ismaels, dies ihre Namen in ihren Gehöften und in ihren Zeltlagern, zwölf Fürsten ihrer Sippen.

Gen 25:17 Die Lebensjahre Ismaels betrugen hundertsiebenunddreißig Jahre; dann verschied er und starb und wurde zu seiner Sippe versammelt.

Gen 25:18 Er hatte seine Wohnsitze von Chawila bis Schur, das gegenüber von Ägypten auf dem Wege nach Assur liegt. Allen seinen Brüdern entgegengesetzt hatte er sich niedergelassen.

Gen 25:19 Dies ist die Familiengeschichte Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham zeugte den Isaak.

Gen 25:20 Im Alter von vierzig Jahren nahm dieser sich die Rebekka, die Tochter des Aramäers Betuel aus Paddan-Aram, die Schwester des Aramäers Laban, zur Frau.

Gen 25:21 Isaak hatte für seine Frau zum Herrn gebetet; denn sie war unfruchtbar. Der Herr ließ sich von ihm erbitten, und seine Frau Rebekka wurde guter Hoffnung.

Gen 25:22 Die Kinder stießen einander im Mutterleibe; da sprach sie: "Wenn dem so ist, wozu lebe ich dann noch?" Sie ging hin, den Herrn zu befragen.

Gen 25:23 Der Herr antwortete ihr: "Zwei Völker sind in deinem Schoße, zwei Nationen werden sich aus deinem Leibe lösen; die eine Nation wird stärker sein als die andere, die ältere wird der jüngeren dienstbar sein."

Gen 25:24 Die Tage kamen heran, da sie gebären sollte; es waren Zwillinge in ihrem Schoße.

Gen 25:25 Der erste, der hervorkam, war rötlich, ganz mit Haaren bedeckt wie ein Mantel. Man nannte ihn Esau.

Gen 25:26 Danach kam sein Bruder; dessen Hand hielt die Ferse Esaus fest; man nannte ihn Jakob. Isaak war sechzig Jahre alt, als diese geboren wurden.

Gen 25:27 Die Knaben wuchsen heran. Esau war der Jagd kundig, ein Mann des freien Feldes; Jakob dagegen ein zurückgezogener Mann, der bei den Zelten blieb.

Gen 25:28 Isaak liebte den Esau, denn Wildbret schmeckte ihm gut; Rebekka dagegen liebte den Jakob.

Gen 25:29 Jakob kochte einst ein Gericht, als Esau von der Steppe heimkam und ganz erschöpft war.

Gen 25:30 Esau sagte zu Jakob: "Laß mich doch rasch von dem Roten, von diesem Roten da, essen; denn ich bin erschöpft!" Darum nannte man ihn auch Edom (= rot).

Gen 25:31 Jakob entgegnete: "Verkaufe mir zuvor deine Erstgeburt!"

Gen 25:32 Da antwortete Esau: "Siehe, ich bin dem Tode nahe! Was soll mir da die Erstgeburt?"

Gen 25:33 Jakob erwiderte: "Schwöre es mir zuerst!" Da schwur er ihm und verkaufte seine Erstgeburt an Jakob.

Gen 25:34 Jakob gab dem Esau Brot und gekochte Linsen. Der aß und trank, stand auf und ging davon. So gering achtete Esau die Erstgeburt.

 

Genesis Kapitel 26

 

Gen 26:1 Es war Hungersnot im Lande - nicht jene frühere Hungersnot, die in Abrahams Tagen herrschte. Da begab sich Isaak zum Philisterkönig Abimelech nach Gerar.

Gen 26:2 Der Herr erschien ihm und sprach: "Ziehe nicht nach Ägypten hinab; bleibe in dem Lande wohnen, das ich dir nennen werde!

Gen 26:3 Weile als Fremdling in diesem Lande, so will ich mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich all diese Länder geben. Ich will den Eid, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe, halten.

Gen 26:4 Deinen Samen will ich so zahlreich machen wie die Sterne des Himmels; deinen Nachkommen will ich all diese Länder geben, und in deiner Nachkommenschaft sollen sich alle Völker der Erde gesegnet fühlen!

Gen 26:5 Dies zum Lohne dafür, daß Abraham meinem Rufe gehorcht und meine Anordnung, meine Befehle, meine Satzungen und meine Weisungen beobachtet hat."

Gen 26:6 So blieb Isaak in Gerar wohnen.

Gen 26:7 Die ortsansässigen Männer erkundigten sich nach seiner Frau. Er gab die Auskunft: "Meine Schwester ist sie!" Denn er fürchtete sich zu bekennen: "Sie ist meine Frau!" Sonst - so dachte er - könnten mich die Ortsbewohner der Rebekka wegen umbringen; denn sie sah schön aus.

Gen 26:8 Als er dort schon längere Zeit geweilt hatte, schaute einmal der Philisterkönig Abimelech durch das Fenster und sah hinaus, als Isaak seine Frau Rebekka liebkoste.

Gen 26:9 Abimelech ließ darauf den Isaak rufen und fragte ihn: "Sie ist ja doch deine Frau! Wie konntest du denn behaupten: "Sie ist meine Schwester"?" Isaak entgegnete: "Ich dachte, sonst müßte ich vielleicht ihretwegen sterben."

Gen 26:10 Abimelech sprach: "Was hast du uns angetan? Wie leicht konnte sich einer von meinen Leuten zu deiner Frau hinlegen? Dann hättest du eine Schuld über uns gebracht."

Gen 26:11 Dann gab Abimelech dem ganzen Volk die Weisung: "Wer diesen Mann oder seine Frau anrührt, soll des Todes sterben!"

Gen 26:12 Isaak hatte in jenem Lande ausgesät. In diesem Jahre erntete er hundertfältig. Der Herr hatte ihn gesegnet.

Gen 26:13 So wurde der Mann wohlhabend und immer wohlhabender, bis er über die Maßen wohlhabend war.

Gen 26:14 Er besaß Herden von Klein- und Großvieh und viele Sklaven, so daß die Philister auf ihn eifersüchtig wurden.

Gen 26:15 Deshalb schütteten die Philister alle Brunnen, die seines Vaters Knechte in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben hatten, wieder zu und füllten sie mit Erde an.

Gen 26:16 Da sprach Abimelech zu Isaak: "Ziehe fort von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden!"

Gen 26:17 Isaak zog also von dort weg, schlug sein Lager im Tale von Gerar auf und wohnte daselbst.

Gen 26:18 Er ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die man in den Lebenstagen seines Vaters Abraham gegraben hatte; die Philister hatten sie nach Abrahams Tod wieder zugeschüttet. Dieselben Namen gab er ihnen, mit denen sie einst sein Vater Abraham bezeichnet hatte.

Gen 26:19 Isaaks Knechte gruben in dem Tale dort und fanden einen Brunnen mit Quellwasser.

Gen 26:20 Da stritten die Hirten von Gerar mit den Hirten Isaaks: "Uns gehört das Wasser!" Er nannte also den Namen des Brunnens "Streit"; denn sie hatten sich mit ihm gestritten.

Gen 26:21 Sie gruben einen neuen Brunnen, und man geriet auch seinetwegen in Streit. Er nannte ihn "Fehde".

Gen 26:22 Dann zog er von dort weg und grub wieder einen Brunnen. Seinetwegen gerieten sie nicht in Streit. Er nannte seinen Namen "Weitraum" und sprach: "Jetzt hat uns der Herr einen weiten Raum geschaffen; wir können uns im Lande ausbreiten."

Gen 26:23 Von dort zog er hinauf nach Beerseba.

Gen 26:24 In jener Nacht erschien ihm der Herr und sprach: "Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir. Ich will dich segnen und will deinen Samen zahlreich machen um meines Knechtes Abraham willen."

Gen 26:25 Er baute dort einen Altar und rief des Herren Namen an. Hier spannte er sein Zelt aus. Die Knechte des Isaak gruben daselbst einen Brunnen.

Gen 26:26 Abimelech kam zu ihm von Gerar her, mit ihm Achussat, sein Vertrauter, und Pichol, sein Heerführer.

Gen 26:27 Isaak fragte sie: "Warum seid ihr denn zu mir gekommen? Ihr habt mich doch gehaßt und mich von euch vertrieben."

Gen 26:28 Sie antworteten: "Wir haben deutlich gesehen, daß der Herr mit dir ist. Wir dachten also, es solle ein Eidesvertrag zwischen uns und dir zustande kommen. Wir wollen einen solchen Vertrag mit dir schließen.

Gen 26:29 Du darfst uns nichts Böses antun, wie wir ja auch dich nicht angetastet und dir nur Gutes erwiesen haben. Wir haben dich auch in Frieden ziehen lassen; du bist doch nun einmal vom Herrn gesegnet."

Gen 26:30 Da veranstaltete er ihnen ein Gastmahl. Man aß und trank.

Gen 26:31 Am anderen Morgen standen sie früh auf und leisteten sich gegenseitig den Eidschwur. Isaak gab ihnen das Geleite, sie gingen von ihm in Frieden.

Gen 26:32 An demselben Tage kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm über den Brunnen, den sie gegraben hatten. Sie sprachen zu ihm: "Wir haben Wasser gefunden."

Gen 26:33 Er nannte ihn "Schwur"; darum heißt die Stadt Beerseba (Schwurbrunnen) bis auf den heutigen Tag.

Gen 26:34 Als Esau vierzig Jahre alt war, nahm er sich die Jehudit, die Tochter des Hethiters Beeri, und die Basmat, die Tochter des Hethiters Elon, zu Frauen.

Gen 26:35 Sie waren ein schweres Herzeleid für Isaak und Rebekka.

 

Genesis Kapitel 27

 

Gen 27:1 Isaak war alt geworden, und seine Augen waren erloschen, so daß sie nicht mehr sehen konnten. Da rief er seinen älteren Sohn Esau und sprach zu ihm: "Mein Sohn!" Der antwortete: "Hier bin ich!"

Gen 27:2 Isaak erwiderte: "Siehe doch, ich bin alt geworden; ich weiß nicht, wann ich sterben werde.

Gen 27:3 Nimm also dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen! Geh hinaus in die Steppe und erjage mir ein Wildbret.

Gen 27:4 Dann bereite mir einen Leckerbissen, wie ich ihn gern habe, und bringe ihn mir! Ich will essen und dich dann segnen, bevor ich sterbe."

Gen 27:5 Rebekka aber hatte zugehört, während Isaak sprach. Esau zog hinaus in die Steppe, um ein Wild zu erjagen und es heimzubringen.

Gen 27:6 Da sagte Rebekka zu ihrem Sohne Jakob: "Höre, ich vernahm, wie dein Vater zu deinem Bruder Esau sagte:

Gen 27:7 "Bringe mir ein Wildbret und mache mir einen Leckerbissen! Ich will essen und dich vor dem Herrn segnen, bevor ich sterbe."

Gen 27:8 Nun höre, mein Sohn, auf den Rat, den ich dir gebe:

Gen 27:9 Gehe hin zum Kleinvieh und suche mir dort zwei schöne Ziegenböckchen aus! Ich will sie zu einem Leckerbissen zubereiten für deinen Vater, wie er es gern hat.

Gen 27:10 Bringe ihn dann deinem Vater! Er wird essen, um dich noch vor seinem Tod zu segnen."

Gen 27:11 Jakob antwortete seiner Mutter Rebekka: "Mein Bruder Esau ist aber behaart, und ich bin glatt.

Gen 27:12 Vielleicht wird mein Vater mich betasten, und dann werde ich für ihn sein wie einer, der sich lustig machen will. Dann bringe ich Fluch auf mich, aber keinen Segen."

Gen 27:13 Seine Mutter sagte ihm darauf: "Dein Fluch soll auf mich fallen, mein Sohn; höre nur auf mich, geh hin und bringe mir (das Gewünschte)!"

Gen 27:14 Er ging hin, holte es und brachte es seiner Mutter. Sie bereitete daraus einen Leckerbissen, wie ihn sein Vater liebte.

Gen 27:15 Rebekka nahm die kostbaren Kleider ihres älteren Sohnes Esau, die sie bei sich im Hause hatte, und bekleidete damit ihren jüngeren Sohn Jakob.

Gen 27:16 Mit den Fellen der Ziegenböcke bedeckte sie seine Hände und seinen glatten Nacken.

Gen 27:17 Daraufhin gab sie die Leckerbissen samt dem Brot, das sie bereitet hatte, ihrem Sohn Jakob in die Hand.

Gen 27:18 Dieser ging zu seinem Vater hinein und sprach: "Mein Vater!" Der antwortete: "Hier bin ich! Wer bist du, mein Sohn?"

Gen 27:19 Jakob entgegnete seinem Vater: "Ich bin Esau, dein Erstgeborener! Was du mir gesagt hast, habe ich getan. Setze dich nun aufrecht hin und iß von meinem Wildbret, damit du mich dann segnen kannst!"

Gen 27:20 Isaak sprach zu seinem Sohne: "Wie rasch hast du doch etwas gefunden, mein Sohn!" Dieser antwortete: "Der Herr, dein Gott, hat es mir glücklich begegnen lassen."

Gen 27:21 Isaak fuhr fort: "Komm doch einmal näher heran! Ich will dich betasten, ob du mein Sohn Esau bist oder nicht."

Gen 27:22 Jakob kam nahe an seinen Vater Isaak heran. Dieser betastete ihn und sprach: "Die Stimme ist Jakobs Stimme, die Hände aber sind Esaus Hände."

Gen 27:23 Er erkannte ihn also nicht, denn seine Hände waren behaart wie seines Bruders Esau Hände. Und er segnete ihn.

Gen 27:24 Er sprach: "Bist du mein Sohn Esau?" Jener antwortete: "Ja!"

Gen 27:25 Da sagte er: "Setze mir vor! Ich will von dem Wildbret meines Sohnes essen, um dich zu segnen." Er setzte ihm vor, und jener aß. Dann brachte er ihm auch Wein, und jener trank.

Gen 27:26 Sein Vater Isaak sprach zu ihm: "Komm näher zu mir heran und küsse mich, mein Sohn!"

Gen 27:27 Dieser trat hinzu und küßte ihn; da roch er den Duft seiner Kleider. Er segnete ihn alsdann und sprach: "Fürwahr, meines Sohnes Geruch ist wie des Feldes Geruch, das der Herr gesegnet hat!

Gen 27:28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Erde Fett und Überfluß an Korn und Most!

Gen 27:29 Völker sollen dir dienen, und Nationen sollen sich vor dir niederwerfen! Sei Gebieter über deine Brüder; die Söhne deiner Mutter sollen vor dir sich beugen! Wer dich verflucht, der sei verflucht; wer dich segnet, sei gesegnet!"

Gen 27:30 Eben hatte Isaak den Segensspruch über Jakob vollendet; kaum war dieser von seinem Vater Isaak weggegangen, da kam sein Bruder Esau von der Jagd zurück.

Gen 27:31 Er hatte ebenfalls Leckerbissen zubereitet, brachte sie seinem Vater und sprach: "Mein Vater möge sich aufrichten und essen vom Wildbret seines Sohnes, damit du mich segnen kannst!"

Gen 27:32 Sein Vater Isaak fragte ihn: "Wer bist du?" Er antwortete: "Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn."

Gen 27:33 Da erfaßte Isaak ein gewaltiger, maßloser Schrecken, und er rief aus: "Wer war denn jener, der Wildbret erjagte und mir brachte? Ich aß von allem, bevor du kamst. Dann habe ich ihn gesegnet; nun wird er auch gesegnet bleiben."

Gen 27:34 Esau hörte die Worte seines Vaters. Sogleich erhob er ein gellendes und überaus bitteres Wehgeschrei und bat seinen Vater: "Segne auch mich, mein Vater!"

Gen 27:35 Er aber antwortete: "Dein Bruder kam hinterlistigerweise und hat dir deinen Segen weggeholt."

Gen 27:36 Esau sprach: "Ist sein Name nicht Jakob? Schon zweimal hat er mich überlistet! Meine Erstgeburt hat er entwendet, und jetzt hat er noch meinen Segen geraubt!" Er fragte: "Hast du für mich keinen Segen übrigbehalten?"

Gen 27:37 Isaak antwortete und sprach zu Esau: "Fürwahr, zum Gebieter über dich habe ich ihn gemacht; alle seine Brüder habe ich zu seinen Knechten bestellt, mit Korn und Most habe ich ihn reichlich bedacht. Was kann ich da nun noch für dich tun, mein Sohn?"

Gen 27:38 Esau entgegnete seinem Vater: "Hast du denn nur einen Segen, mein Vater? So segne doch auch mich!" Und Esau erhob seine Stimme und weinte.

Gen 27:39 Sein Vater Isaak erwiderte und sprach zu ihm: "Fürwahr, fern von der Erde Fettgefilden seien deine Wohnsitze und fern vom Tau des Himmels droben!

Gen 27:40 Von deinem Schwerte sollst du leben, und deinem Bruder sollst du dienen! Wenn du dich aber auflehnst, dann wirst du sein Joch abschütteln von deinem Nacken."

Gen 27:41 Esau aber war wegen seines Vaters Segen dem Jakob feindlich gesinnt, und Esau dachte bei sich selbst: "Die Trauertage um meinen Vater werden kommen; dann werde ich meinen Bruder Jakob totschlagen."

Gen 27:42 Der Rebekka wurden die Pläne ihres ältesten Sohnes Esau zugetragen. Sie sandte hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sprach zu ihm: "Höre, dein Bruder Esau will sich an dir rächen, er will dich ermorden.

Gen 27:43 Nun aber höre, mein Sohn, auf meine Stimme, mache dich auf und fliehe zu meinem Bruder Laban nach Charan!

Gen 27:44 Bleibe bei ihm einige Zeit, bis sich deines Bruders Zorn gelegt hat!

Gen 27:45 Sobald der Groll deines Bruders von dir abläßt und er vergißt, was du ihm angetan hast, will ich senden und dich von dort holen lassen! Warum soll ich an einem Tag euch beide verlieren?"

Gen 27:46 Rebekka sprach zu Isaak: "Mein Leben ist mir verleidet der hethitischen Weiber wegen; wenn auch Jakob sich ein solches Weib von den Hethitern aussucht, eine von den Töchtern des Landes, was soll ich dann noch leben?"

 

Genesis Kapitel 28

 

Gen 28:1 Isaak ließ den Jakob rufen und segnete ihn. Er gab ihm die Weisung und sprach zu ihm: "Suche dir keine Frau unter den Töchtern Kanaans!

Gen 28:2 Mache dich auf die Reise nach Paddan-Aram in das Haus Betuels, der der Vater deiner Mutter ist! Nimm dir von dort eine Frau von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter!

Gen 28:3 Der Allmächtige Gott wird dich segnen, er wird dich fruchtbar und zahlreich machen. Du wirst zu einer Völkergemeinde werden.

Gen 28:4 Er wird dir und deinen Nachkommen Abrahams Segen mitteilen. So wirst du das Land besitzen, in dem du als Fremdling weilst und das Gott dem Abraham geschenkt hat."

Gen 28:5 Isaak sandte Jakob fort, und dieser reiste nach Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn des Aramäers Betuel und Bruder Rebekkas, die ja Jakobs und Esaus Mutter war.

Gen 28:6 Esau merkte, daß Isaak Jakob gesegnet und nach Paddan-Aram gesandt hatte, damit er sich von dort mit seinem Segen eine Frau hole. Er hatte ihm geboten: "Du sollst dir keine Frau suchen aus den Töchtern Kanaans!"

Gen 28:7 Und Jakob hörte auf seinen Vater und seine Mutter und reiste nach Paddan-Aram ab.

Gen 28:8 Da merkte Esau, daß seinem Vater die Töchter Kanaans mißfielen.

Gen 28:9 Und Esau ging zu Ismael und nahm sich die Machalat, des Abrahamssohnes Ismael Tochter, die Schwester Nebajots, zur Frau neben seinen anderen Frauen.

Gen 28:10 Jakob aber ging fort von Beerseba und reiste nach Charan.

Gen 28:11 Da erreichte er einen Ort, wo er übernachtete; denn die Sonne war gerade untergegangen. Er nahm einen von den Steinen des Geländes und legte ihn sich zu Häupten; dann schlief er an jenem Platze.

Gen 28:12 Und er träumte: Eine Leiter stand auf der Erde, ihre Spitze berührte den Himmel. Gottes Engel stiegen auf und nieder.

Gen 28:13 Oben stand der Herr und sprach: "Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du schläfst, will ich dir und deinen Nachkommen schenken.

Gen 28:14 Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub der Erde. Du wirst dich ausbreiten nach Westen, Osten, Norden und Süden. In dir sollen gesegnet sein alle Geschlechter der Erde, und in deinen Nachkommen!

Gen 28:15 Siehe, ich bin mit dir; ich werde dich behüten überall, wohin du gehst. Ich werde dich heimkehren lassen in dieses Land; ich will dich nicht verlassen, bis ich getan habe, was ich dir gesagt."

Gen 28:16 Jakob erwachte aus seinem Schlafe und sprach: "Fürwahr, der Herr ist an diesem Ort, und ich wußte es nicht!"

Gen 28:17 Er ängstigte sich und sprach: "Wie schauerlich ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus; und hier ist des Himmels Pforte."

Gen 28:18 Jakob stand am frühen Morgen auf, nahm den Stein zu seinen Häupten und setzte ihn zu einem Denksteine; dann goß er Öl auf seine Spitze.

Gen 28:19 Er nannte jenes Ortes Namen "Betel" (Haus Gottes); hingegen hieß die Stadt in früherer Zeit Lus.

Gen 28:20 Jakob tat folgendes Gelübde: "Wenn Gott mit mir ist, mich auf diesem meinem Wege behütet, mir Brot zur Speise und Kleidung zum Anziehen gibt

Gen 28:21 und mich in Frieden in mein Vaterhaus heimkehren läßt, dann will ich den Herrn mir zum Schutzgott erwählen,

Gen 28:22 und dieser Stein, den ich zu einem Gedenkstein gesetzt habe, soll zum Gotteshause werden. Alles, was du mir schenken wirst, will ich dir zu Ehren gern verzehnten!"

 

Genesis Kapitel 29

 

Gen 29:1 Jakob machte sich auf die Weiterreise und ging in das Land der Söhne des Ostens.

Gen 29:2 Da sah er einen Brunnen auf dem Felde, um den drei Kleinviehherden lagerten; an diesem Brunnen tränkte man die Herden. Ein großer Stein aber bedeckte die Öffnung des Brunnens.

Gen 29:3 Dorthin wurden alle Herden zusammengetrieben. Man wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte das Kleinvieh. Dann brachte man den Stein wieder auf die Öffnung des Brunnens an seinen Platz zurück.

Gen 29:4 Jakob sprach zu den Hirten: "Meine Brüder, woher seid ihr?" Sie antworteten: "Von Charan."

Gen 29:5 Er fragte sie weiter: "Kennt ihr Laban, den Sohn Nachors?" Sie antworteten: "Ja!"

Gen 29:6 Er entgegnete ihnen: "Geht es ihm wohl?" Sie sagten: "Ja, seine Tochter Rachel kommt gerade mit dem Kleinvieh."

Gen 29:7 Darauf sprach er: "Es ist früh am Tage und noch nicht Zeit, das Vieh zusammenzutreiben. Tränkt das Kleinvieh und laßt es noch weiden!"

Gen 29:8 Sie sprachen: "Wir können es nicht, bis alle Herden beisammen sind. Dann erst wälzt man den Stein von der Öffnung des Brunnens weg, und wir tränken das Kleinvieh."

Gen 29:9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit der Herde ihres Vaters; denn sie war eine Hirtin.

Gen 29:10 Als Jakob die Rachel, die Tochter seines Onkels Laban, und das Herdenvieh seines Onkels Laban sah, da kam er näher, wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkte das Vieh seines Onkels Laban.

Gen 29:11 Da küßte Jakob die Rachel und weinte laut.

Gen 29:12 Dann teilte er der Rachel mit, daß er ein Verwandter ihres Vaters sei, und zwar Rebekkas Sohn. Nun lief sie weg und erzählte es ihrem Vater.

Gen 29:13 Laban vernahm die Kunde von Jakob, seinem Neffen. Er lief ihm entgegen, küßte ihn und brachte ihn in sein Haus. Dann erzählte er Laban alle diese Begebenheiten.

Gen 29:14 Laban sprach zu ihm: "Fürwahr, mein Bein und mein Fleisch bist du!" Dieser blieb bei ihm etwa einen Monat.

Gen 29:15 Laban sprach zu Jakob: "Willst du mir umsonst dienen, weil du mein Verwandter bist? Sage mir doch, welchen Lohn willst du haben?"

Gen 29:16 Laban aber hatte zwei Töchter, die ältere hieß Lea, die jüngere Rachel.

Gen 29:17 Leas Augen waren matt; Rachel dagegen war schön von Gestalt und eine hübsche Erscheinung.

Gen 29:18 Jakob liebte die Rachel und sprach: "Ich will dir um deine jüngere Tochter Rachel sieben Jahre dienen."

Gen 29:19 Laban antwortete: "Besser ist es, sie dir zu geben als einem fremden Manne; bleibe also bei mir!"

Gen 29:20 So diente denn Jakob um Rachel sieben Jahre; sie kamen ihm bei der Liebe, die er für sie empfand, wie wenige Tage vor.

Gen 29:21 Danach sprach Jakob zu Laban: "Nun gib mir meine Frau; denn meine Tage sind um, und ich will sie heiraten!"

Gen 29:22 Laban versammelte alle Leute des Ortes und hielt ein Festmahl.

Gen 29:23 Am Abend nahm er seine Tochter Lea und führte sie ihm zu. Dieser hatte Umgang mit ihr.

Gen 29:24 Laban wies die ihm gehörende Sklavin Silpa seiner Tochter Lea als Leibmagd zu.

Gen 29:25 Am Morgen aber, siehe, da war es Lea! Er sagte zu Laban: "Was hast du mir da angetan? Habe ich bei dir nicht um Rachel gedient? Warum hast du mich betrogen?"

Gen 29:26 Laban erwiderte: "Hier an unserem Orte ist es nicht Brauch, die jüngere Tochter vor der älteren zu verheiraten.

Gen 29:27 Feiere die Brautwoche mit dieser zu Ende! Dann wird dir auch Rachel zuteil, und zwar für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre leisten mußt."

Gen 29:28 Jakob tat so und führte die Brautwoche mit dieser zu Ende. Dann gab jener ihm auch seine Tochter Rachel zur Frau.

Gen 29:29 Laban wies seiner Tochter Rachel seine Sklavin Bilha als Leibmagd zu.

Gen 29:30 Jakob verkehrte auch mit Rachel; er hatte ja auch die Rachel lieber als die Lea. Er diente Laban noch weitere sieben Jahre.

Gen 29:31 Der Herr sah, daß Lea weniger geliebt wurde. Deshalb öffnete er ihren Mutterschoß, während Rachel unfruchtbar blieb.

Gen 29:32 Lea empfing und gebar einen Sohn. Sie nannte ihn "Ruben" (seht den Sohn), indem sie sprach: "Gesehen hat der Herr auf mein Elend; denn jetzt wird mein Mann mich lieben."

Gen 29:33 Sie empfing nochmals und gebar einen Sohn und sprach: "Erhört hat der Herr; denn eine Zurückgesetzte war ich. Darum gab er mir auch diesen." Sie nannte ihn "Simeon" (Erhörung).

Gen 29:34 Sie empfing wiederum und gebar einen Sohn und sprach: "Jetzt wird mein Mann endlich an mir hängen, denn schon drei Söhne habe ich ihm geboren." Darum nannte sie ihn "Levi" (Anhänger).

Gen 29:35 Dann empfing sie abermals und gebar einen Sohn und sagte: "Dieses Mal will ich den Herrn lobpreisen." Darum nannte sie ihn "Juda" (Lobpreis). Weiterhin bekam sie kein Kind mehr.

 

Genesis Kapitel 30

 

Gen 30:1 Rachel sah, daß sie dem Jakob keine Kinder gebar. Sie wurde deshalb auf ihre Schwester eifersüchtig und sagte zu Jakob: "Schaffe mir Kinder, oder ich muß sterben!"

Gen 30:2 Jakob wurde auf Rachel zornig und sprach: "Stehe ich denn an Gottes Stelle, der dir die Leibesfrucht versagt hat?"

Gen 30:3 Sie antwortete darauf: "Hier hast du meine Leibmagd Bilha! Gehe zu ihr! Sie soll auf meinen Knien gebären, damit auch ich durch sie zu Kindern komme!"

Gen 30:4 Sie gab ihm ihre Leibmagd Bilha, und Jakob hatte Umgang mit ihr.

Gen 30:5 Bilha empfing und gebar dem Jakob einen Sohn.

Gen 30:6 Da sprach Rachel: "Recht hat mir Gott verschafft. Er hat auch meine Stimme erhört und mir einen Sohn geschenkt." Darum nannte sie ihn "Dan" (Richter).

Gen 30:7 Jene empfing wiederum, und Rachels Magd Bilha gebar dem Jakob einen zweiten Sohn.

Gen 30:8 Da sprach Rachel: "Gewaltige Gotteskämpfe habe ich mit meiner Schwester ausgefochten; ich siegte sogar." Darum nannte sie seinen Namen "Naphtali" (Gewaltkämpfer).

Gen 30:9 Lea sah, daß sie nicht mehr gebären konnte. Da nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zum Weibe.

Gen 30:10 Die Leamagd Silpa gebar dem Jakob einen Sohn.

Gen 30:11 Da sprach Lea: "O welch ein Glück!" Sie nannte seinen Namen "Gad" (Glück).

Gen 30:12 Hierauf gebar die Leamagd Silpa dem Jakob einen zweiten Sohn.

 

Gen 30:13 Lea sprach: "O ich Glückselige! Denn die Töchter werden mich glückselig preisen." Deshalb nannte sie ihn "Aser" (glückselig).

Gen 30:14 Zur Zeit der Weizenernte ging Ruben aus und fand Liebeszauberfrüchte auf dem Felde. Er brachte sie seiner Mutter Lea. Da sprach Rachel zu Lea: "Gib mir doch von den Früchten deines Sohnes!"

Gen 30:15 Diese entgegnete ihr: "Ist es dir noch nicht genug, meinen Mann genommen zu haben? Jetzt willst du noch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen!" Rachel sagte: "Gut, er soll heute nacht bei dir liegen für die Liebeszauberfrüchte deines Sohnes!"

Gen 30:16 Jakob kam abends vom Felde. Lea ging ihm entgegen und sprach: "Zu mir mußt du kommen; denn gar reichen Lohn habe ich für dich bezahlt mit den Liebesäpfeln meines Sohnes." Und er legte sich in jener Nacht mit ihr zusammen.

Gen 30:17 Gott erhörte Lea; sie empfing und gebar dem Jakob einen fünften Sohn.

Gen 30:18 Da sagte Lea: "Gott hat mir den Lohn gegeben dafür, daß ich meine Magd meinem Manne darbot." Sie nannte ihn darum "Issachar" (Lohnempfänger).

Gen 30:19 Lea empfing wiederum und gebar dem Jakob den sechsten Sohn.

Gen 30:20 Sie sprach: "Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht; nunmehr wird mein Mann mich als Frau anerkennen; denn sechs Söhne habe ich ihm geboren." Sie nannte ihn "Sebulun" (Brautgeschenk).

Gen 30:21 Später gebar sie noch eine Tochter und nannte sie Dina.

Gen 30:22 Gott gedachte der Rachel, erhörte sie und öffnete ihren Mutterschoß.

Gen 30:23 Sie empfing und gebar einen Sohn und sprach: "Gott hat die Schmach von mir genommen."

Gen 30:24 Sie nannte ihn "Joseph" und sprach: "Der Herr gebe mir noch einen anderen Sohn!"

Gen 30:25 Als aber Rachel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: "Laß mich fort! Ich will an meinen Ort und in mein Heimatland ziehen!

Gen 30:26 Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um derentwillen ich für dich gearbeitet habe; ich will heimziehen, denn du weißt ja, welche Dienste ich dir geleistet habe."

Gen 30:27 Es sprach zu ihm Laban: "Möchte ich doch Gnade finden in deinen Augen! Ich bin reich geworden, und der Herr hat mich um deinetwillen gesegnet."

Gen 30:28 Er fuhr fort: "Setze den Lohn, den ich zu geben habe, fest, ich will ihn dir geben!"

Gen 30:29 Er entgegnete ihm: "Was ich für dich geleistet habe, und was aus deinem Viehbestand durch mich geworden ist, weißt du;

Gen 30:30 denn nur wenig hattest du vor meiner Ankunft. Es hat sich zu einer Fülle ausgebreitet. Denn der Herr hat dich gesegnet durch jeden meiner Schritte. Wann endlich werde ich etwas für meine Familie tun können?"

Gen 30:31 Er fragte: "Was soll ich dir geben?" Jakob entgegnete: "Nichts sollst du mir geben; nur sollst du mir das Folgende gewähren, dann will ich wiederum dein Vieh weiden und hüten!

Gen 30:32 Ich will heute durch all dein Kleinvieh hindurchgehen und daraus jedes gesprenkelte und gefleckte Tier entfernen. Und jedes brünstige Tier unter den Jungschafen, ferner, was gefleckt und gesprenkelt ist unter den Ziegen, das soll mein Lohn sein!

Gen 30:33 Und das soll dann morgen der Beweis für meine Redlichkeit sein, wenn mein Lohn dir zu Gesicht kommt: Alles, was von den Ziegen nicht gesprenkelt und gefleckt und unter den Jungschafen nicht brünstig ist, das soll als von mir gestohlen gelten."

Gen 30:34 Laban antwortete: "Ja, so wie du gesagt hast, soll es sein!"

Gen 30:35 Noch am selben Tage sonderte Laban die gestreiften und gefleckten Böcke und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen ab, alles, woran etwas Weißes war, und alles, was brünstig war unter den Jungschafen, und übergab sie seinen Söhnen.

Gen 30:36 Dann entfernte er sich drei Tagereisen weit von Jakob. Dieser weidete die übrigen Herdenstücke Labans.

Gen 30:37 Jakob nahm nun frische Stäbe von Storaxstauden, Mandelbäumen und Platanen. Er schälte an ihnen weiße Streifen heraus, indem er das Weiße an den Ruten bloßlegte.

Gen 30:38 Dann stellte er die abgeschälten Stäbe in die Rinnen der Wassertröge, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie pflegten sich zu begatten, wenn sie zur Tränke kamen.

Gen 30:39 Begatteten sich nun die Tiere vor den Stäben, dann warfen sie gestreifte, gesprenkelte oder gefleckte Junge.

Gen 30:40 Die Jungschafe aber sonderte Jakob ab und stellte an die Spitze des Kleinviehs einen gestreiften Widder und alle brünstigen Schafe vom Kleinvieh Labans. So machte er für sich besondere Herden und gab sie nicht dem Kleinvieh des Laban bei.

Gen 30:41 Sooft die kräftigen Tiere sich begatteten, stellte Jakob die Zweige vor den Augen der Tiere in die Tränkrinnen, daß sie sich bei den Stäben begatteten.

Gen 30:42 Waren aber die Tiere schwächlich, legte er die Stäbe nicht hinein. So erhielt Laban die schwächlichen, Jakob dagegen die starken Tiere.

Gen 30:43 Dadurch wurde der Mann gewaltig reich. Er besaß eine Menge Kleinvieh, Mägde, Knechte, Kamele und Esel.

 

Genesis Kapitel 31

 

Gen 31:1 Jakob vernahm das Gerede der Söhne Labans: "Jakob hat alles, was unserem Vater gehörte, an sich gebracht; nur mit dem Eigentum unseres Vaters gelang es ihm, all diesen Reichtum zu erwerben."

Gen 31:2 Auch sah Jakob an den Mienen Labans, daß er ihm nicht mehr so wohlgesinnt war wie ehedem.

Gen 31:3 Der Herr sprach zu Jakob: "Kehre heim in das Land deiner Väter und deiner Verwandtschaft; ich will mit dir sein!"

Gen 31:4 Jakob ließ Rachel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen.

Gen 31:5 Er äußerte sich ihnen gegenüber: "Ich sehe an den Mienen eures Vaters, daß er gegen mich nicht mehr so ist wie ehedem. Und doch war der Gott meines Vaters mit mir.

Gen 31:6 Ihr selbst wißt es, daß ich eurem Vater mit ganzer Kraft gedient habe.

Gen 31:7 Aber euer Vater hat mich betrogen und hat meinen Lohn zehnmal geändert; doch Gott ließ es nicht zu, daß er mir schadete.

Gen 31:8 Wenn er sagte: "Die gesprenkelten Tiere sollen dein Lohn sein", so warf die ganze Herde gesprenkelte Junge; wenn er aber bestimmte: "Die gestreiften sollen dein Lohn sein", so warf die ganze Herde gestreifte.

Gen 31:9 So hat Gott den Viehbestand eurem Vater entzogen und ihn mir gegeben.

Gen 31:10 Es war zur Brunstzeit des Kleinviehs, da erhob ich meine Augen und sah im Traume, wie die Böcke, welche die Schafe besprangen, gestreift, gesprenkelt und gescheckt waren.

Gen 31:11 Der Engel Gottes rief mir im Traume zu: "Jakob!" Und ich antwortete: "Hier bin ich!"

Gen 31:12 Und er fuhr fort: "Erhebe deine Augen und schau! Alle Böcke, welche die Schafe bespringen, sind gestreift, gesprenkelt oder gescheckt! Denn ich habe alles gesehen, was Laban dir angetan hat.

Gen 31:13 Ich bin der Gott von Betel, woselbst du einen Denkstein gesalbt und mir ein Gelübde getan hast. Auf! Zieh fort aus diesem Lande und kehre in das Land deiner Herkunft zurück!""

Gen 31:14 Rachel und Lea antworteten und sprachen zu ihm: "Haben wir noch einen Anteil und ein Erbe in unserem Vaterhause?

Gen 31:15 Gelten wir ihm nicht als Ausländerinnen? Denn er hat uns ja verkauft und dazu unser Geld aufgebraucht.

Gen 31:16 Fürwahr, aller Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen hat, gehört uns und unseren Kindern. Und nun tue alles, was Gott dir befohlen hat!"

Gen 31:17 Jakob brach auf; er setzte seine Kinder und Frauen auf die Kamele.

Gen 31:18 Er führte hinweg allen Viehbestand und alle Habe, die er erworben hatte, die Herden, die er besaß und in Paddan-Aram gewonnen hatte. Er wollte zu seinem Vater Isaak in das Land Kanaan ziehen.

Gen 31:19 Laban aber ging zur Schafschur. Währenddessen stahl Rachel die Hausgötter ihres Vaters.

Gen 31:20 Jakob überlistete den Aramäer Laban, indem er ihm von seiner Flucht nichts mitteilte.

Gen 31:21 Er ergriff mit allem, was ihm gehörte, die Flucht, machte sich auf den Weg, überschritt den Euphrat und wandte sich in die Richtung nach dem Gebirge Gilead.

Gen 31:22 Am dritten Tag wurde dem Laban gemeldet, daß Jakob entflohen sei.

Gen 31:23 Er bot seine Sippengenossen auf und verfolgte ihn sieben Tagereisen weit. Beim Gebirge Gilead holte er ihn ein.

Gen 31:24 Da erschien Gott dem Aramäer Laban des Nachts im Traume und sprach zu ihm: "Hüte dich, Jakob irgendwelche Vorwürfe zu machen!"

Gen 31:25 Als Laban den Jakob eingeholt hatte, lagerte dieser mit seinem Zelte auf dem Berge. Auch Laban mit seinen Sippengenossen schlug sein Zelt auf dem Gebirge Gilead auf.

Gen 31:26 Laban sagte zu Jakob: "Was hast du getan? Hinters Licht führtest du mich. Meine Töchter hast du wie Kriegsgefangene verschleppt.

Gen 31:27 Warum bist du so heimlich ausgerückt? Warum hast du mich bestohlen? Warum teiltest du mir nichts mit, damit ich dir mit Wonnejauchzen, Liedern, Pauken und Harfen das Abschiedsgeleit hätte geben können?

Gen 31:28 Keine Möglichkeit gabst du mir, meine Kinder und Töchter zum Abschied zu küssen. Töricht hast du gehandelt!

Gen 31:29 Es stünde durchaus in meiner Macht, dir etwas Böses zu tun; aber der Gott eures Vaters sagte gestern nacht zu mir: "Hüte dich, Jakob irgendwelche Vorwürfe zu machen!"

Gen 31:30 Nun gut; gegangen bist du, weil du Heimweh nach deinem Vaterhause hattest. Warum hast du mir aber meine Götter gestohlen?"

Gen 31:31 Jakob erwiderte und sprach zu Laban: "Ich fürchtete mich, weil ich dachte, du könntest mir deine Töchter wieder entreißen!

Gen 31:32 Der soll jedoch nicht am Leben bleiben, bei dem du deine Götter findest; im Beisein unserer Sippengenossen sieh durch, was ich bei mir habe, und nimm das Deine!" Jakob ahnte nicht, daß Rachel den Diebstahl begangen hatte.

Gen 31:33 Dann ging Laban in das Zelt Jakobs, in das der Lea und in das der beiden Mägde hinein, ohne etwas zu finden. Aus dem Zelte der Lea kam er in das Zelt der Rachel.

Gen 31:34 Rachel aber hatte die Hausgötter genommen und sie in die Satteltasche des Kamels gelegt. Sie hatte sich auf diese gesetzt. Laban durchsuchte das ganze Zelt, ohne etwas zu finden.

Gen 31:35 Zu ihrem Vater sagte sie: "Zürne doch nicht, mein Herr! Ich kann nicht aufstehen vor dir. Denn es geht mir so, wie es Frauen zu gehen pflegt." So suchte und suchte er, fand jedoch die Götterbilder nicht.

Gen 31:36 Da ergrimmte Jakob und setzte sich mit Laban auseinander. Er hub an und sprach: "Was ist denn meine Schuld, was meine Verfehlung, daß du so hitzig hinter mir her bist?

Gen 31:37 Du hast alle meine Sachen durchwühlt. Was hast du von den Dingen, die dir gehören, gefunden? Lege es doch hierher im Beisein meiner und deiner Verwandten! Mögen sie Schiedsrichter zwischen uns sein!

Gen 31:38 Es sind bereits zwanzig Jahre, daß ich bei dir bin; nie hatten Mutterschafe und Ziegen einen Fehlwurf getan, und die Widder deiner Herde habe ich nicht verzehrt.

Gen 31:39 Ein zerrissenes Stück habe ich dir nie gebracht, sondern ich ersetzte es dir; von meiner Hand hast du es gefordert, gleich ob es am Tage oder des Nachts geraubt wurde.

Gen 31:40 So war es mit mir: Am Tage verzehrte mich die Hitze und in der Nacht die Kälte, meine Augen floh der Schlaf.

Gen 31:41 Zwanzig Jahre lang habe ich in deinem Hause Dienst geleistet, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um dein Vieh; du aber hast zehnmal meinen Lohn geändert.

Gen 31:42 Wenn nicht meines Vaters Gott, der Gott Abrahams und der Schrecken Isaaks, mit mir gewesen wäre, so hättest du mich jetzt mit leeren Händen fortgeschickt; doch dieser hat mein Elend und die Mühsal meiner Hände geschaut und hat gestern nacht die Entscheidung gefällt."

Gen 31:43 Laban antwortete und sprach zu Jakob: "Die Töchter sind meine Töchter, die Söhne sind meine Söhne, das Vieh ist mein Vieh, und alles, was du da siehst, gehört mir. Aber meinen Töchtern, was soll ich ihnen oder ihren Kindern, die sie geboren haben, heute tun?

Gen 31:44 Wohlan! Ich und du, wir wollen einen Vertrag schließen, und dieser mag Zeuge zwischen mir und dir sein!"

Gen 31:45 Da nahm Jakob einen Steinblock und richtete ihn als Denkstein auf.

Gen 31:46 Jakob sprach zu seinen Sippengenossen: "Sammelt Feldsteine!" Sie taten es, errichteten einen Steinhügel und hielten auf ihm ein Mahl.

Gen 31:47 Laban nannte ihn "Jegar sahaduta", und Jakob nannte ihn "Gal ed" (Zeugenhügel).

Gen 31:48 Jetzt sprach Laban: "Dieser Hügel soll Zeuge sein zwischen mir und dir am heutigen Tage!" Daher nannte er ihn Zeugenhügel

Gen 31:49 und ebenso auch "Mizpa" (Warte), indem er sprach: "Der Herr soll Wache halten zwischen mir und dir, wenn wir uns nicht mehr sehen!

Gen 31:50 Wenn du meine Töchter schlecht behandelst und zu ihnen noch andere Frauen nimmst, dann ist zwar kein Mensch bei uns, aber Gott ist Zeuge zwischen mir und dir."

Gen 31:51 Weiter sprach Laban zu Jakob: "Siehe, dieser Steinhügel und dieser Denkstein, den ich zwischen mir und dir aufgerichtet habe, -

Gen 31:52 ein Zeuge sei dieser Steinhügel, und Zeuge sei dieser Denkstein, daß ich diesen Steinhügel gegen dich nicht überschreiten werde und daß auch du ihn und diesen Denkstein gegen mich nicht überschreiten wirst in böser Absicht.

Gen 31:53 Der Gott Abrahams und der Gott Nachors seien Richter zwischen uns [Gottheiten ihrer Väter]!" Da leistete Jakob einen Eid bei dem Schrecken seines Vaters Isaak.

 

Gen 31:54 Jakob brachte auf dem Berge ein Opfer dar und lud seine Sippengenossen zur Mahlzeit ein. Sie hielten das Mahl und übernachteten auf dem Berge.

 

Genesis Kapitel 32

 

Gen 32:1 Am frühen Morgen stand Laban auf, küßte seine Enkelkinder und Töchter und sprach Segenswünsche. Dann kehrte Laban in seine Heimat zurück.

Gen 32:2 Jakob aber ging seines Weges weiter, und es begegneten ihm Gottesboten.

Gen 32:3 Als Jakob sie erblickte, rief er aus: "Ein Heerlager Gottes ist das!" Er nannte diesen Ort "Machanajim" (Doppellager).

Gen 32:4 Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau in das Land Seir, das Gefilde Edoms,

Gen 32:5 und trug ihnen dieses auf: "So sollt ihr zu meinem Herrn Esau sprechen: "So spricht dein Knecht Jakob: Bei Laban habe ich als Fremdling geweilt und mich dort bis jetzt aufgehalten.

Gen 32:6 Rinder, Esel, Kleinvieh, Knechte und Mägde habe ich mir erworben. Ich sende meinem Herrn diese Botschaft, um Gnade in deinen Augen zu finden.""

Gen 32:7 Die Boten kehrten zu Jakob mit der Meldung zurück: "Wir sind zu deinem Bruder Esau gegangen; er kommt dir entgegen, und vierhundert Mann führt er mit sich."

Gen 32:8 Da fürchtete sich Jakob gar sehr, hatte Angst und teilte seine Leute, sein Kleinvieh, sein Großvieh und die Kamele in zwei Lager.

Gen 32:9 Er überlegte nämlich: Wenn Esau über das eine Lager herfällt und es schlägt, dann rettet sich das andere.

Gen 32:10 Jakob betete: "Du Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, Herr, der du zu mir gesagt hast: "Kehre heim in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir Gutes erweisen",

Gen 32:11 zu gering bin ich für all die Hulderweisungen und die Treue, die du deinem Knechte gezeigt hast. Nur mit meinem Stab habe ich den Jordan überschritten, und jetzt bin ich Besitzer von zwei Wanderlagern geworden.

Gen 32:12 Errette mich doch aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus; denn ich fürchte, daß er daherkommt, mich zu erschlagen, die Mutter mitsamt den Kindern.

Gen 32:13 Du hast ja selber gesagt: "Ich will dir nur Gutes erweisen, und deine Nachkommenschaft will ich vermehren wie Sand am Meere, den man wegen seiner Menge nicht zählen kann.""

Gen 32:14 Jakob blieb in jener Nacht dort. Er nahm von allem, was in seinem Besitz war, Geschenke für seinen Bruder Esau:

Gen 32:15 Zweihundert Ziegen mit zwanzig Böcken, zweihundert Mutterschafe mit zwanzig Widdern,

Gen 32:16 dreißig säugende Kamelstuten mit ihren Jungen, vierzig Kühe mit zehn Stieren, zwanzig Eselinnen und zehn Eselhengste.

Gen 32:17 Er übergab sie seinen Knechten, Herde für Herde gesondert. Dann sprach er zu ihnen: "Zieht vor mir her und haltet breite Abstände zwischen den einzelnen Herden!"

Gen 32:18 Er gebot dem ersten: "Falls dir mein Bruder Esau begegnet und dich fragt: "Zu wem gehörst du, und wohin gehst du, und wem gehören diese Tiere da?",

Gen 32:19 dann sollst du sagen: "Deinem Knechte Jakob. Ein Geschenk soll es sein für meinen Herrn Esau; siehe, er selbst kommt hinter uns.""

Gen 32:20 Dasselbe gebot er auch dem zweiten und dem dritten und all denen, die hinter den Herden hergingen: "In diesem Sinne sollt ihr zu Esau reden, wenn ihr ihn trefft:

Gen 32:21 "Dein Knecht Jakob kommt hinter uns her."" Er dachte nämlich: "Ich will sein Antlitz durch das Geschenk, das vor mir hergeht, versöhnen. Danach will ich ihn zu Gesicht bekommen; vielleicht wird er mir gewogen sein!"

Gen 32:22 Das Geschenk zog vor ihm her, er selbst blieb in jener Nacht im Lager.

Gen 32:23 Noch in jener Nacht erhob er sich, nahm seine beiden Frauen, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und durchschritt die Furt des Jabbok.

Gen 32:24 Er nahm sie und setzte sie über den Fluß, desgleichen schaffte er all sein Eigentum hinüber.

Gen 32:25 Jakob blieb für sich allein zurück. Da führte ein Mann einen Ringkampf mit ihm bis zum Beginn der Morgenröte.

Gen 32:26 Als dieser merkte, daß er ihn nicht besiegen konnte, schlug er auf die Gelenkpfanne an seiner Hüfte. Da wurde das Hüftgelenk Jakobs ausgerenkt, während er mit ihm rang.

Gen 32:27 Jener sprach: "Laß mich los; denn die Morgenröte steigt auf!" Dieser antwortete: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich!"

Gen 32:28 Darauf der andere: "Wie heißt du?" Er antwortete: "Jakob!"

Gen 32:29 Jener fuhr fort: "Nicht Jakob, sondern Israel soll fürderhin dein Name sein; denn mit Gott und mit Menschen hast du gestritten und dabei den Sieg erfochten."

Gen 32:30 Nun fragte Jakob: "Tu mir auch deinen Namen kund!" Jener erwiderte: "Warum fragst du mich nach meinem Namen?" Er segnete ihn daselbst.

Gen 32:31 Jakob nannte dieses Ortes Namen "Penuel" (Gottes Angesicht); "denn ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und mein Leben ist doch erhalten geblieben."

Gen 32:32 Die Sonne ging eben auf, als er durch Penuel hindurchschritt; er hinkte an seiner Hüfte.

Gen 32:33 Darum essen die Kinder Israels bis zum heutigen Tag die Sehne nicht, die über dem Hüftgelenk liegt, weil er Jakobs Hüftgelenk an der Sehne geschlagen hat.

 

Genesis Kapitel 33

 

Gen 33:1 Jakob blickte auf, und siehe, Esau kam mit vierhundert Mann heran. Er verteilte die Kinder auf Lea und Rachel und die beiden Mägde.

Gen 33:2 Die Mägde mit ihren Kindern stellte er an die Spitze, dahinter Lea mit ihren Kindern und zuletzt Rachel mit Joseph.

Gen 33:3 Er selbst schritt ihnen voran, verneigte sich siebenmal zur Erde und kam so näher an seinen Bruder heran.

Gen 33:4 Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Sie weinten.

Gen 33:5 Er erhob seine Augen, erblickte die Frauen mit ihren Kindern und fragte: "Wer sind diese dort in deiner Begleitung?" Er antwortete: "Es sind die Kinder, die Gottes Güte deinem Knecht geschenkt hat."

Gen 33:6 Da traten die Mägde samt ihren Kindern näher heran und verneigten sich.

Gen 33:7 Lea kam ebenfalls mit ihren Kindern, und sie verneigte sich; zum Schluß kam auch Joseph mit Rachel, und sie verneigten sich.

Gen 33:8 Er fragte: "Was hat denn dieser ganze Lagerzug, auf den ich gestoßen bin, zu bedeuten?" Jener antwortete: "Ich tat's, um Gnade vor meinem Herrn zu finden."

Gen 33:9 Esau sagte: "Ich habe ja viel Besitz, lieber Bruder; behalte doch, was dein ist!"

Gen 33:10 Jakob antwortete: "Nicht doch; wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, so nimm doch mein Geschenk von mir an; denn ich habe dein Angesicht geschaut, wie man Gottes Angesicht schaut; und du bist gnädig zu mir gewesen.

Gen 33:11 Nimm doch also mein Begrüßungsgeschenk an, das dir überbracht wurde! Gott hat sich mir gnädig erwiesen. Ich habe vollauf genug." So drängte er ihn, bis er es annahm.

Gen 33:12 Darauf sagte er: "Wir wollen aufbrechen und weiterwandern; ich will dir zur Seite herziehen!"

Gen 33:13 Doch jener erwiderte ihm: "Mein Herr weiß, daß die Kinder noch empfindlich sind. Auch säugendes Kleinvieh und säugende Rinder sind noch bei mir. Treibt man sie zu rasch an, auch nur eine Tagereise weit, dann würde alles Vieh sterben.

Gen 33:14 Mein Herr möge doch vor seinem Knechte herziehen! Ich will mich gemächlich weiterbewegen nach dem Schritt meines vor mir trabenden Viehes und nach dem Schritt der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seir komme."

Gen 33:15 Esau sprach: "Ich will dir wenigstens einige von meinen Leuten zugesellen!" Er antwortete: "Wozu das? Möge ich doch Zustimmung finden bei meinem Herrn!"

Gen 33:16 An jenem Tage kehrte Esau von seinem Wege um in Richtung auf Seir.

Gen 33:17 Jakob brach auf nach Sukkot und baute dort für sich ein Haus; und für sein Vieh errichtete er Hütten, darum nennt man jenen Ort "Sukkot" (Hütten).

Gen 33:18 Jakob kam nach Salim, der Stadt des Sichem, die im Lande Kanaan liegt, als er aus Paddan-Aram zurückkehrte. Er schlug bei der Stadt ein Lager auf.

Gen 33:19 Er erwarb das Grundstück, auf dem er sein Zelt ausgespannt hatte, für hundert Kesita von den Söhnen Chamors, des Vaters Sichems.

Gen 33:20 Dort erbaute er einen Altar und nannte ihn "El ist der Gott Israels".

 

Genesis Kapitel 34

 

Gen 34:1 Dina, die Tochter Leas, welche diese dem Jakob geboren hatte, ging hinaus, um nach den Töchtern des Landes Ausschau zu halten.

Gen 34:2 Sichem, der Sohn des Chiwwiters Chamor, des Landesfürsten, erblickte sie, nahm sie, legte sich zu ihr und vergewaltigte sie.

Gen 34:3 Sein Herz aber hing an Dina, der Jakobstochter. Er liebte das Mädchen und redete ihm zu Herzen.

Gen 34:4 Sichem sprach zu seinem Vater Chamor: "Wirb für mich um dieses Mädchen als Frau!"

Gen 34:5 Jakob hörte davon, daß er seine Tochter Dina entehrt habe. Seine Söhne waren gerade bei dem Vieh auf dem Felde. Darum schwieg Jakob dazu, bis sie zurückkamen.

Gen 34:6 Chamor, der Vater Sichems, kam, um mit Jakob zu reden.

Gen 34:7 Als Jakobs Söhne vom Felde heimkehrten, hörten sie es. Sie fühlten sich gekränkt und gerieten in gewaltigen Zorn; denn er hatte begangen, was in Israel als Schandtat gilt, indem er der Tochter Jakobs beiwohnte. Solches durfte nicht geschehen.

Gen 34:8 Chamor redete mit ihnen folgendermaßen: "Mein Sohn Sichem hängt an eurer Tochter; gebt sie ihm also zur Frau!

Gen 34:9 Verschwägert euch mit uns; eure Töchter gebt uns, und unsere Töchter nehmt euch!

Gen 34:10 Wohnt bei uns! Das Land steht zu eurer Verfügung; bleibt, treibt Handel in ihm, und setzt euch darin fest!"

Gen 34:11 Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: "Möge ich Gnade vor euch finden! Was immer ihr von mir verlangt, will ich geben!

Gen 34:12 Fordert nur ein recht hohes Heiratsgeld und Geschenke; ich will geben, was ihr von mir verlangt; gebt mir nur das Mädchen zur Frau!"

Gen 34:13 Jakobs Söhne gaben dem Sichem und seinem Vater Chamor eine hinterhältige Antwort, und zwar deshalb, weil er ihre Schwester Dina entehrt hatte.

Gen 34:14 Sie sprachen zu ihnen: "Unmöglich können wir uns darauf einlassen, unsere Schwester einem unbeschnittenen Manne zu geben; denn eine Schande wäre das für uns!

Gen 34:15 Nur unter der einen Bedingung willfahren wir euch, daß ihr so werdet wie wir, und daß alles Männliche bei euch beschnitten wird.

Gen 34:16 Dann werden wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen. Wir werden bei euch wohnen und zu einem Volke verschmelzen.

Gen 34:17 Wenn ihr aber uns bezüglich der Beschneidung nicht zustimmt, so nehmen wir unsere Tochter wieder und ziehen weg."

Gen 34:18 Ihre Worte gefielen Chamor und Sichem, seinem Sohne.

Gen 34:19 Der junge Mann zögerte nicht, dies auszuführen; denn ihm gefiel Jakobs Tochter, und er war der Angesehenste von allen in seines Vaters Haus.

Gen 34:20 Chamor und Sichem, sein Sohn, kamen zum Stadttor und redeten zu den Männern ihrer Stadt:

Gen 34:21 "Jene Leute sind uns gegenüber friedlich; sie mögen im Lande wohnen und darin Handel treiben; das Land ist ja nach beiden Seiten hin ausgedehnt genug für sie; wir wollen ihre Töchter zu Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter geben!

Gen 34:22 Jedoch nur unter der Bedingung sind diese Männer mit unserem Vorschlag einverstanden, bei uns zu wohnen und sich mit uns zu einem Volke zu verschmelzen, daß sich alles Männliche bei uns beschneiden läßt, wie sie auch selbst beschnitten sind.

Gen 34:23 Werden nicht ihre Herden, ihr Besitz und all ihr Vieh uns gehören? Willfahren wir ihnen nur; dann lassen sie sich bei uns nieder."

Gen 34:24 Alle, die zu ihrem Stadttore gekommen waren, hörten auf Chamor und seinen Sohn Sichem. So ließen sich alle Männer beschneiden, alle, die zum Stadttor kamen.

Gen 34:25 Am dritten Tage aber, als sie wundkrank waren, kamen die beiden Jakobssöhne Simeon und Levi, die Brüder der Dina, jeder mit seinem Schwerte. Sie überfielen die ahnungslose Stadt und ermordeten alles Männliche.

Gen 34:26 Den Chamor und seinen Sohn Sichem erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes. Sie holten Dina aus Sichems Hause und gingen davon.

Gen 34:27 Die Söhne Jakobs fielen über die Erschlagenen her und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester entehrt hatte.

Gen 34:28 Ihr Kleinvieh, ihr Großvieh, ihre Esel und alles, was in der Stadt und auf dem Felde war, nahmen sie mit.

Gen 34:29 All ihre Habe, alle ihre Kinder und ihre Frauen führten sie als Beutestücke fort. Sie plünderten alles, was in den Häusern war.

Gen 34:30 Jakob sprach zu Simeon und Levi: "Ihr bringt mich ins Unglück, da ihr mich bei den Kanaanitern und Perissitern, den Landeseinwohnern, verhaßt gemacht habt. Wir sind ja nur klein an Zahl; sie werden sich gegen mich zusammenrotten und mich erschlagen, und ich werde samt meinem Hause vernichtet."

Gen 34:31 Sie antworteten darauf: "Durfte er denn unsere Schwester wie eine Dirne behandeln?"?

 

Genesis Kapitel 35

 

 

Gen 35:1 Gott sprach zu Jakob: "Auf! Ziehe nach Betel hinauf, bleibe dort und errichte daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschien, als du vor deinem Bruder Esau flohst!"

Gen 35:2 Jakob sagte zu seiner Familie und all seinen Begleitern: "Entfernt die fremden Götterbilder aus eurer Mitte; reinigt euch und wechselt eure Kleider!

Gen 35:3 Wir wollen uns aufmachen und nach Betel ziehen! Ich will dort Gott, der mich am Tage meiner Bedrängnis erhört hat, einen Altar errichten. Er war mit mir auf dem Wege, den ich gewandert bin."

Gen 35:4 Sie übergaben dem Jakob alle fremden Götterbilder, die sie bei sich hatten, und auch die Ringe in ihren Ohren. Jakob verscharrte sie unter der Eiche, die bei Sichem stand.

Gen 35:5 Dann brachen sie auf. Ein Gottesschrecken aber kam über die Städte ringsum. Ihre Bewohner verfolgten die Söhne Jakobs nicht.

Gen 35:6 Jakob kam nach Lus im Lande Kanaan, das ist Betel, er und alle Leute, die zu ihm gehörten.

Gen 35:7 Dort baute er einen Altar. Er nannte die Stätte "Gott von Betel"; denn dort hatte Gott sich ihm geoffenbart als er vor seinem Bruder floh.

Gen 35:8 Dort starb Debora, die Amme der Rebekka. Sie wurde unterhalb von Betel unter der Eiche begraben. Er nannte deshalb ihren Namen "Klageeiche".

Gen 35:9 Gott erschien dem Jakob wiederum, als er von Paddan-Aram kam, und er segnete ihn.

Gen 35:10 Gott sprach zu ihm: "Dein Name ist Jakob. Doch soll fürderhin dein Name nicht mehr Jakob genannt werden, sondern Israel soll dein Name sein!" Und er nannte seinen Namen Israel.

Gen 35:11 Gott sprach zu ihm: "Ich bin der Allmächtige! Sei fruchtbar und zahlreich! Ein Volk, ja eine Schar von Völkern, soll aus dir hervorgehen, und Könige sollen von dir abstammen!

Gen 35:12 Das Land, das ich dem Abraham und Isaak geschenkt habe, will ich dir geben, und zwar deinen Nachkommen werde ich das Land schenken."

Gen 35:13 Dann fuhr Gott von ihm weg, empor von der Stätte, an der er mit ihm geredet hatte.

Gen 35:14 Jakob richtete an jenem Ort, da er mit ihm gesprochen, eine Säule auf, ein Denkmal aus Stein. Er brachte darauf ein Trankopfer dar und goß Öl darüber.

Gen 35:15 Jakob nannte die Stätte, an der Gott mit ihm gesprochen hatte, "Betel".

Gen 35:16 Sie brachen von Betel auf, und es war noch ein Stück weit bis Ephrat, da gebar Rachel. Sie hatte eine schwere Geburt.

Gen 35:17 In ihren Geburtsnöten sprach die Hebamme zu ihr: "Sei unverzagt, auch diesmal hast du einen Sohn!"

Gen 35:18 Als dann ihr Lebensodem entfloh - sie starb nämlich -, nannte sie seinen Namen "Benoni" (Sohn meines Unheils). Sein Vater aber nannte ihn "Benjamin" (Sohn des Glückes).

Gen 35:19 Rachel starb und wurde auf dem Wege nach Ephrat, d. h. Bethlehem, begraben.

Gen 35:20 Jakob errichtete einen Gedenkstein auf ihrem Grabe. Das ist der Gedenkstein auf dem Rachelgrabe bis auf den heutigen Tag.

Gen 35:21 Israel brach auf und schlug sein Zelt jenseits von Migdal-Eder auf.

Gen 35:22 Während Israel in diesem Lande wohnte, kam Ruben und legte sich zu Bilha, der Nebenfrau seines Vaters. Israel hörte davon...

Gen 35:23 Der Söhne Jakobs aber waren es zwölf. Die Söhne der Lea: Ruben, der Erstgeborene Jakobs, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulun.

Gen 35:24 Die Söhne Rachels: Joseph und Benjamin.

Gen 35:25 Die Söhne Bilhas, der Magd Rachels: Dan und Naphtali.

Gen 35:26 Die Söhne Silpas, der Magd Leas: Gad und Aser. Das sind die Jakobssöhne, die diesem in Paddan-Aram geboren wurden.

Gen 35:27 Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, d. h. Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge geweilt hatten.

Gen 35:28 Die Lebenszeit Isaaks betrug einhundertachtzig Jahre.

Gen 35:29 Dann verschied Isaak. Er starb und wurde zu seiner Stammessippe versammelt, alt und satt an Lebenstagen. Seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.

 

 Genesis Kapitel 36

 

Gen 36:1 Dies ist der Stammbaum des Esau, d. h. Edoms:

Gen 36:2 Esau nahm sich seine Frauen aus den Töchtern Kanaans, nämlich Ada, die Tochter des Hethiters Elon, und Oholibama, die Tochter Anas, des Sohnes des Hiwwiters Zibon,

Gen 36:3 dazu Basmat, Ismaels Tochter, Nebajots Schwester.

Gen 36:4 Ada gebar dem Esau den Eliphas, Basmat den Rëuël.

Gen 36:5 Oholibama gebar den Jëusch, den Jalam und den Korach. Dies sind Esaus Söhne, die ihm im Lande Kanaan geboren wurden.

Gen 36:6 Esau nahm seine Frauen, seine Söhne und Töchter, alle Leute seines Hauses, seinen Besitz, all sein Vieh und seine ganze Habe, die er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in das Land Seïr, von seinem Bruder Jakob fort.

Gen 36:7 Denn ihr Besitz war zu groß, als daß sie zusammen wohnen konnten. Nicht vermochte das Land, worin sie als Fremdlinge weilten, sie zu ertragen, infolge ihres großen Besitztums.

Gen 36:8 So wurde Esau auf dem Gebirge Seïr seßhaft. Esau heißt Edom.

Gen 36:9 Dies ist Esaus Stammbaum, des Vaters Edoms auf dem Gebirge Seïr:

Gen 36:10 Dies sind die Namen der Söhne Esaus: Eliphas, der Sohn der Ada, die Esaus Frau war; Rëuël, der Sohn der Basmat, der Frau Esaus.

Gen 36:11 Eliphas' Söhne waren: Teman, Omar, Zepho, Gatam und Kenas.

Gen 36:12 Timna aber war eine Nebenfrau des Eliphas, des Sohnes Esaus. Sie gebar dem Eliphas den Amalek. Dies sind die Söhne der Ada, der Frau des Esau.

Gen 36:13 Dies sind des Rëuël Söhne: Nachat, Serach, Schamma und Missa; dies waren die Söhne der Basmat, der Frau Esaus.

Gen 36:14 Und dies sind die Söhne der Oholibama, der Tochter Anas, des Sohnes Zibons, die Esaus Frau war: sie gebar dem Esau den Jëusch, den Jalam und den Korach.

Gen 36:15 Dies sind die Häuptlinge der Söhne Esaus: Die Söhne des Eliphas, des Erstgeborenen Esaus: Der Häuptling Teman, der Häuptling Omar, der Häuptling Zepho, der Häuptling Kenas,

Gen 36:16 der Häuptling Korach, der Häuptling Gatam, der Häuptling Amalek. Das sind die Häuptlinge des Eliphas im Lande Edom; es sind der Ada Söhne.

Gen 36:17 Dies sind die Söhne des Rëuël, des Sohnes Esaus: Der Häuptling Nachat, der Häuptling Serach, der Häuptling Schamma, der Häuptling Missa. Das sind die Häuptlinge des Rëuël im Lande Edom; es sind die Söhne der Basmat, der Frau Esaus.

Gen 36:18 Dies sind die Söhne der Oholibama, der Frau Esaus: Der Häuptling Jëusch, der Häuptling Jalam, der Häuptling Korach. Dies sind die Häuptlinge der Oholibama, Anas Tochter, die Esaus Frau war.

Gen 36:19 Das waren Esaus Söhne und deren Häuptlinge. Das ist Edom.

Gen 36:20 Dies sind des Horiters Seïr Söhne, die Ureinwohner des Landes: Lotan, Schobal, Zibon, Ana,

Gen 36:21 Dischon, Ezer und Dischan. Dies sind die Häuptlinge der Horiter, Seïrs Söhne im Lande Edom.

Gen 36:22 Die Söhne Lotans waren Chori und Hemam; die Schwester Lotans aber war Timna.

Gen 36:23 Dies sind die Söhne Schobals: Alwan, Manachat, Ebal, Schepho und Onam.

Gen 36:24 Dies sind die Söhne Zibons: Aja und Ana. Das ist jener Ana, der das Wasser in der Steppe fand, als er die Esel seines Vaters Zibon weidete.

Gen 36:25 Dies sind die Kinder des Ana: Dischon sowie Oholibama, die Tochter Anas.

Gen 36:26 Dies sind die Söhne des Dischon: Chemdan, Eschban, Jitran und Keran.

Gen 36:27 Das sind die Söhne Ezers: Bilhan, Saawan und Jaakan.

Gen 36:28 Dies sind die Söhne Dischans: Uz und Aran.

Gen 36:29 Das sind die Häuptlinge der Horiter: Der Häuptling Lotan, der Häuptling Schobal, der Häuptling Zibon, der Häuptling Ana,

Gen 36:30 der Häuptling Dischon, der Häuptling Ezer und der Häuptling Dischan. Dies sind die Häuptlinge der Horiter nach ihren Sippen im Lande Seïr.

Gen 36:31 Dies sind die Könige, die im Lande Edom regiert haben, bevor ein König der Israeliten regierte:

Gen 36:32 Es war ein König Bela in Edom, des Beor Sohn, und seine Stadt hieß Dinhaba.

Gen 36:33 Bela starb; da wurde für ihn Jobab König, der Sohn des Serach, aus Bozra.

Gen 36:34 Jobab starb; da wurde für ihn Chuscham aus dem Lande der Temaniter König.

Gen 36:35 Chuscham starb; da wurde für ihn Hadad, des Bedad Sohn, König, der Midian auf dem Gefilde von Moab schlug. Seine Stadt hieß Awit.

Gen 36:36 Hadad starb; da wurde für ihn Samla von Masreka König.

Gen 36:37 Samla starb; da wurde für ihn Schaul aus Rechobot am Euphrat König.

Gen 36:38 Schaul starb; da wurde für ihn Baal-Chanan, des Achbor Sohn, König.

Gen 36:39 Baal-Chanan, des Achbor Sohn, starb; da wurde für ihn Hadad König. Seine Stadt hieß Pa'u, und seine Frau war Mehetabel, des Matred Tochter, des Sohnes des Mesahab.

Gen 36:40 Dies sind die Namen der Häuptlinge Esaus nach ihren Sippen, nach ihren Orten und ihren Namen: der Häuptling Timna, der Häuptling Alwa, der Häuptling Jetet,

Gen 36:41 der Häuptling Oholibama, der Häuptling Ela, der Häuptling Pinon,

Gen 36:42 der Häuptling Kenas, der Häuptling Teman, der Häuptling Mibzar,

Gen 36:43 der Häuptling Magdiel, der Häuptling Iram. Das sind Edoms Häuptlinge nach ihren Wohnsitzen im Lande ihres Besitzes. Das ist Esau, der Vater der Edomiter.

 

Genesis Kapitel 37

 

Gen 37:1 Jakob wohnte in dem Lande, wo sein Vater als Schutzbürger geweilt hatte, im Lande Kanaan.

Gen 37:2 Dies aus der Stammesgeschichte Jakobs: Joseph, siebzehn Jahre alt, weidete mit seinen Brüdern das Kleinvieh - er war noch sehr jung -, und zwar mit den Söhnen der Bilha und den Söhnen der Silpa, der Frauen seines Vaters. Alle üblen Gerüchte über sie brachte er vor ihren Vater.

Gen 37:3 Israel aber liebte den Joseph mehr als seine anderen Söhne; denn er war ihm ein Sohn des Greisenalters. Er ließ ihm ein Ärmelkleid anfertigen.

Gen 37:4 Die Brüder aber sahen, daß ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder. Sie haßten ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden.

Gen 37:5 Joseph hatte einmal einen Traum; er erzählte ihn seinen Brüdern, und sie haßten ihn daraufhin noch mehr.

Gen 37:6 Er sprach zu ihnen: "Hört, was ich geträumt habe:

Gen 37:7 Wir banden Garben mitten auf dem Felde; da richtete sich meine Garbe auf, und sie stand; eure Garben aber stellten sich ringsum und verneigten sich tief vor meiner Garbe."

Gen 37:8 Seine Brüder erwiderten ihm: "Willst du wohl König über uns werden? Willst du über uns Herrschermacht ausüben?" Sie haßten ihn noch mehr wegen seines Traumes und seiner Reden.

Gen 37:9 Er hatte noch einen anderen Traum, den er seinen Brüdern erzählte: "Hört, ich hatte noch einen anderen Traum: Die Sonne, der Mond und elf Sterne haben sich tief vor mir verneigt."

Gen 37:10 Da er dies seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sagte zu ihm: "Was hat das zu bedeuten, was du träumtest? Sollen etwa ich, deine Mutter und deine Brüder herankommen und uns vor dir auf den Boden werfen?"

Gen 37:11 Seine Brüder wurden auf ihn eifersüchtig; es merkte sich aber sein Vater die Sache.

Gen 37:12 Da zogen seine Brüder fort, um das Vieh ihres Vaters bei Sichem zu weiden.

Gen 37:13 Da sagte Israel zu Joseph: "Weiden deine Brüder nicht zu Sichem das Vieh? Mache dich auf, ich will dich zu ihnen schicken!" Er erwiderte ihm: "Ich bin bereit!"

Gen 37:14 Er sprach zu ihm: "Gehe doch, schau einmal, wie es mit deinen Brüdern und mit den Schafen steht, und bringe mir darüber Nachricht!" Er sandte ihn aus dem Tal von Hebron weg, und jener kam nach Sichem.

Gen 37:15 Als er auf dem Gefilde umherirrte, traf ihn ein Mann. Der Mann fragte ihn: "Was suchst du?"

Gen 37:16 Er antwortete: "Ich suche meine Brüder; sage mir doch, wo sie jetzt gerade ihr Vieh hüten!"

Gen 37:17 Der Mann sprach: "Sie sind von hier weggezogen; denn ich hörte sie reden: "Wir wollen nach Dotan ziehen!"" Joseph folgte seinen Brüdern und fand sie in Dotan.

Gen 37:18 Sie sahen ihn von ferne, doch bevor er sich ihnen näherte, berieten sie einen hinterlistigen Anschlag, ihn umzubringen.

Gen 37:19 Sie sprachen zueinander: "Seht, da kommt dieser Träumer!

Gen 37:20 Jetzt aber los! Wir wollen ihn umbringen, in eine der Zisternen werfen und dann sagen: "Ein wildes Tier hat ihn gefressen." Dann wollen wir sehen, was aus seinen Träumereien wird!"

Gen 37:21 Das hörte Ruben. Er wollte ihn aus ihrer Hand retten und sprach: "Wir wollen ihn nicht ums Leben bringen!"

Gen 37:22 Ruben sprach zu ihnen: "Vergießt kein Blut, werft ihn in diese Zisterne hier in der Steppe, legt aber nicht Hand an ihn!" Er wollte ihn aus ihrer Hand retten, um ihn seinem Vater zurückzubringen.

Gen 37:23 Als Joseph nun bei seinen Brüdern ankam, zogen sie ihm den Rock aus, den Ärmelrock, den er anhatte.

Gen 37:24 Dann nahmen sie ihn und warfen ihn in die Zisterne; diese aber war leer, sie enthielt kein Wasser.

Gen 37:25 Sie setzten sich nieder, um zu essen. Als sie nun ihre Augen erhoben, siehe, da kam eine Ismaeliterkarawane aus Gilead. Ihre Kamele trugen Tragakant, Mastix und Ladanum; sie war auf der Reise nach Ägypten.

Gen 37:26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: "Welchen Gewinn haben wir, wenn wir unseren Bruder totschlagen und die Bluttat an ihm verheimlichen?

Gen 37:27 Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelitern; unsere Hand komme aber nicht über ihn; denn er ist unser Bruder und unser Fleisch!" Seine Brüder hörten auf ihn.

Gen 37:28 Als nun midianitische Kaufleute vorbeikamen, zogen sie Joseph heraus und holten ihn aus der Zisterne hervor. Sie verkauften Joseph den Ismaelitern um zwanzig Silberstücke. Diese brachten den Joseph nach Ägypten.

Gen 37:29 Ruben kehrte zur Zisterne zurück; Joseph aber war nicht mehr darin. Da zerriß er seine Kleider,

Gen 37:30 kam wieder zu seinen Brüdern und sprach: "Der Knabe ist nicht mehr da, und ich, wohin soll ich gehen?"

Gen 37:31 Sie nahmen Josephs Gewand, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten es ins Blut.

Gen 37:32 Sie sandten den Ärmelrock und ließen ihn ihrem Vater bringen und ihm sagen: "Dies da haben wir gefunden, schau her, ob es deines Sohnes Gewand ist oder nicht!"

Gen 37:33 Der schaute genau hin und rief aus: "Meines Sohnes Gewand! Ein wildes Tier hat ihn gefressen; zerrissen, zerrissen ist Joseph!"

Gen 37:34 Jakob zerriß sein Gewand, gürtete einen Trauerschurz um die Hüften und hielt lange Zeit Trauer um seinen Sohn.

Gen 37:35 Alle seine Söhne und Töchter versuchten, ihn zu trösten. Er aber wollte sich nicht trösten lassen und sprach: "In Trauer will ich zu meinem Sohn hinabsteigen ins Totenland!" So beweinte ihn sein Vater.

Gen 37:36 Die Midianiter aber verkauften Joseph nach Ägypten an Potiphar, einen Hofbeamten des Pharao, den Obersten der Leibwache.

 

Genesis Kapitel 38

 

Gen 38:1 Um jene Zeit geschah es, daß Juda die Gemeinschaft seiner Brüder verließ und sein Zelt neben einem Manne aus Adullam, namens Chira, aufschlug.

Gen 38:2 Dort sah Juda die Tochter eines Kanaaniters, namens Schua; er nahm sie zur Frau und ging zu ihr ein.

Gen 38:3 Sie empfing, und gebar einen Sohn und nannte ihn Er.

Gen 38:4 Wiederum empfing sie, gebar einen Sohn und nannte ihn Onan.

Gen 38:5 Sodann gebar sie noch einen weiteren Sohn und nannte ihn Schela. Sie befand sich in Kesib, als sie ihn gebar.

Gen 38:6 Juda nahm eine Frau für seinen Erstgeborenen Er. Diese hieß Tamar.

Gen 38:7 Er, der Erstgeborene des Juda, mißfiel dem Herrn, und er ließ ihn daher sterben.

Gen 38:8 Juda sprach zu Onan: "Gehe zur Frau deines Bruders, vollziehe mit ihr die Schwagerehe und erwecke deinem Bruder Nachkommenschaft!"

Gen 38:9 Onan wußte, daß die Nachkommenschaft nicht ihm gehören werde. Sooft er also zur Witwe seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen, um nicht seinem Bruder Nachkommenschaft zu schenken.

Gen 38:10 Sein Tun mißfiel dem Herrn, und er ließ auch ihn sterben.

Gen 38:11 Dann sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: "Bleibe als Witwe im Hause deines Vaters, bis mein Sohn Schela herangewachsen ist." Er wollte nämlich verhindern, daß auch dieser sterbe wie seine Brüder. Tamar ging fort und blieb im Hause ihres Vaters wohnen.

Gen 38:12 Längere Zeit verstrich, da starb die Tochter Schuas, Judas Frau. Als er sich darüber getröstet hatte, ging er zur Schafschur nach Timna hinauf, er und sein Freund Chira aus Adullam.

Gen 38:13 Tamar wurde berichtet, ihr Schwiegervater wollte nach Timna hinauf zur Schafschur;

Gen 38:14 da legte sie ihre Witwenkleidung ab, bedeckte sich mit einem Schleier und verhüllte sich. Dann setzte sie sich an den Eingang von Enajim auf dem Weg nach Timna. Sie hatte nämlich gesehen, daß Schela erwachsen war, und doch hatte man sie ihm nicht zur Frau gegeben.

Gen 38:15 Juda sah sie und hielt sie für eine Dirne; denn sie hatte ihr Angesicht verhüllt.

Gen 38:16 Er bog vom Weg ab und sagte: "Gestatte, daß ich zu dir komme!" Denn er wußte nicht, daß sie seine Schwiegertochter war. Sie sprach: "Was gedenkst du mir zu geben, wenn du zu mir kommen darfst?"

Gen 38:17 Er antwortete: "Ein Ziegenböcklein werde ich dir von der Herde schicken." Sie sprach: "Du mußt mir aber ein Pfand geben, bis du es schickst."

Gen 38:18 Er erwiderte: "Was soll ich dir als Pfand geben?" Sie sagte: "Deinen Siegelring, deine Schnur und deinen Stab, den du in deiner Hand hast." Er gab es ihr, wohnte ihr bei, und sie empfing von ihm.

Gen 38:19 Sie erhob sich und ging weiter. Dann legte sie ihren Schleier ab und zog wieder ihre Witwentracht an.

Gen 38:20 Juda aber sandte das Ziegenböcklein durch seinen Freund Adullam, um von der Frau das Pfand einzulösen; der aber fand sie nicht.

Gen 38:21 Er fragte die ortsansässigen Leute: "Wo ist die Dirne, die in Enajim am Wege saß?" Man antwortete ihm: "Hier ist überhaupt keine Dirne gewesen."

Gen 38:22 Er kehrte zu Juda zurück und erteilte die Auskunft: "Ich habe sie nicht gefunden; auch die Ortsbewohner meinten, es sei hier überhaupt keine Dirne gewesen."

Gen 38:23 Juda sagte darauf: "Mag sie es für sich behalten! Sonst geben wir uns der Verachtung preis. Ich habe ja dies Böcklein geschickt; du aber hast sie nicht gefunden."

Gen 38:24 Nach Ablauf von drei Monaten erhielt Juda die Nachricht, daß seine Schwiegertochter Tamar Unzucht getrieben habe; sie sei hierdurch schwanger geworden. Juda sprach: "Führt sie hinaus, daß sie verbrannt werde!"

Gen 38:25 Als sie hinausgeführt wurde, sandte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: "Von dem Manne, dem diese Sachen gehören, bin ich schwanger." Sie sagte weiter: "Schau sie dir genau an! Wem gehören der Siegelring, die Schnur und der Stab hier?"

Gen 38:26 Juda schaute genau hin und sprach: "Sie ist gegen mich im Recht; denn ich habe sie nicht meinem Sohne Schela gegeben." Fortan verkehrte er mit ihr nicht mehr.

Gen 38:27 Als sie nun gebären sollte, da waren Zwillinge in ihrem Mutterleib.

Gen 38:28 Beim Gebären streckte einer die Hand heraus. Die Hebamme faßte zu und band einen Purpurfaden um seine Hand. Sie sagte dabei: "Dieser ist zuerst herausgekommen."

Gen 38:29 Der zog aber seine Hand zurück, und nun kam sein Bruder hervor. Da sprach sie: "Ei, du hast dir einen Durchbruch errungen!" Man nannte ihn daher "Perez" (Durchbruch).

Gen 38:30 Danach kam sein Bruder mit dem Purpurfaden an seiner Hand. Den nannte man "Serach" (Rotglanz).

 

Genesis Kapitel 39

 

Gen 39:1 Joseph ward nach Ägypten gebracht. Der Hofbeamte des Pharao, Potiphar, der Oberste der Leibwache, ein Ägypter, kaufte ihn von den Ismaelitern, welche ihn dorthin gebracht hatten.

Gen 39:2 Der Herr aber war mit Joseph, so daß er in allem Erfolg hatte. Er blieb im Hause seines ägyptischen Herrn.

Gen 39:3 Sein Dienstherr aber sah, daß der Herr mit Joseph war und alles, was dieser tat, ihm gelingen ließ.

Gen 39:4 Joseph fand Gnade in seinen Augen, und er erkor ihn zu seinem Leibdiener; ja, er machte ihn zu seinem Hausverwalter und übergab ihm alles, was er hatte.

Gen 39:5 Von der Zeit an, als er ihn über sein Haus und all seinen Besitz gesetzt hatte, segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josephs willen. Der Segen des Herrn war über allem, was er hatte, im Haus und auf dem Felde.

Gen 39:6 Er gab alles in die Hand Josephs, kümmerte sich neben ihm um nichts als um die Speise, die er aß. Joseph aber war schön von Gestalt und Aussehen.

Gen 39:7 Kurz darauf warf die Frau seines Herrn ihre Augen auf Joseph und sprach: "Lege dich zu mir hin!"

Gen 39:8 Er aber weigerte sich und sagte zur Frau seines Herrn: "Siehe, mein Herr kümmert sich neben mir um nichts, was in seinem Hause ist, und sein ganzes Besitztum hat er mir übergeben.

Gen 39:9 Er selbst ist in diesem Hause nicht größer als ich. Nichts hat er mir vorenthalten als dich, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und wider Gott sündigen?"

Gen 39:10 Und obwohl sie tagtäglich auf Joseph einredete, hörte er nicht auf sie und legte sich nicht zu ihr, um mit ihr Umgang zu pflegen.

Gen 39:11 Eines Tages nun kam Joseph in das Haus zur Arbeit. Niemand von den Hausangestellten war im Gebäude.

Gen 39:12 Da faßte sie ihn an seinem Kleide und sprach: "Lege dich zu mir!" Er aber ließ sein Kleid unter ihrer Hand und floh ins Freie.

Gen 39:13 Als sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand gelassen hatte und hinausgeflohen war,

Gen 39:14 da rief sie die Hausangestellten und sprach zu ihnen: "Seht, da hat er uns einen Hebräer gebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe! Er kam nämlich zu mir, um bei mir zu liegen, ich aber habe mit lauter Stimme geschrieen.

Gen 39:15 Als er nun hörte, daß ich meine Stimme erhob und schrie, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus ins Freie."

Gen 39:16 Sie ließ sein Kleid neben sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam.

Gen 39:17 Da erzählte sie ihm die gleiche Geschichte und sprach: "Kam doch dieser hebräische Sklave, den du uns gebracht hast, um seinen Mutwillen mit mir zu treiben!

Gen 39:18 Als ich aber meine Stimme erhob und schrie, da ließ er sein Kleid neben mir und floh ins Freie."

Gen 39:19 Als sein Herr nun die Worte seiner Frau gehört hatte: "Ganz so wie ich erzählte, hat an mir dein Sklave getan", da ward er sehr zornig.

Gen 39:20 Josephs Herr nahm ihn und ließ ihn ins Gefängnis an den Ort werfen, wo die Gefangenen des Königs eingesperrt waren. Dort saß er im Gefängnis.

Gen 39:21 Der Herr aber war mit Joseph. Er machte ihn beliebt und ließ ihn Gnade finden beim Obersten des Gefängnisses.

Gen 39:22 Dieser gab alle Gefangenen, die im Kerker waren, in die Hand Josephs. Alles, was man dort tat, geschah durch ihn.

Gen 39:23 Der Gefängnisvorsteher kümmerte sich um nichts, was durch Joseph geschah. Denn der Herr war mit ihm, und alles, was er tat, ließ er wohlgeraten.

 

Genesis Kapitel 40

 

Gen 40:1 Einige Zeit darauf vergingen sich der Mundschenk des Ägypterkönigs und der Bäcker wider ihren Herrn, den König von Ägypten.

Gen 40:2 Der Pharao wurde über beide Hofbeamten zornig, über den Obersten der Mundschenken und den Obersten der Bäcker.

Gen 40:3 Er legte sie in Gewahrsam, in das Haus des Obersten der Leibwache, ins Gefängnis, dorthin, wo Joseph in Haft saß.

Gen 40:4 Der Oberste der Leibwache gab ihnen den Joseph bei; er leistete Dienst für sie, und so waren sie eine Zeitlang im Gefängnis.

Gen 40:5 Nun hatten beide Männer in derselben Nacht einen unterschiedlichen Traum, jeder entsprechend der Bedeutung seines Traumes, der Mundschenk und der Bäcker des Ägypterkönigs, die im Gefängnis in Haft saßen.

Gen 40:6 Joseph kam am anderen Morgen zu ihnen hinein und sah, daß sie niedergeschlagen waren.

Gen 40:7 Er fragte die Hofbeamten des Pharao, die mit ihm im Hause seines Herrn in Haft lagen: "Warum seht ihr denn heute so mißmutig aus?"

Gen 40:8 Sie antworteten ihm: "Wir haben einen Traum gehabt, und niemand ist da, der ihn deuten kann." Er sagte zu ihnen: "Ist nicht das Deuten von Träumen Gottes Sache? Doch erzählt mir einmal!"

Gen 40:9 Da erzählte der Oberste der Mundschenken seinen Traum und sprach zu ihm: "In meinem Traume sah ich einen Weinstock vor mir.

Gen 40:10 An dem Weinstock waren drei Ranken. Er begann zu treiben, seine Blüte sproß empor, seine Trauben bekamen reife Beeren.

Gen 40:11 Ich hielt den Becher des Pharao in meiner Hand, nahm die Beeren und preßte sie aus in den Becher des Pharao. Sodann gab ich dem Pharao den Becher in die Hand."

Gen 40:12 Joseph antwortete ihm: "Dies die Deutung: Die drei Ranken sind drei Tage.

Gen 40:13 Noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wiederum in dein Amt einsetzen. Du wirst nach der früheren Ordnung dem Pharao den Becher reichen wie zur Zeit, als du sein Mundschenk warst.

Gen 40:14 Wenn es dir aber wieder gut geht, so erinnere dich bitte meiner! Tu mir doch die Liebe an, erinnere den Pharao an mich und befreie mich aus diesem Hause!

Gen 40:15 Denn schmählich bin ich aus dem Lande der Hebräer gestohlen worden. Und auch hier habe ich nichts getan, weswegen man mich hätte ins Gefängnis werfen müssen."

Gen 40:16 Der Oberbäcker sah, daß er Gutes gedeutet hatte. Er sprach zu Joseph: "Auch ich hatte einen Traum: Ich hatte drei Körbe mit Weißbrot auf meinem Haupte.

Gen 40:17 In dem obersten Korb war allerlei Backwerk für den Pharao. Aber die Vögel fraßen es aus dem Korb auf meinem Haupte."

Gen 40:18 Joseph antwortete und sprach: "Dies ist die Deutung: Die drei Körbe bedeuten drei Tage.

Gen 40:19 Nur noch drei Tage, dann wird der Pharao dein Haupt erheben. Er wird dich an einen Baum aufhängen lassen, und die Vögel werden von dir das Fleisch abfressen."

Gen 40:20 Am dritten Tage aber (es war der Geburtstag des Pharao) veranstaltete dieser all seinen Dienern ein Mahl. Er erhob das Haupt des Obermundschenken und das Haupt des Oberbäckers inmitten seiner Diener.

Gen 40:21 Den Obermundschenk setzte er wieder in sein Amt ein, so daß er dem Pharao den Becher reichen durfte.

Gen 40:22 Den Oberbäcker aber ließ er aufhängen, so wie es ihnen Joseph gedeutet hatte.

Gen 40:23 Doch der Obermundschenk dachte nicht mehr an Joseph; er vergaß ihn.

 

Genesis Kapitel 41

 

Gen 41:1 Es war zwei Jahre später. Da hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nil.

Gen 41:2 Aus dem Flusse stiegen sieben schön aussehende und fettfleischige Kühe und weideten im Riedgras.

Gen 41:3 Nach ihnen stiegen aber aus dem Nil sieben schlecht aussehende und magere Kühe. Sie traten neben die Kühe, die schon am Nilufer standen.

Gen 41:4 Dann fraßen die schlecht aussehenden und mageren die sieben schön aussehenden und fetten Tiere. Hierauf erwachte der Pharao.

Gen 41:5 Er schlief wieder ein, und es träumte ihm ein zweites Mal: Siehe, sieben Ähren wuchsen empor auf einem Halm, dick und schön.

Gen 41:6 Da sprossen nach ihnen sieben magere und vom Ostwind ausgetrocknete Ähren empor.

Gen 41:7 Es verschlangen die mageren die sieben fetten und vollen Ähren. Der Pharao erwachte, und siehe, es war nur ein Traum.

Gen 41:8 Am Morgen aber ward sein Geist ruhelos hin und her getrieben. Er schickte hin und ließ alle Wahrsagepriester und Weisen Ägyptens zusammenrufen. Dann erzählte er ihnen seine Träume, keiner aber war da, der sie dem Pharao deuten konnte.

Gen 41:9 Da sagte der Obermundschenk dem Pharao: "Ich muß heute meine Verfehlung in Erinnerung bringen.

Gen 41:10 Als der Pharao auf seine Diener erzürnt war und sie in Gewahrsam bringen ließ in das Haus des Obersten der Leibwache, nämlich mich und den Oberbäcker,

Gen 41:11 da hatten wir in ein und derselben Nacht einen Traum, ich und er, ein jeder einen Traum von besonderer Bedeutung.

Gen 41:12 Dort war bei uns ein hebräischer Jüngling, ein Sklave des Obersten der Leibwache. Wir erzählten ihm unsere Träume, und er deutete sie uns; einem jeden gab er die seinem Traum entsprechende Deutung.

Gen 41:13 Und so, wie er uns gedeutet hat, ist es geschehen. Mich hat man wieder in meine Stellung eingesetzt, den Oberbäcker hat man aufgehängt."

Gen 41:14 Der Pharao ließ Joseph rufen, und man holte ihn schleunigst aus dem Gefängnis. Joseph schor sich, wechselte seine Kleider und kam zum Pharao.

Gen 41:15 Der Pharao sprach zu Joseph: "Ich hatte einen Traum; keiner ist da, der ihn mir zu deuten vermag; doch ich erfuhr von dir, daß du einen Traum nur zu hören brauchst, um ihn deuten zu können."

Gen 41:16 Joseph erwiderte dem Pharao: "Ich keineswegs! Gott selbst wird dem Pharao zum Heile eine Antwort geben."

Gen 41:17 Da sagte der Pharao zu Joseph: "In meinem Traume war es mir, als stünde ich am Ufer des Nils.

Gen 41:18 Es stiegen aus dem Nil sieben fettfleischige und gut aussehende Kühe und weideten im Riedgras.

Gen 41:19 Und siehe da, es kamen sieben andere Kühe heraus nach ihnen, unansehnlich, sehr häßlich aussehend und mager; ich habe noch nie im ganzen Ägypterland so häßliche gesehen wie diese.

Gen 41:20 Da fraßen die mageren und häßlichen Kühe die sieben ersten, fetten Kühe auf.

Gen 41:21 Diese verschwanden in ihrem Inneren; man merkte es jedoch nicht, daß sie in ihren Bauch gelangt waren. Denn ihr Aussehen blieb so häßlich, wie es war. Ich wachte auf.

Gen 41:22 Weiter schaute ich im Traum: Sieben Ähren wuchsen auf einem Halm, voll und schön.

Gen 41:23 Und nach ihnen sprossen sieben unfruchtbare, dünne und vom Ostwind vertrocknete Ähren auf.

Gen 41:24 Darauf verschlangen die dünnen Ähren die sieben schönen Ähren. Dies erzählte ich den Wahrsagepriestern, niemand konnte mir aber Bescheid geben."

Gen 41:25 Joseph sprach zum Pharao: "Des Pharao Traum ist ein und derselbe. Was Gott tun will, hat er dem Pharao angezeigt.

Gen 41:26 Die sieben schönen Kühe, das sind sieben Jahre, die sieben schönen Ähren sind ebenfalls sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum.

Gen 41:27 Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die hinter ihnen heraufstiegen, sind sieben Jahre; die sieben leeren und vom Ostwind vertrockneten Ähren werden sieben Hungerjahre sein.

Gen 41:28 Folgendes ist der Inhalt, wovon ich zum Pharao sagte: "Gott hat dem Pharao angezeigt, was er tun will":

Gen 41:29 Siehe, es kommen sieben Jahre, da wird im ganzen Ägypterland großer Überfluß sein.

Gen 41:30 Danach werden sieben Hungerjahre kommen; da wird all die Fülle im Ägypterland vergessen sein, und der Hunger wird das Land aufreiben.

Gen 41:31 Man wird nichts mehr wissen von der Fülle im Lande angesichts des Hungers, der hernach kommt; denn er wird überaus drückend sein.

Gen 41:32 Daß sich aber der Traum des Pharao in zweifacher Form wiederholt hat, bedeutet: Fest beschlossen ist die Sache bei Gott. Gott wird es eilends verwirklichen.

Gen 41:33 Nun sehe sich der Pharao nach einem verständigen und weisen Manne um und setze ihn über das Land Ägypten!

Gen 41:34 Der Pharao möge auch Aufseher über das Land einsetzen und vom Ägypterland den fünften Teil in den sieben Jahren der Fülle erheben lassen!

Gen 41:35 Diese sollen den gesamten Speisevorrat der sieben kommenden guten Jahre sammeln und das Getreide zur Verfügung des Pharao als Vorrat in den Städten aufspeichern und gut aufbewahren.

Gen 41:36 Dieser Vorrat wird dann dem Lande für die sieben Hungerjahre, die über das Ägypterland kommen, als Rücklage dienen. So wird das Land durch Hungersnot nicht umkommen."

Gen 41:37 Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Dienern.

Gen 41:38 Der Pharao sprach zu seinen Dienern: "Finden wir wohl einen Mann, in dem Gottes Geist so wäre wie in diesem?"

Gen 41:39 Zu Joseph gewandt, sagte er: "Nachdem dich Gott dies alles wissen ließ, gibt es niemand, der so verständig und weise wäre wie du!

Gen 41:40 Du sollst über meinem Hause stehen, deinem Munde soll mein ganzes Volk gehorchen, nur um den Thron will ich größer als du sein!"

Gen 41:41 Der Pharao fuhr zu Joseph fort: "Siehe, ich setze dich über ganz Ägypten."

Gen 41:42 Dann zog der Pharao seinen Siegelring vom Finger und steckte ihn an Josephs Finger. Er ließ ihm linnene Gewänder anziehen und legte die goldene Kette um seinen Hals.

Gen 41:43 Auf seinem zweiten Wagen ließ er ihn fahren. Vor ihm her rief man: "Achtung!" So setzte er ihn über ganz Ägypten.

Gen 41:44 Der Pharao wandte sich an Joseph: "Pharao bin ich! Doch ohne dich soll niemand in ganz Ägypten seinen Arm oder seinen Fuß regen!"

Gen 41:45 Sodann gab der Pharao Joseph einen anderen Namen: "Zaphenat-Paneach" (Der Gott spricht, und er lebt). Er gab ihm die Asenat, die Tochter des Potiphera, des Priesters von On, zur Frau. So stieg Joseph empor über das ganze Land Ägypten.

Gen 41:46 Joseph war aber dreißig Jahre alt, als er vor den Pharao, den König von Ägypten, trat. Joseph ging von ihm fort und durchzog das ganze Ägypterland.

Gen 41:47 Das Land aber trug in den sieben Jahren Überfluß in Menge.

Gen 41:48 Joseph ließ allen Speisevorrat der sieben Jahre, den es im Lande Ägypten gab, sammeln und legte den Vorrat in den Städten nieder, und zwar in jeder Stadt den Vorrat von den Feldern rings um sie her.

Gen 41:49 So speicherte denn Joseph das Getreide auf in überaus großer Menge wie den Meeressand, so daß er schließlich aufhörte, zu messen; denn es gab kein Maß dafür.

Gen 41:50 Dem Joseph wurden zwei Söhne geboren, bevor die Hungersnot kam. Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On, hatte sie ihm geschenkt.

Gen 41:51 Joseph nannte den Erstgeborenen Manasse; denn "Gott hat mich all mein Elend und mein Vaterhaus vergessen lassen".

Gen 41:52 Den Namen des Zweiten nannte er Ephraim; denn "Gott hat mich in meines Unglücks Land fruchtbar werden lassen".

Gen 41:53 Die sieben Jahre des Überflusses, die im Lande geherrscht hatten, gingen zu Ende.

Gen 41:54 Und es nahten gemäß der Verheißung des Joseph die sieben Jahre des Hungers. Die Hungersnot aber wütete in allen Ländern; nur im ganzen Lande Ägypten gab es Brot.

Gen 41:55 Sobald nun das Volk im Ägypterland zu hungern anfing und alles zum Pharao um Brot schrie, sagte dieser zu allen Ägyptern: "Geht zu Joseph, und was er euch sagt, das tut!"

Gen 41:56 Der Hunger dehnte sich über die ganze Erde aus. Joseph öffnete alle Speicher und verkaufte den Ägyptern Getreide. Die Hungersnot wurde immer stärker im Lande Ägypten.

Gen 41:57 Alle Welt kam nach Ägypten, um bei Joseph Getreide zu kaufen; denn stark war der Hunger auf der ganzen Erde.

 

Genesis Kapitel 42

 

Gen 42:1 Jakob erfuhr, daß es in Ägypten Getreide gäbe. Er sprach zu seinen Söhnen: "Warum zögert ihr?"

Gen 42:2 Dann sagte er: "Seht, ich habe gehört, daß es in Ägypten noch Korn gibt. Zieht dorthin und kauft uns von dorther Getreide, damit wir am Leben bleiben und nicht sterben!"

Gen 42:3 Die Brüder Josephs zogen (es waren ihrer zehn) fort, um von Ägypten Getreide zu kaufen.

Gen 42:4 Josephs Bruder Benjamin aber schickte Jakob nicht mit seinen Brüdern; denn er dachte, es könnte ihm etwa ein Unfall zustoßen.

Gen 42:5 Die Söhne Israels kamen also mitten unter allen anderen zum Getreidekauf; denn der Hunger wütete im Lande Kanaan.

Gen 42:6 Joseph war der Gebieter über das Land. Er verkaufte allen Bewohnern des Landes Getreide. Die Brüder Josephs kamen und warfen sich mit dem Angesicht vor ihm zur Erde nieder.

Gen 42:7 Joseph erblickte seine Brüder, und er erkannte sie. Er stellte sich aber fremd gegen sie und redete gar streng mit ihnen. Er sprach zu ihnen: "Woher seid ihr gekommen?" Sie antworteten: "Vom Lande Kanaan, um Nahrung zu kaufen."

Gen 42:8 Joseph erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht.

Gen 42:9 Da erinnerte sich Joseph an die Träume, die er von ihnen gehabt hatte. Er sprach zu ihnen: "Kundschafter seid ihr! Die Blöße des Landes auszuspähen seid ihr gekommen!"

Gen 42:10 Sie antworteten ihm: "Nicht doch, mein Herr! Deine Knechte kamen, um Nahrung zu kaufen.

Gen 42:11 Alle miteinander sind wir Söhne eines einzigen Mannes; ehrliche Leute sind wir, deine Knechte sind keine Kundschafter."

Gen 42:12 Ersagte zu ihnen: "Nein, ihr seid gekommen, die Blöße des Landes auszuspähen."

Gen 42:13 Sie antworteten: "Wir, deine Knechte, waren unser zwölf Brüder, Söhne eines einzigen Mannes in Kanaan. Der Jüngste ist jetzt bei unserem Vater, und der eine ist nicht mehr da."

Gen 42:14 Joseph erwiderte ihnen: "So ist es, wie ich euch gesagt habe, Kundschafter seid ihr!

Gen 42:15 Darin sollt ihr geprüft werden: Beim Leben des Pharao! Ihr dürft nicht von hier fort, wenn nicht euer jüngster Bruder hierher kommt.

Gen 42:16 Schickt daher einen von euch, der soll euren Bruder holen; euch aber lasse ich fesseln. Es sollen eure Worte geprüft werden, ob es sich mit euch so verhält oder nicht! Beim Leben des Pharao! Ihr seid doch Kundschafter!"

Gen 42:17 Er ließ sie drei Tage in Gewahrsam bringen.

Gen 42:18 Am dritten Tage sprach Joseph zu ihnen: "Tut dieses, und ihr bleibt am Leben! Denn ich bin gottesfürchtig!

Gen 42:19 Wenn ihr wirklich ehrliche Leute seid, so soll einer von euch Brüdern in eurem Kerker als Gefangener dableiben; ihr anderen aber geht und schafft das Korn heim, um den Hunger in euren Familien zu stillen!

Gen 42:20 Euren jüngsten Bruder aber bringt her zu mir, damit sich eure Worte als wahr erweisen und ihr nicht sterben müßt!" Da stimmten sie zu.

Gen 42:21 Dann sagten sie unter sich: "Wehe, schuldig sind wir an unserem Bruder geworden! Wir haben seine Herzensangst miterlebt, als er unser Erbarmen anflehte; wir aber achteten nicht darauf. Darum ist jetzt diese Drangsal über uns gekommen."

Gen 42:22 Ruben erklärte ihnen: "Habe ich es nicht zu euch gesagt: "Versündigt euch nicht an diesem Knaben!" Ihr aber wolltet nicht hören. Nun wird sein Blut gefordert!"

Gen 42:23 Sie aber merkten nicht, daß Joseph sie verstand. Denn es war ein Dolmetscher zwischen ihnen.

Gen 42:24 Er wandte sich von ihnen ab und weinte. Dann kam er wieder hinzu und redete mit ihnen. Er ließ von ihnen den Simeon festnehmen und vor ihren Augen fesseln.

Gen 42:25 Dann gab Joseph den Befehl, die Behälter sollten mit Getreide gefüllt, das Geld eines jeden sollte in seinen Sack zurückgelegt und Reisevorrat ihnen mitgegeben werden. Das tat man ihnen.

Gen 42:26 Sie aber luden ihr Korn auf ihre Esel und zogen von dannen.

Gen 42:27 Einer von ihnen öffnete seinen Sack, um seinem Esel in der Herberge Futter zu geben. Er erblickte sein Geld - es lag oben in seinem Kornsack.

Gen 42:28 Er rief seinen Brüdern zu: "Zurückgetan ist mein Geld; hier in meinem Kornsack ist es!" Ihr Herz begann zu beben, und zitternd sprachen sie zueinander: "Was hat Gott uns da angetan?"

Gen 42:29 Sie kamen zu ihrem Vater Jakob in das Land Kanaan und berichteten ihm alles, was sich mit ihnen zugetragen hatte. Sie sprachen:

Gen 42:30 "Jener Mann, der Gebieter des Landes, hat mit uns gar hart geredet. Er hat uns für Kundschafter gehalten.

Gen 42:31 Wir haben ihm zwar gesagt: "Ehrliche Leute sind wir, wir sind keine Spione.

Gen 42:32 Zwölf Brüder waren wir, Söhne unseres Vaters. Einer ist nicht mehr, und der Jüngste ist jetzt bei unserem Vater im Lande Kanaan."

Gen 42:33 Jener Mann aber, der Gebieter des Landes, sprach zu uns: "Daran will ich erkennen, daß ihr ehrliche Leute seid: einen von euch Brüdern laßt bei mir zurück; dann nehmt das Getreide für den Hunger eurer Familien und zieht davon!

Gen 42:34 Aber bringt euren jüngsten Bruder zu mir! Daran will ich erkennen, daß ihr keine Spione seid, sondern ehrliche Leute. Euren Bruder gebe ich euch zurück, und dann könnt ihr im Lande Handel treiben.""

Gen 42:35 Sie leerten ihre Säcke, und ein jeder fand seinen Geldbeutel in seinem Sack. Sie sahen ihre Geldbeutel, sie selbst und auch ihr Vater, und sie fürchteten sich.

Gen 42:36 Ihr Vater Jakob wandte sich an sie: "Ihr macht mich kinderlos; Joseph ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr, den Benjamin nehmt ihr auch fort; all dieses ist über mich gekommen."

Gen 42:37 Ruben antwortete seinem Vater: "Meine beiden Söhne magst du töten, wenn ich ihn dir nicht zurückbringe! Vertraue ihn doch nur meiner Hand an; ich bringe ihn dir bestimmt wieder!"

Gen 42:38 Er aber sagte: "Mein Sohn wird nicht mit euch hinabziehen; sein Bruder ist tot, und er allein ist noch übrig. Stieße ihm aber auf dem Wege, den ihr zieht, ein Unfall zu, dann würdet ihr mein graues Haar mit Kummer in das Totenland hinunterbringen."

 

Genesis Kapitel 43

 

Gen 43:1 Der Hunger lastete schwer auf dem Lande.

Gen 43:2 Als sie nun das aus Ägypten mitgebrachte Getreide ganz aufgezehrt hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: "Geht noch einmal und kauft uns etwas Nahrungsvorrat!"

Gen 43:3 Juda antwortete ihm: "Der Mann hat uns nachdrücklichst eingeschärft: "Ihr dürft nicht mehr vor mein Antlitz treten, es sei denn, euer Bruder ist bei euch."

Gen 43:4 Wenn du also unseren Bruder mit uns schickst, dann wollen wir hinabziehen und dir Nahrung besorgen.

Gen 43:5 Wenn du ihn aber nicht mitschickst, dann ziehen wir auch nicht hinab; denn jener Mann hat zu uns gesagt: "Ihr dürft mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, daß euer Bruder bei euch ist.""

Gen 43:6 Israel entgegnete darauf: "Warum habt ihr mir dieses Leid zugefügt und dem Manne überhaupt gesagt, daß ihr noch einen Bruder habt?"

Gen 43:7 Sie antworteten: "Neugierig hat der Mann nach uns und der Verwandtschaft gefragt: "Lebt euer Vater noch? Habt ihr noch einen Bruder?" Da haben wir ihm der Wahrheit gemäß Auskunft gegeben. Konnten wir denn ahnen, daß er sagen würde: "Bringt mir euren Bruder her"?"

Gen 43:8 Juda bat seinen Vater Israel: "Schicke doch den Knaben mit mir; dann wollen wir aufbrechen und hinziehen. Wir werden alsdann am Leben bleiben und nicht sterben, weder wir selbst noch du und unsere Kinder.

Gen 43:9 Ich verbürge mich für ihn. Von meiner Hand magst du ihn zurückfordern. Wenn ich ihn dir nicht zurückbringe und vor dein Angesicht stelle, dann will ich immerdar vor dir in Schuld sein.

Gen 43:10 Hätten wir nicht so lange gezaudert, so wären wir schon zum zweitenmal zurück."

Gen 43:11 Ihr Vater Israel sprach zu ihnen: "Wenn es so steht, dann tut folgendes: Nehmt von den besten Erzeugnissen des Landes in eure Säcke und bringt sie dem Manne als ein Geschenk: etwas Balsam, etwas Honig, Tragakant und Ladanum, Pistazien und Mandeln!

Gen 43:12 Nehmt auch Geld entsprechend dem Kaufpreis mit; das Geld, das man oben in eure Säcke gelegt hat, bringt wieder zurück! Vielleicht war es ein Irrtum.

Gen 43:13 Dann nehmt euren Bruder, brecht auf und tretet wieder hin vor den Mann!

Gen 43:14 Der Allmächtige Gott schenke euch Barmherzigkeit vor dem Manne! Er übergebe euch euren anderen Bruder und auch Benjamin. Ich aber bin kinderlos, kinderlos!"

Gen 43:15 Die Männer nahmen das Huldigungsgeschenk und den doppelten Geldbetrag in ihre Hand, dazu den Benjamin. Dann brachen sie auf, zogen nach Ägypten hinab und traten vor Joseph hin.

Gen 43:16 Joseph sah bei ihnen den Benjamin. Er sagte zu seinem Hausverwalter: "Führe die Leute ins Haus, laß schlachten und zurüsten! Denn die Männer sollen am Mittag mit mir speisen."

Gen 43:17 Der Mann tat, wie ihm Joseph befohlen hatte, und führte die Leute in Josephs Haus.

Gen 43:18 Da gerieten die Männer in Angst, weil sie in Josephs Haus geschafft wurden, und sprachen: "Es geschieht des Geldes wegen, das vordem in unsere Säcke gekommen ist, daß man uns dorthin bringt. Man wird sich auf uns stürzen, wird über uns herfallen und uns zu Sklaven machen mitsamt unseren Eseln."

Gen 43:19 Sie traten also an den Hausverwalter Josephs heran und verhandelten mit ihm am Hauseingang.

Gen 43:20 Sie sprachen: "Bitte, Herr! Schon früher einmal sind wir hergekommen, um Nahrungsvorrat zu kaufen.

Gen 43:21 Wir kamen zur Herberge, öffneten unsere Kornsäcke, und siehe da, eines jeden Geldbetrag lag oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem vollen Gewicht. Wir brachten es wieder zurück.

Gen 43:22 Wir haben auch noch anderes Geld bei uns, Getreide zu besorgen. Wir wissen nicht, wer unser Geld wieder in unsere Säcke hineingelegt hat."

Gen 43:23 Er antwortete: "Es ist schon gut. Seid nicht bange, euer Gott und der Gott eures Vaters hat einen Schatz in eure Säcke hineingetan. Das Geld kam richtig an mich." Dann brachte er ihnen den Simeon heraus.

Gen 43:24 Die Männer führte er in Josephs Haus, reichte ihnen Wasser zum Füßewaschen und gab ihren Eseln Futter.

Gen 43:25 Sie aber richteten bis zu Josephs Ankunft um die Tagesmitte das Huldigungsgeschenk her; denn sie hatten erfahren, daß sie dort essen sollten.

Gen 43:26 Joseph kam in das Haus, sie brachten ihm das Geschenk, das sie bei sich hatten, und verneigten sich vor ihm bis zum Boden.

Gen 43:27 Er aber erkundigte sich nach ihrem Befinden und fragte: "Geht es eurem greisen Vater, von dem ihr erzählt habt, gut? Ist er noch am Leben?"

Gen 43:28 Sie antworteten: "Es geht deinem Knechte, unserem Vater, gut; er ist noch am Leben." Dabei verneigten sie sich und warfen sich nieder.

Gen 43:29 Als er aufblickte und seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter sah, sprach er: "Ist dies euer jüngster Bruder, von dem ihr mir erzählt habt?" Er sprach: "Gott erweise seine Huld an dir, mein Sohn!"

Gen 43:30 Dann aber eilte Joseph davon, denn sein Inneres ward seines Bruders wegen aufgewühlt. Die Tränen kamen ihm; er ging in die Kammer und weinte dort.

Gen 43:31 Dann wusch er sein Antlitz, kam wieder heraus und beherrschte sich. Dann sprach er: "Tragt das Essen auf!"

Gen 43:32 Man trug auf; und zwar ihm besonders und ihnen besonders und den Ägyptern, die mit ihm aßen, wieder besonders. Die Ägypter dürfen nämlich nicht mit den Hebräern speisen; denn das gilt den Ägyptern als Greuel.

Gen 43:33 Sie nahmen nun vor ihm Platz: der Erstgeborene nach seiner Erstgeburt und der Jüngste nach seiner Jugend. Darob schauten die Männer einander verwundert an.

Gen 43:34 Da ließ er ihnen Gerichte von dem, was vor ihm stand, bringen. Der Anteil Benjamins war fünfmal so groß wie die Anteile aller übrigen. Sie tranken mit ihm und wurden guter Dinge.

 

Genesis Kapitel 44

 

Gen 44:1 Er gebot seinem Hausverwalter: "Fülle die Kornsäcke der Männer mit Nahrungsmitteln, soviel sie fassen können! Lege das Geld eines jeden oben in seinen Sack!

Gen 44:2 Und meinen Becher, den Becher aus Silber, sollst du oben in den Sack des Jüngsten legen und dazu das Geld für sein Getreide!" Er tat nach Josephs Anordnungen.

Gen 44:3 Beim Aufleuchten der Morgenröte wurden die Männer verabschiedet und zogen mit ihren Eseln los.

Gen 44:4 Sie waren noch nicht allzu weit aus der Stadt hinaus, da gebot Joseph seinem Hausverwalter: "Auf, jage den Männern nach, hole sie ein und sprich zu ihnen: "Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? Warum habt ihr mir den Silberbecher gestohlen?

Gen 44:5 Ist das nicht der, aus dem mein Herr trinkt und mit dem er wahrsagt? Da habt ihr etwas Schlimmes angerichtet!""

Gen 44:6 Er holte sie ein und redete mit ihnen in diesem Sinne.

Gen 44:7 Sie antworteten ihm: "Warum spricht unser Herr solche Worte? Fern liegt es deinen Knechten, solches zu tun.

Gen 44:8 Siehe, das Geld, das wir oben in unseren Säcken fanden, haben wir dir aus dem Lande Kanaan zurückgebracht. Wie sollten wir also aus dem Hause deines Herrn Silber und Gold stehlen?

Gen 44:9 Bei welchem von deinen Knechten er sich befindet, der soll sterben, und auch wir anderen wollen unserem Herrn Sklaven sein!"

Gen 44:10 Er antwortete: "Gut denn, es sei, wie ihr gesagt! Bei wem er gefunden wird, der sei mein Sklave, ihr andern aber seid straffrei!"

Gen 44:11 Eilends ließ ein jeder seinen Sack auf die Erde herunter und öffnete ihn.

Gen 44:12 Er durchstöberte alles, beim ältesten fing er an, und beim Jüngsten hörte er auf. Der Becher fand sich im Sacke Benjamins.

Gen 44:13 Sie zerrissen nunmehr ihre Gewänder; ein jeder belud seinen Esel, und sie kehrten in die Stadt zurück.

Gen 44:14 Juda und seine Brüder kamen in das Haus Josephs, als er noch dort war; sie warfen sich vor ihm zu Boden nieder.

Gen 44:15 Joseph herrschte sie an: "Was ist das für eine Untat, die ihr begingt? Wußtet ihr denn nicht, daß ein Mann wie ich wahrsagen kann?"

Gen 44:16 Juda sprach: "Was sollen wir unserem Herrn sagen, was sollen wir sprechen, womit uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Knechte zu finden gewußt; siehe, als Sklaven sind wir Eigentum unseres Herrn, sowohl wir alle als auch der, bei dem der Becher sich fand."

Gen 44:17 Er antwortete: "Fern sei es von mir, so zu handeln! Derjenige, bei dem der Becher sich fand, soll mein Sklave sein! Ihr aber zieht unbehelligt zu eurem Vater!"

Gen 44:18 Da trat Juda näher zu ihm und sprach: "Bitte, mein Herr, dein Knecht darf ein Wort vor den Ohren meines Herrn sprechen; dein Zorn entbrenne nicht wider deinen Knecht, denn du bist dem Pharao gleich!

Gen 44:19 Mein Herr fragte seine Knechte: "Habt ihr noch einen Vater oder einen Bruder?"

Gen 44:20 Wir sprachen zu unserem Herrn: "Wir haben noch einen alten Vater und einen kleinen, ihm im Greisenalter geborenen Bruder. Da sein anderer Bruder tot ist, blieb er von seiner Mutter allein übrig, und sein Vater liebt ihn besonders.

Gen 44:21 Du aber sagtest zu deinen Knechten: "Bringt ihn her zu mir! Ich möchte ihn zu Gesicht bekommen!"

Gen 44:22 Wir sprachen darauf zu unserem Herrn: "Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; täte er es, dann würde dieser sterben."

Gen 44:23 Du aber sagtest zu deinen Knechten: "Kommt euer jüngster Bruder nicht mit euch, dann dürft ihr nicht mehr vor mein Angesicht treten!"

Gen 44:24 Als wir nun zu deinem Knecht unserem Vater, hinaufkamen, erzählten wir ihm die Worte unseres Herrn.

Gen 44:25 Und wieder sprach unser Vater: "Macht euch von neuem auf und kauft uns etwas Nahrungsvorrat!"

Gen 44:26 Wir antworteten: "Wir können nicht hinabziehen. Nur wenn unser jüngster Bruder bei uns ist, ziehen wir hinab; denn wir können vor das Angesicht dieses Mannes nicht hintreten, ohne daß unser jüngster Bruder bei uns ist."

Gen 44:27 Darauf entgegnete unser Vater, dein Knecht: "Ihr wißt es, daß mir meine Frau zwei Söhne geboren hat.

Gen 44:28 Der eine ging von mir; ich mußte mir sagen: Gewiß ist er zerrissen worden! Gesehen habe ich ihn bis heute nicht mehr.

Gen 44:29 Nehmt ihr mir nun auch noch diesen fort, und stieße ihm ein Unfall zu, dann würdet ihr mein graues Haar mit Leid in das Totenland hinunterbringen."

Gen 44:30 Wenn ich jetzt also zu deinem Knechte, meinem Vater, käme, und der Knabe, an dem sein Herz so sehr hängt, wäre nicht bei uns,

Gen 44:31 und er sähe, daß der Knabe nicht dabei ist, so wäre das sein Tod. Deine Knechte hätten dann das graue Haar deines Knechtes, unseres Vaters, mit Kummer in das Totenland gebracht.

Gen 44:32 Denn dein Knecht hat sich ja für den Knaben vor seinem Vater verbürgt, indem er sagte: "Wenn ich ihn dir nicht wiederbringe, dann will ich dauernd schuldig sein vor meinem Vater!"

Gen 44:33 Deswegen möge dein Knecht anstatt des Knaben dableiben und als Sklave meinem Herrn gehören. Der Knabe aber soll wieder hinaufziehen mit seinen Brüdern!

Gen 44:34 Wie könnte ich denn heimkehren zu meinem Vater, ohne daß der Knabe bei mir ist? Ich könnte das Leid nicht anschauen, das meinen Vater dann träfe."

 

Genesis Kapitel 45

 

Gen 45:1 Da konnte sich Joseph vor allen, die um ihn herumstanden, nicht länger beherrschen. Er rief: "Laßt alle von mir wegtreten!" Niemand war dabei, als Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gab.

Gen 45:2 Er erhob weinend seine Stimme. Die Ägypter hörten es; es hörte davon der Palast des Pharao.

Gen 45:3 Joseph sprach zu seinen Brüdern: "Ich bin Joseph! Lebt mein Vater noch?" Seine Brüder aber konnten ihm keine Antwort geben; denn sie waren verwirrt.

Gen 45:4 Joseph sagte zu seinen Brüdern: "Kommt näher zu mir heran!" Sie kamen näher. Er sprach: "Ich bin euer Bruder Joseph, den ihr nach Ägypten verkauft habt.

Gen 45:5 Nun aber grämt euch nicht und regt euch nicht auf, daß ihr mich hierher verkauft habt; denn um Leben zu retten, hat Gott mich vor euch hergesandt.

Gen 45:6 Zwei Jahre wütet schon die Hungersnot im Lande, und noch fünf Jahre wird es weder Pflügen noch Ernten geben.

Gen 45:7 Da hat Gott mich vor euch hergesandt, um euch ein Fortbestehen im Lande zu sichern und euer Leben zu erhalten für ein großes Rettungswerk.

Gen 45:8 Nicht ihr habt mich also hierher gesandt, sondern Gott. Er selbst hat mich zum Vater für den Pharao gemacht, zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Gebieter über ganz Ägypten.

Gen 45:9 Eilt! Zieht hinauf zu meinem Vater und sagt ihm: So spricht dein Sohn Joseph: "Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt; komm zu mir und zögere nicht!

Gen 45:10 Wohnen sollst du im Lande Gosen, mir nahe sollst du sein, du selbst, deine Söhne, deine Enkel, dein Klein- und Großvieh und alles, was dir gehört!

Gen 45:11 Ich will dich dort versorgen; denn noch fünf Jahre lang wird die Hungersnot wüten; du, dein Haus und alles, was du hast, sollen nicht verarmen!"

Gen 45:12 Eure Augen und die meines Bruders Benjamin sehen es ja selbst, daß ich es bin, dessen Mund zu euch redet.

Gen 45:13 Erzählt meinem Vater von meiner hohen Würde in Ägypten und von allem, was ihr gesehen habt! Beeilt euch und bringt meinen Vater hierher!"

Gen 45:14 Dann fiel er seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und auch Benjamin weinte an seinem Halse.

Gen 45:15 Er küßte alle seine Brüder und schloß sie weinend in seine Arme. Danach erst konnten seine Brüder mit ihm reden.

Gen 45:16 Im Palast des Pharao vernahm man die Kunde: "Die Brüder Josephs sind angekommen!" Der Pharao und seine Diener sahen das gern.

Gen 45:17 Der Pharao sprach zu Joseph: "Befiehl deinen Brüdern: "Tut folgendes: Beladet eure Esel und zieht dann ins Land Kanaan!

Gen 45:18 Holt euren Vater und eure Familien und kommt zu mir! Ich will euch das Beste des Ägypterlandes geben. Ihr sollt das Fett des Landes verzehren!"

Gen 45:19 Du aber hast den Auftrag: Tut folgendes: Nehmt euch aus Ägypten Wagen für eure Kleinkinder und eure Frauen, bringt euren Vater und kommt!

Gen 45:20 Laßt eure Augen nicht betrübt sein wegen eures Hausrats; denn die Güter des ganzen Ägypterlandes gehören euch!"

Gen 45:21 Die Söhne Israels taten so. Joseph stellte ihnen auf Befehl des Pharao Wagen zur Verfügung und gab ihnen Reisevorrat.

Gen 45:22 Allen gab er Feierkleider, dem Benjamin aber schenkte er dreihundert Silberstücke und fünf Feierkleider.

Gen 45:23 Seinem Vater sandte er folgendes: Zehn Esel, beladen mit den besten Erzeugnissen Ägyptens, und zehn Eselstuten, beladen mit Getreide, Nahrung und Zehrung für seines Vaters Reise.

Gen 45:24 Er entließ seine Brüder, und sie zogen fort; er aber sagte noch zu ihnen: "Habt keine Angst auf der Reise!"

Gen 45:25 So zogen sie aus Ägypten hinauf und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob.

Gen 45:26 Sie berichteten ihm: "Joseph lebt noch! Er ist Gebieter über ganz Ägypten." Sein Herz aber blieb kalt; denn er glaubte ihnen nicht.

Gen 45:27 Sie erzählten ihm nun alles, was Joseph zu ihnen gesprochen hatte. Als er die Wagen sah, die Joseph geschickt hatte, um ihn abzuholen, da lebte der Geist ihres Vaters Jakob wieder auf.

Gen 45:28 Israel rief aus: "Es ist genug! Mein Sohn Joseph lebt! Ich will hingehen und ihn schauen, bevor ich sterbe!"

 

Genesis Kapitel 46

 

Gen 46:1 So brach Israel auf mit allem, was ihm gehörte. Er kam nach Beerseba und brachte dem Gott seines Vaters Isaak Opfer dar.

Gen 46:2 Gott sprach zu Israel in Nachtgesichten: "Jakob! Jakob!" Er erwiderte: "Hier bin ich!"

Gen 46:3 Dann fuhr er fort: "Ich bin Gott, der Gott deines Vaters. Hab keine Furcht, nach Ägypten zu ziehen, denn zu einem großen Volke werde ich dich dort machen.

Gen 46:4 Ich werde mit dir hinabziehen nach Ägypten, und ich werde dich auch wieder herausführen; Joseph wird dir die Augen zudrücken."

Gen 46:5 Jakob brach von Beerseba auf, und die Söhne Israels hoben ihren Vater Jakob, ihre Kleinkinder und ihre Frauen auf die Wagen, die der Pharao geschickt hatte, um ihn zu holen.

Gen 46:6 Sie nahmen ihre Herden und ihre Habe, die sie im Lande Kanaan erworben hatten, mit sich. So kamen sie in Ägypten an, Jakob und seine gesamte Nachkommenschaft mit ihm.

Gen 46:7 Seine Söhne und seine Enkel, seine Töchter und seine Enkelinnen, ja seinen ganzen Stamm brachte er mit sich nach Ägypten.

Gen 46:8 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren, Jakob und seine Söhne. Der Erstgeborene Jakobs war Ruben.

Gen 46:9 Rubens Söhne: Henoch, Pallu, Chezron und Karmi.

Gen 46:10 Simeons Söhne: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zochar und Schaul, der Kanaaniterin Sohn.

Gen 46:11 Levis Söhne: Gerschon, Kehat und Merari.

Gen 46:12 Judas Söhne: Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Er und Onan starben noch im Lande Kanaan. Des Perez Söhne waren Chezron und Chamul.

Gen 46:13 Issachars Söhne: Tola, Puwwa, Jaschub und Schimron.

Gen 46:14 Sebuluns Söhne: Sered, Elon und Jachleel.

Gen 46:15 Das sind Leas Söhne, die sie dem Jakob in Paddan-Aram geboren hatte, und dazu seine Tochter Dina, insgesamt dreiunddreißig Söhne und Töchter.

Gen 46:16 Gads Söhne: Ziphjon, Chaggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arodi und Areli.

Gen 46:17 Asers Söhne: Jimna, Jischwa, Jischwi, Beria und ihre Schwester Serach. Und Berias Söhne: Cheber und Malkiel.

Gen 46:18 Dies sind die Söhne der Silpa, die Laban seiner Tochter Lea gegeben hatte. Diese hat sie dem Jakob geboren: sechzehn Personen.

Gen 46:19 Die Söhne der Rachel, der Frau Jakobs: Joseph und Benjamin.

Gen 46:20 Dem Joseph wurden im Ägypterland Söhne geboren, die ihm Asenat, die Tochter des Priesters Potiphera von On, gebar, nämlich Manasse und Ephraim.

Gen 46:21 Benjamins Söhne: Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Echi, Rosch, Muppim, Chuppim und Ard.

Gen 46:22 Dies sind Rachels Söhne, die sie dem Jakob gebar, insgesamt vierzehn Personen.

Gen 46:23 Dans Sohn hieß Chuschim.

Gen 46:24 Naphtalis Söhne: Jachzeel, Guni, Jezer und Schillem.

Gen 46:25 Dies sind die Söhne der Bilha, die Laban seiner Tochter Rachel gegeben hatte. Diese gebar sie dem Jakob, insgesamt sieben Personen.

Gen 46:26 Die Zahl aller Personen, die mit Jakob nach Ägypten zogen und aus seinen Lenden hervorgegangen waren, betrug insgesamt sechsundsechzig Personen, außer den Frauen der Söhne Jakobs.

Gen 46:27 Josephs Söhne, die ihm in Ägypten geboren wurden, waren insgesamt zwei. Alle Personen der Familie Jakobs, die nach Ägypten gekommen waren, betrugen siebzig.

Gen 46:28 Den Juda aber sandte er vor sich her zu Joseph, damit dieser im voraus nach Gosen Weisung gebe. So kamen sie im Lande Gosen an.

Gen 46:29 Joseph ließ seinen Wagen anspannen und reiste seinem Vater Israel nach Gosen entgegen. Als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte an seinem Halse.

Gen 46:30 Israel sprach zu Joseph: "Jetzt will ich gerne sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe; denn du bist noch am Leben."

Gen 46:31 Joseph sprach zu seinen Brüdern und zu seines Vaters Familie: "Ich will hingehen, um dem Pharao Mitteilung zu machen und ihm zu sagen: "Meine Brüder und meines Vaters Familie, die im Lande Kanaan lebten, sind zu mir gekommen.

Gen 46:32 Die Männer sind Kleinviehhirten, sie treiben Viehzucht. Sie haben ihr Kleinvieh, ihre Rinder und ihren gesamten Besitz mitgebracht."

Gen 46:33 Der Pharao wird euch nun rufen lassen und euch fragen: "Was ist euer Beruf?"

Gen 46:34 Dann müßt ihr antworten: "Deine Knechte waren Viehzüchter von Jugend auf bis jetzt, sowohl wir selbst als auch unsere Väter", damit ihr im Lande Gosen euch ansiedeln könnt. Denn ein Greuel sind den Ägyptern alle Schafhirten."

 

Genesis Kapitel 47

 

Gen 47:1 Joseph kam dann, machte dem Pharao Mitteilung und sprach: "Mein Vater, meine Brüder, ihr Kleinvieh und ihr Großvieh, mit allem, was ihnen gehört, sind aus dem Lande Kanaan angekommen. Sie sind jetzt im Lande Gosen."

Gen 47:2 Aus der Zahl seiner Brüder nahm er fünf und stellte sie dem Pharao vor.

Gen 47:3 Der Pharao sprach zu den Brüdern: "Was ist euer Beruf?" Sie antworteten dem Pharao: "Kleinviehhirten sind deine Knechte, wir wie auch unsere Väter."

Gen 47:4 Sie fuhren fort: "Um als Schutzbürger im Lande zu weilen, sind wir gekommen, denn es gab für das Kleinvieh deiner Knechte keine Weide mehr, weil Hunger auf dem Lande Kanaan lastet. Jetzt möchten deine Knechte sich im Gebiet von Gosen niederlassen."

Gen 47:5 Der Pharao sprach zu Joseph: "Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen.

Gen 47:6 Ägypten steht dir zur Verfügung. Im besten Landesteil siedle deinen Vater und deine Brüder an; sie mögen sich ansiedeln im Gefilde vn Gosen! Und wenn du weißt, daß unter ihnen besonders tüchtige Männer sind, dann setze sie zu Aufsehern über meinen Herdenbesitz!"

Gen 47:7 Dann führte Joseph seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn dem Pharao vor. Jakob entbot dem Pharao seinen Segensgruß.

Gen 47:8 Der Pharao fragte Jakob: "Wie hoch ist die Zahl deiner Lebensjahre?"

Gen 47:9 Jakob antwortete dem Pharao: "Die Zahl der Jahre meiner Pilgerschaft ist hundertdreißig; gering an Zahl und hart waren meine Lebensjahre; sie erreichten nicht die Zeit der Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgerschaft."

Gen 47:10 Jakob entbot dem Pharao den Segensgruß und ging dann wieder von ihm hinaus.

Gen 47:11 Joseph siedelte seinen Vater und seine Brüder an und gab ihnen Grundbesitz im Ägypterland, im besten Teil des Landes, nämlich in der Gegend von Ramses, wie es der Pharao geboten hatte.

Gen 47:12 Joseph versorgte nun seinen Vater, seine Brüder und die gesamte Familie seines Vaters mit Nahrung nach der Zahl ihrer Kinder.

Gen 47:13 Es fehlte an Brot im ganzen Lande; denn der Hunger lastete schwer. Es verschmachteten Ägypten und Kanaan vor Hunger.

Gen 47:14 Joseph brachte alles im Lande Ägypten und im Lande Kanaan befindliche Geld zusammen für das Getreide, das man sich kaufte, und Joseph lieferte das Geld ins Haus des Pharao ab.

Gen 47:15 So war das Geld im Lande Ägypten und im Lande Kanaan ausgegangen. Alle Ägypter kamen zu Joseph und sagten: "Gib uns Brot! Denn warum sollen wir vor deinen Augen sterben? Das Geld ist nämlich zu Ende!"

Gen 47:16 Joseph entgegnete: "Gebt eure Herden, und ich will euch dafür Brot geben, wenn das Geld zu Ende ist!"

Gen 47:17 Sie brachten ihre Herden zu Joseph; er gab ihnen Nahrung als Tausch für die Pferde und ihre Bestände an Kleinvieh, an Großvieh und an Eseln. Er brachte sie mit Brot um den Preis ihres ganzen Viehs durch jenes Hungerjahr gut hindurch.

Gen 47:18 Jenes Jahr ging zu Ende. Sie kamen aber im nächsten Jahr wieder und sagten ihm: "Wir können es unserem Herrn nicht mehr verbergen, daß unser Geld zu Ende ist und daß unsere Viehbestände bei unserem Herrn sind; wir können unserem Herrn nichts mehr anbieten als uns selbst und unsere Grundstücke.

Gen 47:19 Warum sollen wir vor deinen Augen zugrunde gehen, wir selbst und unser Grundbesitz? Kaufe uns unsere Grundstücke um Brot ab, dann wollen wir und unser Land dem Pharao dienstbar sein! Gib uns Saatgut, und wir werden leben und nicht sterben. Unser Land wird dann nicht veröden."

Gen 47:20 Joseph erwarb nun alles Land in Ägypten für den Pharao; denn von den Ägyptern verkaufte jedermann sein Grundstück, weil der Hunger stark auf sie drückte; das Land wurde des Pharao Eigentum.

Gen 47:21 Und das Volk machte er ihm leibeigen von einem Ende Ägyptens bis zum anderen.

Gen 47:22 Nur das Land der Priester kaufte er nicht; denn die Priester hatten vom Pharao ein festes Einkommen, und sie lebten von ihrem Einkommen, das der Pharao ihnen gab; darum verkauften sie ihr Land nicht.

Gen 47:23 Joseph sprach zu dem Volke: "Seht, ich habe jetzt euch und euer Land für den Pharao erworben; da habt ihr Saatgut, bestellt damit den Acker!

Gen 47:24 Aber den fünften Teil von den Erträgnissen müßt ihr dem Pharao abliefern; vier Teile sollen euch zum Besäen des Ackers dienen und zu eurer, eurer Familien und eurer Kinder Ernährung!"

Gen 47:25 Sie antworteten: "Du hast uns am Leben erhalten; wenn wir Huld in unseres Herrn Augen finden, dann wollen wir gern dem Pharao dienstbar sein!"

Gen 47:26 So machte es denn Joseph zu einer Gesetzesvorschrift für den ägyptischen Grundbesitz bis zum heutigen Tage, daß dem Pharao der fünfte Teil gehöre, nur das Priesterland wurde nicht Eigentum des Pharao.

Gen 47:27 So wurde Israel in Ägypten seßhaft, im Lande Gosen; sie setzten sich darin fest, wurden fruchtbar und mehrten sich sehr.

Gen 47:28 Jakob lebte im Ägypterland siebzehn Jahre. Die Tage Jakobs, seine Lebensjahre, betrugen hundertsiebenundvierzig Jahre.

Gen 47:29 Die Zeit nahte heran, da Israel sterben sollte. Er rief seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: "Habe ich Gnade vor dir gefunden, so lege deine Hand unter meine Hüfte zum Eid, daß du liebevoll und treu an mir handeln wirst: Begrabe mich nicht in Ägypten!

Gen 47:30 Wenn ich nun zu meinen Vätern entschlafe, so bringe mich fort von Ägypten und begrabe mich in ihrem Grabe!" Er sagte darauf: "Deinem Wunsche gemäß werde ich handeln!"

Gen 47:31 Jener sprach: "So schwöre mir!" Er schwur ihm. Da neigte sich Israel nach dem Kopfende seines Lagers hin.

 

Genesis Kapitel 48

 

Gen 48:1 Nach diesen Begebenheiten meldete man dem Joseph: "Höre, dein Vater ist krank." Da nahm Joseph seine beiden Söhne Manasse und Ephraim mit sich.

Gen 48:2 Dem Jakob berichtete man: "Dein Sohn Joseph ist zu dir gekommen." Da nahm Israel seine Kräfte zusammen und setzte sich in seinem Bette aufrecht.

Gen 48:3 Jakob sprach zu Joseph: "Der Allmächtige Gott ist mir in Lus im Lande Kanaan erschienen und hat mich gesegnet.

Gen 48:4 Er sprach zu mir: "Ich will dich fruchtbar und zahlreich sein lassen und dich zu einer Schar von Völkern machen. Dies Land will ich deiner Nachkommenschaft zum immerwährenden Besitz geben!"

Gen 48:5 Und nun sollen deine beiden Söhne, die dir im Ägypterland geboren sind, bevor ich zu dir nach Ägypten kam, mir gehören. Ephraim und Manasse sollen mir soviel gelten wie Ruben und Simeon!

Gen 48:6 Nur die Kinder, die du nach ihnen gezeugt hast, sollen dir gehören; nach dem Namen ihrer Brüder sollen sie in ihrem Erbteil heißen!

Gen 48:7 Denn als ich aus Paddan kam, starb mir Rachel unterwegs im Lande Kanaan, als es noch eine Strecke weit bis Ephrat war. Ich begrub sie dort am Weg nach Ephrat, das ist Bethlehem."

Gen 48:8 Israel sah die Söhne Josephs und fragte: "Wer sind diese?"

Gen 48:9 Joseph antwortete seinem Vater: "Meine Söhne sind es, die Gott mir hier geschenkt hat." Da sprach er: "Bringe sie her zu mir, ich will sie segnen!"

Gen 48:10 Die Augen Israels waren vom Alter schwach geworden; er konnte nicht mehr gut sehen. Man führte sie zu ihm hin, er küßte und umarmte sie.

Gen 48:11 Israel sprach zu Joseph: "Ich hätte nicht vermutet, dich jemals wiederzusehen, und nun hat Gott mich sogar noch deine Nachkommen schauen lassen."

Gen 48:12 Joseph nahm sie von seinem Schoße weg, und sie verneigten sich mit dem Angesicht zur Erde.

Gen 48:13 Joseph nahm beide Söhne - den Ephraim zu seiner Rechten, aber zur Linken Israels, den Manasse zu seiner Linken, aber zur Rechten Israels - und führte sie ihm zu.

Gen 48:14 Israel streckte seine Rechte aus und legte sie auf das Haupt Ephraims, obwohl er der Jüngere war, und seine Linke auf das Haupt Manasses, indem er seine Arme kreuzte; Manasse war jedoch der Erstgeborene.

Gen 48:15 Er segnete den Joseph und sprach: "Gott, vor dem meine Väter Abraham und Isaak gewandelt sind, Gott, der mein Hirte war mein Leben lang bis auf diesen Tag,

Gen 48:16 der Engel, der mich von allem Übel erlöst hat, er segne diese Knaben. Mein Name und der meiner Väter Abraham und Isaak soll in ihnen weiterleben. Sie sollen sich vermehren zu großer Menge inmitten des Landes!"

Gen 48:17 Joseph aber sah, daß sein Vater seine Rechte auf das Haupt Ephraims gelegt hatte; das mißfiel ihm, und er ergriff die Hand seines Vaters, um sie vom Haupte Ephraims auf das Haupt Manasses zu legen.

Gen 48:18 Joseph sprach zu seinem Vater: "Nicht so, mein Vater, dieser ist der Erstgeborene; lege deine Rechte auf sein Haupt!"

Gen 48:19 Doch sein Vater weigerte sich und sprach: "Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Auch dieser wird zu einem Volke werden, auch dieser wird groß sein! Aber sein jüngerer Bruder wird ihn an Größe übertreffen, und seine Nachkommenschaft soll zu einer Fülle von Völkern werden."

Gen 48:20 An jenem Tage segnete er sie und sprach: "Mit dir soll Israel seine Segenswünsche sprechen: "Gott möge dich machen wie Ephraim und Manasse!"" So setzte er den Ephraim vor Manasse.

Gen 48:21 Israel sagte weiter zu Joseph: "Siehe, ich muß sterben. Gott wird mit euch sein und wird euch in das Land eurer Väter heimführen.

Gen 48:22 Ich schenke dir gegenüber deinen Brüdern ein geschlossenes Gebiet, das ich den Amoritern mit meinem Schwerte und meinem Bogen abgenommen habe."

 

Genesis Kapitel 49

 

Gen 49:1 Jakob rief seine Söhne und sprach: "Versammelt euch, ich will euch kundtun, was euch in der kommenden Zeit begegnen wird!

Gen 49:2 Kommt alle und hört, ihr Jakobssöhne; hört euren Vater Israel!

Gen 49:3 Ruben, mein Erstgeborener, meine Kraft und der Erstling meiner Lenden! Erster an Hoheit, erster an Stärke!

Gen 49:4 Du walltest über wie Wasser; du sollst der Erste nicht sein; denn du hast deines Vaters Lager bestiegen; damals schändetest du mein Bett, das du bestiegst.

Gen 49:5 Simeon und Levi, ein Brüderpaar, Werkzeuge der Gewalt sind ihre Schwerter.

Gen 49:6 In ihren geheimen Rat trete mein Herz nicht ein, an ihrer Versammlung nehme nicht teil mein Gemüt; denn in ihrem Zorn haben sie Männer getötet und in ihrem Mutwillen Stiere gelähmt.

Gen 49:7 Fluch über ihren Zorn, der so heftig, und ihren Grimm, der so wütend ist! Ich will sie zerteilen in Jakob und sie zerstreuen in Israel!

Gen 49:8 Du, Juda! Preisen werden dich deine Brüder! Deine Hand ruht auf deiner Feinde Genick. Es neigen sich vor dir deines Vaters Söhne.

Gen 49:9 Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, bist du emporgestiegen. Nun hat er sich gelagert und hingekauert wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wird ihn aufscheuchen?

Gen 49:10 Nicht weicht der Herrscherstab von Juda noch der Fürstenstab von seinen Füßen, bis der kommt, dem er gebührt und dem der Völker Gehorsam gehört.

Gen 49:11 An den Weinstock bindet er seinen Esel und an die Rebe seiner Eselin Junges. Er wäscht im Wein sein Kleid und im Traubenblut sein Gewand.

Gen 49:12 Seine Augen sind dunkler als Wein, seine Zähne weißer als Milch.

Gen 49:13 Sebulun wohnt an des Meeres Küste, zum Gestade der Schiffe hin. Seine Rückseite lehnt sich an Sidon.

Gen 49:14 Issachar ist ein knochiger Esel; er lagert am Kochherd.

Gen 49:15 Er sah, seine Ruhe ist schön und lieblich sein Land. Da beugte er seine Schulter zur Traglast; er wurde zum Fronknecht.

Gen 49:16 Dan schafft Recht seinem Volke wie nur einer der Stämme Israels.

Gen 49:17 Dan sei eine Schlange am Weg, eine Natter am Pfade, die das Roß in die Fessel beißt, so daß sein Reiter nach rückwärts fällt.

Gen 49:18 Auf dein Heil harre ich, o Herr!

Gen 49:19 Gad, Kriegsgedränge bedrängt ihn; er aber bedrängt den Nachtrab.

Gen 49:20 Aser, Fettes ist seine Speise, königliche Leckerbissen liefert er.

Gen 49:21 Naphtali ist eine freigelassene Hinde. Er trägt schöne Reden vor.

Gen 49:22 Ein Jungrind ist Joseph, ein Jungrind an der Quelle, ein Kalb, das auf dem Mauerwall schreitet.

Gen 49:23 Es reizten ihn aber und schossen, es befehdeten ihn Pfeilschützen.

Gen 49:24 Doch sein Bogen blieb fest, Arme und Hände waren gelenk durch die Hände des Starken Jakobs, von dort her, wo der Hirte ist, der Felsenhort Israels,

Gen 49:25 vom Gott deines Vaters, der dir helfe, vom Allmächtigen, der dich segne mit Segnungen des Himmels dort oben, mit Segnungen der Urflut, die drunten lagert, mit Segnungen von Brust und Schoß.

Gen 49:26 Die Segnungen deines Vaters wirken sich machtvoll aus auf die Segnungen der uralten Berge und auf den köstlichen Ertrag der ewigen Hügel. Sie mögen kommen auf Josephs Haupt, auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!

Gen 49:27 Benjamin ist ein reißender Wolf; früh am Morgen frißt er Raub, am Abend verteilt er Beute."

Gen 49:28 Dies sind die zwölf Stämme Israels, und dies sind die Worte, die ihr Stammvater zu ihnen gesprochen hat. Er segnete sie, einen jeden mit einem besonderen Segen.

Gen 49:29 Und er gebot ihnen und sprach: "Ich werde zu meiner Sippe versammelt; begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle, die auf dem Grundstück des Hethiters Ephron liegt,

Gen 49:30 in der Höhle auf dem Felde Machpela gegenüber Mamre im Lande Kanaan, auf dem Felde, das Abraham von dem Hethiter Ephron als eigene Grabstätte gekauft hat.

Gen 49:31 Dort haben sie Abraham und seine Frau Sara begraben, dort bestatteten sie Isaak und seine Frau Rebekka, und dort habe ich Lea beerdigt.

Gen 49:32 Erworben ward das Feld mit der darauf befindlichen Höhle von den Hethitern."

Gen 49:33 Jakob hatte seine letzten Aufträge an seine Söhne beendet; dann zog er seine Beine auf die Lagerstatt zurück. Er verschied und ward zu seiner Sippe versammelt.

 

Genesis Kapitel 50

 

Gen 50:1 Da warf sich Joseph über seinen Vater, er beweinte ihn und küßte ihn.

Gen 50:2 Er gab alsdann seinen Dienern, den Ärzten, Befehl, seinen Vater einzubalsamieren.Die Ärzte balsamierten Israel ein.

Gen 50:3 Darob verflossen vierzig Tage; denn so lange dauert das Einbalsamieren. Die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.

Gen 50:4 Die Tage der Trauer um ihn gingen vorüber; da redete Joseph zu den Hofbeamten des Pharao: "Habe ich Gnade vor euch gefunden, so teilt dem Pharao folgendes mit:

Gen 50:5 Mein Vater hat mich einen Eid schwören lassen: "Wenn ich nunmehr sterbe, so begrabe mich in eigener Gruft, die ich mir im Lande Kanaan gebaut habe!" Hinziehen will ich, meinen Vater zu begraben, und dann kehre ich zurück."

Gen 50:6 Der Pharao sprach darauf: "Ziehe hin, begrabe deinen Vater, wie er dich schwören ließ!"

Gen 50:7 Da zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Ihm schlossen sich alle Diener des Pharao, die Ältesten seines Palastes und alle Ältesten Ägyptens an,

Gen 50:8 auch das gesamte Haus Josephs, seine Brüder und das Haus seines Vaters. Nur ihre kleinen Kinder, ihr Kleinvieh und ihr Großvieh ließen sie im Lande Gosen zurück.

Gen 50:9 Sogar Wagen mit Mannschaften zogen mit ihm; es war ein gewaltiger Zug.

Gen 50:10 Sie kamen zur Stechdorntanne jenseits des Jordans. Dort hielten sie eine große und überaus würdige Totenklage. Sieben Tage lang ließ er um seinen Vater die Trauerfeier halten.

Gen 50:11 Die Kanaaniter als Landesbewohner sahen die Trauerfeier bei der Stechdorntenne und sprachen: "Das ist eine große Trauerfeier der Ägypter!" Darum nennt man den Ort "Ägyptens Trauer"; er liegt jenseits des Jordans.

Gen 50:12 Seine Söhne taten an ihm so, wie er ihnen befohlen hatte.

Gen 50:13 Sie brachten ihn ins Land Kanaan, und man begrub ihn in der Höhle auf dem Machpelagefilde, das Abraham als eigene Grabstätte vom Hethiter Ephron gekauft hatte, Mamre gegenüber.

Gen 50:14 Joseph kehrte dann nach Ägypten zurück, er und seine Brüder und alle, die zum Begräbnis seines Vater hinaufgezogen waren, nachdem er seinen Vater bestattet hatte.

Gen 50:15 Josephs Brüder sahen, daß ihr Vater tot war, und sie dachten: "Wie, wenn Joseph sich nun feindselig gegen uns stellt und uns all das Böse, das wir ihm angetan haben, reichlich vergilt?"

Gen 50:16 So ließen sie Joseph wissen: "Dein Vater hat vor seinem Tode folgendes angeordnet:

Gen 50:17 So sollt ihr zu Joseph sprechen: "Vergib deinen Brüdern ihre Schuld und Sünde, daß sie dir Böses angetan haben!" Verzeih jetzt den Dienern des Gottes, den dein Vater verehrte, ihre Missetat!" Joseph weinte, als sie dies zu ihm sprachen.

Gen 50:18 Seine Brüder gingen dann selbst zu ihm hin, fielen vor ihm nieder und beteuerten: "Hier sind wir! Deine Knechte wollen wir sein!"

Gen 50:19 Joseph sprach zu ihnen: "Habt keine Furcht! Bin ich denn an Gottes Stelle?

Gen 50:20 Ihr gedachtet, mir Böses zu tun, Gott hat es aber zum Guten gelenkt, um das zu tun, was heute geschieht, nämlich viel Volk am Leben zu erhalten.

Gen 50:21 Nun aber, fürchtet euch nicht! Ich will euch und eure Kinder versorgen!" So tröstete er sie und redete mit ihnen freundlich.

Gen 50:22 Joseph blieb in Ägypten, er und die Familie seines Vaters. Er wurde hundertundzehn Jahre alt.

Gen 50:23 Joseph sah Ephraims Nachkommen bis ins dritte Geschlecht. Auch die Söhne Machirs, des Sohnes Manasses, wurden noch von Joseph als die Seinen anerkannt.

Gen 50:24 Joseph sprach zu seinen Brüdern: "Ich muß sterben, aber Gott wird euch gnädig heimsuchen und euch aus diesem Lande hinaufführen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat."

Gen 50:25 Joseph ließ Israels Söhne einen Eid schwören und sprach: "Wenn Gott euch gnädig heimsucht, sollt ihr meine Gebeine von hier mit hinaufführen!"

Gen 50:26 Dann starb Joseph, hundertundzehn Jahre alt. Man balsamierte ihn ein und legte ihn in Ägypten in einen Sarg.

 

 

Exodus

2. Buch Mose

 

Exodus Kapitel 1

 

Exo 1:1 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren; mit Jakob waren sie gekommen, und zwar ein jeder mit seiner Hausgemeinschaft:

Exo 1:2 Ruben, Simeon, Levi und Juda,

Exo 1:3 Issachar, Sebulun und Benjamin,

Exo 1:4 Dan und Naphtali, Gad und Aser.

Exo 1:5 Die Gesamtzahl all derer, die aus Jakobs Lenden abstammen, betrug siebzig Personen; Joseph befand sich bereits in Ägypten.

Exo 1:6 Es starben Joseph und seine Brüder und jenes ganze Geschlecht.

Exo 1:7 Israels Söhne aber waren fruchtbar und zahlreich; sie vermehrten sich, wurden überaus stark und bevölkerten das Land.

Exo 1:8 Ein neuer König, der von Joseph nichts mehr wußte, trat über Ägypten die Herrschaft an.

Exo 1:9 Er sprach zu seinem Volke: "Fürwahr, das Volk der Söhne Israels ist bereits größer und stärker als wir.

Exo 1:10 Wohlan, wir müssen uns klug ihm gegenüber verhalten, damit es nicht noch zahlreicher wird und im Kriegsfalle sich unseren Feinden anschließt, gegen uns kämpft und sich des Landes bemächtigt."

Exo 1:11 Man setzte also Fronvögte über die Israeliten ein, die sie mit ihren Frondiensten bedrücken sollten; sie mußten Proviantstädte für den Pharao bauen, nämlich Pitom und Ramses.

Exo 1:12 Je mehr man sie aber unterdrückte, desto größer wurde ihre Zahl; und um so mehr breiteten sie sich aus; man bekam vor den Kindern Israels ein Grauen.

Exo 1:13 Die Ägypter aber quälten die Israeliten mit Zwangsarbeit;

Exo 1:14 sie verbitterten ihnen das Leben bei harter Fron mit Lehm-, Ziegel- und allerlei Feldarbeit und mit allen Diensten, die sie durch jene im Frondienst verrichten ließen.

Exo 1:15 Der Ägypterkönig gebot den Hebammen der hebräischen Mütter - eine von ihnen hieß Schiphra und die andere Pua - folgendes:

Exo 1:16 "Wenn ihr den Hebräerinnen beisteht, so schaut auf das Geschlecht! Ist es ein Sohn, so tötet ihn; ist es ein Mädchen, so bleibe es am Leben!"

Exo 1:17 Doch die Hebammen waren gottesfürchtig; sie handelten nicht nach dem Befehl des Ägypterkönigs, sondern ließen die Knaben am Leben.

Exo 1:18 Da ließ der Ägypterkönig die Hebammen rufen und fragte sie: "Warum tut ihr das und laßt die Knaben am Leben?"

Exo 1:19 Die Hebammen gaben dem Pharao zur Antwort: "Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen; sie bringen zum Leben, bevor noch die Hebamme zu ihnen kommt, und haben schon geboren."

Exo 1:20 Gott ließ es den Hebammen gut ergehen. Das Volk vermehrte sich weiter und wurde überaus stark.

Exo 1:21 Weil aber die Hebammen gottesfürchtig waren, verschaffte ihnen Gott Kindersegen.

Exo 1:22 Also gab der Pharao seinem ganzen Volke den Befehl: "Werft jeden Knaben, der den Hebräern geboren wird, in den Nil, alle Töchter aber laßt am Leben!"

 

Exodus Kapitel 2

 

Exo 2:1 Ein Mann aus dem Hause Levi ging hin und nahm sich eine Tochter Levis zur Frau.

Exo 2:2 Diese empfing und gebar einen Sohn; sie sah, daß er schön war, und verbarg ihn deshalb drei Monate lang.

Exo 2:3 Länger konnte sie ihn aber nicht verbergen. Sie nahm deshalb ein Kästchen aus Binsen und überzog es mit Asphalt und Pech. Dann legte sie das Kind hinein und setzte es im Schilf am Ufer des Nils aus.

Exo 2:4 Seine Schwester stellte sich von ferne auf, um in Erfahrung zu bringen, was mit ihm geschehen würde.

Exo 2:5 Da kam die Tochter des Pharao herab, um im Nil zu baden. Ihre Dienerinnen gingen am Ufer des Nils auf und ab. Sie sah das Kästchen im Schilf und ließ es durch ihre Leibmagd holen.

Exo 2:6 Sie öffnete es, sah das Kind, und siehe da, ein weinendes Knäblein! Da ward sie von Mitleid gerührt und sprach: "Dies ist eines von den Kindern der Hebräer."

Exo 2:7 Seine Schwester aber sprach zur Tochter des Pharao: "Soll ich hingehen und dir eine Amme von den Hebräerinnen kommen lassen, die dir das Kind stillen kann?"

Exo 2:8 Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: "Ja, gehe!" Das Mädchen ging nun und rief die Mutter des Kindes.

Exo 2:9 Die Tochter des Pharao sprach zu ihr: "Bring dieses Kind weg und stille es mir; ich will es dir lohnen!" Die Frau nahm das Kind und stillte es.

Exo 2:10 Der Knabe wurde groß, und sie brachte ihn zur Tochter des Pharao. Diese nahm ihn an Sohnes Statt an und nannte ihn "Moses". Sie sprach dabei: "Ich habe ihn ja aus dem Wasser gezogen."

Exo 2:11 Es begab sich nun in jenen Tagen, da Moses groß geworden war, daß er zu seinen Brüdern ging und ihnen bei ihren Fronarbeiten zuschaute. Da sah er, wie ein Ägypter einen hebräischen Mann, einen seiner Brüder, erschlagen wollte.

Exo 2:12 Daraufhin schaute er sich nach allen Seiten um, und als er sah, daß niemand zugegen war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

Exo 2:13 Am anderen Tage ging er wiederum hinaus und sah, wie zwei Hebräer miteinander stritten. Er sprach zu dem, der im Unrecht war: "Warum schlägst du deinen Volksgenossen?"

Exo 2:14 Dieser entgegnete: "Wer hat dich zum Vorsteher und Schiedsrichter über uns bestellt? Willst du mich etwa auch totschlagen, wie du den Ägypter totgeschlagen hast?" Moses bekam Angst und dachte: "Also ist die Sache doch ruchbar geworden."

Exo 2:15 Der Pharao hörte von diesem Vorfall. Er suchte Moses umzubringen. Daher floh Moses vor dem Pharao und ließ sich im Lande Midian nieder. Er rastete an einem Brunnen.

Exo 2:16 Der Priester von Midian hatte sieben Töchter. Diese kamen, wollten Wasser schöpfen und die Tröge füllen, um das Kleinvieh ihres Vaters zu tränken.

Exo 2:17 Aber die Hirten eilten herbei und vertrieben sie. Da kam Moses, leistete ihnen Hilfe und tränkte ihre Schafe.

Exo 2:18 Sie gingen zu ihrem Vater Reuel. Der fragte: "Warum kommt ihr heute so vorzeitig?"

Exo 2:19 Sie gaben zur Antwort: "Ein Ägypter hat uns gegen die Hirten geholfen. Er hat uns sogar Wasser geschöpft und die Schafe getränkt."

Exo 2:20 Er sprach zu seinen Töchtern: "Wo ist er? Warum habt ihr den Mann stehenlassen? Ruft ihn doch, daß er zum Essen komme!"

Exo 2:21 Moses willigte ein, bei dem Mann zu bleiben. Dieser gab dem Moses seine Tochter Zippora zur Frau.

Exo 2:22 Sie gebar einen Sohn, und er nannte ihn "Gerschom". Er sprach dabei: "Als Gast weile ich in fremdem Lande."

Exo 2:23 Es begab sich aber in jener langen Zeitspanne, daß der König von Ägypten starb. Doch die Kinder Israels seufzten weiter unter dem Frondienst und schrieen. Ihr Hilferuf stieg von ihrer Fronarbeit zu Gott empor.

Exo 2:24 Gott hörte ihr Stöhnen. Da gedachte Gott seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob.

Exo 2:25 Gott schaute auf die Kinder Israels und tat sich ihnen kund.

 

Exodus Kapitel 3

 

Exo 3:1 Moses weidete das Kleinvieh seines Schwiegervaters Jetro, des Priesters von Midian. Er trieb die Herde bis hinter die Wüste und kam zum Gottesberg Horeb.

Exo 3:2 Der Engel des Herrn erschien ihm in einer Feuerflamme, mitten aus einem Dornbusch heraus. Er schaute, und siehe da, der Dornbusch brannte zwar im Feuer, wurde aber dabei nicht verzehrt.

Exo 3:3 Moses sprach: "Ich will näher hingehen und diese gewaltige Erscheinung ansehen, wie es kommt, daß der Dornbusch nicht verbrennt!"

Exo 3:4 Der Herr sah, wie jener herankam, um nachzusehen. Da rief Gott mitten aus dem Dornbusch und sprach: "Moses! Moses!" Da antwortete er: "Hier bin ich!"

Exo 3:5 Und er sprach: "Tritt nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden!"

Exo 3:6 Er fuhr fort: "Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs!" Moses verhüllte sein Antlitz, denn er fürchtete sich, Gott anzublicken.

Exo 3:7 Der Herr sprach: "Ich sah gar wohl das Elend meines Volkes in Ägypten, und ihr Schreien angesichts ihrer Treiber hörte ich; ja, ich kenne ihre Schmerzen!

Exo 3:8 Ich stieg deshalb herab, um sie aus der Hand der Ägypter zu befreien und hinaufzuführen aus diesem Land in ein schönes und weiträumiges Land, das von Milch und Honig fließt, in das Gefilde der Kanaaniter, der Hethiter, der Amoriter, der Perissiter, der Hiwwiter und der Jebusiter.

Exo 3:9 Und nun höre: Das Wehgeschrei der Kinder Israels ist zu mir gedrungen, und gesehen habe ich die Drangsal, mit der die Ägypter sie bedrängen.

Exo 3:10 Jetzt also gehe hin! Ich will dich zum Pharao senden! Führe mein Volk, die Kinder Israels, aus Ägypten heraus!"

Exo 3:11 Moses erwiderte Gott: "Wer bin ich denn, daß ich zum Pharao hingehen und die Kinder Israels aus Ägypten herausführen soll?"

Exo 3:12 Jener erwiderte: "Ich will mit dir sein! Dies soll dir zum Zeichen sein, daß ich es bin, der dich gesandt hat: Wenn du das Volk herausführst aus Ägypten, so werdet ihr auf diesem Berge Gott verehren."

Exo 3:13 Moses sprach zu Gott: "Wenn ich nun zu den Kindern Israels komme und zu ihnen spreche: "Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt", und sie mich dann fragen werden: "Wie heißt er?", was soll ich ihnen dann antworten?"

Exo 3:14 Gott entgegnete dem Moses: "Ich bin, der ich bin!" Er fuhr fort: "So sollst du zu den Israeliten sprechen: Der "Ich bin" hat mich zu euch gesandt."

Exo 3:15 Und weiter sagte Gott zu Moses: "So sollst du zu den Kindern Israels sprechen: "Der Herr (Jahwe), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt. Dies soll mein Name für immer sein und dies mein Rufname von Geschlecht zu Geschlecht!

Exo 3:16 Geh und versammle die Ältesten Israels und sprich zu ihnen: "Der Herr, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesprochen: Genau beobachtet habe ich euch und alles, was euch in Ägypten angetan wird.

Exo 3:17 Darum habe ich mich entschlossen, euch aus dem Elend in Ägypten herauszuführen in das Land der Kanaaniter, der Hethiter, der Amoriter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter, in ein Land, das von Milch und Honig fließt."

Exo 3:18 Wenn sie nun auf deine Stimme hören, dann sollst du mit den Ältesten Israels zum König von Ägypten gehen. Ihr sollt zu ihm folgendes sagen: "Der Herr, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet, und nun wollen wir drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dem Herrn, unserem Gott, ein Opferfest halten."

Exo 3:19 Ich weiß aber, daß der König von Ägypten euch nicht ziehen läßt, es sei denn, daß er mit starker Hand gezwungen wird.

Exo 3:20 Ich strecke dann meine Hand aus und schlage Ägypten mit all meinen Wundertaten, die ich in ihrer Mitte wirken werde; dann wird er euch entlassen.

Exo 3:21 Ich werde diesem Volke Gunst bei den Ägyptern verschaffen. Wenn ihr davonzieht, so werdet ihr es nicht mit leeren Händen tun.

Exo 3:22 Jede Frau wird von ihrer Nachbarin und ihrer Hausgenossin silberne und goldene Gefäße und Kleider fordern. Diese sollt ihr euren Söhnen und euren Töchtern anlegen, und so werdet ihr die Ägypter berauben."

 

Exodus Kapitel 4

 

Exo 4:1 Moses erwiderte und sprach: "Wenn sie mir aber nicht glauben und nicht auf meine Stimme hören, sondern sagen: "Der Herr ist dir nicht erschienen"?"

Exo 4:2 Da antwortete ihm der Herr: "Was ist das in deiner Hand?" Er erwiderte: "Ein Stab."

Exo 4:3 Und Gott sprach: "Wirf ihn zu Boden!" Er warf ihn zu Boden, und der Stab ward zur Schlange, so daß Moses vor ihr floh.

Exo 4:4 Weiter sprach der Herr zu Moses: "Strecke deine Hand aus und fasse sie am Schwanz!" Er streckte seine Hand aus und ergriff sie; da wurde sie in seiner Hand wieder zum Stabe.

Exo 4:5 "(Das tue), damit sie glauben, daß der Herr dir erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs."

Exo 4:6 Der Herr setzte seine Rede an ihn fort: "Stecke deine Hand in den Bausch deines Gewandes!" Er steckte seine Hand in den Bausch seines Gewandes und zog sie wieder heraus. Sie war vom Aussatz weiß geworden wie Schnee.

Exo 4:7 Dann sagte er: "Stecke deine Hand noch einmal in den Bausch deines Gewandes!" Er steckte sie hinein, zog sie wieder heraus, und sie war wie sein übriges Fleisch.

Exo 4:8 "Wenn sie dir nicht glauben und nicht auf das Zeugnis des ersten Zeichens hin gehorchen, so werden sie auf das Zeugnis des zweiten Zeichens hin glauben.

Exo 4:9 Wenn sie aber auch diesen beiden Zeichen nicht glauben und auf deine Stimme nicht hören, dann hole Wasser vom Nil und gieße es auf den trockenen Boden aus! Das Wasser, das du aus dem Nil holst, wird auf dem trockenen Boden zu Blut werden."

Exo 4:10 Moses sprach zum Herrn: "Bitte, Herr, ich bin kein redegewandter Mann, weder gestern noch vorher, seitdem du zu deinem Knecht redest; vielmehr bin ich schwerfällig mit dem Mund und der Zunge."

Exo 4:11 Der Herr erwiderte ihm: "Wer hat dem Menschen den Mund gegeben, oder wer macht ihn stumm oder taub, klar sehend oder blind? Bin nicht ich es, der Herr?

Exo 4:12 Gehe also hin, ich werde mit deinem Munde sein und werde dich lehren, was du reden sollst."

Exo 4:13 Doch er sprach: "Bitte, Herr, sende, wen du willst!"

Exo 4:14 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Moses, und er sprach: "Ist nicht dein Bruder Aaron noch da, der Levit? Ich weiß, daß er reden kann, und siehe da, er macht sich schon auf, dir entgegenzugehen. Er wird dich erblicken und sich von Herzen freuen.

Exo 4:15 Du sollst zu ihm sprechen und die Worte in seinen Mund legen! Ich will aber mit deinem und mit seinem Munde sein und will euch lehren, was ihr tun sollt.

Exo 4:16 Er soll dann an deiner Stelle zum Volke sprechen: Er soll dein Mund sein, und du sollst für ihn an Gottes Stelle stehen!

Exo 4:17 So nimm denn diesen Stab in deine Hand, mit dem du die Zeichen wirken wirst!"

Exo 4:18 Danach machte sich Moses auf und kehrte zu seinem Schwiegervater Jetro zurück. Er sprach zu ihm: "Ich will mich aufmachen und zu meinen Brüdern nach Ägypten zurückkehren, um zu sehen, ob sie noch am Leben sind." Jetro sagte zu Moses: "Geh hin in Frieden!"

Exo 4:19 Der Herr sprach zu Moses in Midian: "Auf! Kehre zurück nach Ägypten; denn alle Männer, die dir nach dem Leben trachteten, sind tot!"

Exo 4:20 Moses nahm seine Frau und seinen Sohn. Er setzte sie auf den Esel und kehrte nach Ägypten zurück. Er hielt den Gottesstab in seiner Hand.

Exo 4:21 Der Herr sprach zu Moses: "Da du dich aufmachst, nach Ägypten zurückzukehren, so sieh zu, daß du alle Wundertaten, die ich deiner Hand anvertraute, vor dem Angesicht des Pharao ausführst! Ich aber werde sein Herz verhärten, und er wird das Volk nicht ziehen lassen.

Exo 4:22 Sage zum Pharao: "So spricht der Herr: Mein erstgeborener Sohn ist Israel.

Exo 4:23 Ich sage dir: Laß meinen Sohn ziehen, daß er mich verehre; weigerst du dich aber, ihn ziehen zu lassen, so töte ich deinen erstgeborenen Sohn.""

Exo 4:24 Auf dem Wege bei der Raststätte stieß der Herr auf ihn und suchte ihn zu töten.

Exo 4:25 Da nahm Zippora einen kantigen Stein, schnitt damit die Vorhaut ihres Sohnes ab, berührte damit seine Beine und sprach: "Ein Blutbräutigam bist du mir."

Exo 4:26 Da ließ er von ihm ab. Damals sagte man "Blutbräutigam" bezüglich der Beschneidungen.

Exo 4:27 Es sprach der Herr zu Aaron: "Gehe dem Moses in die Wüste entgegen!" Er machte sich auf, stieß auf ihn am Gottesberge und küßte ihn.

Exo 4:28 Moses teilte dem Aaron alle Worte des Herrn mit, die er bei seiner Sendung gesprochen, und alle Wunderzeichen, die er ihm aufgetragen hatte.

Exo 4:29 Moses und Aaron gingen also hin und riefen alle Ältesten der Israeliten zusammen.

Exo 4:30 Aaron verkündete alle Worte, die der Herr zu Moses gesprochen hatte; dieser vollbrachte die Wunderzeichen vor den Augen des Volkes.

Exo 4:31 Und das Volk glaubte. Als sie hörten, daß der Herr sich der Kinder Israels angenommen und daß er ihr Elend angeschaut habe, da verneigten sie sich und warfen sich voll Ehrfurcht nieder.

 

Exodus Kapitel 5

 

Exo 5:1 Danach gingen Moses und Aaron hin und sprachen zum Pharao: "So spricht der Herr, der Gott Israels: Laß mein Volk frei, damit sie mir zu Ehren in der Wüste ein Fest feiern!"

Exo 5:2 Der Pharao erwiderte: "Wer ist denn der Herr, daß ich auf seine Stimme hören und Israel entlassen sollte? Ich kenne den Herrn nicht und werde auch Israel nicht entlassen."

Exo 5:3 Sie sprachen: "Der Gott der Hebräer ist uns begegnet. Wir wollen drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, Opfer darbringen. Sonst trifft er uns mit der Pest oder mit dem Schwerte."

Exo 5:4 Der König von Ägypten erwiderte ihnen: "Warum wollt ihr beide, Moses und Aaron, das Volk von seinen Arbeiten abhalten? Fort mit euch an eure Frondienste!"

Exo 5:5 Der Pharao fuhr fort: "Seht, sie sind jetzt schon ohnehin zahlreicher als die Bürger des Landes! Da wollt ihr sie noch ruhen lassen von ihrer Fronarbeit?"

Exo 5:6 Der Pharao befahl an jenem Tage den über das Volk gesetzten Antreibern und dessen Aufsehern:

Exo 5:7 "Ihr sollt das Bindestroh zur Ziegelherstellung dem Volke nicht mehr zur Verfügung stellen wie bisher! Sie sollen selbst gehen und sich das Stroh sammeln!

Exo 5:8 Dieselbe Anzahl von Ziegeln, die sie bisher verfertigten, sollt ihr ihnen auferlegen und nichts davon nachlassen! Sie sind faul; nur deshalb schreien sie dauernd: Wir wollen fort und unserem Gott ein Opferfest feiern!

Exo 5:9 Den Leuten muß die Arbeit erschwert werden, damit sie mit ihr beschäftigt sind und nicht auf trügerische Worte hören!"

Exo 5:10 Die über das Volk gesetzten Antreiber und Aufseher gingen hinaus und sprachen zum Volke: "So befiehlt der Pharao: Ich liefere euch kein Stroh mehr.

Exo 5:11 Geht ihr selbst und holt euch Stroh, wo immer ihr es findet; aber es wird euch von eurer Arbeit nichts nachgelassen."

Exo 5:12 Da zerstreute sich das Volk über das ganze Ägypterland hin, um Halme für das Bindestroh zu sammeln.

Exo 5:13 Die Antreiber drängten und sagten: "Ihr müßt tagtäglich eure pflichtmäßige Arbeit leisten wie bisher, als das Stroh da war."

Exo 5:14 Die Aufseher der Israeliten aber, die von den Antreibern des Pharao über sie gesetzt waren, wurden geschlagen mit der Begründung: "Warum habt ihr nicht euer Maß in der Ablieferung von Ziegeln wie ehedem so auch gestern und heute erfüllt?"

Exo 5:15 Da kamen die Aufseher der Israeliten und klagten laut beim Pharao: "Warum handelst du so an deinen Knechten?

Exo 5:16 Stroh wird deinen Knechten nicht mehr geliefert; Ziegel aber, so heißt es, müßt ihr abliefern. Jetzt werden deine Knechte noch geschlagen! Du versündigst dich an deinem Volke!"

Exo 5:17 Er erwiderte: "Faul seid ihr, faul; darum sagt ihr dauernd: Wir wollen hingehen und dem Herrn ein Opferfest halten!

Exo 5:18 Jetzt aber geht und schafft! Stroh wird euch nicht geliefert; aber das Soll an Ziegeln müßt ihr abliefern!"

Exo 5:19 Da sahen sich die Aufseher der Israeliten in einer mißlichen Lage, da man forderte: "Ihr dürft die täglich abzuliefernde Menge an Ziegeln nicht herabsetzen!"

Exo 5:20 Sie stießen beim Weggehen vom Pharao auf Moses und Aaron, die auf sie warteten.

Exo 5:21 Sie sagten zu ihnen: "Auf euch möge der Herr strafend herabsehen, und er möge richten! Denn ihr habt uns beim Pharao und seinen Knechten in einen üblen Ruf gebracht, indem ihr ihnen ein Schwert in die Hand gegeben habt, uns zu töten."

Exo 5:22 Da wandte sich Moses an den Herrn und sprach: "Herr, warum handelst du so übel an diesem Volke? Wozu hast du mich gesandt?

Exo 5:23 Seit ich beim Pharao war, um in deinem Namen zu reden, mißhandelt er dieses Volk, und du hast dein Volk wahrhaftig nicht gerettet!"

 

Exodus Kapitel 6

 

Exo 6:1 Der Herr erwiderte Moses: "Jetzt wirst du sehen, was ich dem Pharao antun werde! Er wird sie, von einer starken Hand gezwungen, entlassen; ja, er wird sie, von einer starken Hand gezwungen, aus seinem Land vertreiben."

Exo 6:2 Gott redete zu Moses und sprach zu ihm: "Ich bin der Herr!

Exo 6:3 Ich bin unter dem Namen "Allmächtiger Gott" (El Schaddaj) dem Abraham, dem Isaak und dem Jakob erschienen. Aber meinen Namen "Jahwe" habe ich ihnen nicht kundgetan.

Exo 6:4 Ich schloß mit ihnen einen Bund, ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land ihrer Wanderschaft, in dem sie als Fremdlinge weilten.

Exo 6:5 Auch hörte ich das Stöhnen der Kinder Israels, die von den Ägyptern zu Sklaven gemacht wurden. Ich gedenke meines Bundes.

Exo 6:6 Darum sage den Kindern Israels: Ich bin der Herr! Ich führe euch aus den Frondiensten Ägyptens hinaus; ich befreie euch aus ihrer Knechtschaft, und ich erlöse euch mit ausgestrecktem Arm und in gewaltigen Strafgerichten.

Exo 6:7 Ich nehme euch als mein Volk an und will euer Gott sein; ihr sollt erkennen, daß ich es bin, der Herr, euer Gott, der euch aus den Frondiensten Ägyptens hinausführt!

Exo 6:8 Ich bringe euch in das Land, das dem Abraham, Isaak und Jakob zu verleihen ich unter Eidschwur versprochen habe. Euch will ich es geben als Erbbesitz, ich, der Herr!"

Exo 6:9 Moses sprach in diesem Sinne zu den Kindern Israels; aus Mutlosigkeit und wegen des harten Dienstes wollten sie aber auf Moses nicht hören.

Exo 6:10 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 6:11 "Geh hin, sage dem Pharao, dem Ägypterkönig, er solle die Kinder Israels aus seinem Lande freigeben!"

Exo 6:12 Und Moses sprach vor dem Herrn: "Siehe, nicht einmal die Kinder Israels haben auf mich gehört; wie sollte wohl der Pharao auf mich hören? Ich bin ja schwerfällig im Reden."

Exo 6:13 Der Herr redete zu Moses und Aaron und entbot sie zu den Kindern Israels und zum Pharao, dem König von Ägypten; sie sollten die Kinder Israels aus dem Ägypterland hinausführen.

Exo 6:14 Dies sind die Häupter ihrer Familien: Die Söhne Rubens des Erstgeborenen Israels, waren Henoch und Pallu, Chezron und Karmi; dies sind die Geschlechter Rubens.

Exo 6:15 Die Söhne Simeons waren: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zochar und Schaul, der Sohn der Kanaaniterin; das sind die Geschlechter Simeons.

Exo 6:16 Dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihren Geschlechtern: Gerschon, Kehat und Merari. Levis Lebensjahre waren hundertsiebenunddreißig Jahre.

Exo 6:17 Die Söhne Gerschons waren Libni und Schimi nach ihren Geschlechtern.

Exo 6:18 Die Söhne Kehats waren Amram, Jizhar, Hebron und Ussiel. Die Lebensjahre Kehats betrugen hundertdreiunddreißig Jahre.

Exo 6:19 Die Söhne Meraris waren Machli und Muschi. Das sind Levis Geschlechter nach ihrem Stammbaum.

Exo 6:20 Amram nahm sich seine Tante Jochebed zur Frau. Sie gebar ihm den Aaron und den Moses. Amrams Lebensjahre betrugen hundertsiebenunddreißig Jahre.

Exo 6:21 Die Söhne Jizhars waren Korach, Nepheg und Sichri.

Exo 6:22 Die Söhne Ussiels waren Mischael, Elzaphan und Sitri.

Exo 6:23 Aaron nahm sich Elischeba, die Tochter des Amminadab und Schwester des Nachschon, zur Frau. Sie gebar ihm Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar.

Exo 6:24 Die Söhne Korachs waren: Assir, Elkana und Abiasaph. Das sind die Geschlechter der Korachiten.

Exo 6:25 Eleasar, Aarons Sohn, nahm sich eine von den Töchtern Putiels zur Frau. Sie gebar ihm den Pinchas. Das sind die Familienhäupter der Leviten nach ihren Geschlechtern.

Exo 6:26 Dies sind Aaron und Moses, denen der Herr aufgetragen: "Führt die Kinder Israels aus dem Ägypterland, nach ihren Heerscharen geordnet!"

Exo 6:27 Dies sind diejenigen, die mit dem Pharao, dem König von Ägypten, redeten, um die Kinder Israels aus dem Ägypterland hinauszuführen, nämlich Moses und Aaron.

Exo 6:28 Es geschah, als der Herr zu Moses im Lande Ägypten redete,

Exo 6:29 da sagte der Herr zu Moses: "Ich bin der Herr! Sprich zum Pharao, dem Ägypterkönig, all das, was ich zu dir spreche!"

Exo 6:30 Da antwortete Moses vor dem Herrn: "Fürwahr, ich bin schwerfällig im Reden! Wie sollte da der Pharao auf mich hören?"

 

Exodus Kapitel 7

 

Exo 7:1 Der Herr sprach zu Moses: "Siehe, ich habe dich zum Gott für den Pharao bestellt, dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein!

Exo 7:2 Du sollst alles, was ich dir auftrage, (zu ihm) sagen; dein Bruder Aaron aber soll zum Pharao sprechen, damit er die Kinder Israels aus seinem Lande freigibt!

Exo 7:3 Ich aber werde das Herz des Pharao verhärten und werde meine Zeichen und Wunder im Ägypterland zahlreich machen.

Exo 7:4 Der Pharao wird nicht auf euch hören. Ich lege darum meine Hand auf Ägypten und führe meine Heerscharen, mein Volk, die Kinder Israels, aus dem Ägypterland heraus unter gewaltigen Strafgerichten.

Exo 7:5 Die Ägypter werden erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich meine Hand gegen Ägypten ausstrecke und die Kinder Israels aus ihrer Mitte fortführe."

Exo 7:6 Moses und Aaron taten, wie der Herr ihnen aufgetragen hatte, und führten es so aus.

Exo 7:7 Moses war achtzig Jahre alt und Aaron dreiundachtzig, als sie zum Pharao redeten.

Exo 7:8 Der Herr sprach zu Moses und Aaron:

Exo 7:9 "Wenn nun der Pharao zu euch sagt: "Wirkt doch zu eurer Beglaubigung ein Wunder!", dann sprich zu Aaron: "Nimm deinen Stab und wirf ihn vor den Pharao hin!", und so wird er zu einer Schlange werden."

Exo 7:10 Da gingen Moses und Aaron zum Pharao und taten, wie der Herr befohlen hatte. Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und seine Diener hin, und er ward zur Schlange.

Exo 7:11 Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberkünstler rufen. Vermöge ihrer Geheimkünste vollbrachten die Wahrsagepriester Ägyptens dasselbe.

Exo 7:12 Jeder von ihnen warf seinen Stab hin, und es wurden Schlangen daraus. Doch Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.

Exo 7:13 Aber das Herz des Pharao blieb hart; er hörte nicht auf sie, wie der Herr vorausgesagt hatte.

Exo 7:14 Der Herr sprach zu Moses: "Verstockt ist des Pharao Herz; er weigert sich, das Volk zu entlassen.

Exo 7:15 Geh morgen in der Frühe zum Pharao, wenn er gerade hinausgeht zum Wasser! Tritt ihm entgegen am Nilufer und nimm dabei den Stab, der in eine Schlange verwandelt ward, in deine Hand!

Exo 7:16 Sprich zu ihm: Der Herr, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt und befiehlt: Gib mein Volk frei! Sie sollen mir in der Wüste dienen! Du jedoch hast bis dahin nicht hören wollen.

Exo 7:17 Darum spricht der Herr: Daran sollst du erkennen, daß ich der Herr bin: Siehe, ich schlage mit dem Stabe in meiner Hand auf das Wasser im Nil, und es verwandelt sich in Blut.

Exo 7:18 Die Fische im Nil werden sterben, der Nil wird stinken, und die Ägypter werden nicht mehr imstande sein, Wasser aus dem Nil zu trinken."

Exo 7:19 Der Herr sprach zu Moses: "Sage zu Aaron: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand über die Gewässer der Ägypter, über ihre Ströme und Kanäle, über ihre Teiche und alle ihre Wasserstellen aus, daß sie zu Blut werden! Blut soll sein im ganzen Ägypterlande, sogar in den Bäumen und Steinen!"

Exo 7:20 Moses und Aaron taten, wie der Herr befohlen hatte. Er erhob den Stab und schlug das Wasser im Nil vor den Augen des Pharao und seiner Diener. Da verwandelte sich alles Wasser im Nil zu Blut.

Exo 7:21 Die Fische im Nil starben, der Nil stank, und die Ägypter vermochten kein Wasser mehr aus dem Nil zu trinken. Das Blut war im ganzen Ägypterland.

Exo 7:22 Die Wahrsagepriester in Ägypten aber taten durch ihre Geheimkünste dasselbe. Darum blieb das Herz des Pharao hart, und er hörte nicht auf sie, wie der Herr vorausgesagt hatte.

Exo 7:23 Der Pharao wandte sich ab, ging in seinen Palast und nahm sich auch dies nicht zu Herzen.

Exo 7:24 Alle Ägypter gruben rings um den Nil nach Trinkwasser, weil sie das Nilwasser nicht zu trinken vermochten.

Exo 7:25 Es vergingen sieben Tage, nachdem der Herr den Nil geschlagen hatte.

Exo 7:26 Der Herr sprach zu Moses: "Geh zum Pharao und sage ihm: So spricht der Herr: Entlasse mein Volk, sie sollen mir dienen!

Exo 7:27 Wenn du aber die Freilassung verweigerst, dann schlage ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen.

Exo 7:28 Wimmeln soll der Nil von Fröschen; sie sollen heraufsteigen und bis in deinen Palast kommen, ja, bis in dein Schlafgemach und bis auf deine Lagerstatt, in die Häuser deiner Diener und zu deinem Volk, auch in deine Backöfen und Backtröge.

Exo 7:29 Sogar an dir, deinem Volk und an allen deinen Dienern sollen die Frösche hinaufkriechen."

 

Exodus Kapitel 8

 

Exo 8:1 Der Herr sprach zu Moses: "Sage zu Aaron: Strecke deine Hand mit deinem Stabe aus über die Flüsse, Kanäle und Teiche und bewirke, daß die Frösche auf das Land Ägypten heraufkommen!"

Exo 8:2 Aaron streckte seine Hand über die Wasser von Ägypten aus; da kamen die Frösche herauf und bedeckten das Ägypterland.

Exo 8:3 Doch die Wahrsagepriester taten durch ihre Geheimkünste dasselbe. Sie ließen ebenfalls die Frösche über das Ägypterland kommen.

Exo 8:4 Dann ließ der Pharao Moses und Aaron rufen und bat: "Verwendet euch für mich bei dem Herrn, daß er die Froschplage von mir und meinem Volke abwende; dann will ich das Volk entlassen, daß es dem Herrn Opfer darbringe!"

Exo 8:5 Moses antwortete dem Pharao: "Verfüge über mich! Wann soll ich mich für dich, deine Diener und dein Volk verwenden, auf daß die Frösche von dir und deinen Häusern beseitigt werden und nur noch im Nil bleiben?"

Exo 8:6 Er sagte: "Für morgen!" Jener antwortete: "Nach deinem Wunsch soll es geschehen, damit du erkennst, daß niemand dem Herrn, unserm Gott, gleich ist!

Exo 8:7 Die Frösche werden also von dir, von deinen Häusern, von deinen Dienern und von deinem Volke weichen; nur im Nil werden sie bleiben."

Exo 8:8 Moses und Aaron entfernten sich vorn Pharao. Moses rief inständig zum Herrn wegen der Froschplage, die er dem Pharao auferlegt hatte.

Exo 8:9 Der Herr tat, wie Moses gebeten: Die Frösche verendeten in den Häusern, auf den Höfen und Feldern.

Exo 8:10 Man schüttete sie scheffelweise auf Haufen, so daß das Land davon stank.

Exo 8:11 Als Pharao sah, daß die Erleichterung eingetreten war, verstockte er sein Herz und hörte nicht mehr auf sie - ganz wie der Herr vorausgesagt hatte.

Exo 8:12 Der Herr sprach zu Moses: "Sage zu Aaron: Strecke deinen Stab aus und schlage den Staub der Erde, so wird er im ganzen Ägypterland zu Stechmücken werden!"

Exo 8:13 Sie taten so: Aaron streckte seine Hand mit dem Stab aus und schlug den Staub der Erde, und es kamen Stechmücken über Menschen und Vieh. Aller Erdenstaub wurde im ganzen Ägypterland zu Stechmücken.

Exo 8:14 Die Wahrsagepriester versuchten durch ihre Geheimkünste, ebenso Stechmücken hervorzubringen; sie vermochten es aber nicht; und so kamen die Stechmücken über Menschen und Vieh.

Exo 8:15 Da erklärten die Wahrsagepriester dem Pharao: "Gottes Finger ist dies!" Doch des Pharao Herz blieb hart; er hörte nicht auf sie, wie der Herr vorausgesagt hatte.

Exo 8:16 Der Herr sprach zu Moses: "Mache dich in der Frühe des Morgens auf und tritt zum Pharao hin, wenn er zum Wasser hinausgeht, und sprich zu ihm: So spricht der Herr: Gib mein Volk frei, daß es mir diene!

Exo 8:17 Wenn du aber mein Volk nicht fortläßt, dann lasse ich gegen dich, deine Diener, dein Volk und deine Häuser Hundsfliegen los! Die ägyptischen Häuser und sogar der Boden, auf dem sie stehen, sollen voll von Hundsfliegen sein.

Exo 8:18 Besonders behandeln will ich an jenem Tage nur das Land Gosen, in dem mein Volk sich aufhält, so daß dort keine Hundsfliegen sind, damit du erkennst, daß ich inmitten des Landes der Herr bin.

Exo 8:19 Ich will scheiden zwischen meinem Volk und deinem Volk! Morgen soll dieses Zeichen geschehen!"

Exo 8:20 Und so tat der Herr. Es kamen Hundsfliegen in großer Menge in den Palast des Pharao, in die Häuser seiner Diener und in das ganze Ägypterland. Schweren Schaden hatte das Land zu leiden unter den Hundsfliegen.

Exo 8:21 Der Pharao ließ Moses und Aaron kommen und sprach: "Geht hin und opfert eurem Gott hier im Land!"

Exo 8:22 Moses entgegnete: "Es ist nicht statthaft, dies zu tun; denn den Ägyptern ist ein Greuel, was wir dem Herrn, unserem Gott, zum Opfer darbringen. Wollten wir also zum Greuel der Ägypter vor ihren Augen opfern, würden sie uns da nicht steinigen?

Exo 8:23 Drei Tagereisen weit wollen wir in die Wüste hinausziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, ein Opferfest halten, wie er es von uns verlangt hat!"

Exo 8:24 Der Pharao erwiderte: "Ich will euch freigeben, daß ihr dem Herrn, eurem Gott, in der Wüste opfern könnt; nur entfernt euch nicht allzuweit! Legt Fürsprache für mich ein!"

Exo 8:25 Moses sprach: "Siehe, ich gehe fort von dir und lege bei dem Herrn Fürsprache ein. Verschwinden werden dann schon morgen die Hundsfliegen vom Pharao, seinen Dienern und seinem Volke. Nur möge der Pharao nicht wieder wortbrüchig handeln, daß er das Volk doch nicht entläßt, um dem Herrn Opfer darzubringen!"

Exo 8:26 Moses ging nun vom Pharao hinweg und legte beim Herrn Fürsprache ein.

Exo 8:27 Der Herr tat, wie Moses gesagt hatte; die Hundsfliegen wichen vom Pharao, seinen Dienern und seinem Volke. Nicht eine einzige blieb übrig.

Exo 8:28 Doch der Pharao verstockte auch diesmal sein Herz; er gab das Volk nicht frei.

 

Exodus Kapitel 9

 

Exo 9:1 Der Herr sprach zu Moses: "Geh zum Pharao und sage ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Gib mein Volk frei, daß sie mir dienen!

Exo 9:2 Wenn du dich aber weigerst, sie freizulassen, und du sie weiterhin festhältst,

Exo 9:3 dann kommt des Herrn Hand in Gestalt einer schlimmen Viehpest über deinen Viehbestand, über die Pferde, die Esel, die Kamele, das Großvieh und das Kleinvieh.

Exo 9:4 Doch wird der Herr den Viehbestand der Israeliten anders behandeln als den Viehbestand der Ägypter, so daß von allen Tieren der Israeliten nicht eines verendet.

Exo 9:5 Der Herr hat einen Zeitpunkt bestimmt, indem er sprach: "Morgen wird der Herr dieses Werk im Lande vollbringen!"

Exo 9:6 Am kommenden Tag vollführte der Herr dieses Werk; es verendete aller Viehbestand der Ägypter; doch von dem Vieh der Israeliten ging kein einziges ein.

Exo 9:7 Der Pharao schickte hin, und siehe, da war von dem Viehbestand Israels auch nicht ein einziges Stück umgekommen; aber das Herz des Pharao blieb verstockt; er entließ das Volk nicht.

Exo 9:8 Der Herr sprach zu Moses und Aaron: "Füllt eure beiden hohlen Hände voll Ofenruß! Moses soll davon vor den Augen des Pharao zum Himmel streuen.

Exo 9:9 Er wird sich als feiner Staub über das ganze Ägypterland verbreiten, und er wird auf Menschen und Vieh Geschwüre zur Entzündung bringen, die zu Blasen aufbrechen, im ganzen Ägypterland."

Exo 9:10 Sie nahmen also Ofenruß, traten vor den Pharao hin, und Moses streute den Ruß zum Himmel. Und es entstanden Geschwüre an Menschen und Vieh, die zu Blasen aufbrachen.

Exo 9:11 Die Wahrsagepriester konnten vor Moses wegen der Geschwüre nicht erscheinen; denn die Geschwüre fanden sich bei den Wahrsagepriestern wie bei allen Ägyptern.

Exo 9:12 Doch der Herr verhärtete das Herz des Pharao: Er hörte nicht auf sie, ganz wie der Herr es Moses vorausgesagt hatte.

Exo 9:13 Der Herr sprach zu Moses: "Mach dich am frühen Morgen auf, tritt vor den Pharao hin und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Gib mein Volk frei, daß sie mir dienen!

Exo 9:14 Denn diesmal werde ich all meine Plagen auf dich, deine Diener und dein Volk senden, damit du erkennst, daß niemand auf der ganzen Erde mir gleicht.

Exo 9:15 Denn schon jetzt hätte ich meine Hand ausstrecken und dich und dein Volk mit der Pest schlagen können! Dann wärest du vom Erdboden vertilgt worden.

Exo 9:16 Aber eben gerade darum habe ich dich weiterleben lassen, um dir meine Macht zu zeigen, damit mein Name auf der ganzen Erde gepriesen werde.

Exo 9:17 Wenn du dich aber noch weiter gegen mein Volk hochfahrend verhältst und es nicht ziehen läßt,

Exo 9:18 siehe, dann lasse ich morgen um diese Zeit einen überaus schweren Hagel niedergehen; seinesgleichen ist noch nicht dagewesen in Ägypten vom Tag seines Bestehens bis zur Gegenwart.

Exo 9:19 Nun sende also hin, bringe dein Vieh und alles, was dir auf dem Felde gehört, in Sicherheit; denn jeglicher Mensch und alles Vieh, das auf dem Felde sich findet und nicht unter Dach gebracht ist, geht zugrunde, wenn der Hagel über sie kommt."

Exo 9:20 Wer von den Dienern des Pharao das Wort des Herrn fürchtete, der brachte seine Knechte und seinen Viehbestand nach Hause.

Exo 9:21 Wer sich aber das Wort des Herrn nicht zu Herzen nahm, der ließ seine Knechte und sein Vieh auf dem Felde.

Exo 9:22 Da sprach der Herr zu Moses: "Strecke deine Hand gegen den Himmel aus, dann wird Hagel im ganzen Ägypterland niederfallen auf Menschen, auf Vieh und auf alles Gewächs des Feldes im Lande Ägypten."

Exo 9:23 Moses streckte seinen Stab gegen den Himmel aus; da ließ der Herr donnern und hageln, Blitze ließ er zur Erde fahren und Hagel auf das Ägypterland fallen.

Exo 9:24 Das Hagelwetter und die hin- und herzuckenden Blitze inmitten des Hagels waren überaus heftig, desgleichen noch niemals gewesen war im ganzen Land Ägypten seit der Zeit, da ein Volk dort wohnte.

Exo 9:25 Der Hagel erschlug im ganzen Ägypterland alles, was auf dem Felde war, vom Menschen bis zum Vieh; auch alles Gewächs des Feldes erschlug der Hagel, und alle Feldbäume zerschmetterte er.

Exo 9:26 Nur im Lande Gosen, wo die Israeliten wohnten, fiel kein Hagel.

Exo 9:27 Der Pharao schickte hin, ließ Moses und Aaron rufen und sprach zu ihnen: "Diesmal habe ich gesündigt. Der Herr ist im Recht, ich und mein Volk sind im Unrecht.

Exo 9:28 Legt beim Herrn Fürsprache ein! Zuviel ist es schon der Donnerstimme Gottes, zuviel des Hagels; ich will euch ziehen lassen, ihr braucht nicht mehr länger zu bleiben."

Exo 9:29 Moses entgegnete ihm: "Sobald ich die Stadt verlasse, will ich meine Hände zum Herrn ausbreiten; dann hören die Donnerschläge auf, der Hagel wird nicht mehr fallen, damit du erkennst, daß dem Herrn die Erde gehört.

Exo 9:30 Doch von dir und von deinen Dienern weiß ich, daß ihr euch noch immer nicht vor Gott, dem Herrn, fürchtet."

Exo 9:31 Der Flachs und die Gerste wurden zusammengeschlagen; denn die Gerste zeigte schon Ähren, und der Flachs war schon in Blüte.

Exo 9:32 Der Weizen und der Spelt wurden aber nicht vernichtet; denn sie reifen später.

Exo 9:33 Moses ging nun vom Angesicht des Pharao aus der Stadt hinaus. Er erhob seine Hände zum Herrn; da hörten die Donnerschläge und der Hagel auf, und kein Regen ergoß sich mehr auf die Erde.

Exo 9:34 Als der Pharao sah, daß der Regen, der Hagel und die Donnerschläge vorbei waren, verblieb er in seiner sündhaften Gesinnung und verstockte sein Herz, er und seine Diener.

Exo 9:35 Des Pharao Herz blieb also verhärtet. Er gab die Kinder Israels nicht frei, wie der Herr durch Moses vorausgesagt hatte.

 

Exodus Kapitel 10

 

Exo 10:1 Der Herr sprach zu Moses: "Geh hin zum Pharao! Denn ich selbst habe sein Herz und das Herz seiner Diener verstockt, um diese meine Wunderzeichen in ihrer Mitte zu tun,

Exo 10:2 auf daß du es deinen Söhnen und deinen Enkeln erzählen kannst, was ich den Ägyptern angetan und welche Wunderzeichen ich unter ihnen gewirkt habe, damit ihr erkennt, daß ich der Herr bin."

Exo 10:3 Moses und Aaron gingen also zum Pharao und sagten zu ihm: "So spricht der Herr, der Gott der Hebräer: Wie lange weigerst du dich noch, Demut vor mir zu zeigen? Laß mein Volk frei, daß es mir diene!

Exo 10:4 Wenn du dich aber weigerst, mein Volk freizugeben, wohlan, dann lasse ich morgen Heuschreckenschwärme in dein Gebiet fallen.

Exo 10:5 Sie werden die Oberfläche des Landes bedecken, so daß man das Land selbst nicht mehr sehen kann. Sie werden den Rest, der verschont ist, der vom Hagelwetter euch noch übrigblieb, verzehren und alle Bäume kahlfressen, die auf euren Feldern wachsen.

Exo 10:6 Deine Häuser, die Häuser deiner Diener und die Häuser aller Ägypter werden angefüllt sein. Dergleichen haben deine Väter und deine Ahnen, seit sie auf Erden sind, bis heute noch nicht erlebt." Dann wandte er sich um und ging vom Pharao hinweg.

Exo 10:7 Da sprachen des Pharao Diener zu ihm: "Wie lange noch soll dieser Mensch uns zum Verderben sein? Laß doch die Männer ziehen, daß sie dem Herrn, ihrem Gott, dienen! Merkst du denn nicht, daß Ägypten zugrundegeht?"

Exo 10:8 Man holte den Moses und den Aaron zum Pharao, und dieser sagte: "Geht und dient dem Herrn, eurem Gott! - Wer soll denn alles fortgehen?"

Exo 10:9 Moses gab zur Antwort: "Mit unsern Jungen und Alten wollen wir gehen; mit unsern Söhnen und Töchtern, mit unsern Schafen und Rindern wollen wir ziehen. Denn wir wollen dem Herrn ein Fest feiern!"

Exo 10:10 Er sprach zu ihnen: "So gewiß möge der Herr mit euch sein, wie ich euch mit euren Kindern ziehen lasse! Sicher führt ihr Böses im Schilde!

Exo 10:11 Nicht so! Ihr Männer mögt hingehen und dem Herrn dienen; denn dies habt ihr ja verlangt!" Man jagte sie also vom Pharao weg.

Exo 10:12 Der Herr sprach zu Moses: "Strecke deine Hand über das Ägypterland aus! Dann werden Heuschrecken über das Land Ägypten herfallen und alles Gewächs des Landes fressen, alles, was das Hagelwetter übriggelassen hat."

Exo 10:13 Da streckte Moses seinen Stab über das Ägypterland aus. Der Herr ließ im Land einen Ostwind wehen den ganzen Tag und die ganze Nacht. Am Morgen hatte der Ostwind die Heuschreckenschwärme gebracht.

Exo 10:14 Die Heuschreckenschwärme fielen über ganz Ägypten her; sie ließen sich in allen Gebieten in großer Menge nieder. Solche Heuschreckenschwärme hatte es in früherer Zeit nicht gegeben und wird es auch künftig nicht geben.

Exo 10:15 Sie bedeckten des ganzen Landes Oberfläche, und das Land färbte sich dunkel; sie fraßen alles Gewächs des Feldes und alle Baumfrüchte, welche der Hagel noch übriggelassen hatte. Im ganzen Lande Ägypten blieb nichts Grünes an den Bäumen und Feldgewächsen übrig.

Exo 10:16 Eilends ließ der Pharao Moses und Aaron rufen und sprach: "Ich habe gesündigt vor dem Herrn, eurem Gott, und vor euch.

Exo 10:17 Vergebt mir, bitte, meine Schuld nur noch dieses eine Mal! Legt Fürsprache für mich ein bei dem Herrn, eurem Gott! Er möge wenigstens noch dieses Verderben von mir fortnehmen!"

Exo 10:18 Da ging Moses vom Pharao weg und legte Fürsprache beim Herrn ein.

Exo 10:19 Der Herr änderte den Wind zu einem sehr heftigen Westwind; der riß die Heuschreckenschwärme mit und warf sie ins Schilfmeer; es blieb nicht eine einzige Heuschrecke auf ägyptischem Gebiet zurück.

Exo 10:20 Der Herr verhärtete aber das Herz des Pharao; er ließ die Kinder Israels nicht ziehen.

Exo 10:21 Der Herr sprach zu Moses: "Strecke deine Hand zum Himmel empor, und es wird eine solche Finsternis über das Land Ägypten kommen, daß man die Finsternis greifen kann."

Exo 10:22 Moses streckte seine Hand zum Himmel empor, und es herrschte drei Tage tiefste Finsternis im ganzen Ägypterland.

Exo 10:23 Kein Mensch konnte den anderen sehen, niemand konnte sich drei Tage lang von seinem Platz rühren; in den Wohnstätten aller Israeliten aber war Licht.

Exo 10:24 Da ließ der Pharao den Moses rufen und sagte: "Geht und dient dem Herrn! Nur euer Kleinvieh und Großvieh soll bleiben; auch eure Kinder mögen mit euch ziehen!"

Exo 10:25 Moses erwiderte: "Du selbst mußt uns sogar Schlachtopfer und Brandopfer mitgeben, damit wir sie dem Herrn, unserem Gott, darbringen können.

Exo 10:26 Aber auch unser Vieh soll mit uns ziehen, es soll keine Klaue zurückbleiben; denn davon wollen wir ja nehmen, um dem Herrn. unserm Gott, zu dienen. Wir wissen ja noch nicht, womit wir dem Herrn dienen können, bevor wir dorthin gekommen sind."

Exo 10:27 Der Herr verstockte aber das Herz des Pharao; er wollte sie nicht freigeben.

Exo 10:28 Der Pharao sprach zu ihm: "Hinweg von mir! Hüte dich, mir noch einmal vor das Angesicht zu treten! Denn sobald du mir noch einmal vor das Angesicht trittst, mußt du sterben."

Exo 10:29 Moses entgegnete: "So, wie du gesagt hast, wird es sein: Ich werde nicht noch einmal vor dein Angesicht treten."

 

Exodus Kapitel 11

 

Exo 11:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Nur noch eine Plage will ich über den Pharao und Ägypten kommen lassen. Danach wird er euch von hier freilassen, ja, wenn er euch entläßt, wird er euch sogar von hier fortjagen.

Exo 11:2 Präge dem Volke nachdrücklich ein: Es soll jeder Mann von seinem Nachbarn und jede Frau von ihrer Nachbarin Silber- und Goldgeräte verlangen!"

Exo 11:3 Der Herr verschaffte dem Volke Gunst in den Augen der Ägypter. Auch der Mann Moses genoß großes Ansehen im Lande Ägypten, bei den Dienern des Pharao und beim Volke.

Exo 11:4 Moses sprach: "So spricht der Herr: Um Mitternacht ziehe ich mitten durch Ägypten.

Exo 11:5 Sterben werden alle Erstgeborenen im Ägypterland, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd hinter der Handmühle ebenso aller Erstlingswurf des Viehs.

Exo 11:6 Es wird ein großes Wehgeschrei im ganzen Ägypterland anheben, wie es noch nie gewesen ist und nie sein wird.

Exo 11:7 Aber gegen die Kinder Israels wird nicht einmal ein Hund seine Zunge spitzen, weder gegen einen Menschen noch gegen das Vieh, damit ihr erkennt, daß der Herr einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel.

Exo 11:8 Dann werden alle deine Diener zu mir herabkommen, sich vor mir niederwerfen und sprechen: Zieh fort, du und das ganze Volk hinter dir her, und danach werde ich fortziehen!" Hierauf ging er vom Pharao fort in glühendem Zorn.

Exo 11:9 Der Herr sprach zu Moses: "Der Pharao hört nicht auf euch, damit meine Wunder im Land Ägypten um so zahlreicher werden."

Exo 11:10 Moses und Aaron hatten alle diese Taten vor dem Pharao vollbracht. Aber der Herr verhärtete das Herz des Pharao, so daß er die Kinder Israels nicht aus seinem Land wegziehen ließ.

 

Exodus Kapitel 12

 

Exo 12:1 Der Herr gebot Moses und Aaron im Lande Ägypten:

Exo 12:2 "Dieser Monat soll euch der Beginn der Monate sein, der erste sei er für euch unter den Monaten des Jahres!

Exo 12:3 Redet zur ganzen Gemeinde Israels: Am Zehnten dieses Monats nehme jeder ein Lamm für seine Familie, ein Lamm für jede Hausgemeinschaft.

Exo 12:4 Wenn aber eine Familie für ein Lamm zu klein ist, so nehme er es zusammen mit seinem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Zahl der Personen. Zerlegt die Anteile an dem Lamm nach dem, was jeder essen kann!

Exo 12:5 Ihr müßt ein fehlerloses, männliches, einjähriges Lamm nehmen, ihr könnt es nehmen von den Schafen oder von den Ziegen.

Exo 12:6 Ihr sollt es nun bewahren bis zum Vierzehnten dieses Monats; dann soll es die ganze Gemeinde Israels bei der Abenddämmerung schlachten!

Exo 12:7 Von dem Blut sollen sie nehmen und damit die beiden Türpfosten und die Oberschwelle an den Häusern bestreichen, in denen man es essen wird.

Exo 12:8 Das Fleisch aber, am Feuer gebraten, sollen sie in dieser Nacht essen, dazu ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen.

Exo 12:9 Ihr dürft davon nichts roh essen oder in Wasser gekocht, sondern nur am Feuer gebraten; Kopf, Schenkel und innere Teile sollen zusammenhängend bleiben.

Exo 12:10 Ihr sollt davon nichts übriglassen bis zum Morgen; was aber davon noch übrigbleibt bis zum Morgen, das sollt ihr verbrennen.

Exo 12:11 So sollt ihr es essen: Eure Hüften gegürtet, eure Schuhe an euren Füßen, euren Stab in euren Händen; ihr sollt es essen in Hast; es ist ein Pascha (Vorübergehen) für den Herrn.

Exo 12:12 Ich will in dieser Nacht durch Ägypten schreiten, werde alle Erstgeborenen schlagen vom Menschen bis zum Vieh, und über alle Götter Ägyptens will ich Gericht halten, ich, der Herr!

Exo 12:13 Das Blut an den Häusern, in denen ihr weilt, soll euch zu einem Schutzzeichen sein; wenn ich das Blut sehe, dann schreite ich an euch vorüber. So wird euch kein Vertilgungsstreich treffen, wenn ich das Ägypterland schlage.

Exo 12:14 Dieser Tag soll euch zur Erinnerung sein; ihr sollt ihn als ein Fest für den Herrn feiern. Für kommende Geschlechter sollt ihr ihn als eine immerwährende Einrichtung begehen.

Exo 12:15 Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuerte Brote essen. Gleich am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern entfernen; denn jeder, der Gesäuertes vom ersten bis zum siebten Tag ißt, soll aus Israel ausgerottet werden.

Exo 12:16 Am ersten Tag soll eine heilige Versammlung stattfinden, und am siebten soll ebenfalls eine heilige Versammlung für euch sein; es darf dabei keinerlei Arbeit verrichtet werden; nur was ein jeder zu essen nötig hat, das allein soll bei euch hergerichtet werden.

Exo 12:17 Beobachtet das Fest der ungesäuerten Brote! Denn an diesem Tage habe ich eure Scharen aus Ägypten herausgeführt. Beobachtet diesen Tag von Geschlecht zu Geschlecht als eine ewige Satzung!

Exo 12:18 Vom Abend des vierzehnten Tages des ersten Monats sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages dieses Monats.

Exo 12:19 Sieben Tage lang darf sich kein Sauerteig in euren Häusern befinden; jeder, der dann Gesäuertes ißt, soll aus der Gemeinschaft Israels ausgerottet werden, ganz gleich, ob es ein Fremdling oder ein im Land Geborener ist!

Exo 12:20 Ihr dürft also nichts Gesäuertes essen; in all euren Wohnstätten sollt ihr nur ungesäuertes Brot essen!"

Exo 12:21 Moses berief nun alle Ältesten Israels und sprach zu ihnen: "Geht hin und sucht euch das Kleinvieh für eure Familien aus und schlachtet das Pascha!

Exo 12:22 Nehmt dann einen Sprengwedel aus Ysop, taucht ihn in das Blut, das sich in der Schale befindet, und streicht von dem Blut in der Schale an die Oberschwelle und die beiden Türpfosten! Niemand darf dann bis zum Morgen aus der Türe seines Hauses treten.

Exo 12:23 Der Herr wird umhergehen, Ägypten zu schlagen; sieht er dann das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, dann wird er diese Türe übergehen und wird es dem Würger nicht gestatten, in eure Häuser einzutreten, um euch zu schlagen.

Exo 12:24 Beobachtet diese Anordnung als ein immerwährendes Gesetz für euch und eure Kinder!

Exo 12:25 Wenn ihr in das Land kommt, das der Herr euch geben wird, wie er es verheißen hat, dann beobachtet diesen religiösen Brauch!

Exo 12:26 Und wenn euch dann eure Kinder fragen: "Welchen religiösen Brauch pflegt ihr da?",

Exo 12:27 alsdann sollt ihr antworten: Es ist das Paschaopfer für den Herrn, der in Ägypten an den Häusern der Israeliten vorüberging, als er die Ägypter schlug und so unsere Häuser rettete." Das Volk verneigte sich tief und warf sich in Ehrfurcht ieder.

Exo 12:28 Die Kinder Israels gingen hin und führten es aus; wie der Herr dem Moses und Aaron geboten hatte, so taten sie.

Exo 12:29 Um Mitternacht begab es sich, daß der Herr alle Erstgeburt im Ägypterland vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker und alle Erstgeburt des Viehs schlug.

Exo 12:30 Da erhob sich der Pharao in jener Nacht und mit ihm alle seine Diener und alle Ägypter. Ein großes Wehgeschrei entstand in Ägypten; denn es gab kein Haus, in dem nicht eine Leiche lag.

Exo 12:31 Noch in der Nacht ließ er den Moses und den Aaron rufen und sprach: "Auf, zieht fort aus meinem Volke, sowohl ihr selbst als auch die Kinder Israels. Geht und dient dem Herrn, wie ihr es gewünscht habt!

Exo 12:32 Auch euer Klein- und Großvieh nehmt mit, wie ihr es verlangt habt; nur geht und bittet auch für mich um Segen!"

Exo 12:33 Auch die Ägypter drängten das Volk, um es schleunigst aus dem Lande zu entfernen; denn sie sagten sich: "Sonst sind wir alle des Todes!"

Exo 12:34 Da nahmen die Leute ihren Brotteig, ehe er noch durchsäuert war, indem sie ihre Backschüsseln, in Mäntel eingewickelt, auf den Schultern trugen.

Exo 12:35 Auch handelten die Israeliten nach der Weisung des Moses und erbaten sich von den Ägyptern silberne und goldene Geräte und Kleider.

Exo 12:36 Der Herr verschaffte dem Volk Gunst bei den Ägyptern, so daß sie ihnen willfährig waren. Und so beraubten sie die Ägypter.

Exo 12:37 Die Kinder Israels brachen von Ramses auf in Richtung Sukkot, ungefähr 600 000 Mann zu Fuß, Frauen und Kinder nicht gerechnet.

Exo 12:38 Auch viel Mischvolk zog mit ihnen, dazu Kleinvieh und Großvieh, eine riesengroße Herde.

Exo 12:39 Sie buken mit dem Teig, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, ungesäuerte Brotfladen; denn er war noch ungesäuert. Sie waren ja von Ägypten weggetrieben worden, und so konnten sie nicht länger säumen und auch keine Reisekost herrichten.

Exo 12:40 Die Zeit des Aufenthaltes der Israeliten in Ägypten betrug vierhundertdreißig Jahre.

Exo 12:41 Am Ende der vierhundertdreißig Jahre, an eben diesem Tage, zogen alle Heerscharen des Herrn aus dem Ägypterland aus.

Exo 12:42 Eine Nacht des Wachens war das für den Herrn, als er sie aus dem Ägypterland hinausführte. Diese Nacht ist daher eine Wache-Nacht für den Herrn für alle Israeliten von Geschlecht zu Geschlecht.

Exo 12:43 Der Herr sprach zu Moses und Aaron: "Dies ist das Gesetz für das Pascha: Kein Fremder darf davon essen.

Exo 12:44 Doch jeder Sklave, der um Geld gekauft ist, darf, sobald du ihn beschnitten hast, davon essen.

Exo 12:45 Beisassen und Tagelöhner dürfen nicht davon essen.

Exo 12:46 In ein und demselben Haus muß es gegessen werden; du darfst von dem Fleisch nichts aus dem Haus nach draußen tragen. Keinen Knochen dürft ihr daran zerbrechen.

Exo 12:47 Die ganze Gemeinde Israel soll so verfahren.

Exo 12:48 Wenn aber ein Fremdling bei dir weilt und er Pascha für den Herrn halten will, so soll zunächst jeder, der männlich ist, beschnitten werden; dann darf er sich nahen, um es zu halten, und er soll wie ein Einheimischer gelten. Aber kein Unbeschnittener darf davon essen.

Exo 12:49 Ein und dasselbe soll für den Einheimischen wie für den Fremdling, der bei euch weilt, gelten!"

Exo 12:50 Alle Söhne Israels taten so; wie der Herr dem Moses und Aaron geboten hatte, so führten sie es aus.

Exo 12:51 An eben diesem Tage führte der Herr die Kinder Israels, geordnet nach ihren Scharen, aus dem Ägypterland heraus.

 

Exodus Kapitel 13

 

Exo 13:1 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 13:2 "Weihe mir alle Erstgeburt! Alles, was bei den Kindern Israels den Mutterschoß durchbricht, beim Menschen und beim Vieh, gehört mir."

Exo 13:3 Moses verkündete dem Volke: "Gedenkt dieses Tages, an dem ihr aus Ägypten, dem Sklavenhaus, ausgezogen seid; denn mit starker Hand hat euch der Herr von dort herausgeführt; deshalb soll Gesäuertes nicht gegessen werden!

Exo 13:4 Heute seid ihr ausgezogen, im Monat Abib.

Exo 13:5 Wenn dich dann der Herr in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Hiwwiter und Jebusiter gebracht hat, das dir zu geben er deinen Vätern durch Eidschwur versichert hat, ein Land, das von Milch und Honig fließt, dann sollst du in diesem Monat folgendes Brauchtum üben:

Exo 13:6 Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, und am siebten Tag soll eine Festfeier für den Herrn stattfinden!

Exo 13:7 Nur ungesäuertes Brot darf diese sieben Tage lang genossen werden, Gesäuertes darf bei dir nicht zu sehen sein, auch kein Sauerteig soll bei dir in deinem ganzen Gebiet sichtbar sein.

Exo 13:8 Du sollst es deinem Sohne einschärfen an jenem Tage: Dies geschieht um dessentwillen, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten wegzog.

Exo 13:9 Es soll dir zu einem Zeichen an deiner Hand sein und zu einem Erinnerungsmal zwischen deinen Augen, damit das Gesetz des Herrn in deinem Munde sei; denn mit starker Hand hat dich der Herr aus Ägypten herausgeführt.

Exo 13:10 Du sollst diese Satzung beobachten zu ihrer festgesetzten Zeit von Jahr zu Jahr!

Exo 13:11 Wenn dich der Herr also in das Land der Kanaaniter führt, das er dir und deinen Vätern durch Eidschwur versprochen hat, und es dir gibt,

Exo 13:12 dann sollst du alles, was den Mutterschoß durchbricht, dem Herrn schenken; auch jeder Erstlingswurf des Viehs, der dir zuteil wird, gehört, soweit er männlich ist, dem Herrn.

Exo 13:13 Jeden Erstlingswurf des Esels sollst du aber gegen ein Schaf auslösen; willst du ihn aber nicht auslösen, dann mußt du ihm das Genick brechen. Jede menschliche Erstgeburt unter deinen Söhnen sollst du auslösen!

Exo 13:14 Wenn dich künftig dein Sohn fragt: "Was hat dies zu bedeuten?", dann sollst du ihm sagen: Mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten herausgeführt, aus dem Sklavenhaus.

Exo 13:15 Denn als der Pharao hartnäckig uns nicht freigeben wollte, da hat der Herr alle Erstgeburt im Ägypterland getötet, vom Erstgeborenen bei den Menschen bis zum Erstlingswurf des Viehs; darum opfere ich dem Herrn alles, was den Mutterschoß durchbricht, soweit es männlich ist; jeden Erstgeborenen unter meinen Söhnen löse ich aber aus.

Exo 13:16 Es soll zu einem Zeichen auf deiner Hand sein und zu Merkmalen auf deiner Stirn, weil der Herr mit starker Hand uns aus Ägypten geführt hat."

Exo 13:17 Als der Pharao das Volk ziehen ließ, da führte Gott sie nicht den Weg zum Philisterland, obwohl dies der nächste gewesen wäre; denn Gott sagte sich, das Volk bekommt am Ende Reue, wenn es sich in Kämpfe verwickelt sieht, und will wieder nach Ägypten zurück.

Exo 13:18 Darum ließ Gott das Volk auf den Weg zur Wüste am Schilfmeer abbiegen. Die Israeliten zogen kampfgerüstet aus dem Ägypterland.

Exo 13:19 Moses nahm die Gebeine Josephs mit. Dieser hatte ja die Kinder Israels feierlich schwören lassen: Sucht Gott euch einstens gnädig heim, dann nehmt meine Gebeine von hier mit euch!

Exo 13:20 Sie brachen von Sukkot auf und lagerten in Etam am Rande der Wüste.

Exo 13:21 Der Herr zog am Tage vor ihnen in einer Wolkensäule her, um ihnen den Weg zu zeigen, bei Nacht aber in einer Feuersäule, um ihnen Licht zu spenden, so daß sie bei Tag und Nacht wandern konnten.

Exo 13:22 Nicht wich die Wolkensäule bei Tag und nicht die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des ziehenden Volkes.

 

Exodus Kapitel 14

 

Exo 14:1 Der Herr sprach zu Moses folgendes:

Exo 14:2 "Sage den Kindern Israels, sie sollen umkehren und sich vor Pi-Hachirot zwischen Migdol und dem Meer vor Baal-Zephon lagern. Ihm gegenüber sollt ihr am Meer das Lager aufschlagen!

Exo 14:3 Der Pharao wird dann von den Israeliten annehmen: Sie haben sich in dem Lande verirrt, die Wüste hat sie ringsum eingeschlossen.

Exo 14:4 Ich will das Herz des Pharao verhärten, und er wird sie verfolgen. Ich erweise meine Macht am Pharao und seinem ganzen Heere. Die Ägypter werden erkennen, daß ich der Herr bin!" Und sie taten so.

Exo 14:5 Dem König von Ägypten ward berichtet, daß das Volk entflohen sei. Da änderte sich die Stimmung des Pharao und seiner Diener dem Volke gegenüber. Sie sprachen: "Was haben wir da getan, daß wir Israel entlassen haben aus unserem Dienst!"

Exo 14:6 Er ließ seine Streitwagen anspannen und nahm seine Kriegsleute mit sich.

Exo 14:7 Er führte sechshundert auserlesene Streitwagen und alle anderen Streitwagen Ägyptens mit und auf jedem drei Mann Besatzung.

Exo 14:8 Der Herr verhärtete das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, so daß er den Kindern Israels nachsetzte, obwohl doch die Israeliten unter dem Schutz einer erhobenen Hand auszogen.

Exo 14:9 Die Ägypter verfolgten und erreichten sie mit allen Gespannen und Wagen des Pharao, mit deren Mannschaften und dem gesamten Heer, als jene sich am Meer lagerten; es war bei Pi-Hachirot gegenüber von Baal-Zephon.

Exo 14:10 Der Pharao kam näher und näher; die Kinder Israels erhoben ihre Augen und erblickten die Ägypter, die hinter ihnen her waren. Da erschraken die Kinder Israels gar sehr und schrieen zum Herrn.

Exo 14:11 Sie sprachen zu Moses: "Es gab offenbar in Ägypten keine Gräber. Darum hast du uns weggeholt, damit wir in der Wüste sterben. Was hast du uns da angetan, daß du uns aus Ägypten herausgeführt hast!

Exo 14:12 Haben wir es dir nicht schon in Ägypten gesagt: "Laß uns in Ruhe! Wir wollen den Ägyptern dienen; denn besser ist es für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben"!"

Exo 14:13 Moses entgegnete dem Volk: "Fürchtet euch nicht! Haltet stand und seht die Hilfe des Herrn, die er euch heute gewähren wird! Denn wie ihr die Ägypter heute seht, so werdet ihr sie niemals mehr wiedersehen!

Exo 14:14 Der Herr wird für euch kämpfen, ihr aber könnt schweigend zuschauen."

Exo 14:15 Der Herr sprach zu Moses: "Warum schreist du zu mir? Sage den Israeliten, sie sollen aufbrechen!

Exo 14:16 Du aber sollst deinen Stab erheben, deine Hand über das Meer ausstrecken und es spalten, damit die Israeliten inmitten des Meeres auf trockenem Boden hindurchgehen können!

Exo 14:17 Ich aber will das Herz der Ägypter verhärten; sie werden hinter ihnen herrücken; sodann will ich aber am Pharao und an seinem ganzen Heer, seinen Wagen und deren Besatzung meine Macht beweisen.

Exo 14:18 Die Ägypter werden erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich am Pharao, seinen Streitwagen und deren Besatzung meine Macht beweise."

Exo 14:19 Da wechselte der Gottesengel, der vor dem Wanderzug Israels einherging, seinen Platz und zog hinterher; auch die Wolkensäule brach von der Spitze auf und stellte sich hinter sie.

Exo 14:20 Sie zog zwischen dem Heer der Ägypter und zwischen dem Heer der Israeliten, und sie verdunkelte auf der einen Seite und erhellte auf der anderen Seite die Nacht; niemand konnte während der ganzen Nacht an den anderen herankommen.

Exo 14:21 Moses streckte seine Hand aus über das Meer. Der Herr aber ließ mit einem starken Ostwind die ganze Nacht hindurch das Meer zurücktreten und legte so das Meer trocken. Da spalteten sich die Wasser.

Exo 14:22 Die Kinder Israels schritten aber inmitten des Meeres auf trockenem Boden hindurch, während ihnen die Wasser eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken bildeten.

Exo 14:23 Die Ägypter rückten ihnen nach, und alle Rosse des Pharao, seine Wagengespanne und deren Mannschaft zogen hinter ihnen her, mitten in das Meer hinein.

Exo 14:24 In der Zeit der Morgenwache schaute aber der Herr von der Feuer- und Wolkensäule auf das Lager der Ägypter, und er brachte das ägyptische Heer in Verwirrung.

Exo 14:25 Er hemmte die Räder ihrer Kriegswagen und ließ sie nur mit Schwierigkeiten vorankommen. Die Ägypter riefen: "Fliehen wir doch vor Israel! Denn der Herr kämpft für sie gegen die Ägypter!"

Exo 14:26 Der Herr sprach zu Moses: "Strecke deine Hand aus über das Meer, daß die Wasser auf die Ägypter zurückfluten, auf ihre Streitwagen und deren Mannschaften!"

Exo 14:27 Da streckte Moses seine Hand über das Meer aus, und das Wasser flutete um das Morgengrauen an seinen alten Platz zurück, während die Ägypter ihm gerade entgegenflohen. So stürzte der Herr die Ägypter mitten ins Meer hinein.

Exo 14:28 Die Wasser fluteten zurück und bedeckten die Streitwagen samt den Mannschaften der gesamten Heeresmacht des Pharao, die hinter ihnen ins Meer gezogen waren. Kein einziger von ihnen blieb mehr übrig.

Exo 14:29 Die Kinder Israels aber waren auf trockenem Boden inmitten des Meeres gegangen, weil die Wasser ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken gebildet hatten.

Exo 14:30 Der Herr rettete an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter. Die Israeliten aber sahen, wie die Ägypter tot am Ufer des Meeres lagen.

Exo 14:31 Als Israel sah, mit welch gewaltiger Hand der Herr unter den Ägyptern wirkte, fürchtete das Volk den Herrn; sie vertrauten auf den Herrn und auf Moses, seinen Knecht.

 

Exodus Kapitel 15

 

Exo 15:1 Damals sangen Moses und die Kinder Israels dieses Lied zu Ehren des Herrn. Sie sangen: "Singen will ich dem Herrn, denn hocherhaben ist er! Roß und Wagen warf er ins Meer!

Exo 15:2 Meine Kraft und meine Stärke ist der Herr, er ward mir zum Heil. Er ist mein Gott, preisen will ich ihn, meines Vaters Gott, ihn will ich rühmen!

Exo 15:3 Der Herr ist ein Kriegsheld; "Jahwe" ist sein Name.

Exo 15:4 Die Wagen des Pharao und seine Streitmacht warf er ins Meer; die besten seiner Kämpfer versanken im Schilfmeer.

Exo 15:5 Fluten bedeckten sie; sie fuhren zur Tiefe wie Steine.

Exo 15:6 Deine Rechte, o Herr, mächtig an Kraft, deine Rechte, o Herr, zerschmettert den Feind.

Exo 15:7 In deiner Hoheit Fülle stürzest du deine Gegner; deine Zornglut entsendest du; die verzehrt sie wie Stoppeln.

Exo 15:8 Vor deiner Nase Schnauben türmten sich die Wasser, standen die Wogen da wie ein Wall, erstarrten die Fluten mitten im Meer.

Exo 15:9 Der Feind sprach: "Nachjagen! Fassen! Beute verteilen! Meine Gier laben! Schwert ziehen! Meine Faust soll sie vertilgen!"

Exo 15:10 Da bliesest du mit deinem Odem, und schon deckte sie das Meer; wie Blei versanken sie in den gewaltigen Wassern.

Exo 15:11 Wer gleicht dir unter den Göttern, Herr? Wer gleicht dir strahlend in Heiligkeit? Furchtbar an Ruhmestaten, Wunder vollbringend!

Exo 15:12 Deine Rechte strecktest du aus, die Erde verschlang sie!

Exo 15:13 Führer warst du in deiner Huld dem Volk, das du erlöst! Du hast es geleitet in deiner Kraft zu deiner heiligen Wohnstatt.

Exo 15:14 Die Völker hörten davon und zitterten, Beben kam über Philistäas Bewohner!

Exo 15:15 Damals erschraken die Fürsten von Edom, Zittern ergriff die Gewaltigen Moabs, alle Bewohner Kanaans wankten.

Exo 15:16 Furcht und Entsetzen befiel sie, ob der Macht deines Armes erstarrten sie wie Stein, bis dein Volk, Herr, hindurchzog, bis hindurchzog das Volk, das du erworben.

Exo 15:17 Du führtest und pflanztest sie auf den Berg, der dein eigen, an den Ort deiner Wohnstatt, die du, Herr, gegründet, zum Heiligtum, o Herr, das deine Hände geschaffen.

Exo 15:18 Der Herr ist König für immer und ewig!"

Exo 15:19 Als die Gespanne des Pharao mit seinen Wagen und deren Mannschaften ins Meer gelangt waren, ließ der Herr dessen Wasser zurückfluten. Die Kinder Israels aber zogen auf trockenem Boden mitten durch das Meer.

Exo 15:20 Da nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Pauke in die Hand, und alle Frauen zogen mit Paukenschlägen und Reigentänzen hinter ihr her.

Exo 15:21 Mirjam stimmte den Leitvers an: "Singt dem Herrn, denn hocherhaben ist er; Roß und Wagen warf er ins Meer!"

Exo 15:22 Danach ließ Moses die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen; sie zogen hinaus zur Wüste Schur. Drei Tage lang wanderten sie in der Wüste, und sie fanden kein Wasser.

Exo 15:23 Sie kamen nach Mara, aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, weil es bitter war. Darum heißt der Ort "Mara" (Bitterkeit).

Exo 15:24 Das Volk aber murrte gegen Moses und sprach: "Was sollen wir denn trinken?"

Exo 15:25 Er rief laut zum Herrn, und der Herr zeigte ihm ein Holz. Er warf es ins Wasser, und das Wasser wurde süß. Dort gab er ihm Satzung und Recht, und dort stellte er es auf die Probe.

Exo 15:26 Er sprach: "Wenn du nur fleißig hörst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, und das, was recht ist in seinen Augen, tust, auf seine Gebote achtgibst und alle seine Satzungen hältst, will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich Ägypten auferlegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt!"

Exo 15:27 Sie kamen nun nach Elim; dort waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmen. Sie schlugen dort am Wasser ein Lager auf.

 

Exodus Kapitel 16

 

Exo 16:1 Sie brachen von Elim auf, und es kam die ganze Gemeinde der Kinder Israels zur Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt; es war am fünfzehnten Tag des zweiten Monats seit ihrem Auszug aus Ägypten.

Exo 16:2 Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte wider Moses und Aaron in der Wüste.

Exo 16:3 Die Kinder Israels sprachen zu ihnen: "O daß wir doch durch die Hand des Herrn in Ägypten gestorben wären, da wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten! Ihr habt uns aber in diese Wüste geführt, um diese ganze Schar den Hungertod sterben zu lassen!"

Exo 16:4 Der Herr sprach zu Moses: "Seht, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen! Das Volk soll dann hingehen und sich den Tagesbedarf einsammeln; ich will es darauf prüfen, ob es nach meinem Gesetze wandelt oder nicht.

Exo 16:5 Wenn sie nun am sechsten Tage zubereiten, was sie heimbringen, so wird es das Doppelte von dem sein, was sie sonst tagtäglich sammeln."

Exo 16:6 Moses und Aaron sprachen zu allen Israeliten: "Am heutigen Abend werdet ihr erfahren, daß der Herr es war, der euch aus Ägypten geführt hat.

Exo 16:7 Und morgen früh werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn schauen, da er eure murrenden Reden wider den Herrn gehört hat. Doch was sind wir, daß ihr gegen uns murrt?"

Exo 16:8 Moses sprach weiter: "Der Herr wird euch nämlich am Abend Fleisch zu essen geben und Brot am Morgen zur Sättigung, da der Herr eure murrenden Reden wider ihn gehört hat. Doch was sind wir? Nicht gegen uns waren eure murrenden Reden, sondern gegen den Herrn."

Exo 16:9 Moses sprach zu Aaron: "Sage der ganzen Gemeinde der Israeliten: "Nähert euch dem Herrn, denn er hat euer Murren gehört!""

Exo 16:10 Während nun Aaron zur ganzen Gemeinde der Kinder Israels noch redete, wandten sie sich in Richtung nach der Wüste. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn in der Wolke.

Exo 16:11 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 16:12 "Ich habe das Murren der Kinder Israels gehört; sage ihnen folgendes: "Heute gegen Abend werdet ihr Fleisch essen und morgen in der Frühe euch an Brot sättigen; daran sollt ihr erkennen, daß ich der Herr bin, euer Gott!""

Exo 16:13 Und es geschah am Abend, da kam ein Wachtelschwarm angeflogen und bedeckte das Lager. Am Morgen aber war rings um das Lager ein Taubelag.

Exo 16:14 Als aber der Taubelag aufstieg, da lag auf der Oberfläche der Wüste etwas Feines, Knisterndes, fein wie Reif am Boden.

Exo 16:15 Die Kinder Israels sahen es und sprachen zueinander: "Man hu? (Was ist das?)" Sie wußten nämlich nicht, was es war. Da sprach Moses zu ihnen: "Das ist das Brot, das der Herr euch zur Nahrung gibt.

Exo 16:16 Folgendes nun gebietet der Herr: Jeder sammle davon, soviel er zur Nahrung braucht: einen Gomer auf den einzelnen Kopf. Jeder von euch hole nach der Anzahl der Personen, die zu seiner Zeltgemeinschaft gehören!"

Exo 16:17 Die Israeliten taten so und sammelten, viel oder auch wenig.

Exo 16:18 Sie maßen es mit dem Gomer. Da hatte der, welcher viel gesammelt hatte, keinen Überschuß, und wer wenig gesammelt hatte, keinen Mangel. Jeder hatte, soviel er zur Nahrung brauchte.

Exo 16:19 Moses sagte darauf zu ihnen: "Niemand lasse davon bis zum nächsten Morgen übrig!"

Exo 16:20 Einige hörten aber nicht auf Moses und ließen doch bis zum nächsten Morgen etwas übrig; das wurde dann faul, wurmig und stinkend. Moses aber war über sie böse.

Exo 16:21 Sie sammelten es Morgen für Morgen, jeder, soviel er zur Nahrung brauchte. Wenn aber die Sonne heiß schien, dann zerschmolz es.

Exo 16:22 Am sechsten Tage aber hatten sie die doppelte Nahrungsmenge gesammelt, nämlich zwei Gomer für den einzelnen. Da kamen alle Fürsten der Gemeinde und meldeten es Moses.

Exo 16:23 Er sagte zu ihnen: "Was der Herr hiermit verordnet hat, ist dieses: Ein Ruhetag, heiliger Sabbat für den Herrn, ist morgen; was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht! Aber alles, was übrig bleibt, legt hin und bewahrt es auf für morgen!"

Exo 16:24 Sie legten es bis zum Morgen zurück, wie Moses befohlen hatte; es wurde nicht stinkend, und es zeigten sich auch keine Würmer darin.

Exo 16:25 Moses sprach: "Eßt dies heute, denn Sabbat ist heute für den Herrn; nichts werdet ihr heute auf dem Felde finden.

Exo 16:26 Sechs Tage sollt ihr es sammeln, am siebten Tag ist Sabbat, an diesem gibt es keines."

Exo 16:27 Aber am siebten Tag gingen doch einige vom Volk hinaus, um zu sammeln. Sie fanden aber wirklich nichts.

Exo 16:28 Da sprach der Herr zu Moses: "Wie lange noch weigert ihr euch, meine Gebote und Satzungen zu halten?

Exo 16:29 Seht doch, daß der Herr euch den Sabbat gegeben hat; darum gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage! Bleibe also ein jeder daheim, niemand verlasse am siebten Tag seine Wohnstätte!"

Exo 16:30 So feierte das Volk denn am siebten Tag den Sabbat.

Exo 16:31 Die Israeliten gaben der Speise den Namen "Manna". Es war weiß wie Koriandersamen und schmeckte wie Honigkuchen.

Exo 16:32 Moses sprach: "Dies verordnete der Herr: Füllt davon einen Gomer, um es aufzubewahren für eure kommenden Geschlechter; sie sollen die Nahrung sehen, mit welcher ich euch in der Wüste gespeist habe, als ich euch aus dem Lande Ägypten herausführte!"

Exo 16:33 Moses sprach zu Aaron: "Nimm einen Behälter, fülle einen Gomer Manna hinein und stelle ihn vor den Herrn, um ihn für eure künftigen Geschlechter aufzubewahren!"

Exo 16:34 Wie der Herr Moses befohlen hatte, so stellte Aaron ihn (später) vor die Gesetzestafeln hin zum Aufbewahren.

Exo 16:35 Die Kinder Israels aßen das Manna 40 Jahre, bis sie wieder in bewohntes Land kamen. Manna aßen sie so lange, bis sie die Grenze des Landes Kanaan erreichten.

Exo 16:36 Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Epha.

 

Exodus Kapitel 17

 

Exo 17:1 Auf Geheiß des Herrn zog die ganze Gemeinde der Israeliten aus der Wüste Sin in Tagemärschen weiter; sie schlugen in Rephidim ein Lager auf; das Volk hatte aber kein Wasser zu trinken.

Exo 17:2 Da haderte das Volk mit Moses; sie sprachen: "Gebt uns Wasser zu trinken!" Moses entgegnete ihnen: "Wozu hadert ihr mit mir? Warum versucht ihr den Herrn?"

Exo 17:3 Dort dürstete das Volk nach Wasser; es murrte wider Moses und sprach: "Warum hast du uns denn aus Ägypten herausgeführt, um uns, unsere Kinder und unseren Viehbestand vor Durst sterben zu lassen?"

Exo 17:4 Moses schrie zum Herrn: "Was soll ich mit diesem Volk tun? Nur ein wenig noch, dann werden sie Steine auf mich werfen."

Exo 17:5 Der Herr entgegnete dem Moses: "Geh dem Volk voraus und nimm mit dir einige von den Ältesten Israels! Nimm auch deinen Stab, mit dem du auf den Nil schlugst, in deine Hand und gehe hin!

Exo 17:6 Siehe, ich werde dort vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen! Wenn du auf den Felsen schlägst, wird aus ihm Wasser hervorquellen, und das Volk kann trinken." So tat Moses vor den Augen der Ältesten Israels.

Exo 17:7 Er nannte den Ort "Massa und Meriba", weil die Israeliten dort gehadert und den Herrn versucht hatten, indem sie sprachen: "Ist der Herr wirklich in unserer Mitte oder nicht?"

Exo 17:8 Da rückten die Amalekiter heran und kämpften bei Rephidim gegen die Israeliten.

Exo 17:9 Moses wandte sich an Josua: "Suche uns Männer aus, ziehe aus und kämpfe morgen gegen die Amalekiter! Ich will mich aber auf den Gipfel der Anhöhe stellen, den Gottesstab in meiner Hand."

Exo 17:10 Josua tat, wie Moses ihm geboten hatte. Er zog in den Kampf gegen Amalek. Moses, Aaron und Chur stiegen aber auf den Gipfel der Anhöhe.

Exo 17:11 Solange Moses nun seine Hände erhob, obsiegte Israel; sobald er aber seine Hände sinken ließ, waren die Amalekiter überlegen.

Exo 17:12 Doch Moses' Hände ermatteten; deshalb nahm man einen Stein und schob ihn unter ihn. Er setzte sich darauf, Aaron und Chur aber stützten seine Hände, einer von dieser Seite, der andere von jener; so blieben denn seine Hände unbeweglich, bis die Sonne unterging.

Exo 17:13 So besiegte Josua Amalek und sein Kriegsvolk mit der Schärfe des Schwertes.

Exo 17:14 Der Herr sagte zu Moses: "Schreibe dies zum Gedächtnis in eine Buchrolle und präge es dem Josua fest ein! Denn ich will vertilgen, ja vertilgen will ich unter dem Himmel das Andenken an Amalek."

Exo 17:15 Moses aber baute einen Altar und nannte ihn "Der Herr ist mein Banner".

Exo 17:16 Er sprach: "Auf, die Hand an das Banner des Herrn! Streit hat der Herr mit Amalek von Geschlecht zu Geschlecht!"

 

Exodus Kapitel 18

 

Exo 18:1 Jetro, der midianitische Priester und Schwiegervater des Moses, hatte davon erfahren, was Gott alles an Moses und Israel, seinem Volke, getan hatte, daß nämlich der Herr Israel aus Ägypten herausgeführt hatte.

Exo 18:2 Da nahm Jetro, der Schwiegervater des Moses, die Zippora, die Frau des Moses, welche dieser zurückgeschickt hatte,

Exo 18:3 und ihre beiden Söhne. Von ihnen hieß der eine "Gerschom", weil er gesagt hatte: "Ein Gast bin ich in fremdem Lande."

Exo 18:4 Der andere hieß "Elieser"; denn "der Gott meines Vaters ist mir zur "Hilfe" geworden und bewahrte mich vor dem Schwerte des Pharao."

Exo 18:5 Der Schwiegervater des Moses also, Jetro, kam mit dessen Söhnen und dessen Frau zu Moses in die Wüste, wo er gerade am Gottesberg lagerte.

Exo 18:6 Er ließ dem Moses melden: "Siehe, dein Schwiegervater Jetro ist zu dir gekommen, ferner deine Frau und ihre beiden Söhne!"

Exo 18:7 Moses ging seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich ehrfurchtsvoll und küßte ihn. Sie erkundigten sich gegenseitig nach ihrem Wohlbefinden und traten in das Zelt.

Exo 18:8 Moses erzählte seinem Schwiegervater alles, was der Herr um Israels willen am Pharao und an den Ägyptern getan hatte, von allen Beschwerden, die ihnen auf dem Wege zugestoßen waren, und wie der Herr sie gerettet hatte.

Exo 18:9 Da freute sich Jetro über alles Gute, das der Herr den Israeliten getan hatte, da er sie aus der Hand der Ägypter errettet hatte.

Exo 18:10 Und Jetro sprach: "Gepriesen sei der Herr, der euch aus der Gewalt der Ägypter und aus der Hand des Pharao gerettet hat!

Exo 18:11 Jetzt erkenne ich, daß der Herr größer ist als alle anderen Götter; denn deshalb, weil die Ägypter gegen sein Volk so vermessen handelten, hat er es aus ihrer Hand errettet."

Exo 18:12 Jetro, der Schwiegervater des Moses, brachte Gott Brand und Schlachtopfer dar. Aaron und alle Ältesten Israels kamen hinzu, um mit dem Schwiegervater des Moses vor Gott ein Opfermahl zu halten.

Exo 18:13 Am anderen Morgen nahm Moses Platz, um im Volke richterliche Tätigkeit auszuüben. Das Volk stand vor Moses vom Morgen bis zum Abend.

Exo 18:14 Der Schwiegervater des Moses sah, was er alles für das Volk zu tun hatte, und äußerte sich: "Wozu bemühst du dich so sehr mit dem Volk? Warum sitzt du denn ganz allein zu Gericht, und das ganze Volk muß vor dir stehen vom Morgen bis zum Abend?"

Exo 18:15 Moses entgegnete seinem Schwiegervater: "Das Volk kommt zu mir, um Gott zu befragen.

Exo 18:16 Wenn sie eine Streitsache haben, kommen sie zu mir; ich mache den Schiedsrichter zwischen den einzelnen Parteien und lasse sie die Weisungen Gottes und seine Gesetze wissen."

Exo 18:17 Der Schwiegervater des Moses sagte darauf zu ihm: "Es ist nicht gut so, wie du es machst.

Exo 18:18 Du reibst dich ja vollständig auf, dich selbst und das Volk, das bei dir ist; denn die Aufgabe überschreitet deine Kräfte, du kannst sie allein nicht bewältigen.

Exo 18:19 Höre jetzt auf mich! Ich will dir einen Rat geben: Gott möge mit dir sein! Vertritt du das Volk Gott gegenüber und bringe du die Anliegen vor Gott!

Exo 18:20 Schärfe ihnen die Weisungen und Gesetze ein und laß sie den Weg wissen, den sie zu gehen haben, und die Werke, die sie tun sollen!

Exo 18:21 Du aber suche dir aus allen Leuten tüchtige, gottesfürchtige und zuverlässige Männer aus, die der Bestechung nicht zugänglich sind! Setze sie über jene als Vorsteher über je eintausend, über je einhundert, über je fünfzig und über je zehn!

Exo 18:22 Sie sollen unter dem Volke immerdar als Richter wirken. Nur alle wichtigen Sachen sollen sie vor dich bringen, alles Geringfügige aber sollen sie selbst entscheiden! Entlaste also dich selber und laß jene mit dir die Verantwortung tragen!

Exo 18:23 Wenn du es so machst und auch Gott es dir so befiehlt, dann kannst du bestehen, und auch dieses ganze Volk wird befriedigt heimgehen."

Exo 18:24 Moses gehorchte den Ratschlägen seines Schwiegervaters und tat alles, was er ihm vorgeschlagen hatte.

Exo 18:25 Er suchte tüchtige Männer aus ganz Israel aus und machte sie zu Häuptern über das Volk, als Vorsteher über eintausend, über einhundert, über fünfzig und über zehn.

Exo 18:26 Sie sollten im Volke richterliche Tätigkeit zu jeder Zeit ausüben; nur die schwer zu lösenden Fälle sollten sie vor Moses bringen, alle leichteren aber selbst entscheiden.

Exo 18:27 Moses gab seinem Schwiegervater das Abschiedsgeleit, und dieser begab sich wieder in sein Land.

 

Exodus Kapitel 19

 

Exo 19:1 Im dritten Monat seit dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, an eben diesem Tage, gelangten sie in die Wüste Sinai.

Exo 19:2 Sie waren von Rephidim aufgebrochen, kamen in die Wüste Sinai und schlugen in der Wüste ein Lager auf. Es lagerte dort Israel gegenüber dem Berge.

Exo 19:3 Moses aber stieg hinauf zu Gott, und der Herr rief ihm vom Berge aus zu: "So sollst du zum Hause Jakob sprechen und dies den Söhnen Israels verkünden:

Exo 19:4 Ihr habt selbst gesehen, was ich den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch an mich gebracht habe.

Exo 19:5 Wenn ihr nun getreu auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, so werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn mein ist die ganze Erde!

Exo 19:6 Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Dies sind die Worte, die du zu den Kindern Israels sprechen sollst."

Exo 19:7 Moses ging darauf hin, berief die Ältesten des Volkes und legte ihnen alle diese Worte vor, die der Herr ihm aufgetragen hatte.

Exo 19:8 Das Volk gab einmütig zur Antwort: "Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun!" Moses aber überbrachte dem Herrn des Volkes Antwort.

Exo 19:9 Der Herr sprach weiter zu Moses: "Siehe, ich komme zu dir in dichtem Gewölk, damit das Volk es hört, wenn ich mit dir rede, und damit sie auch an dich immer glauben!" Moses aber meldete des Volkes Worte dem Herrn.

Exo 19:10 Der Herr sprach zu Moses: "Geh hin zum Volk, und sie sollen sich heute und morgen heilig halten und ihre Kleider waschen!

Exo 19:11 Sie sollen für den dritten Tag bereit sein; denn am dritten Tag wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabkommen.

Exo 19:12 Du sollst dem Volke ringsherum eine Grenze ziehen und ihm sagen: "Hütet euch davor, auf den Berg zu steigen, ja nur sein Fußende zu berühren! Jeder, der den Berg berührt, muß sterben!"

Exo 19:13 Keine Hand darf ihn berühren, sonst würde er gesteinigt oder (mit Pfeilen) erschossen werden! Ob Tier oder Mensch, er würde nicht am Leben bleiben! Erst wenn das Widderhorn geblasen wird, sollen sie auf den Berg hinaufsteigen."

Exo 19:14 Moses stieg vom Berge zum Volke hinab. Er befahl dem Volk, sich zu heiligen; auch wuschen sie ihre Kleider.

Exo 19:15 Er sprach zu ihnen: "Seid bereit für den dritten Tag, nähert euch keiner Frau!"

Exo 19:16 Am dritten Tag, als es Morgen geworden war, brachen Donner los, und Blitze zuckten, schweres Gewölk hing über dem Berg, und überaus stark schmetternder Posaunenschall war zu hören. Das ganze Volk im Lager bebte.

Exo 19:17 Moses führte das Volk Gott entgegen aus dem Lager heraus. Sie stellten sich am Fuß des Berges auf.

Exo 19:18 Der Berg Sinai war ganz mit Rauch bedeckt, weil der Herr im Feuer auf ihn herabgekommen war. Der Rauch stieg wie der Rauch eines Schmelzofens auf. Der ganze Berg zitterte gewaltig.

Exo 19:19 Der Posaunenschall ward stärker und stärker. Moses redete, und Gott antwortete ihm unter Donnerschall.

Exo 19:20 Der Herr war auf den Sinaiberg, und zwar auf die Spitze, herabgekommen. Er rief den Moses auf die Spitze des Berges, und Moses stieg hinauf.

Exo 19:21 Da sprach der Herr zu Moses: "Steige hinab und befiehl nachdrücklich dem Volke, daß es zu dem Herrn nicht durchbreche, um ihn zu sehen; denn viele von ihnen müßten sonst umkommen.

Exo 19:22 Auch die Priester, die sich dem Herrn zu nahen pflegen, sollen sich heilig halten, damit der Herr gegen sie nicht losbricht!"

Exo 19:23 Da entgegnete Moses dem Herrn: "Das Volk kann gar nicht zum Berge Sinai hinaufsteigen; denn du selbst hast es uns eingeschärft: Ziehe eine Grenze um den Berg und erkläre ihn für heilig!"

Exo 19:24 Der Herr sagte nun zu ihm: "Geh, steige hinab und komme mit Aaron wieder herauf! Die Priester aber und das Volk sollen nicht durchbrechen, um zum Herrn hinaufzukommen; er würde sonst gegen sie losziehen."

Exo 19:25 Da stieg Moses zum Volke hinab und teilte es ihm mit.

 

Exodus Kapitel 20

 

Exo 20:1 Nun sprach Gott alle die folgenden Worte:

Exo 20:2 (I.) "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, dem Hause der Knechtschaft, geführt hat.

Exo 20:3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

Exo 20:4 Du sollst dir kein Schnitzbild machen, noch irgendein Abbild von dem, was droben im Himmel oder auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde ist!

Exo 20:5 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und sollst sie nicht verehren; denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter an den Kindern, am dritten und vierten Geschlecht, nachprüft bei denen, die mich hassen.

Exo 20:6 Ich erweise aber meine Gnade bis ins tausendste Geschlecht denen, die mich lieben und meine Gebote halten.

Exo 20:7 (II.) Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz aussprechen; denn der Herr läßt denjenigen nicht ungestraft, der seinen Namen unnütz ausspricht!

Exo 20:8 (III.) Gedenke des Sabbattages, um ihn heilig zu halten.

Exo 20:9 Sechs Tage lang sollst du arbeiten und all deine Geschäfte verrichten.

Exo 20:10 Doch der siebte Tag ist ein Ruhetag für den Herrn, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun, weder du selbst noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der sich in deinen Toren befindet.

Exo 20:11 Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel, die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, erschaffen; doch am siebten Tage ruhte er. Darum segnete der Herr den Sabbat und erklärte ihn für heilig.

Exo 20:12 (IV.) Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

Exo 20:13 (V.) Du sollst nicht töten!

Exo 20:14 (VI.) Du sollst nicht ehebrechen!

Exo 20:15 (VII.) Du sollst nicht stehlen!

Exo 20:16 (VIII.) Du sollst gegen deinen Nächsten kein falsches Zeugnis abgeben!

Exo 20:17 (IX.) Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren! (X.) Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten und auch nicht seinen Knecht, seine Magd, sein Rind, seinen Esel und nichts von dem, was deinem Nächsten gehört!"

Exo 20:18 Das ganze Volk nahm die Donnerschläge, die Blitze, den Posaunenschall und den rauchenden Berg wahr; da fürchteten sich die Leute, zitterten und blieben von fern stehen.

Exo 20:19 Sie sprachen zu Moses: "Rede du mit uns, wir wollen darauf hören! Aber Gott soll mit uns nicht reden, sonst müßten wir sterben!"

Exo 20:20 Da antwortete Moses dem Volke: "Fürchtet euch nicht! Denn um euch zu prüfen, ist Gott gekommen; damit die Furcht vor ihm bei euch herrsche, auf daß ihr nicht sündigt!"

Exo 20:21 Das Volk blieb von ferne stehen, Moses aber näherte sich der dunklen Wolke, in der Gott war.

Exo 20:22 Nun sprach der Herr zu Moses: "Sage zu den Israeliten: Ihr habt es miterlebt, wie ich vom Himmel her mit euch gesprochen habe.

Exo 20:23 Ihr sollt euch neben mir keine silbernen und keine goldenen Götzen anfertigen!

Exo 20:24 Du sollst mir einen Altar aus Erde bauen und sollst auf ihm deine Brandopfer, deine Friedopfer, dein Kleinvieh und dein Großvieh darbringen! An jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, werde ich zu dir kommen und dich segnen.

Exo 20:25 Wenn du mir aber einen Altar aus Steinen baust, so dürfen es nicht behauene Steine sein; wenn du ihn nämlich mit dem Meißel bearbeitest, dann hast du ihn entweiht.

Exo 20:26 Steige auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hinauf, damit deine Blöße sich über ihm nicht enthülle!"

 

Exodus Kapitel 21

 

Exo 21:1 "Dies sind die Rechtsbestimmungen, die du ihnen auferlegen sollst:

Exo 21:2 Wenn du einen hebräischen Sklaven erwirbst, so soll er sechs Jahre Dienst leisten, im siebten aber soll er ohne Entschädigung in die Freiheit entlassen werden.

Exo 21:3 Ist er allein gekommen, so soll er auch allein fortgehen; war er aber bereits verheiratet, so soll seine Frau mit ihm gehen.

Exo 21:4 Hat ihm aber erst sein Herr eine Frau gegeben, und hat sie ihm Söhne oder Töchter geboren, so sollen die Frau und ihre Kinder ihrem Herrn gehören; nur er selbst soll in die Freiheit gehen.

Exo 21:5 Wenn aber der Sklave ausdrücklich sagt: "Ich habe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder lieb, ich will nicht in die Freiheit gehen",

Exo 21:6 so bringe ihn sein Herr vor die Gottheit und führe ihn an die Tür oder den Türpfosten, und sein Herr durchbohre ihm mit einer Pfrieme sein Ohr! Er sei dann sein Sklave für immer!

Exo 21:7 Verkauft ein Mann seine Tochter als Sklavin, soll sie nicht wie die Sklaven entlassen werden.

Exo 21:8 Wenn sie nun aber ihrem Herrn, der sie für sich bestimmt hatte, mißfällt, so lasse er sie loskaufen; sie aber an fremde Leute zu verkaufen, steht ihm nicht zu, da er treulos an ihr gehandelt hat.

Exo 21:9 Hatte er sie aber für seinen Sohn bestimmt, so handle er mit ihr nach der Rechtssatzung für Töchter.

Exo 21:10 Nimmt er sich noch eine andere dazu, so darf er sie weder bezüglich der Fleischnahrung noch der Kleidung, noch im ehelichen Leben zurücksetzen.

Exo 21:11 Wenn er ihr aber diese drei Dinge nicht leistet, so soll sie ohne Entschädigung, unentgeltlich weggehen dürfen.

Exo 21:12 Wer einen Menschen schlägt, so daß er stirbt, soll getötet werden.

Exo 21:13 Hat er es aber nicht vorsätzlich getan, sondern Gott hat es seiner Hand widerfahren lassen, so bestimme ich dir eine Stätte, wohin er fliehen kann.

Exo 21:14 Hat aber jemand seinen Nächsten freventlich, mit bewußter Absicht, getötet, so sollst du ihn von meinem Altar wegholen, auf daß er sterbe!

Exo 21:15 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.

Exo 21:16 Wer einen Menschen raubt und ihn verkauft und dabei entdeckt wird, soll des Todes sterben.

Exo 21:17 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, ist des Todes.

Exo 21:18 Wenn Männer sich streiten und einer den andern mit einem Stein oder mit einer Hacke schlägt, so daß dieser zwar nicht stirbt, aber bettlägerig wird,

Exo 21:19 dann bleibt der Schläger straffrei, muß jenem aber Entgelt für seine Arbeitsunfähigkeit geben und für seine Heilung sorgen, wenn dieser so aufkommt, daß er draußen mit dem Stock gehen kann.

Exo 21:20 Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock so schlägt, daß die Person unter seiner Hand stirbt, so muß das streng bestraft werden.

Exo 21:21 Wenn sie aber noch ein oder zwei Tage lebt, dann soll jener nicht bestraft werden; denn es betrifft ja sein Vermögen.

Exo 21:22 Wenn Männer miteinander raufen und sie stoßen dabei eine schwangere Frau, und es tritt eine Fehlgeburt ein, aber kein weiterer Unfall, so soll der Täter eine Geldbuße zahlen, die ihm der Eheherr der Frau auferlegt. Er soll sie ihm geben unter Vermittlung von Schiedsrichtern.

Exo 21:23 Wenn ein Schaden entsteht, dann mußt du geben Leben um Leben,

Exo 21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß,

Exo 21:25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Strieme um Strieme!

Exo 21:26 Wenn aber jemand seinem Sklaven oder seiner Sklavin ins Auge schlägt und es zerstört, so soll er die Person als Ersatz für das Auge freilassen.

Exo 21:27 Wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, soll er die Person als Ersatz für den Zahn freigeben.

Exo 21:28 Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, daß sie sterben, dann soll das Rind gesteinigt werden! Man darf sein Fleisch nicht essen; der Herr des Rindes aber ist straffrei.

Exo 21:29 Wenn das Rind schon längere Zeit hindurch stößig war und sein Besitzer verwarnt wurde, es aber trotzdem nicht bewachte, so soll das Rind, falls es einen Mann oder eine Frau tötet, gesteinigt werden, und auch der Besitzer sei des Todes.

Exo 21:30 Wird ihm aber ein Sühnegeld auferlegt, dann soll er als Loskaufsgeld für sein Leben so viel zahlen, als ihm auferlegt wird.

Exo 21:31 Stößt es einen Sohn oder eine Tochter, dann soll nach demselben Rechtsgrundsatz an ihm gehandelt werden.

Exo 21:32 Wenn das Rind aber einen Sklaven oder eine Sklavin stößt, dann hat der Besitzer an ihren Herrn dreißig Silberstücke zu bezahlen, das Rind aber werde gesteinigt.

Exo 21:33 Wenn jemand eine Zisterne offen läßt, oder wenn er eine Zisterne gräbt und nicht zudeckt, und es fällt ein Rind oder ein Esel hinein,

Exo 21:34 dann soll der Besitzer der Zisterne Ersatz leisten; er soll dem Tierbesitzer den Geldwert zahlen, das verendete Tier aber ist sein Eigentum.

Exo 21:35 Wenn eines Mannes Rind das Rind seines Nächsten stößt, so daß es verendet, so soll man das lebende Rind verkaufen und den Erlös aufteilen, und das verendete Tier soll man ebenfalls teilen.

Exo 21:36 Wenn es aber bekannt ist, daß das Rind schon länger stößig war, und sein Besitzer hat es nicht bewacht, dann muß er voll und ganz ersetzen, Rind für Rind; aber das verendete Tier ist sein Eigentum.

Exo 21:37 Wenn jemand ein Rind oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder verkauft, so muß er fünf Rinder für ein Rind ersetzen und vier Stück Kleinvieh für ein Schaf.

 

Exodus Kapitel 22

 

Exo 22:1 Wenn ein Dieb bei einem Einbruch ertappt und totgeschlagen wird, dann entsteht für den Täter keine Blutschuld.

Exo 22:2 Ist aber die Sonne schon über ihm aufgegangen, dann entsteht für ihn Blutschuld. Ein Dieb muß vollen Ersatz leisten. Wenn er nichts hat, so soll er zur Entschädigung für das Gestohlene verkauft werden.

Exo 22:3 Wenn aber das Gestohlene, das Rind, der Esel oder das Schaf, sich noch lebend bei ihm befinden, so soll er das Doppelte ersetzen.

Exo 22:4 Wenn jemand ein Feld oder einen Weinberg in Brand setzt und den Brand sich so ausdehnen läßt, daß es auf fremdem Feld brennt, so muß er von den besten Erträgnissen seines Feldes und seines Weinberges Ersatz leisten.

Exo 22:5 Wenn ein Feuer ausbricht und Dornhecken erfaßt und dadurch ein Garbenhaufen oder auf dem Halm stehendes Getreide oder das Feld erfaßt wird, dann muß der Brandstifter vollen Ersatz leisten.

Exo 22:6 Wenn jemand einem andern Geld oder Wertgegenstände zur Aufbewahrung übergibt, und diese werden aus dem betreffenden Haus gestohlen, so muß der Dieb, wenn er gefunden wird, den doppelten Wert zurückerstatten.

Exo 22:7 Wird der Dieb aber nicht ausfindig gemacht, dann soll der Hausbesitzer vor Gott hintreten, ob er sich nicht an dem Eigentum eines anderen etwa vergriffen habe.

Exo 22:8 Bei jedem Fall von Veruntreuung, handle es sich um ein Rind, einen Esel, ein Schaf, ein Kleidungsstück, kurz, um irgend etwas Vermißtes, wovon der Geschädigte sagt: "Dies ist es", soll die Angelegenheit der beiden vor Gott gebracht werden. Wen Gott für schuldig erklärt, der muß dem anderen den doppelten Wert erstatten.

Exo 22:9 Wenn jemand einen Esel, ein Rind, ein Schaf oder sonst irgendein Stück Vieh einem anderen zur Obhut übergibt, dieses stirbt oder bricht sich etwas oder wird weggetrieben, ohne daß es jemand gesehen hat,

Exo 22:10 dann soll ein Eid vor dem Herrn zwischen beiden die Entscheidung treffen, ob nicht der eine an der Habe des anderen sich vergriffen hat. Sein Besitzer soll es nehmen, und jener braucht keinen Ersatz zu leisten.

Exo 22:11 Wenn es ihm aber offen gestohlen wurde, dann muß er es seinem Eigentümer ersetzen.

Exo 22:12 Ist es aber zerrissen worden, dann bringe er es als Beweis! Das Zerrissene braucht er nicht zu ersetzen.

Exo 22:13 Wenn jemand von seinem Nächsten ein Tier leiht, es bricht sich etwas oder verendet, so muß er, wenn sein Eigentümer nicht da war, es voll ersetzen.

Exo 22:14 Wenn aber der Eigentümer dabei war, dann braucht er es nicht zu erstatten. Ist er ein Tagelöhner, so geht es zu Lasten seines Lohnes.

Exo 22:15 Wenn jemand eine noch nicht verlobte Jungfrau verführt und ihr beiwohnt, dann muß er sie um den vollen Heiratspreis zur Frau nehmen.

Exo 22:16 Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, dann muß er den vollen Brautpreis für Jungfrauen zahlen.

Exo 22:17 Eine Zauberin darfst du nicht am Leben lassen.

Exo 22:18 Jeder, der einem Tier beiwohnt, sei des Todes.

Exo 22:19 Wer anderen Göttern opfert außer dem Herrn allein, der sei im Bann!

Exo 22:20 Einen Fremdling sollst du nicht unterdrücken und ihn nicht bedrängen. Denn Fremdlinge seid ihr selbst gewesen im Lande Ägypten.

Exo 22:21 Eine Witwe oder eine Waise sollt ihr nicht unterdrücken.

Exo 22:22 Wenn du sie aber irgendwie unterdrückst, und sie schreit zu mir, fürwahr, ich werde auf ihr Schreien hören.

Exo 22:23 Mein Zorn entbrennt dann; ich werde euch mit dem Schwerte töten, und eure Frauen werden Witwen und eure Kinder Waisen.

Exo 22:24 Wenn du meinem Volke, einem Armen neben dir, Geld leihst, so sollst du ihm gegenüber nicht wie ein Wucherer handeln. Ihr dürft ihm keinen Zins auferlegen.

Exo 22:25 Wenn du deines Nächsten Mantel zum Pfande nimmst, dann sollst du ihm diesen bis zum Sonnenuntergang wieder zurückgeben.

Exo 22:26 Denn es ist ja seine einzige Decke. Es ist seine Umhüllung für seinen Leib. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er aber zu mir schreit, so will ich ihn erhören; denn barmherzig bin ich.

Exo 22:27 Gott sollst du nicht lästern; einen Fürsten in deinem Volke sollst du nicht verfluchen!

Exo 22:28 Du sollst in der Abgabe deines Getreides und Öles nicht säumig sein! Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du mir geben.

Exo 22:29 Ebenso sollst du es halten mit deinem Kalb und deinem Lamm; es soll aber sieben Tage bei seiner Mutter bleiben, erst am achten Tage sollst du es mir schenken.

Exo 22:30 Heilige sollt ihr mir sein! Fleisch von einem auf dem Felde zerrissenen Tier sollt ihr nicht essen, sondern es den Hunden hinwerfen!

 

Exodus Kapitel 23

 

Exo 23:1 Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten! Du sollst einem, der im Unrecht ist, nicht hilfreich zur Hand gehen, indem du als falscher Zeuge auftrittst.

Exo 23:2 Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen zum Bösen, und du sollst deine Aussagen bei einem Rechtsverfahren nicht so machen, daß du der Mehrheit willfährig bist und das Recht beugst.

Exo 23:3 Weder den Armen noch den Vornehmen sollst du in seinem Rechtsstreit bevorzugen!

Exo 23:4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel, die sich verlaufen haben, antriffst, so führe ihm diese zurück!

Exo 23:5 Wenn du siehst, daß der Esel deines Widersachers unter seiner Last zusammenbricht, dann sollst du aufhören, ihm aus dem Weg zu gehen; du sollst gemeinsam mit deinem Gegner Hilfe leisten!

Exo 23:6 Du sollst das Recht des Armen in seinem Rechtsverfahren nicht beugen!

Exo 23:7 Von einem betrügerischen Verfahren halte dich fern! Einen Unschuldigen und einen, der im Recht ist, ermorde nicht! Denn einen Schuldigen werde ich nicht als gerecht ansehen.

Exo 23:8 Bestechungsgeschenke sollst du nicht annehmen; denn diese machen Klarsehende blind und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind.

Exo 23:9 Auch einen Fremdling darfst du nicht bedrücken; denn ihr wißt ja selbst, wie es einem Fremdling zumute ist, weil ihr Fremdlinge im Ägypterland gewesen seid.

Exo 23:10 Sechs Jahre lang sollst du deinen Boden besäen und seinen Ertrag ernten;

Exo 23:11 aber im siebten Jahre sollst du ihn brach und unbestellt liegen lassen. Die Armen deines Volkes sollen sich davon nähren, und was übrig bleibt, soll das Wild des Feldes fressen; ebenso sollst du mit deinem Weinberg und mit deinen Ölbäumen verfahren.

Exo 23:12 Sechs Tage lang sollst du deine Arbeiten verrichten, am siebten Tage aber sollst du feiern, damit auch dein Rind und dein Esel ruhen und der Sohn deiner Magd und der Fremdarbeiter zum Atemholen kommen.

Exo 23:13 Alles, was ich zu euch gesprochen habe, sollt ihr genau beobachten, die Namen fremder Götter sollt ihr nicht anrufen; sie sollen aus deinem Munde nicht gehört werden.

Exo 23:14 Dreimal im Jahr sollst du mir Feste feiern.

Exo 23:15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten; sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir befohlen habe, und zwar zur vorgeschriebenen Zeit im Monat Abib; denn in ihm bist du aus Ägypten ausgezogen. Erscheint nicht vor meinem Angesicht mit leeren Händen!

Exo 23:16 Ferner das Fest der Ernte, der Erstlingsfrüchte deiner Aussaat auf dem Felde. Dann das Fest der Lese, das am Ende des Jahres stattfindet, wenn du deinen Ernteertrag vom Felde einsammelst.

Exo 23:17 Dreimal im Jahre sollen alle deine männlichen Personen vor dem Gebieter und Herrn erscheinen!

Exo 23:18 Du sollst das Blut meines Schlachtopfers nicht mit Gesäuertem gemeinsam darbringen, und Fett von meinem Feste darf nicht bis zum andern Morgen liegen bleiben.

Exo 23:19 Das Wertvollste von den Erstlingen deines Bodens sollst du in das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen! Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

Exo 23:20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir her daß er dich auf dem Wege behüte und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.

Exo 23:21 Nimm dich vor ihm in acht und höre auf seine Einflüsterung; widerstrebe ihm nicht; denn er würde ein Vergehen von euch nicht ertragen, weil mein Name in ihm ist.

Exo 23:22 Wenn du aber genau auf seine Einflüsterung hörst und alle meine Worte befolgst, so will ich deine Feinde befehden und deine Bedränger in Drangsal bringen.

Exo 23:23 Denn mein Engel wird vor dir herziehen, und er wird dich bringen zu den Amoritern, Hethitern, Perissitern, Kanaanitern, Hiwwitern und Jebusitern; ich will sie vertilgen.

Exo 23:24 Du sollst ihre Götter nicht anbeten und ihnen keine Verehrung zollen! Du sollst ihre Machwerke nicht nachahmen; vielmehr sollst du sie gründlich niederreißen und ihre Weihesteine gänzlich zerbrechen!

Exo 23:25 Wenn ihr aber dem Herrn, eurem Gott, dient, so segnet er dein Brot und dein Wasser. Ich werde Krankheit von dir fernhalten.

Exo 23:26 Keine Frau in deinem Lande wird fehlgebären oder kinderlos sein. Die Zahl deiner Tage will ich vollenden.

Exo 23:27 Meinen Schrecken will ich vor dir hersenden und jedes Volk, zu dem du kommst, zum Verzagen bringen. Auch werde ich veranlassen, daß alle deine Feinde vor dir die Flucht ergreifen.

Exo 23:28 Ich sende Entmutigung vor dir her; sie wird die Hiwwiter, die Kanaaniter und die Hethiter vor dir verjagen.

Exo 23:29 Ich will sie aber nicht in einem einzigen Jahr vor dir verjagen, sonst könnte das Land zur Einöde werden, und das wilde Getier des Feldes würde dir gegenüber zu zahlreich.

Exo 23:30 Nur ganz allmählich will ich sie vertreiben vor deinem Angesicht, bis du so fruchtbar geworden bist, daß du das Land besetzen kannst.

Exo 23:31 Dein Gebiet will ich reichen lassen vom Schilfmeer bis zum Philistermeer und von der Wüste bis zum Euphrat; denn ich will die Bewohner des Landes in eure Gewalt geben, und du sollst sie vor deinem Angesicht verjagen.

Exo 23:32 Du sollst mit ihnen und ihren Gottheiten keinen Bund schließen.

Exo 23:33 Sie sollen nicht in deinem Lande wohnen bleiben, sonst verleiten sie dich dazu, wider mich zu sündigen, indem du ihren Göttern dienst; das würde dir zu einem Fallstrick."

 

Exodus Kapitel 24

 

Exo 24:1 Er sprach sodann zu Moses: "Steigt hinauf zum Herrn, du und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und werft euch in gebührendem Abstand anbetend nieder!

Exo 24:2 Moses aber soll allein zum Herrn herantreten, die anderen dürfen nicht herantreten, und das Volk soll nicht mit ihm hinaufsteigen!"

Exo 24:3 Moses kam und erzählte dem Volk alle Worte des Herrn und alle Satzungen. Alles Volk antwortete wie mit einer Stimme und sprach: "Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun!"

Exo 24:4 Moses schrieb alle Worte des Herrn auf. Am frühen Morgen des anderen Tages baute er einen Altar am Fuß des Berges und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels.

Exo 24:5 Dann beauftragte er die Jungmannschaft der Israeliten, Brandopfer darzubringen und Stiere als Friedopfer für den Herrn zu schlachten.

Exo 24:6 Dann nahm Moses die Hälfte des Blutes und goß es in Schalen; die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar.

Exo 24:7 Er nahm das Buch des Bundes und las es dem Volke vor. Es sagte: "Alles, was der Herr gesprochen, wollen wir gern befolgen!"

Exo 24:8 Hierauf nahm Moses das Blut, besprengte damit das Volk und sprach: "Seht das Blut des Bundes, den der Herr mit euch auf Grund dieser Satzungen geschlossen hat!"

Exo 24:9 Dann stiegen Moses und Aaron, Nadab, Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf.

Exo 24:10 Sie schauten den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie Saphirplatten und wie der Himmel selber in seiner strahlenden Reinheit.

Exo 24:11 Er aber streckte seine Hand nicht aus gegen die Edlen der Israeliten; sie durften Gott schauen und konnten danach unbehelligt essen und trinken.

Exo 24:12 Da sprach der Herr zu Moses: "Steig zu mir auf den Berg herauf und verweile daselbst! Ich werde dir steinerne Tafeln geben mit den Gesetzen und Geboten, die ich zu ihrer Unterweisung niedergeschrieben habe."

Exo 24:13 Da machte sich Moses mit seinem Diener Josua auf, um auf den Gottesberg hinaufzusteigen.

Exo 24:14 Zu den Ältesten sagte er: "Bleibt uns an dieser Stelle, bis wir zu euch zurückkehren. Aaron und Chur sind bei euch. Wer eine Streitsache zu schlichten hat, gehe zu ihnen!"

Exo 24:15 Moses stieg den Berg hinauf; sodann verhüllte die Wolke den Berg.

Exo 24:16 Die Herrlichkeit des Herrn ließ sich auf den Berg Sinai nieder, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage lang. Am siebten Tage rief er den Moses mitten aus dem Gewölk.

Exo 24:17 Die Herrlichkeit des Herrn aber erschien den Israeliten wie ein loderndes Feuer auf dem Bergesgipfel.

Exo 24:18 Moses ging in die Wolke hinein, stieg den Berg hinauf und verblieb vierzig Tage und vierzig Nächte auf dem Berge.

 

Exodus Kapitel 25

 

Exo 25:1 Der Herr sprach zu Moses folgendermaßen:

Exo 25:2 "Sage den Israeliten, sie sollen für mich eine Abgabe erheben. Von jedem, der von Herzen gern gibt, sollt ihr diese Abgabe für mich erheben.

Exo 25:3 Die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt, sei folgende: Gold, Silber und Kupfer,

Exo 25:4 violette Purpurwolle, roter Purpur und karmesinfarbener Stoff, Byssus und Ziegenhaare,

Exo 25:5 rotgefärbte Widderfelle, Tachaschhäute und Akazienholz,

Exo 25:6 Öl für den Leuchter, Balsame für das Salböl und für wohlriechendes Räucherwerk,

Exo 25:7 Karneolsteine und Besatzsteine für das Ephod und das Brustschild.

Exo 25:8 Sie sollen mir ein Heiligtum errichten, und ich will in ihrer Mitte wohnen.

Exo 25:9 So wie ich dir das Muster der Wohnstätte und das Muster all ihrer Geräte zeige, so sollt ihr es machen.

Exo 25:10 Verfertigt eine Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, eineinhalb Ellen breit und eineinhalb Ellen hoch!

Exo 25:11 Überziehe sie mit reinem Gold von innen und von außen und befestige eine Leiste aus Gold ringsherum!

Exo 25:12 Gieße für sie vier goldene Ringe und bringe sie an den vier Ecken an, und zwar zwei Ringe an ihrer einen Seitenwand und zwei an der anderen!

Exo 25:13 Verfertige Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold!

Exo 25:14 Stecke die Stangen durch die Ringe an den Seitenwänden der Lade, daß man sie mit ihnen tragen kann!

Exo 25:15 Die Stangen sollen in den Ringen der Lade bleiben; man soll sie aus ihnen nicht herausziehen!

Exo 25:16 In die Lade sollst du das Gesetz legen, das ich dir geben werde!

Exo 25:17 Verfertige sodann eine Deckplatte aus reinem Gold, zweieinhalb Ellen sei ihre Länge und eineinhalb Ellen ihre Breite!

Exo 25:18 Stelle zwei Goldkerubim her; als getriebene Arbeit sollst du sie an den beiden Enden der Deckplatte anfertigen!

Exo 25:19 Und zwar sollst du den einen Kerub an dem einen Ende und den anderen am anderen Ende anbringen. Von der Deckplatte her mache die Kerubim über ihren beiden Enden!

Exo 25:20 Die Kerubim sollen ihre Flügel nach oben hin ausbreiten, indem sie mit ihren Flügeln die Deckplatte überdachen; ihre Antlitze seien gegeneinander gekehrt; zur Deckplatte hin sollen die Gesichter der Kerubim gerichtet sein.

Exo 25:21 Setze die Deckplatte auf die Lade und lege in die Lade das Gesetz, das ich dir geben werde!

Exo 25:22 Dortselbst will ich mich dir offenbaren von der Deckplatte aus, die auf der Lade des Zeugnisses ist, von der Stelle zwischen den beiden Kerubim. Alles will ich dir sagen, was ich dir für die Israeliten auftragen werde.

Exo 25:23 Fertige auch einen Tisch aus Akazienholz, zwei Ellen lang, eine Elle breit und eineinhalb Ellen hoch!

Exo 25:24 Überziehe ihn mit reinem Gold und umschließe ihn mit einer goldenen Einfassung!

Exo 25:25 Befestige daran auch eine Leiste von einer Handbreit und verfertige eine goldene Einfassung um diese Leiste!

Exo 25:26 Dann gieße dafür vier goldene Ringe und bringe die Ringe an den vier Seiten an, wo seine vier Füße sind!

Exo 25:27 Die Ringe sollen dicht unter der Leiste sein als Ösen für die Stangen zum Tragen des Tisches!

Exo 25:28 Mache die Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold; mit ihnen soll der Tisch getragen werden.

Exo 25:29 Forme dazu die passenden Schüsseln und Schalen, Kannen und Krüge, mit denen Trankopfer gespendet werden; aus reinem Gold sollst du sie verfertigen!

Exo 25:30 Auf dem Tisch sollst du ständig Schaubrote vor mir auflegen!

Exo 25:31 Mache auch einen Leuchter aus reinem Gold; in getriebener Arbeit soll der Leuchter hergestellt werden, sein Fußgestell und sein Schaft. Seine Kelche, seine Knäufe und seine Blüten sollen von ihm ausgehen.

Exo 25:32 Sechs Röhren sollen von seinen Seiten ausgehen, drei Leuchterröhren von der einen Seite aus und drei Leuchterröhren von der anderen Seite aus.

Exo 25:33 Drei mandelförmige Kelche mit Knäufen und Blüten seien an der ersten Röhre, drei mandelförmige Kelche mit Knäufen und Blüten an der zweiten, und so an allen sechs Röhren, die vom Leuchter ausgehen.

Exo 25:34 Am Leuchter selbst seien vier mandelförmige Kelche, seine Knäufe und seine Blüten,

Exo 25:35 und zwar ein Knauf unter zwei Röhren, und wieder ein Knauf unter den beiden nächsten Röhren, und noch ein Knauf unter den beiden letzten Röhren, entsprechend den sechs Röhren, die vom Leuchter ausgehen.

Exo 25:36 Ihre Knäufe und ihre Röhren sollen ein Ganzes mit ihm sein. Das Ganze sei eine getriebene Arbeit aus einem Stück reinen Goldes.

Exo 25:37 Dann fertige seine Lampen an; sieben sollen es sein! Setze seine Lampen obenauf, damit sie den Raum vor ihm beleuchten!

Exo 25:38 Dazu die zugehörigen Dochtscheren und Feuerschalen aus feinstem Gold.

Exo 25:39 Aus einem Talent reinen Goldes stelle ihn und alle diese Geräte her!

Exo 25:40 Sieh zu, daß du sie genau nach dem Urbild verfertigst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!

 

Exodus Kapitel 26

 

Exo 26:1 Die Wohnstätte sollst du aus zehn Zeltdecken herstellen; aus gezwirntem Byssus, violetter Purpurwolle, aus rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff mit Kerubim; wie sie ein Stoffwirker macht, sollst du sie fertigen.

Exo 26:2 Die Länge jeder einzelnen Decke soll achtundzwanzig Ellen betragen und vier Ellen die Breite; alle Zelttücher sollen ein und dasselbe Maß haben.

Exo 26:3 Fünf der Zeltbahnen sollen zusammengefügt sein, eine an der andern; die anderen fünf ebenso.

Exo 26:4 Mache Schleifen aus violetter Purpurwolle an der Außenkante der einen Zeltbahn, die das Ende des zusammengesetzten Stückes bildet, und ebenso an der Außenkante der letzten Zeltbahn des zweiten zusammengesetzten Teiles.

Exo 26:5 Fünfzig Schleifen bringe an der einen Zeltbahn an, ebenso fünfzig Schleifen am Ende der Zeltdecke, die zum zweiten zusammengesetzten Stück gehört; die Schleifen sollen einander gegenüberstehen.

Exo 26:6 Forme dann fünfzig Haken aus Gold und verbinde die Zeltdecken mit den Haken, eine mit der andern; so soll es eine einzige Wohnstätte werden.

Exo 26:7 Fertige sodann Zeltdecken aus Ziegenhaar für ein Zelt über der Wohnstätte; in einer Anzahl von elf Stück sollst du sie herstellen.

Exo 26:8 Die Länge jeder einzelnen Zeltdecke soll dreißig Ellen sein, und vier Ellen sei ihre Breite; alle elf Zeltdecken sollen ein und dasselbe Maß haben.

Exo 26:9 Füge fünf zu einem Stück zusammen, ebenso die anderen sechs Zeltdecken zu einem Stück; lege dabei die Hälfte der sechsten Zeltbahn, die für die Vorderseite des Zeltes da ist, doppelt.

Exo 26:10 Am Saume der letzten Zeltdecke des einen zusammengesetzten Stückes mache fünfzig Schleifen und ebenso am Zeltdeckensaum des zweiten zusammengesetzten Stückes.

Exo 26:11 Sodann fertige fünfzig Haken aus Kupfer, hänge die Haken in die Schleifen ein und verbinde so die Zeltbahnen, daß es ein einziges Zelt werde.

Exo 26:12 Den bei den Zeltbahnen überhängenden Teil, der überschüssig ist, lasse zur Hälfte an der Rückseite der Wohnstätte herabhängen.

Exo 26:13 Eine Elle soll hüben und drüben auf den beiden Längsseiten der Wohnstätte herabhängen von dem, was an den Zeltdecken zu lang ist. Es soll die Wohnstätte bedecken.

Exo 26:14 Endlich stelle für das Zelt eine rot gegerbte Decke aus Widderfellen her und oben darauf eine Decke aus Tachaschleder.

Exo 26:15 Danach fertige Bretter für die Wohnstätte; sie sollen aus Akazienholz sein und zum Aufstellen dienen.

Exo 26:16 Zehn Ellen sei die Länge eines Brettes und eineinhalb Ellen seine Breite.

Exo 26:17 Jedes Brett soll durch zwei Zapfen gegenseitig in Verbindung gebracht werden; so mache es mit allen Brettern der Wohnstätte.

Exo 26:18 Für die Wohnstätte sollst du an Brettern zwanzig für die Südseite herstellen.

Exo 26:19 Stelle auch vierzig silberne Sockel her als Unterlage für die zwanzig Bretter, zwei Sockel als Unterlage eines Brettes für seine beiden Zapfen.

Exo 26:20 Ebenso für die andere Längsseite der Wohnstätte, die Nordseite, zwanzig Bretter,

Exo 26:21 dazu noch vierzig silberne Fußsockel, zwei Sockel als Unterlage für ein Brett.

Exo 26:22 Für die Rückseite der Wohnstätte, die nach Westen hin liegt, verfertige sechs Bretter.

Exo 26:23 Und zwei Bretter stelle als Eckstücke für die Rückseite der Wohnstätte her.

Exo 26:24 Sie seien unten und oben doppelt aufgebaut und sollen sich bei dem einen Ring treffen; sie mögen die beiden Ecken ausmachen.

Exo 26:25 Es seien also acht Bretter, und ihre silbernen Fußgestelle sollen sechzehn betragen, nämlich je zwei Fußgestelle als Unterlage für ein Brett.

Exo 26:26 Stelle auch Riegel her aus Akazienholz, fünf für die Bretter auf der einen Seite der Wohnstätte,

Exo 26:27 ebenso auch fünf Riegel für die Bretter der zweiten Längsseite und fünf Riegel für die Bretter der nach Westen gerichteten Rückseite.

Exo 26:28 Der mittlere Riegel stehe in der Mitte der Bretter; er laufe von einem Ende zum anderen.

Exo 26:29 Überziehe die Bretter mit Gold, und auch ihre Ringe stelle aus Gold her, um die Riegel zu halten; ebenso überziehe die Riegel mit Gold.

Exo 26:30 So richte also die Wohnstätte auf, entsprechend ihrem Entwurf, der dir auf dem Berge gezeigt worden ist.

Exo 26:31 Verfertige einen Vorhang aus violetter Purpurwolle und rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff und gezwirntem Byssus; als Werk eines Stoffwirkers sollst du ihn mit Kerubimfiguren herstellen.

Exo 26:32 Hänge ihn an vier Säulen aus vergoldetem Akazienholz - auch ihre Nägel sollen aus Gold sein -, die auf vier silbernen Sockeln stehen sollen.

Exo 26:33 Bringe den Vorhang unterhalb der Haken an, und stelle dortselbst in den Raum hinter den Vorhang die Lade des Zeugnisses; der Vorhang soll euch als Scheidewand zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten dienen.

Exo 26:34 Setze die Deckplatte auf die Lade des Zeugnisses im Allerheiligsten.

Exo 26:35 Stelle den Tisch außerhalb des Vorhangs auf, den Leuchter gegenüber dem Tisch auf der Südseite der Wohnstätte; den Tisch aber rücke gegen die Nordseite!

Exo 26:36 Für das Eingangstor des Zeltes stelle einen Vorhang aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff und gezwirntem Byssus her in Buntwirkerarbeit!

Exo 26:37 Für den Vorhang stelle fünf Säulen aus Akazienholz auf und überziehe sie mit Gold auch ihre Nägel seien aus Gold - und gieße für sie fünf kupferne Sockel.

 

Exodus Kapitel 27

 

Exo 27:1 Mache sodann den Altar aus Akazienholz, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit - der Altar soll quadratisch sein - und drei Ellen hoch.

Exo 27:2 Errichte seine Hörner auf seinen vier Ecken - seine Hörner sollen mit ihm ein Stück bilden - und überziehe ihn mit Kupfer.

Exo 27:3 Stelle dazu auch die Töpfe her, um die Fettasche von ihm wegzunehmen, die passenden Reinigungsschaufeln und Sprengschalen, Fleischgabeln und Feuerbecken; alle zugehörigen Geräte sollst du aus Kupfer verfertigen.

Exo 27:4 Mache für ihn ein Gitterwerk, ein kupfernes Netzgitter, und bringe an seinen vier Enden vier kupferne Ringe an.

Exo 27:5 Unter der Einfassung des Altars bringe es unterhalb an; es soll das Netzgitter bis zur halben Höhe des Altars reichen.

Exo 27:6 Richte für den Altar auch Stangen aus Akazienholz zu und bedecke sie mit Kupfer.

Exo 27:7 Die Stangen sollen in die Ringe hineingesteckt werden; sie sollen sich auf beiden Seiten des Altars befinden, wenn man ihn trägt.

Exo 27:8 Er sei hohl; stelle ihn aus Pltten her; wie man dir auf dem Berg gezeigt hat, so sollen sie ihn zur Ausführung bringen.

Exo 27:9 Dann stelle den Vorhof der Wohnstätte her: Für die Südseite Vorhofsbehänge aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen lang für die eine Seite.

Exo 27:10 Dazu zwanzig Säulen und zwanzig zugehörige kupferne Fußgestelle, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aus Silber.

Exo 27:11 Ebenso stelle für die nördliche Längsseite Behänge her, die hundert Ellen lang sind, dazu zwanzig Säulen und zwanzig kupferne Fußgestelle für sie, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aber aus Silber,

Exo 27:12 für die nach Westen gerichtete Breitseite aber Behänge von fünfzig Ellen, dazu zehn entsprechende Säulen und zehn Fußsockel für sie.

Exo 27:13 Die Breite des Vorhofes sei auch für die nach Osten gehende Seite fünfzig Ellen,

Exo 27:14 und zwar fünfzehn Ellen Behänge für das eine Seitenstück, dazu drei Säulen und drei Fußsockel für sie,

Exo 27:15 ebenso für das zweite Seitenstück fünfzehn Ellen Behänge, dazu drei Säulen und drei Fußsockel für sie.

Exo 27:16 Für die Eingangstür des Vorhofes einen Vorhang von zwanzig Ellen aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit, dazu vier Säulen und vier Sockel für sie.

Exo 27:17 Alle Säulen des Vorhofes ringsumher sollen silberne Querstangen haben. Ihre Nägel seien aus Silber und ihre Sockel aus Kupfer.

Exo 27:18 Des Vorhofes Länge betrage hundert Ellen, die Breite fünfzig und die Höhe fünf Ellen; die Vorhänge seien aus gezwirntem Byssus und die dazugehörigen Fußgestelle aus Kupfer.

Exo 27:19 Alle Geräte der Wohnung die zu irgendeiner Verrichtung gebraucht werden, und alle ihre Zeltpflöcke und alle Zeltpflöcke des Vorhofes sollen aus Kupfer sein.

Exo 27:20 Befiehl den Israeliten, daß sie dir reines Öl aus gestoßenen Oliven für die Ampel bringen, damit man eine immerbrennende Lampe aufsetzen kann.

Exo 27:21 Im Begegnungszelt außerhalb des Vorhanges, der sich vor der Gesetzeslade befindet, soll sie Aaron mit seinen Söhnen herrichten; vom Abend bis zum Morgen soll sie brennen vor dem Herrn. Eine immerwährende Satzung von Geschlecht zu Geschlecht soll dies für die Israeliten sein!

 

Exodus Kapitel 28

 

Exo 28:1 Laß deinen Bruder Aaron und seine Söhne aus der Reihe der Israeliten zu dir kommen; als Priester soll er mir dienen, also Aaron, Nadab und Abihu, Eleasar und Itamar, die Söhne Aarons.

Exo 28:2 Dann lasse deinem Bruder heilige Gewänder nähen, die ihm zur Auszeichnung und Zierde dienen.

Exo 28:3 Rede auch mit allen Kunstverständigen, die ich mit dem Geiste der Weisheit erfüllt habe: sie sollen die Gewänder für Aaron anfertigen, damit man ihn weihe und er mir als Priester diene.

Exo 28:4 Dies sind die Gewänder, die man anfertigen soll: Brustschild, Ephod, Obergewand, bunter Leibrock, Kopfbund und Gürtel. Heilige Gewänder soll man also für deinen Bruder Aaron - und für seine Söhne anfertigen, damit er mir als Priester diene.

Exo 28:5 Man soll dazu Gold, violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinroten Stoff und Byssus verwerten.

Exo 28:6 Das Ephod soll man aus Gold, violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbigem Stoff, in gezwirntem Byssus als Kunstwirkerarbeit herstellen.

Exo 28:7 Es soll zwei verbundene Schulterstücke haben; an seinen beiden Enden soll es verbunden sein.

Exo 28:8 Die Binde, die sich an ihm zum Anlegen befindet, soll von gleicher Machart und aus einem Stück mit ihm sein, aus Gold, aus violetter Purpurwolle, aus rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus.

Exo 28:9 Nimm dann zwei Karneolsteine und schneide darauf die Namen der Söhne Israels ein.

Exo 28:10 Sechs Namen auf den ersten Stein und die anderen sechs Namen auf den zweiten Stein nach der Reihenfolge ihrer Geburt.

Exo 28:11 So wie der Steinschneider Gravierungen auf Siegeln herstellt, so sollst du beide Steine mit den Namenszeichen der Söhne Israels versehen, umrahmt von Goldfassungen.

Exo 28:12 Setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Ephod als Steine der Erinnerung an die Söhne Israels. Aaron soll ihre Namen auf seinen beiden Schulterstücken vor dem Herrn zum Gedächtnis tragen.

Exo 28:13 Stelle also die Einfassungen von Gold her,

Exo 28:14 dazu zwei Kettchen aus reinem Golde; drehe sie in der Art einer Schnur und befestige die schnurartigen Kettchen an den Einfassungen.

Exo 28:15 Du sollst ein Brustschild des Schiedsrichterspruches herstellen; als Kunstwirkerarbeit in der Art des Ephod stelle es her; fertige es aus Gold, aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus!

Exo 28:16 Es soll quadratisch sein, doppelt gelegt, eine Spanne lang und eine Spanne breit.

Exo 28:17 Schmücke es mit einem Besatz von Edelsteinen, insgesamt vier Reihen! Die erste Reihe: Rubin, Chrysolith und Smaragd.

Exo 28:18 Die zweite Reihe: Türkis, Lasurstein und Jaspis.

Exo 28:19 Die dritte Reihe: Hyazinth, Achat und Amethyst.

Exo 28:20 Die vierte Reihe: Tarsis, Karneol und Nephrit; goldgefaßt seien sie in ihren Reihen.

Exo 28:21 Die Steine sollen die Namen der Söhne Israels tragen, zwölf entsprechend ihren Namen. Siegelstecherarbeiten mit den entsprechenden Namen sollen es sein nach den zwölf Stämmen.

Exo 28:22 Für das Brustschild stelle gedrehte Kettchen her nach Art von Schnüren aus reinem Gold.

Exo 28:23 Dann verfertige für das Brustschild zwei goldene Ringe und befestige beide an den zwei Enden des Brustschildes.

Exo 28:24 Sodann bringe die beiden goldenen Schnüre an den zwei Ringen der Enden des Brustschildes an.

Exo 28:25 Die beiden anderen Enden der Schnüre befestige an den Einfassungen; hänge es an die Schulterstücke des Ephod auf dessen vordere Seite!

Exo 28:26 Stelle noch zwei goldene Ringe her und bringe sie auf den beiden anderen Enden des Brustschildes an, auf seinem inneren Rande, der dem Ephod zugekehrt ist.

Exo 28:27 Stelle zwei weitere goldene Ringe her und bringe sie auf den beiden Schulterstücken des Ephod unten an, an seiner vorderen Seite nahe der Stelle, wo es zusammengefügt ist, oberhalb der Binde des Ephod.

Exo 28:28 Man soll das Brustschild durch seine Ringe an den Ephodringen anbringen durch Schnüre aus violettem Purpur, damit es über der Binde des Ephod bleibt und das Brustschild sich nicht von seiner Stelle auf dem Ephod verrückt.

Exo 28:29 Aaron soll die Namen der Söhne Israels auf dem Brustschild des Schiedsrichterspruches auf seinem Herzen tragen, wenn er das Heiligtum betritt, zum immerwährenden Gedenken vor dem Herrn.

Exo 28:30 In das Brustschild des Schiedsrichterspruches lege die Losorakel der Urim und Tummim; sie sollen auf dem Herzen Aarons ruhen, wenn er vor den Herrn tritt; er trage den Schiedsrichterspruch der Söhne Israels auf seinem Herzen ständig vor dem Herrn.

Exo 28:31 Mache das Obergewand des Ephod ganz aus violetter Purpurwolle.

Exo 28:32 In seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; ein ringsum besetzter Rand sei an seiner Öffnung; eine Webearbeit wie bei der Öffnung eines Panzerhemdes soll es erhalten, damit es nicht zerreißt.

Exo 28:33 An seinem Saum sollst du Granatäpfel aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff anbringen, und zwar ringsum an seinem Saum, und dazwischen goldene Glöckchen ringsum.

Exo 28:34 Es sollen sich immer ein goldenes Glöckchen und ein Granatapfel an dem Saum des Obergewandes ringsum abwechseln.

Exo 28:35 Aaron soll es beim heiligen Dienst tragen, sein Ton soll zu hören sein, wenn er in das Heiligtum vor den Herrn tritt und wenn er da wieder hinausgeht; sonst müßte er sterben.

Exo 28:36 Dann verfertige ein Stirnblatt aus reinem Gold und graviere darauf in Siegelstecherarbeit ein: "Heilig dem Herrn!"

Exo 28:37 Befestige es an einer Schnur von violetter Purpurwolle, um es am Turban anzubringen, auf der Vorderseite des Turbans soll es sich befinden.

Exo 28:38 Es soll auf Aarons Stirn sein; und so nehme Aaron die Verfehlungen an den Weihegaben, die die Söhne Israels darbringen bei ihren heiligen Abgaben, auf sich! Ständig soll es auf Aarons Stirn sein, damit sie Wohlgefallen vor dem Herrn finden!

Exo 28:39 Webe den Leibrock aus Byssus; verfertige den Turban aus Byssus, und den Gürtel wirke in Buntwirkerarbeit!

Exo 28:40 Auch für Aarons Söhne verfertige Leibröcke, mache ihnen Gürtel und hohe Kopftracht zur Auszeichnung und Zierde!

Exo 28:41 Dann bekleide mit ihnen deinen Bruder Aaron und seine Söhne zugleich mit ihm; salbe sie, führe sie in ihr Amt ein und heilige sie, damit sie mir als Priester dienen!

Exo 28:42 Mache ihnen linnene Beinhüllen, um ihre Scham zu bedecken; von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen!

Exo 28:43 Sie sollen von Aaron und seinen Söhnen getragen werden, wenn sie ins Offenbarungszelt eintreten oder sich dem Altar nähern, um ihren Dienst am Heiligtum zu verrichten; sie sollen keinerlei Schuld auf sich laden, damit sie nicht sterben müssen. Eine immerwährende Satzung sei dies für ihn und seine Nachkommen!

 

Exodus Kapitel 29

 

Exo 29:1 Dies ist die Vorschrift, die du bei ihnen anwenden sollst, wenn du sie mir zum priesterlichen Dienst weihst: Nimm einen Jungstier und zwei fehlerlose Widder

Exo 29:2 und ungesäuerte Brote, ungesäuerte, mit Öl angerührte Ringbrote und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen; aus Weizenmehl sollst du sie herstellen.

Exo 29:3 Lege sie in einen Korb und bringe sie im Korb herbei, dazu den Jungstier und die beiden Widder.

Exo 29:4 Dann laß Aaron und seine Söhne an den Eingang des Offenbarungszeltes treten und wasche sie mit Wasser!

Exo 29:5 Nimm die Gewänder und bekleide Aaron mit dem Leibrock, dem Obergewand des Ephod, dem Ephod selbst und dem Brustschild; du sollst ihm mit einer Binde das Ephod festmachen.

Exo 29:6 Setze ihm den Turban auf sein Haupt und befestige das heilige Stirnblatt am Turban.

Exo 29:7 Nimm das Salböl, gieße es auf sein Haupt und salbe ihn.

Exo 29:8 Alsdann laß seine Söhne herantreten und bekleide sie mit Leibröcken.

Exo 29:9 Umgürte sie mit dem Gürtel - Aaron und seine Söhne - und binde ihnen die Kopftracht um. So soll ihnen als ewig gültige Satzung das Priesteramt zufallen, und so sollst du Aaron und seine Söhne mit dem Priesteramt belehnen!

Exo 29:10 Laß den Jungstier vor das Offenbarungszelt bringen. Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Stieres legen!

Exo 29:11 Dann schlachte den Stier vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes!

Exo 29:12 Nimm von dem Stierblut und streiche davon mit deinem Finger an die Hörner des Altares. Alles übrige Blut aber gieße an den Fuß des Altares!

Exo 29:13 Nimm dann das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckt, sowie den Leberlappen und die beiden Nieren, auch das Fett daran, und laß es auf dem Altar in Rauch aufgehen!

Exo 29:14 Das Fleisch des Jungstieres aber, sein Fell und seinen Mageninhalt sollst du im Feuer außerhalb des Lagers verbrennen; handelt es sich doch um ein Sündopfer.

Exo 29:15 Hole dann den einen Widder; Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Widders legen.

Exo 29:16 Schlachte darauf den Widder, nimm sein Blut und sprenge es ringsum an den Altar!

Exo 29:17 Den Widder selbst zerlege in seine Teile, wasche seine Eingeweide und Unterschenkel und lege sie zu den anderen Teilen und zu seinem Kopf!

Exo 29:18 Alsdann laß den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen; es ist ja ein Ganzopfer für den Herrn, ein lieblicher Wohlgeruch, ein Feueropfer für den Herrn.

Exo 29:19 Hole dann den zweiten Widder; Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auch auf den Kopf dieses Widders legen.

Exo 29:20 Schlachte den Widder, nimm von seinem Blut und streiche davon an das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne, an den Daumen ihrer rechten Hand und an die große Zehe ihres rechten Fußes; das andere Blut sprenge ringsum an den Altar!

Exo 29:21 Nimm auch von dem Blut auf dem Altar und von dem Salböl und besprenge damit Aaron und seine Gewänder und auch seine Söhne und deren Gewänder. Er und seine Gewänder sollen geweiht sein und mit ihm auch seine Söhne und deren Gewänder.

Exo 29:22 Dann nimm von dem Widder das Fett, und zwar den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, den Leberlappen, die beiden Nieren und das Fett daran und die rechte Keule - denn es handelt sich um einen Weihewidder -,

Exo 29:23 dazu ein rundes Brot, ein mit Öl zubereitetes Ringbrot und einen Fladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote, der vor dem Herrn steht!

Exo 29:24 Dies alles lege Aaron und seinen Söhnen auf die Hände und laß sie es hin und her schwingen als Weihegabe vor dem Herrn!

Exo 29:25 Sodann nimm ihnen alles wieder aus den Händen und laß es auf dem Altar als Ganzopfer in Rauch aufgehen zu einem lieblichen Wohlgeruch vor dem Herrn; ein Feueropfer ist es für den Herrn.

Exo 29:26 Nimm dann die Brust des Einweihungswidders für Aaron und schwinge sie hin und her als Weihegabe vor dem Herrn; sie fällt dir als Anteil zu.

Exo 29:27 Erkläre die Weihebrust und die Hebekeule vom Einweihungswidder Aarons und seiner Söhne, wenn sie geschwungen und gehoben worden sind, als heilig!

Exo 29:28 Denn es soll Aaron und seinen Söhnen ein immerwährender Anteil sein von seiten der Israeliten; es ist ja ein Hebeopfer, und als Hebeopfer von seiten der Israeliten soll es von ihren Friedopfern ihr Hebeopfer sein für den Herrn.

Exo 29:29 Die heiligen Gewänder Aarons sollen auf seine nach ihm kommenden Söhne übergehen; man soll sie darin salben und ins Priesteramt einsetzen.

Exo 29:30 Sieben Tage lang soll derjenige von seinen Söhnen sie tragen, der an seiner Stelle Priester wird, wenn er das Offenbarungszelt betritt, um im Heiligtum Dienst zu tun.

Exo 29:31 Nimm alsdann den Einweihungswidder und koche sein Fleisch an heiliger Stätte!

Exo 29:32 Aaron und seine Söhne sollen das Widderfleisch und das Brot im Korb am Eingang des Offenbarungszeltes essen.

Exo 29:33 Sie sollen also das essen, womit für sie die Sühne vollzogen wurde, um sie ins Priesteramt einzusetzen und sie zu heiligen; kein Außenstehender darf davon essen, denn es ist heilig.

Exo 29:34 Wenn aber von dem Fleisch des Einsetzungsopfers und von dem Brot etwas bis zum Morgen übrig bleibt, dann sollst du das Übriggebliebene im Feuer verbrennen; man darf es nicht mehr genießen; denn es ist heilig.

Exo 29:35 Also tue mit Aaron und seinen Söhnen, genau, wie ich es dir geboten habe; sieben Tage lang sollst du ihre Amtseinsetzung durchführen.

Exo 29:36 Richte auch tagtäglich einen Sündopferstier her für die Sühne, entsündige den Altar, indem du darauf den Sühneritus vollziehst, und salbe ihn, um ihn zu weihen!

Exo 29:37 Sieben Tage lang sollst du auf dem Altar die Sühnehandlung vollziehen und ihn weihen. Der Altar wird zu etwas Hochheiligem werden. Jeder, der den Altar berührt, ist dem Heiligtum geweiht.

Exo 29:38 Auf dem Altar sollst du folgendes darbringen: Tagtäglich und immerwährend zwei einjährige Lämmer.

Exo 29:39 Das eine Lamm sollst du am Morgen darbringen, das andere gegen Abend.

Exo 29:40 Dazu ein Zehntel Epha Mehl, gemengt mit einem Viertel Hin Öl von zerstoßenen Oliven, und als Trankopfer ein Viertel Hin Wein für das eine Lamm.

Exo 29:41 Das zweite Lamm richte gegen Abend zu! Das gleiche Speise- und Trankopfer sollst du ihm dann beigeben, wie am Morgen, zu einem lieblichen Wohlgeruch als Feueropfer für den Herrn.

Exo 29:42 Als ein beständiges Brandopfer sei es in all euren Geschlechtern am Eingang des Offenbarungszeltes vor dem Herrn, wo ich mich euch offenbare, um mit dir zu reden.

Exo 29:43 Dort will ich mich den Israeliten offenbaren, und das Zelt wird durch meine Herrlichkeit geheiligt werden.

Exo 29:44 Ja, ich heilige das Offenbarungszelt und den Altar; auch Aaron und seine Söhne will ich heiligen zu meinem Priesterdienst.

Exo 29:45 Ich will inmitten der Israeliten wohnen und will ihnen Gott sein.

Exo 29:46 Sie sollen erkennen, daß ich der Herr, ihr Gott, bin, der sie aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat, um in ihrer Mitte zu wohnen, ich, der Herr, ihr Gott!

 

Exodus Kapitel 30

 

Exo 30:1 Verfertige auch einen Altar zum Abbrennen des Räucherwerkes; aus Akazienholz sollst du ihn bauen.

Exo 30:2 Er soll eine Elle lang, eine Elle breit, also quadratisch, und zwei Ellen hoch sein; seine Hörner sollen mit ihm aus einem Stück sein.

Exo 30:3 Überziehe ihn mit reinem Gold, seine Deckplatte, seine Wände ringsum und seine Hörner, und schmücke ihn ringsum mit einer goldenen Randleiste!

Exo 30:4 Verfertige auch für ihn zwei goldene Ringe, die du unterhalb seiner Randleiste auf seinen beiden Seitenwänden, den Flanken, anbringen sollst; sie sollen als Ösen für Stangen dienen, auf daß man ihn damit tragen kann.

Exo 30:5 Die Stangen stelle aus Akazienholz her und überziehe sie mit Gold!

Exo 30:6 Aufstellen sollst du ihn vor dem Vorhang, der vor der Lade des Zeugnisses, vor der Deckplatte hängt, die auf dem Zeugnis ruht; dort will ich mich dir offenbaren.

Exo 30:7 Aaron soll darauf wohlriechendes Räucherwerk verbrennen, Morgen für Morgen, wenn er die Lampen in Ordnung bringt.

Exo 30:8 Wenn Aaron die Lampen gegen Abend wieder aufsetzt, soll er es ebenfalls verbrennen; es sei dies ein immerwährendes Weihrauchopfer für den Herrn in all euren Geschlechtern.

Exo 30:9 Ihr dürft darauf kein unerlaubtes Räucherwerk opfern, auch kein Brandopfer und kein Speiseopfer. Auch ein Trankopfer dürft ihr darauf nicht darbringen.

Exo 30:10 An seinen Hörnern soll Aaron im Jahre einmal die Sühne vornehmen. Mit dem Blut des Sündopfers, das zur Sühne dient, soll er einmal im Jahr darauf die Sühne vollziehen in all euren Geschlechtern. Etwas Hochheiliges ist der Altar dem Herrn!"

Exo 30:11 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 30:12 "Wenn du die Kopfzahl der Israeliten bei ihrer Musterung feststellst, dann soll jeder ein Lösegeld für sein Leben anläßlich der Musterung an den Herrn entrichten, damit nicht eine Plage sie bei ihrer Musterung treffe.

Exo 30:13 Dies soll ein jeder, der zur Musterung kommt, entrichten: Ein halbes Silberstück nach heiligem Gewicht, 20 Gera das Silberstück, ein halbes Silberstück also als Weihegabe an den Herrn.

Exo 30:14 Jeder, der zur Musterung kommt, von zwanzig Jahren an und darüber, soll die Weihegabe des Herrn entrichten.

Exo 30:15 Der Reiche soll nicht mehr, der Arme nicht weniger geben als ein halbes Silberstück, wenn ihr die Weihegabe des Herrn entrichtet als Lösegeld für euer Leben.

Exo 30:16 Erhebe das Lösegeld von den Israeliten und verwende es für den Dienst am Offenbarungszelt; es sei den Israeliten eine Erinnerung an den Herrn als Lösegeld für euer Leben!"

Exo 30:17 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 30:18 "Verfertige ein kupfernes Becken und dazu ein kupfernes Gestell zu den Waschungen, stelle es zwischen dem Offenbarungszelt und dem Altar auf und fülle es mit Wasser!

Exo 30:19 Aaron und seine Söhne sollen darin ihre Hände und Füße waschen.

Exo 30:20 Wenn sie ins Offenbarungszelt eintreten, sollen sie sich mit Wasser waschen, sonst müßten sie sterben; oder wenn sie sich dem Altar nähern, um als heiligen Dienst ein Feueropfer für den Herrn darzubringen,

Exo 30:21 sollen sie ihre Hände und Füße waschen, sonst müßten sie sterben. Das sei ihnen eine immerwährende Satzung, die für ihn und seine Nachkommen in all ihren Geschlechtern gilt!"

Exo 30:22 Der Herr befahl Moses weiterhin:

Exo 30:23 "Nimm dir Duftkräuter edelster Sorte, erstarrte Tropfenmyrrhe - fünfhundert Sekel -, wohlriechenden Zimt - davon die Hälfte, also zweihundertfünfzig Sekel -, Würzrohr - ebenfalls zweihundertfünfzig Sekel -,

Exo 30:24 Zimtblüte - fünfhundert Sekel nach heiligem Gewicht - und ein Hin Olivenöl.

Exo 30:25 Hieraus stelle ein heiliges Salböl her, eine würzige Mischung, wie sie der Salbenmischer macht; heiliges Salböl soll es sein.

Exo 30:26 Damit sollst du das Offenbarungszelt salben und die Lade des Zeugnisses,

Exo 30:27 den Tisch und all seine Geräte, den Leuchter mit seinen Geräten und den Räucheraltar,

Exo 30:28 den Brandopferaltar mit all seinen Geräten und das Becken mit seinem Gestell.

Exo 30:29 Weihe sie so, daß sie etwas Hochheiliges sind; jeder, der sie berührt, wird selbst geweiht.

Exo 30:30 Auch den Aaron und seine Söhne salbe, und weihe sie mir zum Priesterdienst!

Exo 30:31 Den Israeliten aber sage dies: Als heiliges Salböl gilt dies mir in all euren Geschlechtern.

Exo 30:32 Auf einen Menschenleib werde es nicht gegossen; in der gleichen Zusammensetzung dürft ihr es nicht nachmachen; denn heilig ist es und soll euch als heilig gelten.

Exo 30:33 Jeder, der die gleiche Mischung herstellt und einem Unbefugten davon gibt, der soll aus seiner Sippe ausgetilgt werden!"

Exo 30:34 Es sprach der Herr weiter zu Moses: "Nimm dir wohlriechende Spezereien, nämlich Staktetropfen, Räucherklaue und Galbanum, [Spezereien] und reinen Weihrauch, alles zu gleichen Teilen,

Exo 30:35 und bereite hieraus ein Räucherwerk in würziger Mischung, nach Art des Salbenmischers mit Salz gemengt, rein und heilig.

Exo 30:36 Zerstoße etwas davon zu feinem Pulver und lege davon vor dem Gesetz im Offenbarungszelt nieder, wo ich mich dir offenbaren werde; etwas Hochheiliges soll es für euch sein!

Exo 30:37 Das Räucherwerk, das du herstellen sollst, dürft ihr nicht in der gleichen Mischung für euch herstellen; als heilig gelte es dir für den Herrn.

Exo 30:38 Jeder, der es nachahmt, um seinen Wohlgeruch einzuatmen, der soll aus seiner Sippe ausgetilgt werden!"

 

Exodus Kapitel 31

 

Exo 31:1 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 31:2 "Siehe, ich habe den Bezalel, den Sohn des Uri, Enkel des Chur aus dem Stamme Juda, mit Namen berufen

Exo 31:3 und ihn mit göttlichem Geist erfüllt in Weisheit, in Einsicht und Kenntnis für allerlei Kunstwerk.

Exo 31:4 Er soll Pläne entwerfen und diese in Gold, Silber und Kupfer ausführen.

Exo 31:5 Auch mit der Fertigkeit habe ich ihn begabt, Steine für die Fassungen zu bearbeiten und Holz zu schnitzen, um jegliches Werk auszuführen.

Exo 31:6 Auch habe ich ihm den Oholiab, den Sohn des Achisamach aus dem Stamme Dan, beigegeben und habe das Herz aller Kunstverständigen mit Weisheit erfüllt. Sie vermögen alles, was ich dir aufgetragen habe, auszuführen:

Exo 31:7 Das Offenbarungszelt, die Lade für das Gesetz, die Deckplatte darüber und alle übrigen Geräte des Zeltes,

Exo 31:8 d. h. den Tisch mit seinen Geräten, den Leuchter aus reinem Gold mit all seinen Geräten und den Rauchopferaltar,

Exo 31:9 den Brandopferaltar mit all seinen Geräten und das Becken mit seinem Gestell,

Exo 31:10 die gewirkten Gewänder, nämlich die heiligen Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder für seine Söhne zum Priesterdienst,

Exo 31:11 und schließlich das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk für das Heiligtum. Wie ich es aufgetragen, sollen sie es ausführen."

Exo 31:12 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 31:13 "Sage den Israeliten: Besonders beobachtet meine Sabbate; denn sie sind ein Zeichen zwischen mir und euch in all euren Geschlechtern. Daran soll man erkennen, daß ich, der Herr, es bin, der euch heiligt!

Exo 31:14 Beobachtet also den Sabbat; denn heilig soll er euch sein! Wer ihn entheiligt, muß des Todes sterben. Ja, jeder, der an ihm eine Arbeit verrichtet, dessen Person soll aus der Mitte ihrer Sippengenossen ausgetilgt werden.

Exo 31:15 Sechs Tage lang soll die Arbeit dauern, am siebten Tage aber soll ein dem Herrn heiliger, feierlicher Tag der Ruhe sein. Jeder, der am Sabbat eine Arbeit verrichtet, soll des Todes sterben.

Exo 31:16 Israels Söhne sollen den Sabbat halten und den Tag des Sabbats in ihren Geschlechtern als ewig gültigen Bund betrachten!

Exo 31:17 Zwischen mir und zwischen Israels Söhnen sei er ein immerwährendes Zeichen! Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde erschaffen, am siebten Tage aber ruhte er und atmete auf."

Exo 31:18 Als der Herr seine Reden mit Moses auf dem Berge Sinai vollendet hatte, überreichte er ihm zwei Gesetzestafeln, steinerne Tafeln, die vom Finger Gottes beschrieben waren.

 

Exodus Kapitel 32

 

Exo 32:1 Das Volk sah, daß Moses seine Rückkehr vom Berge hinausschob. Da sammelte sich das Volk um Aaron und sprach zu ihm: "Wohlan, mach uns Götter, die vor uns herziehen! Denn was aus Moses geworden ist, dem Mann, der uns aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat, wissen wir nicht."

Exo 32:2 Da antwortete ihnen Aaron: "Nehmt die goldenen Ringe von den Ohren eurer Frauen, Söhne und Töchter ab und bringt sie her zu mir!"

Exo 32:3 So nahmen denn alle Leute die goldenen Ringe, die sie an den Ohren trugen, von sich ab und brachten sie zu Aaron.

Exo 32:4 Er nahm sie aus ihren Händen, sammelte (das Gold) in einen Beutel und goß dann daraus ein Kalb als Gußbild. Sie riefen: "Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat."

Exo 32:5 Aaron vernahm es und baute vor dem Kalb einen Altar. Er ließ laut ausrufen: "Morgen soll ein Fest sein für den Herrn!"

Exo 32:6 In der Frühe des nächsten Morgens opferten sie Brandopfer und brachten Friedopfer dar. Dann setzten sich die Leute zum Essen und Trinken nieder und erhoben sich, um dem Vergnügen nachzugehen.

Exo 32:7 Der Herr sprach zu Moses: "Geh, steig hinab; denn verbrecherisch handeln deine Leute, die du aus dem Land der Ägypter herausgeführt hast.

Exo 32:8 Gar schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen gewiesen habe. Sie haben sich ein Kalb gegossen, sich vor ihm niedergeworfen, ihm geopfert und gerufen: "Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat.""

Exo 32:9 Sodann sprach der Herr zu Moses: "Ich sehe, daß diese Leute ein halsstarriges Volk sind.

Exo 32:10 Darum laß mich, daß mein Zorn wider sie entbrenne und sie verzehre! Dich aber will ich zu einem großen Volk machen!"

Exo 32:11 Doch Moses versuchte, den Herrn, seinen Gott, zu versöhnen, und sprach: "Warum, Herr, soll dein Zorn wider dein Volk entbrennen, das du aus Ägypten mit großer Kraft und starkem Arm geführt hast?

Exo 32:12 Warum sollen denn die Ägypter sagen dürfen: "Zum Verderben hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden zu vertilgen"? Laß ab von deiner Zornesglut und lasse dich des Unheils gereuen, das du deinem Volke angedroht hast!

Exo 32:13 Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du doch bei dir selbst eidlich versprochen hast: "Ich will eure Nachkommen vermehren wie die Sterne des Himmels und will dies ganze Land nach meiner Verheißung euren Nachkommen geben; sie sollen es für immer besitzen!""

Exo 32:14 Da ließ sich der Herr des Unheils gereuen, mit dem er sein Volk bedroht hatte.

Exo 32:15 Moses wandte sich um und stieg vom Berge, die beiden Gesetzestafeln in seiner Hand; die Tafeln waren auf beiden Seiten beschrieben, vorn und hinten beschriftet

Exo 32:16 waren ein Werk Gottes; die Schrift war eine Gottesschrift, auf die Tafeln eingegraben.

Exo 32:17 Josua hörte des Volkes Lärmen und Jauchzen und sagte zu Moses: "Kriegslärm ist im Lager!"

Exo 32:18 Da sprach er: "Das ist nicht Lärm, wie man ihn beim Sieg anhebt, es ist nicht Geschrei der Niederlage, lautes Singen vernehme ich!"

Exo 32:19 Er näherte sich nunmehr dem Lager und sah das Kalb und die Reigentänze; da entbrannte der Zorn des Moses, und er schleuderte die Tafeln aus seiner Hand und zertrümmerte sie am Fuße des Berges.

Exo 32:20 Dann nahm er das Kalb, das sie verfertigt hatten, ließ es im Feuer verbrennen, zermalmte es zu feinem Staube, den er ins Wasser schütten ließ, und gab den Israeliten davon zu trinken.

Exo 32:21 Zu Aaron aber sprach Moses: "Was haben dir die Leute da getan, daß du eine so große Sündenschuld über das Volk gebracht hast?"

Exo 32:22 Aaron entgegnete: "Möge doch meines Herrn Zorn nicht entbrennen! Du weißt ja, wie zügellos dieses Volk ist.

Exo 32:23 Sie baten mich: "Mache uns doch einen Gott, der vor uns herzieht; denn wir wissen nicht, was Moses - dem Mann, der uns aus dem Ägypterland geführt hat - zugestoßen ist!

Exo 32:24 Ich antwortete ihnen: "Wer Gold hat, der nehme es ab!" Da gaben sie es mir. Ich aber warf es ins Feuer, und da kam dieses Kalb heraus."

Exo 32:25 Moses bemerkte, daß das Volk zügellos war. Aaron hatte es nämlich ausarten lassen zur Schadenfreude ihrer Feinde.

Exo 32:26 Da stellte sich Moses an das Tor des Lagers und rief: "Wer für den Herrn ist, trete her zu mir!" Da scharten sich alle Leviten um ihn.

Exo 32:27 Er sprach zu ihnen: "So spricht der Herr, der Gott Israels: Es gürte ein jeder sein Schwert um die Hüfte! Zieht hin und her im Lager von Tor zu Tor! Es töte ein jeder selbst den Bruder, Freund und Nächsten!"

Exo 32:28 Die Leviten handelten nach des Moses Befehl. So fielen an jenem Tag vom Volk gegen dreitausend Mann.

Exo 32:29 Moses sagte darauf: "Verpflichtet euch heute ganz für den Herrn; denn jeder war gegen seinen Sohn und Bruder, damit euch heute Segen zuteil werde!"

Exo 32:30 Am anderen Morgen sprach Moses zum Volk: "Ihr habt eine große Sündenschuld auf euch geladen. Nunmehr will ich zum Herrn hinaufsteigen, vielleicht kann ich für eure Sündenschuld Versöhnung erwirken."

Exo 32:31 Moses kehrte also zum Herrn zurück und sprach: "O weh, dies Volk hat eine große Sünde begangen; sie haben sich einen Gott aus Gold verfertigt.

Exo 32:32 Und nun vergib ihnen doch ihre Sündenschuld; wenn nicht, so streiche mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast!"

Exo 32:33 Der Herr entgegnete dem Moses: "Nur wer sich persönlich wider mich versündigt hat, den streiche ich aus meinem Buch!

Exo 32:34 Nun gehe! Führe das Volk, wohin ich dir geboten habe! Siehe, mein Engel wird vor dir hergehen; wenn aber der Tag meiner Heimsuchung gekommen ist, dann will ich an ihnen ihre Sündenschuld ahnden!"

Exo 32:35 Und der Herr schlug das Volk für das Kalb, das sie gemacht hatten, und das Aaron angefertigt hatte.

 

Exodus Kapitel 33

 

Exo 33:1 Der Herr sprach zu Moses: "Auf, ziehe fort von hier, du und das Volk, das du aus dem Ägypterland geführt hast, in das Land, das ich dem Abraham, Isaak und Jakob eidlich zugesichert habe mit den Worten: Deiner Nachkommenschaft will ich es geben!

Exo 33:2 Ich will einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter vertreiben.

Exo 33:3 Ich will dich in ein Land bringen, das von Milch und Honig fließt. Ich selbst kann nicht in deiner Mitte hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; sonst müßte ich dich unterwegs vertilgen."

Exo 33:4 Als das Volk diese schlimme Botschaft hörte, da hüllte es sich in Trauer, und niemand wollte mehr seinen Schmuck anlegen.

Exo 33:5 Da sprach der Herr zu Moses: "Sage den Israeliten: Ihr seid ein halsstarriges Volk! Zöge ich auch nur einen Augenblick mit dir, so würde ich dich vertilgen. Jetzt aber lege deinen Schmuck von dir ab, alsdann werde ich sehen, was ich mit dir tun werde!"

Exo 33:6 Da entledigten sich die Israeliten vom Berge Horeb an ihres Schmuckes.

Exo 33:7 Moses nahm das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers in einiger Entfernung von ihm auf; er nannte es "Zelt der Offenbarung (Begegnung)". Jeder, der den Herrn befragen wollte, ging zum Offenbarungszelte, das sich außerhalb des Lagers befand.

Exo 33:8 Ging Moses zum Zelt hinaus, erhob sich das ganze Volk. Jeder stellte sich an seinen Zelteingang und schaute dem Moses nach, bis er ins Zelt eingetreten war.

Exo 33:9 Sobald aber Moses das Zelt betrat, ließ sich die Wolkensäule herab und stand am Zelteingang, und Gott sprach mit Moses.

Exo 33:10 Das Volk sah die Wolkensäule am Zelteingang stehen. Da erhoben sich alle Leute und warfen sich an ihrem Zelteingang voll Ehrfurcht nieder.

Exo 33:11 Der Herr redete mit Moses von Angesicht zu Angesicht, wie jemand mit seinem Freund redet. Er kehrte dann ins Lager zurück. Sein Diener Josua aber, der Sohn des Nun, der noch ein Jüngling war, wich nicht vom Zelt.

Exo 33:12 Moses sprach zum Herrn: "Siehe, du befiehlst mir: "Führe dieses Volk hinauf!" Doch hast du mir nicht mitgeteilt, wen du mit mir senden willst. Dabei hast du mir doch selbst gesagt: "Ich kenne dich mit Namen" und: "Du hast Gnade in meinen Augen gefunden."

Exo 33:13 Nun denn, wenn ich in deinen Augen Gnade gefunden habe, so lasse mich doch deine Wege wissen, damit ich dich kenne, und um wirklich in deinen Augen Gnade zu finden! Berücksichtige auch, daß dieses Volk dein Volk ist!"

Exo 33:14 Er antwortete: "Wenn ich persönlich mit dir ziehe, werde ich dich dann zufriedenstellen?"

Exo 33:15 Moses versicherte ihm: "Wenn du nicht persönlich mitziehst, dann laß uns lieber überhaupt nicht von hier hinaufziehen!

Exo 33:16 Woran soll man denn erkennen, daß ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, ich und dein Volk? Nicht daran, daß du mit uns ziehst, wodurch wir, ich und dein Volk, vor allen andern Völkern auf Erden ausgezeichnet werden?"

Exo 33:17 Der Herr erwiderte dem Moses: "Auch das, wonach du eben begehrt hast, will ich tun; denn du hast Gnade in meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen!"

Exo 33:18 Darauf bat er: "Zeige mir doch deine Herrlichkeit!"

Exo 33:19 Der Herr entgegnete: "Ich will all meinen Reichtum an dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen: Ich bin gütig, wem ich gütig bin, und erbarme mich dessen, wessen ich mich erbarme."

Exo 33:20 Dann fuhr er fort: "Doch mein Angesicht kannst du nicht schauen; denn kein Mensch kann mich schauen und dabei am Leben bleiben!"

Exo 33:21 Der Herr sprach aber: "Siehe, hier in meiner Nähe ist ein Platz, da stelle dich auf den Felsen!

Exo 33:22 Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in die Felsenhöhle und bedecke dich mit meiner Hand, bis ich vorüber bin.

Exo 33:23 Nehme ich dann meine Hand weg, so kannst du meine Rückseite schauen. Doch mein Angesicht darf man nicht schauen."

 

Exodus Kapitel 34

 

Exo 34:1 Der Herr sprach zu Moses: "Haue dir zwei Steintafeln zurecht, wie die ersten waren; auf diese Tafeln schreibe ich die Worte, die auf den ersten Tafeln standen, die du zertrümmert hast.

Exo 34:2 Halte dich für morgen früh bereit! Steige am Morgen auf den Berg Sinai und tritt dort vor mich hin auf der Spitze des Berges!

Exo 34:3 Niemand darf mit dir hinaufsteigen und auf dem ganzen Berge sich zeigen; auch Kleinvieh und Großvieh darf gegen diesen Berg hin nicht weiden!"

Exo 34:4 Da hieb er sich zwei Steintafeln nach der Art der ersten zurecht. Er machte sich am andern Morgen in der Frühe auf und bestieg den Sinai nach des Herrn Befehl. Die beiden Steintafeln nahm er mit.

Exo 34:5 Da kam der Herr in der Wolke herab. Moses stellte sich dort bei ihm auf und rief den Namen des Herrn an.

Exo 34:6 Da zog der Herr an ihm vorüber und rief: "Der Herr, der Herr, ein barmherziger und gütiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue!

Exo 34:7 Huld bewahrt er den Tausenden! Schuld, Frevel und Sünde vergibt er; er läßt sie aber nicht ungestraft, indem er die Schuld der Väter an den Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Geschlecht nachprüft!"

Exo 34:8 Eilends beugte sich Moses zur Erde, betete voll Ehrfurcht an

Exo 34:9 und sprach: "Wenn ich wirklich in deinen Augen Gnade gefunden habe, o Herr, so möge doch der Herr in unserer Mitte ziehen! Ein halsstarriges Volk sind sie zwar, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde und nimm uns als dein Eigentum an!"

Exo 34:10 Er entgegnete: "Siehe, ich schließe einen Bund! Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder vollbringen, wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschehen sind. Dann soll das ganze Volk, in dessen Mitte du lebst, das Wirken des Herrn sehen; denn erschütternd ist, was ich an dir tun werde.

Exo 34:11 Beachte genau, was ich dir heute gebiete: Siehe, ich vertreibe vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Perissiter, Hiwwiter und Jebusiter!

Exo 34:12 Hüte dich davor, einen Bund mit den Landesbewohnern einzugehen, in deren Gebiet du kommst, sonst könnten sie dir in deiner Mitte zum Fallstrick werden!

Exo 34:13 Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Weihesteine zertrümmern und ihre Kultpfähle umhauen!

Exo 34:14 (I.) Denn du sollst keinen fremden Gott anbeten! Der Herr heißt nämlich "Eifersüchtiger" und ist ein eifernder Gott.

Exo 34:15 Darum darfst du mit den Landesbewohnern keinen Bund schließen. Sie treiben ja hinter ihren Göttern her Unzucht und opfern ihnen und laden auch dich dazu ein, daß du von ihrem Opfermahl genießt.

Exo 34:16 Aus ihren Töchtern darfst du für deine Söhne keine Frauen nehmen; denn diese buhlen hinter ihren Göttern her und bringen auch deine Söhne dazu, hinter ihren Göttern her Unzucht zu treiben.

Exo 34:17 (II.) Du sollst dir keinen Gott aus Gußmetall machen!

Exo 34:18 (III.) Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten! Sieben Tage lang sollst du ungesäuerte Brote essen, wie ich dir befohlen habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen.

Exo 34:19 (IV.) Alle Erstgeburt gehört mir; von deinem ganzen Viehbestand die männliche Erstgeburt vom Rind und Schaf.

Exo 34:20 Den Erstlingswurf vom Esel sollst du gegen ein Schaf auslösen; wenn du ihn aber nicht auslösen willst, so mußt du ihm das Genick brechen! Die Erstgeburt deiner Söhne sollst du auslösen; niemand soll vor mir mit leeren Händen erscheinen!

Exo 34:21 (V.) Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tage sollst du ruhen! Selbst in der Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhen!

Exo 34:22 Auch das Wochenfest sollst du feiern zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte und das Fest der Lese an der Jahreswende!

Exo 34:23 (VI.) Dreimal im Jahre soll alles Männliche unter dir vor Gott dem Herrn, Israels Gott, erscheinen!

Exo 34:24 Denn ich will Völker vor dir vertreiben und deine Grenzen erweitern, und niemand soll dein Land begehren, während du hinaufziehst, um dreimal im Jahr vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen.

Exo 34:25 (VII.) Du sollst mein Opferblut nicht zusammen mit gesäuertem Brot darbringen! (VIII.) Das Opfer des Osterfestes soll bis zum andern Morgen nicht mehr da sein!

Exo 34:26 (IX.) Das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen! (X.) Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen!"

Exo 34:27 Der Herr sprach zu Moses: "Schreibe dir diese Worte auf! Denn auf Grund dieser Worte schließe ich mit dir und Israel einen Bund."

Exo 34:28 Vierzig Tage und vierzig Nächte war er dort beim Herrn; er aß kein Brot und trank kein Wasser. Er schrieb auf die Tafeln die Bundesworte, die zehn Gebote.

Exo 34:29 Moses stieg vom Berge Sinai herab, und die beiden Gesetzestafeln waren beim Abstieg vom Berge in seiner Hand. Moses aber wußte nicht, daß seine Gesichtshaut durch die Unterredung mit Gott strahlend geworden war.

Exo 34:30 Aaron und die Israeliten sahen, wie seine Gesichtshaut strahlend geworden war. Sie fürchteten sich daher, ihm zu nahen.

Exo 34:31 Moses aber rief ihnen zu; da kamen Aaron und alle Fürsten der Gemeinde zurück, und Moses redete mit ihnen.

Exo 34:32 Danach kamen auch alle übrigen Israeliten näher heran; er richtete an sie alle Befehle aus, die der Herr ihm auf dem Berge Sinai gegeben hatte.

Exo 34:33 Moses führte das Gespräch mit ihnen zu Ende. Darauf legte er eine Hülle über sein Gesicht.

Exo 34:34 Wenn Moses zur Unterredung vor den Herrn trat, nahm er die Hülle bis zu seinem Fortgehen wieder ab. Er ging dann hinaus und redete zu den Israeliten, was ihm aufgetragen worden war.

Exo 34:35 Sobald nun die Israeliten sahen, daß die Gesichtshaut des Moses strahlte, legte Moses wiederum die Hülle vor sein Antlitz, bis er von neuem zur Unterredung vor den Herrn trat.

 

Exodus Kapitel 35

 

Exo 35:1 Moses versammelte die ganze Gemeinde der Israeliten und sprach zu ihnen: "Dies hat der Herr euch zu tun geboten:

Exo 35:2 Sechs Tage soll gearbeitet werden, am siebten Tage aber soll ein heiliger Ruhetag sein, der dem Herrn geweiht ist; jeder, der an ihm arbeitet, muß sterben.

Exo 35:3 Ihr sollt am Sabbat in keiner eurer Wohnstätten Feuer anzünden."

Exo 35:4 Moses sprach zur ganzen Gemeinde der Israeliten: "Der Herr hat folgendes geboten:

Exo 35:5 Erhebt von denen, die bei euch sind, eine Abgabe für den Herrn; jeder, der von Herzen gern gibt, soll als Abgabe für den Herrn bringen: Gold, Silber, Kupfer,

Exo 35:6 violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinfarbenen Stoff, Byssus und Ziegenhaare,

Exo 35:7 rotgefärbte Widderfelle, Tachaschhäute und Akazienholz,

Exo 35:8 Öl für den Leuchter, Balsame für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk,

Exo 35:9 Karneolsteine und Besatzsteine für das Ephod und das Brustschild.

Exo 35:10 Alle Kunstverständigen unter euch sollen kommen und alles verfertigen, wie der Herr es aufgetragen hat:

Exo 35:11 die Wohnstätte, ihr Zelt und ihre Decke, ihre Haken, ihre Bretter und ihre Verriegelung, ihre Säulen und ihre Fußsockel,

Exo 35:12 die Lade mit ihren Stangen, den Sühnedeckel und den verhüllenden Vorhang,

Exo 35:13 den Tisch mit seinen Stangen und all seinen Geräten sowie die Schaubrote,

Exo 35:14 das Gestell des Leuchters, seine Geräte und seine Lampen und das Öl des Leuchters,

Exo 35:15 den Räucheraltar mit seinen Stangen, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk, die Türdecke am Eingang der Wohnstätte,

Exo 35:16 den Brandopferaltar und das dazugehörige Gitter aus Kupfer, seine Stangen und all seine Geräte, das Becken und sein Gestell,

Exo 35:17 die Umhänge des Vorhofes, seine Säulen, seine Fußsockel und den Vorhang über dem Eingang des Vorhofes,

Exo 35:18 die Zeltpflöcke der Wohnstätte und des Vorhofes und die dazugehörigen Stricke,

Exo 35:19 die gewirkten Gewänder zum Dienst im Heiligtum, d. h. die heiligen Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder für seine Söhne zum priesterlichen Dienst."

Exo 35:20 Da ging die ganze Gemeinde der Israeliten von Moses weg.

Exo 35:21 Sie kamen wieder; jeder, den sein Herz dazu antrieb, und jeder, dessen Geist willig war, brachte die Abgabe für den Herrn zur Herstellung des Offenbarungszeltes, für den gesamten heiligen Dienst und für die heiligen Gewänder.

Exo 35:22 Männer kamen und Frauen; alle, die ihr Herz dazu antrieb, brachten Spangen, Ohrringe, Fingerringe und Halsschmuck, alles aus Gold; und so tat jeder, der eine Weihegabe aus Gold dem Herrn bringen wollte.

Exo 35:23 Jeder, der violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinfarbenen Stoff, Byssus und Ziegenhaar, rotgefärbte Widderfelle oder Tachaschhäute besaß, brachte sie herbei.

Exo 35:24 Jeder, der eine Silber- oder Kupfergabe leisten wollte, steuerte zur Spende für den Herrn bei; wer Akazienholz hatte zu irgendeiner Verarbeitung für den heiligen Dienst, schleppte es ebenfalls herzu.

Exo 35:25 Alle Frauen, die in Handarbeit geschickt waren, spannen selbst und brachten das Gesponnene: Violette Purpurwolle, roten Purpur, karmesinfarbenen Stoff und Byssus.

Exo 35:26 Alle Frauen, die sich vermöge ihrer Begabung angespornt fühlten, spannen eigenhändig die Ziegenhaare.

Exo 35:27 Die Fürsten brachten die Karneolsteine und die Besatzsteine für das Ephod und das Brustschild,

Exo 35:28 die Balsame und das Öl für den Leuchter, für das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk.

Exo 35:29 Alle Männer und Frauen, die ihr Herz dazu antrieb, etwas zu dem Werk beizutragen, dessen Anfertigung der Herr durch Moses verordnet hatte, brachten als Nachkommen Israels eine freiwillige Gabe für den Herrn.

Exo 35:30 Moses sprach zu den Israeliten: "Seht, der Herr hat den Bezalel, den Sohn des Uri, Enkel des Chur aus dem Stamme Juda, mit Namen berufen

Exo 35:31 und hat ihn mit göttlichem Geist erfüllt in Weisheit, in Einsicht und Erkenntnis für jegliches Werk.

Exo 35:32 Er soll Pläne entwerfen und diese in Gold, Silber und Kupfer ausführen.

Exo 35:33 Auch mit der Fertigkeit hat er ihn begabt, Steine für Fassungen zu bearbeiten und Holz zu schnitzen, um jegliches geplante Werk auszuführen.

Exo 35:34 Auch verlieh er ihm die Fähigkeit, andere zu unterweisen, ihm und Oholiab, dem Sohn des Achisamach, aus dem Stamme Dan.

Exo 35:35 Er erfüllte sie mit Kunstsinn zur Ausführung aller Arbeiten des Kunsthandwerkers, des Kunstwebers, des Buntwirkers in violetter Purpurwolle, rotem Purpur, in karmesinfarbenem Stoff und in Byssus sowie des Webers, lauter Männer, die jegliches Werk ausführen und Pläne entwerfen können.

 

Exodus Kapitel 36

 

Exo 36:1 So sollen nun Bezalel, Oholiab und alle Kunstverständigen, denen der Herr Verständnis und Einsicht verliehen hat, so daß sie sich auf die Ausführung jeglicher Arbeit für den Dienst am Heiligtum verstehen, das Werk gemäß allem, was der Herr aufgetragen hat, ausführen."

Exo 36:2 Da berief Moses den Bezalel, Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der Herr Einsicht verliehen hatte, alle, die ihr Herz antrieb, an die Ausführung des Werkes zu gehen.

Exo 36:3 Sie empfingen von Moses die ganze Beisteuer, welche die Israeliten für die Arbeiten zum Dienste am Heiligtum aufgebracht hatten. Diese brachten ihm an jedem Morgen noch weitere freiwillige Gaben.

Exo 36:4 Da kamen die Kunstverständigen, welche alle Arbeiten für das Heiligtum ausführten, ein jeder von seiner Arbeit, an der er gerade stand,

Exo 36:5 und sprachen zu Moses: "Das Volk bringt mehr, als für den Dienst am Werke notwendig ist, dessen Ausführung der Herr befohlen hat."

Exo 36:6 Da ließ Moses durch das Lager hindurch ausrufen: "Weder Mann noch Frau soll weiterhin noch eine Abgabe für das Heiligtum beisteuern!" Den Beiträgen des Volkes wurde so Einhalt geboten.

Exo 36:7 Es war ja schon genug Material da, um alle Arbeiten, die sie zu machen hatten, auszuführen; man ließ noch davon übrig.

Exo 36:8 Alle Kunstverständigen unter den Werkleuten stellten die Wohnstätte aus zehn Zeltdecken von gezwirntem Byssus, violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff her; mit Kerubimfiguren als Arbeit eines Stoffwirkers machte man sie.

Exo 36:9 Die Länge der einzelnen Decke betrug achtundzwanzig Ellen und die Breite vier Ellen; alle Zelttücher hatten ein und dasselbe Maß.

Exo 36:10 Fünf von den Zeltbahnen fügte er miteinander zusammen, eine an die andere, und ebenso die übrigen fünf.

Exo 36:11 Dann brachte er aus violetter Purpurwolle an der Außenkante der einen Zeltbahn, die das Ende des zusammengesetzten Stückes bildete, Schleifen an und ebenso an der Außenkante der letzten Zeltdecke des zweiten zusammengesetzten Teiles.

Exo 36:12 Fünfzig Schleifen brachte er an der einen Zeltdecke an, ebenso fünfzig Schleifen am Ende der Zeltdecke, die zum zweiten zusammengesetzten Stück gehörte; die Schleifen standen einander gegenüber.

Exo 36:13 Dann formte er fünfzig Haken aus Gold und verband die Zeltdecken mit den Haken, eine mit der andern. So wurde es eine einzige Wohnstätte.

Exo 36:14 Sodann fertigte er Zeltdecken aus Ziegenhaar für ein Zeltdach über der Wohnstätte; in einer Anzahl von elf Stücken stellte er sie her.

Exo 36:15 Die Länge der einzelnen Zeltdecke betrug dreißig Ellen, vier Ellen ihre Breite; alle elf Zeltdecken hatten ein und dasselbe Maß.

Exo 36:16 Er fügte fünf Zeltdecken zu einem Stück zusammen und die anderen sechs ebenso.

Exo 36:17 Am Saume der letzten Zeltdecke des einen zusammengesetzten Stückes machte er fünfzig Schleifen und ebenso an dem Zeltdeckensaum des zweiten zusammengesetzten Stückes.

Exo 36:18 Dann fertigte er fünfzig Haken aus Kupfer, um damit das Zelt zu verbinden, daß es ein einziges Ganzes wurde.

Exo 36:19 Dann stellte er für das Zelt eine rotgefärbte Decke aus Widderfellen her und oben darauf eine Decke aus Tachaschleder.

Exo 36:20 Sodann verfertigte er Bretter aus Akazienholz zum Aufstellen für die Wohnstätte.

Exo 36:21 Zehn Ellen betrug die Länge eines Brettes und eineinhalb Ellen seine Breite.

Exo 36:22 Jedes Brett wurde durch zwei Zapfen gegenseitig in Verbindung gebracht; so machte er es mit allen Brettern der Wohnstätte.

Exo 36:23 An Brettern fertigte er für die Wohnstätte an: zwanzig für die Südseite.

Exo 36:24 Als Unterlage für die zwanzig Bretter stellte er vierzig silberne Sockel her, zwei Sockel als Unterlage eines Brettes für seine beiden Zapfen.

Exo 36:25 Für die andere Längsseite der Wohnstätte, die Nordseite, nahm er zwanzig Bretter,

Exo 36:26 dazu noch vierzig silberne Fußsockel, je zwei als Unterlage für ein Brett.

Exo 36:27 Für die Rückseite der Wohnstätte, die nach Westen hin liegt, verfertigte er sechs Bretter.

Exo 36:28 Zwei Bretter stellte er als Eckstücke für die Rückseite der Wohnstätte her.

Exo 36:29 Sie waren unten und oben doppelt aufgebaut und trafen sich bei dem einen Ring; so machte er es bei beiden für die zwei Ecken.

Exo 36:30 Es waren also acht Bretter, und ihrer silbernen Fußgestelle waren es sechzehn, nämlich je zwei Fußgestelle als Unterlage für ein Brett.

Exo 36:31 Er stellte auch Riegel aus Akazienholz her, fünf für die Bretter auf der einen Seite der Wohnstätte,

Exo 36:32 ebenso auch fünf Riegel für die Bretter der zweiten Längsseite der Wohnstätte und fünf Riegel für die Bretter der nach Westen gerichteten Rückseite der Wohnstätte.

Exo 36:33 Den mittleren Riegel stellte er in die Mitte der Bretter, so daß er von einem Ende zum anderen verlief.

Exo 36:34 Die Bretter überzog er mit Gold, und auch ihre Ringe stellte er aus Gold her als Halter für die Riegel; ebenso überzog er die Riegel mit Gold.

Exo 36:35 Dann fertigte er einen Vorhang aus violetter Purpurwolle; rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus an; als Kunstwirkerarbeit stellte er ihn mit Kerubimfiguren her.

Exo 36:36 Er machte für ihn vier Säulen aus Akazienholz und überzog sie mit Gold - auch ihre Nägel waren aus Gold - und goß für sie vier Fußsockel aus Silber.

Exo 36:37 Für den Zelteingang fertigte er einen Vorhang aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit,

Exo 36:38 nebst den dazugehörigen fünf Säulen und ihren Nägeln. Ihre Köpfe und die Verbindungsstangen überzog er mit Gold; ihre fünf Fußsockel aber waren aus Kupfer.

 

Exodus Kapitel 37

 

Exo 37:1 Ferner verfertigte Bezalel die Lade aus Akazienholz; zweieinhalb Ellen war sie lang, eineinhalb Ellen breit und eineinhalb Ellen hoch.

Exo 37:2 Er überzog sie mit reinem Golde von innen und außen her und befestigte rings um sie eine goldene Leiste.

Exo 37:3 Dann goß er für sie vier goldene Ringe und brachte sie an den vier Ecken an, zwei Ringe an ihrer einen Seitenwand und zwei Ringe an ihrer anderen Seitenwand.

Exo 37:4 Auch verfertigte er Stangen aus Akazienholz und überzog sie mit Gold.

Exo 37:5 Er steckte die Stangen durch die Ringe an den Seitenwänden der Lade, so daß man die Lade tragen konnte.

Exo 37:6 Dann verfertigte er eine Deckplatte aus reinem Gold, zweieinhalb Ellen lang und eineinhalb Ellen breit.

Exo 37:7 Darauf machte er zwei Goldkerubim; als getriebene Arbeit stellte er sie an den beiden Enden der Deckplatte her,

Exo 37:8 und zwar den einen Kerub am einen und den andern Kerub am andern Ende der Deckplatte. Von der Deckplatte her machte er an ihren zwei Enden die Kerubim.

Exo 37:9 Sie breiteten ihre Flügel nach oben hin aus, indem sie mit ihren Flügeln die Deckplatte überdachten; ihre Antlitze waren einander zugekehrt; zur Deckplatte hin waren die Kerubim gerichtet.

Exo 37:10 Und er verfertigte ferner den Tisch aus Akazienholz; zwei Ellen lang, eine Elle breit und eineinhalb Ellen hoch.

Exo 37:11 Er überzog ihn mit reinem Gold und brachte ringsum eine goldene Einfassung an.

Exo 37:12 Er machte auch eine Leiste von einer Handbreit daran und verfertigte eine goldene Einfassung um diese Leiste herum.

Exo 37:13 Dann goß er für ihn vier goldene Ringe und brachte sie an den vier Ecken an, wo seine vier Füße waren.

Exo 37:14 Die Ringe waren dicht unter der Leiste als Ösen für die Stangen zum Tragen des Tisches.

Exo 37:15 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, so daß man den Tisch tragen konnte.

Exo 37:16 Darauf verfertigte er auch die Geräte, die auf dem Tisch stehen sollten, seine Schüsseln und Schalen, Kannen und Krüge zur Spendung der Trankopfer; alles aus reinem Gold.

Exo 37:17 Dann machte er den Leuchter aus reinem Gold in getriebener Arbeit, seinen Fuß und seinen Schaft. Seine Kelche, seine Knäufe und seine Blüten waren ein mit ihm verbundenes Stück.

Exo 37:18 Sechs Röhren gingen von seinen Seiten aus; drei Leuchtröhren von der einen Seite, drei Leuchtröhren von der anderen Seite.

Exo 37:19 Drei mandelförmige Kelche, ein Knauf und eine Blüte waren an der ersten Röhre, drei mandelförmige Kelche, ein Knauf und eine Blüte an der zweiten und so an allen sechs Röhren, die vom Leuchter ausgingen.

Exo 37:20 Am Leuchter selbst waren vier mandelförmige Kelche, seine Knäufe und seine Blüten,

Exo 37:21 und zwar je ein Knauf unter jedem sich abzweigenden Röhrenpaare, entsprechend den sechs Röhren, die von ihm ausgingen.

Exo 37:22 Ihre Knäufe und ihre Röhren waren ein Stück mit ihm, das Ganze, eine getriebene Arbeit, bestand aus einem Stück reinen Goldes.

Exo 37:23 Dann fertigte er die sieben Lampen an, die dazu gehörenden Dochtscheren und Feuerschalen aus feinstem Gold.

Exo 37:24 Ein Talent gediegenen Goldes verwendete er auf ihn und alle zu ihm gehörenden Geräte.

Exo 37:25 Dann stellte er den Räucheraltar aus Akazienholz her, eine Elle lang, eine Elle breit, also quadratisch, und zwei Ellen hoch; seine Hörner waren aus einem Stück mit ihm.

Exo 37:26 Er überzog ihn mit gediegenem Gold, seine Deckplatte und seine Wände ringsum und seine Hörner, und brachte an ihm ringsum eine goldene Leiste an.

Exo 37:27 Unterhalb seiner Leiste befestigte er zwei goldene Ringe an seinen beiden Seiten zur Aufnahme der Stangen, um ihn damit tragen zu können.

Exo 37:28 Die Stangen aber fertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold.

Exo 37:29 Er bereitete auch das heilige Salböl und das reine wohlriechende Räucherwerk nach Art eines Salbenmischers.

 

Exodus Kapitel 38

 

Exo 38:1 Danach errichtete er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit, quadratisch, und drei Ellen hoch.

Exo 38:2 Seine Hörner aber brachte er an seinen vier Ecken an; sie bildeten mit ihm ein Stück. Dann überzog er den Altar mit Kupfer.

Exo 38:3 Ebenso verfertigte er alle zum Altar gehörenden Geräte, die Töpfe, die Reinigungsschaufeln, Sprengschalen, Fleischgabeln und Feuerbecken; alle zu ihm gehörenden Geräte stellte er aus Kupfer her.

Exo 38:4 Er machte auch für den Altar ein Gitterwerk, ein kupfernes Netzgitter, unterhalb seiner Einfassung bis zu seiner halben Höhe hinauf.

Exo 38:5 Sodann goß er vier Ringe an die vier Enden des kupfernen Gitterwerks zur Aufnahme der Stangen.

Exo 38:6 Die Stangen aber fertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Kupfer.

Exo 38:7 Er steckte die Stangen in die Ringe an den Seiten des Altars, damit man ihn mit ihrer Hilfe tragen konnte. Er stellte ihn aus Platten her, so daß er hohl war.

Exo 38:8 Dann fertigte er das kupferne Becken und sein kupfernes Gestell aus den Spiegeln der dienenden Frauen, die am Eingang des Offenbarungszeltes Dienst taten.

Exo 38:9 Danach grenzte er den Vorhof ab; für die nach Süden gewendete Seite verfertigte er Vorhofsbehänge aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen,

Exo 38:10 ferner zwanzig Säulen für sie samt ihren zwanzig kupfernen Fußsockeln, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aus Silber,

Exo 38:11 ebenso auf der Nordseite Behänge, hundert Ellen lang, dazu zwanzig Säulen und zwanzig kupferne Fußsockel für sie, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen aus Silber.

Exo 38:12 Für die nach Westen gerichtete Seite stellte er Behänge von fünfzig Ellen her, dazu die entsprechenden zehn Säulen samt ihren zehn Fußsockeln, die Nägel der Säulen und ihre Querstangen wieder aus Silber.

Exo 38:13 Auch für die nach Osten gehende Vorderseite fünfzig Ellen,

Exo 38:14 und zwar Behänge von fünfzehn Ellen für das eine Seitenstück, dazu drei Säulen samt ihren drei Fußsockeln.

Exo 38:15 Diesen entsprechend stellte er auf der anderen Seite des Vorhofeinganges für das zweite Seitenstück fünfzehn Ellen Behänge her, dazu drei Säulen samt ihren drei Fußsockeln.

Exo 38:16 Alle Vorhofsbehänge ringsum waren aus gezwirntem Byssus verfertigt.

Exo 38:17 Die Fußsockel für die Säulen waren aus Kupfer, die Nägel der Säulen aber und ihre Querstangen aus Silber; auch der Überzug ihrer Köpfe war aus Silber; alle Säulen des Vorhofes hatten Querstangen aus Silber.

Exo 38:18 Der Vorhang für den Eingang des Vorhofes war eine Buntwirkerarbeit aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus, zwanzig Ellen lang und fünf Ellen hoch, d. h. breit, entsprechend den anderen Behängen des Vorhofes.

Exo 38:19 Dazu kamen ihre vier Säulen samt ihren vier kupfernen Fußsockeln, ihre Nägel aus Silber, auch der Überzug ihrer Köpfe und ihre Querstangen aus Silber.

Exo 38:20 Alle Zeltpflöcke für die Wohnstätte und den Vorhof ringsum waren aus Kupfer.

Exo 38:21 Dies ist die Berechnung der Abgaben, die für die Wohnstätte, die Stätte des Gesetzes, durch Moses ausgeführt wurde, unter Dienstleistung der Leviten und geleitet von Itamar, dem Sohn des Priesters Aaron.

Exo 38:22 Bezalel aber, der Sohn des Uri und Enkel des Chur vom Stamme Juda, führte alles aus, was der Herr dem Moses aufgetragen hatte.

Exo 38:23 Mit ihm Oholiab, der Sohn des Achisamach, vom Stamme Dan als Kunsthandwerker, Weber und Buntwirker in violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und Byssus.

Exo 38:24 Alles Gold, das für die Arbeiten zur vollständigen Herstellung des Heiligtums verwendet wurde das als Weihegabe gespendete Gold, wog 29 Talente und 730 Silbersekel nach heiligem Gewichtsmaß.

Exo 38:25 Das bei der Musterungsabgabe von der Gemeinde gespendete Silber betrug 100 Talente und 1 775 Sekel nach heiligem Gewicht,

Exo 38:26 ein halber Silbersekel für jeden Kopf, also die Hälfte eines Sekels nach heiligem Gewicht für jeden, der sich der Musterung unterziehen mußte, nämlich von 20 Jahren und darüber, von insgesamt 603 550 Mann.

Exo 38:27 Die hundert Talente Silber wurden verwendet zum Gießen der Fußsockel des Heiligtums und der Vorhangfußsockel, 100 Talente zu 100 Fußsockeln, zu jedem Fußsockel also ein Talent.

Exo 38:28 Aus den 1 775 Silberstücken fertigte er Nägel für die Säulen, überzog ihre Köpfe und verband sie mit Querstangen.

Exo 38:29 Das als Weihegabe gespendete Kupfer betrug 70 Talente und 2 400 Silbersekel.

Exo 38:30 Daraus verfertigte man die Fußsockel zur Tür des Offenbarungszeltes, den kupfernen Altar samt seinem kupfernen Gitterwerk und alle Altargeräte,

Exo 38:31 dazu die Fußsockel des Vorhofs ringsum und die Fußsockel des Vorhofeinganges, dazu alle Pflöcke der Wohnstätte und alle Vorhofpflöcke ringsum.

 

Exodus Kapitel 39

 

Exo 39:1 Aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff fertigte man gewirkte Gewänder zum Dienst im Heiligtum an. Die heiligen Gewänder Aarons machten sie so, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:2 Das Ephod stellte man aus Gold her, aus violetter Purpurwolle und rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus.

Exo 39:3 Sie hämmerten die Goldplatten breit und zerschnitten sie in Fäden, um sie zwischen die violette Purpurwolle, den roten Purpur, den karmesinfarbenen Stoff und den Byssus in der Art eines Kunstwirkers einzuarbeiten.

Exo 39:4 Sie machten für das Ephod verbundene Schulterstücke; an seinen beiden Enden wurde es zusammengefügt.

Exo 39:5 Das Band aber, das sich zum Anlegen daran befand, war mit ihm ein Stück, so wie dieses gearbeitet aus Gold, violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus, wie es der Herr dem Moses aufgetragen hatte.

Exo 39:6 Und sie bearbeiteten die Karneolsteine, in einem Flechtwerk von Gold gefaßt und in Siegelstecherarbeit graviert mit den Namen der Söhne Israels.

Exo 39:7 Man setzte sie auf die Schulterstücke des Ephod als Steine der Erinnerung an die Israeliten, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:8 Und man fertigte das Brustschild in Kunstwirkerarbeit wie das Ephod, aus Gold, violetter Purpurwolle, rotem Purpur, karmesinfarbenem Stoff und gezwirntem Byssus.

Exo 39:9 Es war quadratisch; man machte das Brustschild doppelt gelegt, je eine Spanne lang und breit, doppelt gefaltet.

Exo 39:10 Man besetzte es mit vier Reihen von Edelsteinen. Erste Reihe: Rubin, Chrysolith und Smaragd.

Exo 39:11 Zweite Reihe: Türkis, Lasurstein und Jaspis.

Exo 39:12 Dritte Reihe: Hyazinth, Achat und Amethyst.

Exo 39:13 Vierte Reihe: Tarsis, Karneol und Nephrit; in Gold gefaßt waren sie in ihren Reihen.

Exo 39:14 Die Steine trugen die Namen der Söhne Israels; zwölf waren es, entsprechend ihren Namen, Siegelstecherarbeiten, ein jeder mit einem Namen nach den zwölf Stämmen.

Exo 39:15 Man stellte für das Brustschild gedrehte Kettchen her nach Art von Schnüren aus reinem Gold.

Exo 39:16 Dann verfertigte man für das Brustschild zwei goldene Einfassungen und zwei goldene Ringe und befestigte die beiden Ringe an den beiden Enden des Brustschildes.

Exo 39:17 Die beiden goldenen Schnüre machten sie an den zwei Ringen an den Enden des Brustschildes fest.

Exo 39:18 Die zwei anderen Enden der beiden Schnüre befestigten sie an den beiden geflochtenen Einfassungen und brachten diese auf den Schulterstücken des Ephod an dessen Vorderseite an.

Exo 39:19 Dann stellten sie noch zwei goldene Ringe her und brachten sie an den beiden (anderen) Enden des Brustschildes an, und zwar auf seinem inneren, dem Ephod zugewandten Rand.

Exo 39:20 Dann fertigten sie zwei weitere goldene Ringe an und befestigten sie auf den beiden Schulterstücken des Ephod unten an seiner vorderen Seite, nahe der Stelle, wo es zusammengefügt ist, aber oberhalb der Binde des Ephod.

Exo 39:21 Man band das Brustschild durch seine Ringe an die Ephodringe mittels Schnüren aus violettem Purpur fest, damit es über der Binde des Ephod blieb und das Brustschild sich nicht von seiner Stelle auf dem Ephod verschob, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:22 Dann machte man das Obergewand des Ephod als Webearbeit ganz aus violetter Purpurwolle.

Exo 39:23 Die Öffnung des Obergewandes war in der Mitte ganz wie die Öffnung eines Panzerhemdes; ein ringsum besetzter Rand war an seiner Öffnung, damit es nicht zerriß.

Exo 39:24 Am Saum des Obergewandes brachte man Granatäpfel, aus violetter Purpurwolle, rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff gezwirnt, an.

Exo 39:25 Auch verfertigten sie Glöckchen aus reinem Gold und befestigten diese zwischen den Granatäpfeln, und zwar an dem Saum des Obergewandes, ringsum zwischen den Granatäpfeln:

Exo 39:26 Immer ein Glöckchen und ein Granatapfel ringsum am Saum des Obergewandes abwechselnd, für den heiligen Dienst, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:27 Man verfertigte danach die Leibröcke aus Byssus in Webearbeit für Aaron und seine Söhne,

Exo 39:28 ferner den Turban aus Byssus, die gewundenen Kopfbedeckungen aus Byssus und die linnenen Beinkleider aus gezwirntem Byssus,

Exo 39:29 endlich den Gürtel aus gezwirntem Byssus, violetter Purpurwolle und rotem Purpur und karmesinfarbenem Stoff in Buntwirkerarbeit, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:30 Dann verfertigte man das Stirnblatt, das heilige Diadem, aus gediegenem Gold, und sie schrieben darauf in Siegelstecherschrift: "Heilig dem Herrn!"

Exo 39:31 Sie befestigten daran eine Schnur von violetter Purpurwolle, um sie oben am Turban anzubringen, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:32 So wurde denn sämtliche Arbeit für die Wohnung des Offenbarungszeltes vollendet; die Israeliten taten so, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 39:33 Sie brachten die Wohnstätte zu Moses: Das Zelt mit all seinen Geräten, seinen Haken, Brettern, Riegeln, Säulen und seinen Fußsockeln,

Exo 39:34 die Decke aus rotgegerbten Widderfellen, die Decke aus Tachaschhäuten und den verhüllenden Vorhang,

Exo 39:35 die Gesetzeslade mit ihren Stangen und der Deckplatte,

Exo 39:36 den Tisch mit all seinen Geräten und den Schaubroten,

Exo 39:37 den Leuchter aus reinem Gold mit seinen Lampen - die Lampen der Reihe nach aufgesetzt - und all seinen Geräten sowie das Öl für den Leuchter,

Exo 39:38 den goldenen Altar, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk und den Vorhang für den Zelteingang,

Exo 39:39 den kupfernen Altar und das zu ihm gehörige kupferne Gitterwerk mit seinen Stangen und all seinen Geräten, das Becken mit seinem Gestell,

Exo 39:40 die Behänge des Vorhofes, seine Säulen und Fußsockel und den Behang für das Vorhoftor, seine Stricke und Pflöcke sowie alle Geräte zum Dienst an der Wohnstätte des Offenbarungszeltes,

Exo 39:41 endlich die gewirkten Kleider zum Dienst am Heiligtum, die heiligen Gewänder für den Priester Aaron sowie die Kleider für seine Söhne zum priesterlichen Dienst.

Exo 39:42 Ganz nach den Befehlen des Herrn an Moses hatten die Israeliten die gesamte Arbeit gemacht.

Exo 39:43 Moses besichtigte das ganze Werk. Sie hatten es gemacht, wie der Herr es befohlen hatte. Und Moses segnete sie.

 

 

Exodus Kapitel 40

 

Exo 40:1 Der Herr sprach zu Moses:

Exo 40:2 "Im ersten Monat, und zwar am ersten Tag des Monats, sollst du die Wohnstätte des Offenbarungszeltes aufrichten.

Exo 40:3 Stelle die Gesetzeslade hinein und hänge den Vorhang vor die Lade!

Exo 40:4 Dann schaffe den Tisch hinein und lege sein Zubehör zurecht; dann bringe den Leuchter und setze seine Lampen auf!

Exo 40:5 Stelle den goldenen Räucheraltar vor die Gesetzeslade und hänge den Behang vor den Eingang zur Wohnstätte!

Exo 40:6 Den Brandopferaltar errichte vor dem Eingang der Wohnstätte des Offenbarungszeltes!

Exo 40:7 Das Becken aber stelle zwischen das Offenbarungszelt und den Altar und schütte Wasser hinein!

Exo 40:8 Dann richte den Vorhof ringsum auf und bringe den Behang an den Vorhofseingang!

Exo 40:9 Dann nimm das Salböl und salbe die Wohnstätte und alles, was in ihr ist; weihe sie mit all ihren Geräten; heilig soll sie sein!

Exo 40:10 Salbe auch den Brandopferaltar mit all seinen Geräten und weihe den Altar, damit er zu etwas Hochheiligem werde!

Exo 40:11 Salbe dann das Becken mit seinem Gestell und weihe es!

Exo 40:12 Alsdann laß Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes treten und wasche sie mit Wasser!

Exo 40:13 Bekleide Aaron mit den heiligen Gewändern, salbe und weihe ihn so, daß er mir al Priester diene!

Exo 40:14 Auch seine Söhne lasse herantreten, bekleide sie mit Leibröcken

Exo 40:15 und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, damit sie mir als Priester dienen. Ihre Salbung soll ihnen das Recht verleihen, immerwährend Priesterdienst zu tun von Geschlecht zu Geschlecht!"

Exo 40:16 Moses führte dies aus; ganz wie der Herr es ihm aufgetragen, machte er es.

Exo 40:17 Im ersten Monat, im zweiten Jahre, am Ersten des Monats war die Wohnstätte errichtet.

Exo 40:18 Moses richtete die Wohnstätte auf, stellte ihre Fußsockel hin, setzte ihre Bretter darauf, brachte ihre Riegel an und richtete ihre Säulen auf.

Exo 40:19 Dann breitete er das Zelt über die Wohnstätte und legte die Überdecke des Zeltes oben darauf, wie der Herr dem Moses aufgetragen.

Exo 40:20 Dann nahm er die Gesetzestafeln und legte sie in die Lade; er steckte die Stangen an die Lade und legte die Deckplatte oben auf die Lade.

Exo 40:21 Die Lade brachte er in die Wohnstätte hinein, hängte den verhüllenden Vorhang auf und verhüllte so die Gesetzeslade, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Exo 40:22 Dann stellte er den Tisch in das Offenbarungszelt auf die nach Norden gerichtete Seite der Wohnstätte außerhalb des Vorhangs.

Exo 40:23 Darauf legte er eine Brotschicht vor dem Herrn zurecht, wie der Herr dem Moses befohlen.

Exo 40:24 Er stellte den Leuchter in das Offenbarungszelt, dem Tisch gegenüber auf die nach Süden gewendete Seite der Wohnstätte,

Exo 40:25 und brachte die Lampen vor den Herrn, wie der Herr dem Moses aufgetragen.

Exo 40:26 Dann stellte er den goldenen Altar ins Offenbarungszelt vor den Vorhang.

Exo 40:27 Er ließ auf ihm wohlriechendes Räucherwerk verbrennen, wie der Herr dem Moses befohlen.

Exo 40:28 Danach hängte er den Vorhang vor dem Eingang zur Wohnstätte auf.

Exo 40:29 Den Brandopferaltar stellte er vor den Eingang der Wohnstätte des Offenbarungszeltes hin. Er brachte auf ihm das Brand und Speiseopfer dar, wie der Herr es dem Moses befohlen.

Exo 40:30 Das Becken stellte er zwischen das Offenbarungszelt und den Altar und goß Wasser zum Waschen hinein.

Exo 40:31 Darin wuschen sich Moses, Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße.

Exo 40:32 Wenn sie ins Offenbarungszelt hineingingen oder zum Altar traten, wuschen sie sich, wie der Herr es Moses angeordnet.

Exo 40:33 Schließlich richtete er den Vorhof rings um die Wohnstätte und den Altar auf. Er ließ den Vorhang des Vorhoftores aufhängen. So vollendete Moses das Werk.

Exo 40:34 Die Wolke bedeckte das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte.

Exo 40:35 Moses war nicht imstande, in das Offenbarungszelt hineinzugehen; denn es lagerte darauf die Wolke, und des Herrn Herrlichkeit erfüllte die Wohnstätte.

Exo 40:36 Wenn sich nun die Wolke von der Wohnstätte erhob, dann brachen die Israeliten bei all ihren Wegstrecken auf.

Exo 40:37 Erhob sich aber die Wolke nicht, so brachen sie auch nicht auf bis zu dem Zeitpunkt, da sie wiederum aufstieg.

Exo 40:38 Denn die Wolke des Herrn war über der Wohnstätte am Tage; des Nachts aber war Feuer darin vor den Augen des gesamten Hauses Israel während ihrer ganzen Wanderung.

 

 

Leviticus

3. Buch Mose

Leviticus Kapitel 1

 

Lev 1:1 Der Herr berief den Moses und redete zu ihm vom Offenbarungszelte aus:

Lev 1:2 "Sprich zu den Israeliten und sage zu ihnen: Will jemand unter euch dem Herrn eine Opfergabe von seinem Vieh darbringen, so sollt ihr sie nehmen!

Lev 1:3 Bringt er seine Opfergabe als Brandopfer von Rindern dar, so soll es ein männliches Tier ohne Fell sein; er bringe es zum Eingang des Offenbarungszeltes; es soll ihn vor dem Herrn wohlgefällig machen.

Lev 1:4 Danach lege er seine Hand auf den Kopf des Brandopfers; das wird ihm Wohlgefallen und Sühne schaffen.

Lev 1:5 Hierauf soll er das junge Rind vor dem Herrn schlachten; die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen das Blut darbringen und es ringsum an den Altar sprengen, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht.

Lev 1:6 Dann soll er das Brandopfer abhäuten und in seine Teile zerlegen.

Lev 1:7 Die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen Feuer auf den Altar bringen und Holzscheite darauf schichten.

Lev 1:8 Danach sollen die Söhne Aarons die Stücke mit dem Kopf und dem Nierenfett auf der Holzschicht über dem Feuer auf dem Altar zurechtlegen.

Lev 1:9 Eingeweide und Unterschenkel des Rindes wasche er mit Wasser; der Priester aber lasse das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen, damit es ein Brandopfer sei, ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

Lev 1:10 Soll aber die Opfergabe, die jemand als Brandopfer darbringen will, ein Stück Kleinvieh sein, von Jungwiddern oder Ziegen, so bringe er ein männliches Tier ohne Fehler dar.

Lev 1:11 Er schlachte es auf der Nordseite des Altars vor dem Herrn; die Söhne Aarons aber, die Priester, sprengen sein Blut an den Altar ringsum.

Lev 1:12 Sodann soll er es in seine Teile zerlegen, der Priester soll sie mit Kopf und Nierenfett auf den Holzscheiten zurechtlegen über dem Feuer auf dem Altar.

Lev 1:13 Die Eingeweide aber und die Unterschenkel möge er mit Wasser waschen; der Priester soll alles zusammen darbringen und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen; ein Brandopfer sei es, ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

Lev 1:14 Bringt jemand dem Herrn ein Opfer als Geflügelopfer dar, so soll er dazu Turteltauben oder junge Tauben als Gabe nehmen.

Lev 1:15 Der Priester aber soll das Tier zum Altar bringen, ihm den Kopf abknicken und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Sein Blut aber soll an der Wand des Altares ausgedrückt werden.

Lev 1:16 Dann soll er den Kropf mit seinem Gewölle entfernen und ihn östlich vom Altar auf den Aschenplatz werfen.

Lev 1:17 Die Flügel soll er ihm einreißen, sie aber nicht ganz abtrennen; der Priester lasse sie auf dem Altar in Rauch aufgehen auf den Holzscheiten über dem Feuer; ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

 

Leviticus Kapitel 2

 

Lev 2:1 Will jemand dem Herrn ein Speiseopfer darbringen, dann soll seine Opfergabe in Mehl bestehen; er gieße Öl darauf und füge Weihrauch dazu.

Lev 2:2 Sodann bringe er es den Söhnen Aarons, den Priestern; er nehme davon eine gute Handvoll dieses Mehles und des Öles, samt dem dazugehörenden Weihrauch; der Priester lasse den duftenden Teil auf dem Altar in Rauch aufgehen als ein Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

Lev 2:3 Der Rest vom Speiseopfer aber gehört Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges vom Feueropfer des Herrn.

Lev 2:4 Willst du als Speiseopfergabe Ofengebäck darbringen, so seien es ungesäuerte Ringbrote aus Mehl, angerührt mit Öl, oder ungesäuerte Fladen, bestrichen mit Öl.

Lev 2:5 Besteht deine Opfergabe aus einem Speiseopfer von der Röstplatte, dann sei es aus ungesäuertem, mit Öl angerührtem Mehl zubereitet.

Lev 2:6 Brich es in einzelne Brocken und übergieße es mit Öl, dann ist es ein Speiseopfer.

Lev 2:7 Soll deine Opfergabe in einem Speiseopfer aus der Pfanne bestehen, so soll es aus Mehl mit Öl zubereitet sein.

Lev 2:8 Bringe das Speiseopfer, das hieraus zubereitet ist, vor den Herrn; dem Priester soll man es übergeben, der es dann auf den Altar bringt.

Lev 2:9 Der Priester hebe vom Speiseopfer den duftenden Teil ab und lasse ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen als Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

Lev 2:10 Der Rest vom Speiseopfer gehört Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn.

Lev 2:11 Kein Speiseopfer, das ihr dem Herrn darbringt, darf aus Gesäuertem sein; nichts vom Sauerteig und keinerlei Honig dürft ihr als Feueropfer für den Herrn darbringen.

Lev 2:12 Nur als Erstlingsgabe bringt sie dem Herrn dar; aber auf den Altar dürfen sie nicht zu lieblichem Wohlgeruch kommen.

Lev 2:13 Jedes deiner Speiseopfer mußt du salzen; du darfst das Salz des Bundes mit deinem Gott bei deinem Speiseopfer nicht fehlen lassen; allen deinen Speiseopfern mußt du Salz hinzufügen.

Lev 2:14 Bringst du dem Herrn ein Speiseopfer von Erstlingsfrüchten dar, so nimm am Feuer geröstete Ähren, und zwar zerriebene Körner von der Frühfrucht, als dein Erstlingsfruchtopfer.

Lev 2:15 Tue aber Öl darauf und gib Weihrauch dazu - es ist ein Speiseopfer!

Lev 2:16 Der Priester soll dann den duftenden Teil von den geopferten Körnern und dem Öl samt dem ganzen dazugehörigen Weihrauch als Feueropfer für den Herrn in Rauch aufgehen lassen.

 

Leviticus Kapitel 3

 

Lev 3:1 Ist aber eine Opfergabe ein Friedopfer und will man sie von den Rindern darbringen, dann muß es ein fehlerloses männliches oder weibliches Tier sein, das man dem Herrn opfert.

Lev 3:2 Er lege seine Hand auf den Kopf seines Opfers und schlachte es vor dem Eingang des Offenbarungszeltes; die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut ringsum an den Altar sprengen.

Lev 3:3 Dann soll er von dem Friedopfer dem Herrn als Feueropfer darbringen das Fett, das die Eingeweide bedeckt, samt allem Fett, das an den Eingeweiden ist,

Lev 3:4 dazu die beiden Nieren und das Fett an ihnen bis zu den Lenden und den Lappen der Leber; oberhalb der Nieren trenne er ihn ab.

Lev 3:5 Die Söhne Aarons aber sollen es auf dem Altar über dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Altar liegt, in Rauch aufgehen lassen als Feueropfer lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn.

Lev 3:6 Wenn aber jemand eine Gabe zu einem Friedopfer für den Herrn bestimmt hat und sie dem Kleinvieh entnimmt, so soll es ein fehlerloses männliches oder weibliches Tier sein.

Lev 3:7 Wenn er ein Lamm als Opfergabe darbringt, bringe er es vor den Herrn,

Lev 3:8 lege seine Hand auf den Kopf seines Opfers und schlachte es vor dem Offenbarungszelt. Die Söhne Aarons sollen sein Blut ringsum an den Altar sprengen.

Lev 3:9 Dann bringe er von dem Friedopfer dem Herrn als Feueropfer dessen Fett dar: den ganzen Fettschwanz am Schwanzbein trenne er ihn ab, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, samt allem Fett, das an den Eingeweiden ist,

Lev 3:10 dazu die beiden Nieren samt dem Fett an ihnen bis zu den Lenden und den Lappen der Leber; oberhalb der Nieren trenne er ihn ab.

Lev 3:11 Der Priester lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als Feueropferspeise für den Herrn.

Lev 3:12 Ist aber seine Gabe eine Ziege, dann bringe er das Tier vor den Herrn,

Lev 3:13 lege die Hand auf seinen Kopf und schlachte es vor dem Offenbarungszelt; die Söhne Aarons aber sollen sein Blut ringsum an den Altar sprengen.

Lev 3:14 Dann bringe er davon seine Opfergabe als Feueropfer für den Herrn: das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett an den Eingeweiden selbst,

Lev 3:15 ferner die beiden Nieren und das Fett daran bis zu den Lenden sowie den Lappen der Leber; oberhalb der Nieren trenne er ihn ab.

Lev 3:16 Der Priester lasse diese Teile auf dem Altar in Rauch aufgehen als eine Feueropferspeise lieblichen Wohlgeruchs für den Herrn. Alles Fett gehört dem Herrn!

Lev 3:17 Das ist eine von Geschlecht zu Geschlecht geltende Satzung, die ihr beobachten sollt an all euren Wohnstätten; Fett oder Blut dürft ihr unter keinen Umständen genießen!"

 

Leviticus Kapitel 4

 

Lev 4:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 4:2 "Sprich zu den Söhnen Israels: Wenn sich jemand versehentlich gegen irgendein Gebot des Herrn versündigt in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und doch eines von ihnen tut, dann gilt:

Lev 4:3 Wenn der gesalbte Priester sündigt und Schuld auf das Volk kommt, dann soll er für seine Sünde, die er getan hat, einen fehlerlosen jungen Stier als Sündopfer darbringen.

Lev 4:4 Er führe den Stier am Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn, lege seine Hand auf seinen Kopf und schlachte den Stier vor dem Herrn.

Lev 4:5 Darauf nehme der gesalbte Priester vom Stierblut und bringe es in das Offenbarungszelt hinein.

Lev 4:6 Der Priester soll seinen Finger in das Blut tauchen und siebenmal von dem Blut vor dem Herrn gegen den Vorhang des Heiligtums hinsprengen.

Lev 4:7 Danach soll der Priester einen Teil des Blutes an die Hörner des für das wohlriechende Räucherwerk des Herrn bestimmten Altars streichen, der sich im Offenbarungszelt befindet; alles übrige Stierblut soll er an den Sockel des Brandopferaltares am Eingang des Offenbarungszeltes hingießen.

Lev 4:8 Er hebe das gesamte Fett des Sündopferstiers von ihm ab das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett an den Eingeweiden,

Lev 4:9 die beiden Nieren und das Fett an ihnen bis zu den Lenden sowie den Lappen der Leber; an den Nieren trenne er ihn ab,

Lev 4:10 wie es vom Friedopferrind losgelöst wird; der Priester soll es auf dem Brandopferaltar in Rauch aufgehen lassen.

Lev 4:11 Die Haut des Stieres aber, sein gesamtes Fleisch nebst seinem Kopf und seinen Schenkeln, seinen Eingeweiden und seinem Mageninhalt,

Lev 4:12 kurz, den ganzen Stier bringe er aus dem Lager hinaus an eine reine Stätte, an den Ort, wo man die Asche hinschüttet, und verbrenne ihn auf Holzscheiten. Auf dem Aschenplatz soll er verbrannt werden!

Lev 4:13 Wenn sich die ganze Gemeinde Israels versehentlich vergeht, ohne sich dessen bewußt zu sein, und wenn sie eines der Gebote des Herrn übertreten hat in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und so schuldig wird,

Lev 4:14 dann soll das Volk nach Erkenntnis der Sünde, deren es sich schuldig gemacht hat, einen Jungstier als Sündopfer darbringen und ihn vor das Offenbarungszelt führen.

Lev 4:15 Die Ältesten der Gemeinde sollen vor dem Herrn ihre Hände auf den Kopf des Stieres legen; dann schlachte man das Tier vor dem Herrn.

Lev 4:16 Darauf soll der gesalbte Priester von dem Blut des Stieres in das Offenbarungszelt hineinbringen.

Lev 4:17 Er tauche seinen Finger in das Blut und sprenge siebenmal von dem Blut vor dem Herrn gegen den Vorhang.

Lev 4:18 Auch möge er von dem Blut an die Hörner des Altars streichen, der vor dem Herrn im Offenbarungszelt steht; alles übrige Blut soll er an den Sockel des Brandopferaltares am Eingang des Offenbarungszeltes gießen.

Lev 4:19 Er hebe von ihm sein gesamtes Fett ab und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen.

Lev 4:20 Mit dem Stier soll er genau so verfahren, wie er mit dem eigenen Sündopferstier verfährt. Der Priester soll ihnen Sühne schaffen, und es wird ihnen vergeben.

Lev 4:21 Den Stier aber schaffe man zum Lager hinaus und verbrenne ihn, wie man den ersten Stier verbrannt hat. Darin besteht das Gemeindesündopfer.

Lev 4:22 Wenn sich ein Fürst vergeht und eines der Gebote des Herrn, seines Gottes, versehentlich übertritt in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und somit schuldig wird,

Lev 4:23 und das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, ihm (später) bewußt wird, dann soll er einen fehlerlosen Ziegenbock als Gabe darbringen.

Lev 4:24 Er lege seine Hand auf den Kopf des Bockes und schlachte ihn da, wo man das Brandopfer vor dem Herrn schlachtet, denn ein Sündopfer ist es.

Lev 4:25 Der Priester nehme etwas von dem Sündopferblut mit seinem Finger und streiche es an die Hörner des Brandopferaltars; sein übriges Blut gieße er an den Sockel dieses Altares.

Lev 4:26 Sein ganzes Fett lasse er auf dem Altar in Rauch aufgehen wie das Fett des Friedopfers. So soll der Priester für ihn Sühne schaffen wegen seines Vergehens, und Verzeihung wird ihm zuteil.

Lev 4:27 Wenn einer aus dem Volk des Landes sich versehentlich vergeht und durch ein Zuwiderhandeln gegen eines der Gebote des Herrn in Dingen, die nicht getan werden dürfen, schuldig wird

Lev 4:28 und er sich der begangenen Sünde bewußt wird, dann soll er als Gabe eine fehlerlose weibliche Ziege darbringen für seine Sünde.

Lev 4:29 Er lege seine Hand auf den Kopf des Sündopfers und schlachte es am Ort, wo man das Brandopfer schlachtet.

Lev 4:30 Der Priester nehme etwas vom Blut mit dem Finger und streiche es an die Hörner des Brandopferaltares; das übrige Blut gieße er an den Sockel des Altares.

Lev 4:31 Dann entferne er das ganze Fett, wie das Fett vom Friedopfer entfernt wird; der Priester lasse es in Rauch aufgehen zu lieblichem Wohlgeruch für den Herrn. So schafft ihm der Priester Sühne, und es wird ihm Vergebung zuteil.

Lev 4:32 Will jemand ein Lamm als Gabe für ein Sündopfer darbringen, so opfere er ein fehlerloses weibliches Tier.

Lev 4:33 Er lege seine Hand auf den Kopf des Sündopfers und schlachte es als Sündopfer da, wo man das Brandopfer schlachtet.

Lev 4:34 Der Priester aber nehme etwas von dem Blut des Sündopfers mit dem Finger und streiche es an die Hörner des Brandopferaltares; all sein übriges Blut schütte er an den Sockel des Altares.

Lev 4:35 Dann entferne er sein ganzes Fett, wie das Fett des Lammes beim Friedopfer entfernt wird; der Priester lasse es auf dem Altar über den Feueropfern des Herrn in Rauch aufgehen. So schafft er ihm Sühne für die begangene Sünde, und es wird ihm Verzeihung zuteil.

 

Leviticus Kapitel 5

 

Lev 5:1 Wenn jemand sündigt dadurch, daß er eine laute Verfluchung hört und Zeuge sein könnte, da er Augenzeuge war oder es sonst in Erfahrung gebracht hat, macht aber keine Anzeige, so daß er schuldig wird -,

Lev 5:2 oder jemand berührt etwas Unreines, sei es das Aas eines unreinen wilden Tieres oder das eines unreinen Haustieres oder eines unreinen Kriechtieres, und es entgeht ihm zunächst, so daß er unrein und schuldig wird,

Lev 5:3 oder jemand kommt mit der Unreinheit eines Menschen in Berührung, mit irgendeiner Unreinheit, durch die man unrein werden kann, ohne es zu wissen, wird es dann aber inne, so daß er in Schuld gerät,

Lev 5:4 oder jemand schwört in unbedachter Rede, etwas Böses oder Gutes zu tun, wie man eben unbesonnen schwören kann, ohne daran zu denken, bemerkt es aber danach, so daß er sich mit derartigem schuldig macht,

Lev 5:5 wenn also jemand durch etwas Derartiges in Schuld gerät, soll er bekennen, wessen er sich schuldig gemacht,

Lev 5:6 und er bringe als Buße für die begangene Verfehlung dem Herrn ein weibliches Tier vom Kleinvieh, ein Lamm oder eine Ziege, als Sündopfer dar; der Priester soll ihm Sühne verschaffen wegen seines Vergehens.

Lev 5:7 Wenn aber jemand den Preis für ein Schaf nicht aufbringt, so bringe er dem Herrn als Buße für seine Verfehlung zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben dar, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer.

Lev 5:8 Er soll sie zum Priester tragen; dieser bringe die zum Sündopfer bestimmte Taube zuerst dar und knicke ihr dicht vor dem Genick den Kopf ab, ohne ihn abzutrennen.

Lev 5:9 Dann sprenge er von dem Blut des Sündopfers an die Wand des Altares; der Rest des Blutes aber werde an den Sockel des Altares ausgepreßt, denn es ist ein Sündopfer.

Lev 5:10 Die andere Taube aber verwende er vorschriftsmäßig als Brandopfer. So soll der Priester für ihn Sühne schaffen wegen des Vergehens, dessen er sich schuldig gemacht hat, und es wird ihm Verzeihung zuteil.

Lev 5:11 Wenn er aber zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nicht aufbringt, so bringe er als Opfergabe für sein Vergehen ein Zehntel Epha Mehl als Sündopfer dar; er gieße kein Öl darauf und tue keinen Weihrauch dazu - denn es ist ein Sündopfer.

Lev 5:12 Er bringe es zum Priester; dieser hebe eine reichliche Handvoll davon ab als dessen duftenden Teil und lasse es auf dem Altar über den Feueropfern des Herrn in Rauch aufgehen - denn es ist ein Sündopfer.

Lev 5:13 So schafft der Priester für ihn Sühne wegen des Vergehens, dessen er sich bei irgendeinem Anlaß schuldig gemacht hat, und es wird ihm Verzeihung zuteil. Der Rest soll wie beim Speiseopfer dem Priester gehören."

Lev 5:14 Der Herr redete zu Moses:

Lev 5:15 "Wenn jemand etwas veruntreut und sich versehentlich an den Abgaben für den Herrn versündigt, dann bringe er dem Herrn als Buße einen fehlerlosen Widder von seinem Kleinvieh, der nach deiner Schätzung zwei Silbersekel heiligen Gewichtes wert ist, als Schuldopfer dar.

Lev 5:16 Was er dem Heiligtum entzogen hat, soll er zurückerstatten, noch ein Fünftel davon hinzulegen und es dem Priester geben. Der Priester schaffe Sühne für ihn mit dem Widder des Schuldopfers, und es wird ihm Verzeihung zuteil.

Lev 5:17 Vergeht sich jemand, übertritt er unbewußt eines der Gebote des Herrn in Dingen, die nicht getan werden dürfen, und gerät er so in Schuld und lädt Sünde auf sich,

Lev 5:18 dann bringe er als Schuldopfer einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach deiner Schätzung zum Priester. Dieser soll ihm Sühne schaffen wegen des Verstoßes, den er unbewußt begangen hat; es wird ihm Verzeihung zuteil.

Lev 5:19 Ein Schuldopfer ist es, hat er sich doch gegen den Herrn verfehlt."

Lev 5:20 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 5:21 "Wenn jemand sich vergeht und sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig macht, indem er gegenüber seinem Nächsten etwas Anvertrautes, Hinterlegtes oder Geraubtes ableugnet oder seinen Nächsten erpreßt

Lev 5:22 oder bestreitet, daß er etwas Verlorenes gefunden, oder einen Meineid geschworen hat wegen irgendeiner Handlung, deretwegen sich ein Mann vergehen kann,

Lev 5:23 wer so gesündigt hat und schuldig ist, gebe das Geraubte zurück, das er an sich genommen, das Erpreßte, das er erzwungen, das Verwahrte, das man ihm anvertraut, das Verlorene, das er gefunden,

Lev 5:24 oder alles, worum er den Meineid geschworen hat. Er muß es nach seinem vollen Wert ersetzen und noch ein Fünftel dazulegen; er soll es am Tage seines Schuldopfers dem Eigentümer erstatten.

Lev 5:25 Als seine Buße für den Herrn bringe er zum Priester einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach deiner Schätzung als Schuldopfer.

Lev 5:26 Der Priester soll für ihn Sühne schaffen vor dem Herrn, und es wird ihm jeweils die betreffende Untat vergeben, durch die er sich verschuldet hat."

 

Leviticus Kapitel 6

 

Lev 6:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 6:2 "Weise Aaron und seine Söhne an: Dies ist das Gesetz des Brandopfers: das Brandopfer bleibt auf der Brandstätte, dem Altar, die ganze Nacht bis zum Morgen; das Altarfeuer soll damit brennend erhalten werden.

Lev 6:3 Der Priester ziehe sein linnenes Gewand an und bedecke sich mit den linnenen Beinkleidern, nehme die Asche weg, in die die Flamme das Brandopfer auf dem Altar verwandelt hat, und schütte sie neben den Altar.

Lev 6:4 Dann ziehe er seine Kleider aus, lege andere Kleider an und bringe die Asche zum Lager hinaus an einen reinen Ort.

Lev 6:5 Das Feuer auf dem Altar soll damit brennend erhalten werden es darf nicht erlöschen. Der Priester setze auf ihm an jedem Morgen Holzscheite in Brand, schichte darüber das Brandopfer und lasse darauf die Fettstücke der Friedopfer in Rauch aufgehen.

Lev 6:6 Immerwährend brenne auf dem Altar Feuer und erlösche nie.

Lev 6:7 Dies aber ist die Weisung für das Speiseopfer: Aarons Söhne sollen es vor den Herrn an den Altar bringen.

Lev 6:8 Dann soll einer eine Handvoll davon abheben, und zwar Mehl und Öl des Speiseopfers, dazu den gesamten Weihrauch, der auf dem Speiseopfer liegt, und soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen als lieblichen Wohlgeruch, als duftenden Teil für den Herrn.

Lev 6:9 Das davon Übriggebliebene sollen Aaron und seine Söhne essen; ungesäuert werde es verzehrt an heiliger Stätte, im Vorhof des Offenbarungszeltes.

Lev 6:10 Es darf nicht mit Sauerteig gebacken werden. Als ihren Anteil bestimme ich es von meinen Feueropfern; etwas Hochheiliges ist es wie das Sünd- und Schuldopfer.

Lev 6:11 Alle männlichen Nachkommen Aarons dürfen davon essen. Das ist für alle eure Geschlechter ein immerwährender Rechtsanspruch auf die Feueropfer des Herrn; jeder, der diese berührt, verfällt dem Heiligtum."

Lev 6:12 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 6:13 "Dies ist die Opfergabe Aarons und seiner Söhne, die sie am Tag ihrer Salbung darzubringen haben: ein Zehntel Epha Mehl als immerwährendes Speiseopfer, die eine Hälfte davon am Morgen, die andere am Abend.

Lev 6:14 Auf der Röstplatte soll es mit Öl zubereitet werden; eingerührt und dann zerbröckelt sollst du es als Speiseopfer darbringen zum lieblichen Wohlgeruch für den Herrn.

Lev 6:15 Der Priester, der aus seinen Söhnen an seiner Stelle gesalbt wird, richte es her; dies ist ein immerwährender Anspruch für den Herrn: als Ganzopfer werde es verbrannt!

Lev 6:16 Alle priesterlichen Speiseopfer sollen Ganzopfer sein; sie sollen nicht gegessen werden."

Lev 6:17 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 6:18 "Sprich zu Aaron und seinen Söhnen: Dies ist das Gesetz des Sündopfers. Da, wo das Brandopfer geschlachtet wird, soll auch das Sündopfer vor dem Herrn geschlachtet werden; etwas Hochheiliges ist es.

Lev 6:19 Der Priester, der es darbringt, soll es verzehren; an heiliger Stätte, im Vorhof des Offenbarungszeltes, muß es gegessen werden.

Lev 6:20 Jeder, der sein Fleisch berührt, verfällt dem Heiligtum. Und wenn von dessen Blut etwas an das Kleid spritzt, so mußt du das Bespritzte an heiliger Stätte waschen.

Lev 6:21 Ein irdenes Gefäß, worin es gekocht wurde, muß zerbrochen werden; wurde es aber in einem kupfernen Gefäß gekocht, so muß dieses gescheuert und mit Wasser ausgespült werden.

Lev 6:22 Jede männliche Person der Priesterschaft darf es essen; etwas Hochheiliges ist es.

Lev 6:23 Alle Sündopfer aber, von denen Teile des Blutes ins Offenbarungszelt gebracht wurden, um im Heiligtum die Sühnehandlung zu vollziehen, dürfen nicht gegessen werden, sondern sind im Feuer zu verbrennen.

 

Leviticus Kapitel 7

 

Lev 7:1 Dies ist das Gesetz des Schuldopfers - etwas Hochheiliges ist es.

Lev 7:2 Da, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten; sein Blut sprenge man an den Altar ringsum.

Lev 7:3 Sein gesamtes Fett aber bringe man dar, nämlich den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt,

Lev 7:4 die beiden Nieren samt dem Fett an ihnen bis zu den Lenden sowie den Leberlappen; oberhalb der Nieren trenne man ihn ab.

Lev 7:5 Der Priester lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als ein Feueropfer für den Herrn; es ist ein Schuldopfer.

Lev 7:6 Jede männliche Person der Priesterschaft darf es essen; an heiliger Stätte werde es gegessen; etwas Hochheiliges ist es.

Lev 7:7 Was vom Sündopfer gilt, gilt auch vom Schuldopfer; es ist ein und dasselbe Gesetz, das für beide gilt: dem Priester, der damit die Sühnehandlung vollzieht, soll es gehören.

Lev 7:8 Dem Priester, der das Brandopfer für jemand darbringt, soll die Haut dieses Brandopfers, das er dargebracht hat, gehören.

Lev 7:9 Ebenso sollen alle im Ofen gebackenen Speiseopfer und alle, die auf der Pfanne oder der Röstplatte gebacken werden, dem Priester gehören, der sie darbringt.

Lev 7:10 Jedes Speiseopfer aber, das mit Öl angerührt oder trocken ist, soll allen Söhnen Aarons gehören, dem einen wie dem anderen.

Lev 7:11 Für das Friedopfer, das man dem Herrn darbringt, gilt folgende Weisung:

Lev 7:12 Bringt es einer zum Danke dar, so bringe er zum Dankopfer hinzu noch ungesäuerte, mit Öl eingerührte Ringbrote, ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und mit Öl gemengtes Mehl für eingerührte Kuchen.

Lev 7:13 Neben gesäuerten Ringbroten bringe er seine Gabe als Dankfriedopfer dar.

Lev 7:14 Davon opfere er je ein Stück von jeder Gabe dem Herrn als Hebe; dem Priester, der das Blut des Friedopfers ausgesprengt hat, soll es gehören.

Lev 7:15 Das Fleisch des Dankfriedopfers aber muß an demselben Tage gegessen werden, an dem es dargebracht wird; man lasse nichts davon bis zum Morgen übrig.

Lev 7:16 Ist aber seine Opfergabe gelobt oder freiwillig, so soll sie am Tage ihrer Darbringung gegessen werden; was davon übrigbleibt, darf noch am folgenden Tage gegessen werden.

Lev 7:17 Doch was vom Opferfleisch am dritten Tag noch übrigbleibt, werde im Feuer verbrannt.

Lev 7:18 Wenn aber vom Friedopferfleisch noch am dritten Tage etwas gegessen werden sollte, wird der Darbringende kein Wohlgefallen erlangen; es würde ihm dies nicht angerechnet werden. Als verdorbenes Fleisch soll es gelten; wer davon ißt, lädt Schuld auf sich.

Lev 7:19 Auch Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen, sondern muß im Feuer verbrannt werden. Jeder, der rein ist, darf Fleisch essen.

Lev 7:20 Wer aber Fleisch von den Friedopfern des Herrn im Zustand der Unreinheit ißt, soll aus seinen Volksgenossen ausgetilgt werden.

Lev 7:21 Wer aber mit etwas Unreinem, sei es mit der Unreinheit eines Menschen oder einem unreinen Vieh oder mit irgendeinem unreinen Kriechtier, in Berührung kommt und so vom Friedopferfleisch genießt, das dem Herrn gehört, werde aus seinen Volksgenossen ausgetilgt."

Lev 7:22 Der Herr redete zu Moses:

Lev 7:23 "Sprich zu den Söhnen Israels: Keinerlei Fett von Rindern, Schafen und Ziegen dürft ihr essen!

Lev 7:24 Das Fett von verendeten und zerrissenen Tieren darf zu jedem Zweck Verwendung finden, nur essen dürft ihr es nicht.

Lev 7:25 Jeder, der das Fett von Tieren ißt, von denen man dem Herrn ein Feueropfer darbringen kann, ist hinwegzutilgen aus seinen Volksgenossen.

Lev 7:26 In all euren Wohnstätten dürft ihr keinerlei Blut genießen, weder von Vögeln noch von Vierfüßlern.

Lev 7:27 Wer nur immer etwas Blut genießt, der soll aus seinen Volksgenossen ausgetilgt werden."

Lev 7:28 Der Herr redete zu Moses:

Lev 7:29 "Sprich zu den Söhnen Israels: Wer dem Herrn sein Friedopfer darbringt, der bringe seine Gabe für den Herrn von seinem Friedopfer herbei.

Lev 7:30 Eigenhändig bringe er die Stücke, die dem Herrn als Feueropfer gehören, das Fett nebst der Brust; die Brust, damit sie als Weihegabe vor dem Herrn hin- und hergeschwungen werde.

Lev 7:31 Der Priester soll das Fett auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, die Brust aber gehöre Aaron und seinen Söhnen.

Lev 7:32 Auch die rechte Keule sollt ihr dem Priester als Hebe von euren Friedopfern geben.

Lev 7:33 Wer von den Söhnen Aarons das Blut und das Fett der Friedopfer darbringt, erhalte die rechte Keule als Anteil.

Lev 7:34 Denn die Weihebrust und die Hebekeule nehme ich von den Söhnen Israels, von ihren Friedopfern, und gebe sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen als immerwährende Auflage, die von den Israeliten zu entrichten ist."

Lev 7:35 Dies ist der Anteil Aarons und seiner Söhne an den Feueropfern des Herrn am Tag, da er sie hinzutreten ließ, um dem Herrn Priesterdienste zu tun.

Lev 7:36 Ihn hat der Herr für sie am Tag ihrer Salbung als eine Gabe seitens der Israeliten anbefohlen, als immerwährende Auflage von Geschlecht zu Geschlecht.

Lev 7:37 Dies ist das Gesetz für das Brand-, Speise-, Sünd-, Schuld-, Einweihungs- und Friedopfer,

Lev 7:38 das der Herr dem Moses auf dem Berge Sinai aufgetragen hat, als er den Israeliten befahl, dem Herrn ihre Opfer darzubringen in der Wüste am Sinai.

 

Leviticus Kapitel 8

 

Lev 8:1 Der Herr redete zu Moses:

Lev 8:2 "Nimm O Aaron mit seinen Söhnen sowie die Gewänder, das Salböl, den Sündopferstier, die beiden Widder und den Korb mit dem Ungesäuerten!

Lev 8:3 Versammle die ganze Gemeinde vor dem Eingang des Offenbarungszeltes!"

Lev 8:4 Moses tat, wie ihm der Herr befohlen hatte, und die Gemeinde versammelte sich vor dem Eingang des Offenbarungszeltes.

Lev 8:5 Da sprach Moses zur Gemeinde: "Das ist es, was der Herr zu tun befohlen hat!"

Lev 8:6 Moses ließ Aaron mit seinen Söhnen herantreten und wusch sie mit Wasser.

Lev 8:7 Dann legte er ihm den Leibrock an, umgürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete ihn mit dem Obergewand, legte ihm das Ephod an, gürtete ihn mit dem Band des Ephod und machte es damit ihm eng anliegend.

Lev 8:8 Er befestigte das Brustschild darauf und legte die Urim und Tummim in das Brustschild.

Lev 8:9 Auf das Haupt setzte er ihm den Turban und befestigte am Turban auf der Vorderseite das goldene Stirnblatt, das heilige Diadem, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 8:10 Dann nahm Moses das Salböl, salbte die Wohnstätte und alles, was sich in ihr befand, und weihte sie so.

Lev 8:11 Er sprengte davon siebenmal auf den Altar und salbte den Altar samt allen seinen Geräten sowie das Becken mit seinem Gestell und weihte sie so.

Lev 8:12 Dann goß er einen Teil des Salböls auf Aarons Haupt und salbte ihn zur Weihe.

Lev 8:13 Dann ließ Moses die Söhne Aarons herantreten, bekleidete sie mit Leibröcken, umgürtete sie mit einem Gürtel und band ihnen gewundene Kopftrachten um, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 8:14 Darauf brachte er den Sündopferstier herbei; Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Tieres.

Lev 8:15 Moses schlachtete ihn, nahm das Blut und strich es mit dem Finger ringsum an die Hörner des Altares und entsündigte ihn so. Das übrige Blut goß er an den Sockel des Altares. So weihte er ihn, indem er Sühnehandlungen an ihm vollzog.

Lev 8:16 Er nahm das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckte, den Leberlappen und die beiden Nieren nebst deren Fett und ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen.

Lev 8:17 Den Stier aber samt seiner Haut, seinem Fleisch und seinem Mageninhalt verbrannte er außerhalb des Lagers im Feuer, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 8:18 Dann ließ er den Brandopferwidder heranbringen. Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders.

Lev 8:19 Moses schlachtete ihn und sprengte das Blut an den Altar ringsum.

Lev 8:20 Den Widder aber zerlegte er in seine Teile. Moses ließ den Kopf, die Einzelstücke und das Fett in Rauch aufgehen.

Lev 8:21 Die Eingeweide aber und die Unterschenkel wusch er mit Wasser; dann ließ er den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen als Brandopfer lieblichen Wohlgeruchs, als ein Feueropfer für den Herrn, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 8:22 Darauf ließ er den zweiten Widder, der als Weihewidder diente, heranbringen; Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders.

Lev 8:23 Moses schlachtete ihn, nahm von seinem Blut und strich es an Aarons rechtes Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes.

Lev 8:24 Dann ließ er die Söhne Aarons herantreten. Moses strich von dem Blut an ihr rechtes Ohrläppchen, an den Daumen ihrer rechten Hand und an die große Zehe ihres rechten Fußes; das übrige Blut aber sprengte er ringsum an den Altar.

Lev 8:25 Daraufhin nahm er das Fett, den Fettschwanz und alles Fett, das an den Eingeweiden ist, den Leberlappen und die beiden Nieren samt ihrem Fett und die rechte Keule.

Lev 8:26 Dem Korb mit dem Ungesäuerten, der vor dem Herrn stand, entnahm er ein ungesäuertes Ringbrot, ein mit Öl angerührtes Ringbrot und einen Fladen und legte sie zu den Fettstücken und der rechten Keule.

Lev 8:27 Sodann gab er das alles dem Aaron und seinen Söhnen in die Hände und ließ es als Weiheopfer vor dem Herrn hin- und herschwingen.

Lev 8:28 Danach nahm Moses es wieder aus ihren Händen und ließ es auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen; ein Einweihungsopfer war es zu lieblichem Wohlgeruch als Feueropfer für den Herrn.

Lev 8:29 Dann nahm Moses die Brust und ließ sie als Weiheopfer hin- und herschwingen vor dem Herrn; sie fiel Moses von dem Einweihungswidder als Anteil zu, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 8:30 Moses nahm von dem Salböl und Blut auf dem Altar und sprengte es auf Aaron und seine Gewänder, auf seine Söhne und ihre Gewänder; so weihte er Aaron und seine Gewänder, zugleich seine Söhne und deren Gewänder.

Lev 8:31 Moses sprach zu Aaron und seinen Söhnen: "Kocht das Fleisch am Eingang des Offenbarungszeltes, verzehrt es dort und ebenso das Brot, das sich in dem Korb des Einweihungsopfers befindet; denn mir wurde befohlen: Aaron und seine Söhne sollen es essen.

Lev 8:32 Was vom Fleisch und vom Brot übrigbleibt, sollt ihr verbrennen.

Lev 8:33 Sieben Tage lang dürft ihr euch vom Eingang des Offenbarungszeltes nicht entfernen, bis zum Tage, da eure Weihezeit vorbei ist; denn sieben Tage lang soll man euch ins Priesteramt einsetzen.

Lev 8:34 So wie es heute geschah, befiehlt der Herr auch weiterhin zu tun, um euch Sühne zu erwirken.

Lev 8:35 Vor dem Eingang des Offenbarungszeltes müßt ihr Tag und Nacht bleiben und die Anordnungen des Herrn beobachten, sonst müßtet ihr sterben; denn so ward mir befohlen!"

Lev 8:36 Aaron und seine Söhne befolgten all das, was der Herr durch Moses befohlen hatte.

 

Leviticus Kapitel 9

 

Lev 9:1 Am achten Tage berief Moses Aaron und seine Söhne und die Ältesten Israels.

Lev 9:2 Er sprach zu Aaron: "Hole dir ein junges Kalb zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor dem Herrn dar!

Lev 9:3 Zu den Israeliten aber rede so: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer sowie ein Kalb und ein Lamm zum Brandopfer, beide einjährig und fehlerlos.

Lev 9:4 Ferner nehmt ein Rind und einen Widder zum Friedopfer, um sie vor dem Herrn zu schlachten, dazu ein mit Öl angerührtes Speiseopfer; denn heute erscheint vor euch der Herr."

Lev 9:5 Da holten sie, was Moses verlangte, vor das Offenbarungszelt; auch kam die ganze Gemeinde herbei und nahm vor dem Herrn Aufstellung.

Lev 9:6 Nun sprach Moses: "Das ist es, was der Herr euch zu tun befohlen hat, damit euch die Herrlichkeit des Herrn erscheine!"

Lev 9:7 Zu Aaron aber sagte Moses: "Tritt an den Altar, richte dein Sündopfer und dein Brandopfer zu und schaffe Sühne für dich und das Volk! Danach besorge die Opfergabe des Volkes und entsühne es, wie der Herr befohlen hat!"

Lev 9:8 Nun trat Aaron an den Altar und schlachtete das Kalb als Sündopfer für sich selbst.

Lev 9:9 Seine Söhne aber reichten ihm das Blut. Er tauchte seinen Finger in das Blut und strich davon an die Hörner des Altars, das übrige Blut goß er an den Sockel des Altares.

Lev 9:10 Das Fett, die Nieren und den Leberlappen vom Sündopfer ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 9:11 Das Fleisch aber und die Haut verbrannte er außerhalb des Lagers im Feuer.

Lev 9:12 Dann schlachtete er das Brandopfer, die Söhne Aarons überreichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar.

Lev 9:13 Das Brandopfer reichten sie ihm, in Stücke zerlegt, samt dem Kopf, und er ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen.

Lev 9:14 Danach wusch er die Eingeweide und Unterschenkel und ließ sie auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen.

Lev 9:15 Nunmehr brachte er die Opfergaben für das Volk dar: Er nahm den Bock, der als Sündopfer für das Volk bestimmt war, schlachtete ihn und brachte ihn als Sündopfer wie zuvor dar.

Lev 9:16 Dann brachte er das Brandopfer dar und verfuhr dabei nach Vorschrift.

Lev 9:17 Hierauf brachte er das Speiseopfer dar; er nahm eine Handvoll davon und ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen außer dem Morgenbrandopfer.

Lev 9:18 Er schlachtete das Rind und den Widder als Friedopfer für das Volk; die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar.

Lev 9:19 Die Fettstücke aber von dem Rind und dem Widder, den Fettschwanz, das Fettnetz der Eingeweide, die Nieren und den Leberlappen

Lev 9:20 legten sie auf die Bruststücke, und er ließ die Fettstücke auf dem Altar in Rauch aufgehen.

Lev 9:21 Die Bruststücke aber und die rechte Keule ließ Aaron zur Weihe vor dem Herrn hin und herschwingen, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

Lev 9:22 Aaron erhob seine Hände zum Volke hin und segnete es; nachdem er das Sündopfer, das Brand und das Friedopfer vollbracht hatte, stieg er hinab.

Lev 9:23 Moses und Aaron gingen in das Offenbarungszelt hinein, traten wieder heraus und segneten das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn dem ganzen Volk.

Lev 9:24 Feuer ging vom Herrn aus und verzehrte das Brandopfer und die Fettstücke auf dem Altar. Als das Volk dies sah, jubelte es, und alle fielen auf ihr Angesicht nieder.

 

Leviticus Kapitel 10

 

Lev 10:1 Die Aaronssöhne Nadab und Abihu aber nahmen ihre Feuerbecken, taten Feuer hinein, legten Räucherwerk darauf und brachten so vor dem Herrn ein ungehöriges Feueropfer dar, das er ihnen nicht geboten hatte.

Lev 10:2 Da ging Feuer vom Herrn aus und verzehrte sie; so starben sie vor dem Herrn.

Lev 10:3 Moses sprach zu Aaron: "Hier erfüllt sich das, was der Herr angekündigt hat: An denen, die mir nahestehen, erweise ich mich als heilig, und vor allem Volke verherrliche ich mich." Aaron aber schwieg.

Lev 10:4 Da rief Moses den Mischael und Elzaphan, Ussiels Söhne, der ein Oheim von Aaron war. Er sprach zu ihnen: "Tretet herzu und tragt eure Verwandten vom Heiligtum weg außerhalb des Lagers!"

Lev 10:5 Da traten sie herzu und trugen sie in ihren Leibröcken hinaus vor das Lager, wie Moses gesagt hatte.

Lev 10:6 Moses sprach zu Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Itamar: "Laßt euer Haupthaar nicht frei herunterhängen und eure Kleider zerreißt nicht; sonst müßt ihr sterben. Der Herr würde dann der ganzen Gemeinde zürnen. Eure Brüder aber, das ganze Haus Israel, mögen den Brand beweinen, den der Herr entfacht hat.

Lev 10:7 Auch vom Eingang des Offenbarungszeltes dürft ihr nicht weggehen, damit ihr nicht sterbt, denn das Salböl des Herrn ist auf euch!" Sie aber taten nach Moses' Geheiß.

Lev 10:8 Der Herr sprach zu Aaron:

Lev 10:9 "Wein und Rauschtrank dürft ihr, du und deine Söhne, nicht trinken, wenn ihr in das Offenbarungszelt geht, sonst müßt ihr sterben; dies gelte als Gesetz für ewig in all euren Geschlechtern.

Lev 10:10 Ihr müßt unterscheiden zwischen dem Heiligen und dem Alltäglichen, dem Unreinen und dem Reinen,

Lev 10:11 damit ihr die Söhne Israels unterweisen könnt in allen Satzungen, die der Herr ihnen durch Moses verkündet hat!"

Lev 10:12 Moses sprach zu Aaron, zu Eleasar und Itamar, die ihm von seinen Söhnen noch übriggeblieben waren: "Holt das Speiseopfer, das von den Feueropfern des Herrn noch übrig ist, und eßt es ungesäuert neben dem Altar; denn etwas Hochheiliges ist es.

Lev 10:13 Darum eßt es an heiliger Stätte; denn es ist dein Pflichtanteil und der deiner Söhne von den Feueropfern des Herrn; so wurde mir geboten.

Lev 10:14 Die Weihebrust aber und die Hebekeule sollst du mit deinen Söhnen und Töchtern an reiner Stätte essen; denn sie sind gespendet als Pflichtanteil von den Friedopfern der Israeliten an dich und deine Söhne.

Lev 10:15 Die Hebekeule und die Weihebrust soll man mit den zu Feueropfern bestimmten Fettstücken bringen, um sie als heilige Weihegabe vor dem Herrn hin- und herzuschwingen; dann fallen sie dir und deinen Kindern als immerwährender Anteil zu, wie der Herr befohlen."

Lev 10:16 Als Moses sich eifrig nach dem Sündopferbock erkundigte, siehe, da war dieser schon verbrannt worden. Er zürnte deshalb Eleasar und Itamar, den Aaronssöhnen, die ihm noch geblieben waren, und fragte:

Lev 10:17 "Warum habt ihr denn das Sündopfer nicht an heiliger Stätte gegessen? Es ist doch etwas Hochheiliges. Dieses hat er euch gegeben, um die Schuld der Gemeinde zu entfernen und Sühne zu erwirken vor dem Herrn.

Lev 10:18 Ist doch sein Blut nicht ins Heiligtum hineingebracht worden; darum mußtet ihr es essen an heiliger Stätte, wie ich befohlen habe."

Lev 10:19 Aaron antwortete Moses: "Bedenke, sie haben heute ihre Sünd- und ihre Brandopfer vor dem Herrn dargebracht, und doch mußte mir derartiges begegnen! Wenn ich nun heute Sündopferfleisch gegessen hätte, hätte das wohl dem Herrn gefallen?"

Lev 10:20 Moses hörte das und war zufrieden.

 

Leviticus Kapitel 11

 

Lev 11:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron und redete also zu ihnen:

Lev 11:2 "Verkündet den Israeliten: Dies sind die Tiere, die ihr von allen Vierfüßlern auf dem Lande essen dürft:

Lev 11:3 Alles, was unter den Vierfüßlern gespaltene Klauen hat, und zwar völlig durchgespaltene Klauen, und wiederkäut, das dürft ihr essen.

Lev 11:4 Von den Tieren aber, die wiederkäuen und gespaltene Klauen haben, dürft ihr das Kamel nicht essen; es ist zwar ein Wiederkäuer, hat jedoch keine (völlig) gespaltenen Klauen; unrein ist es daher für euch.

Lev 11:5 Außerdem den Klippdachs, der zwar ein Wiederkäuer ist, aber keine (völlig) gespaltenen Klauen hat; unrein ist er also für euch.

Lev 11:6 Den Hasen, denn er ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine (völlig) gespaltenen Klauen; unrein ist er daher für euch.

Lev 11:7 Das Schwein, denn es hat zwar gespaltene, ja sogar völlig durchgespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer, unrein ist es also für euch.

Lev 11:8 Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren; unrein sind sie für euch.

Lev 11:9 Von allem, was im Wasser lebt, dürft ihr dieses essen: alles, was im Wasser Flossen und Schuppen hat, in den Meeren und in den Bächen, das dürft ihr essen.

Lev 11:10 Doch alles von allem Gewimmel und allen Lebewesen des Wassers, was in Meeren und Flüssen keine Flossen und Schuppen hat, gelte euch als Greuel!

Lev 11:11 Ein Greuel seien sie für euch! Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen, und ihr Aas müßt ihr verabscheuen!

Lev 11:12 Alles, was im Wasser lebt und keine Flossen und Schuppen hat, sei für euch ein Greuel!

Lev 11:13 Folgende Vogelarten sollt ihr verabscheuen; man darf sie nicht essen, sie sind ein Greuel: den Adler, Lämmergeier, Schwarzgeier,

Lev 11:14 den roten Milan und die Weihe nach ihren Arten,

Lev 11:15 alle Rabenarten,

Lev 11:16 den Strauß, die Eule, die Möwe, den Falken nach seinen Arten,

Lev 11:17 das Käuzchen, die Fischeule und die Ohreule,

Lev 11:18 die Weiße Eule, die Dohle und den Aasgeier,

Lev 11:19 den Storch und den Reiher nach seinen verschiedenen Arten, den Wiedehopf und die Fledermaus.

Lev 11:20 Alle geflügelten Kleintiere, die auf allen vieren gehen, sollen euch ein Greuel sein!

Lev 11:21 Nur diejenigen von allen geflügelten, vierfüßigen Kleintieren dürft ihr essen, die oberhalb der Füße Schenkel haben, um damit auf der Erde zu hüpfen.

Lev 11:22 Von diesen dürft ihr folgende essen: die verschiedenen Arten der Wanderheuschrecke, der Solam-, Hargol- und Hagab-Heuschrecke.

Lev 11:23 Aber alle übrigen geflügelten Kleintiere, die vier Füße haben, seien euch ein Greuel!

Lev 11:24 An folgenden Tieren macht ihr euch unrein - jeder, der ihr Aas berührt, wird bis zum Abend unrein.

Lev 11:25 Wer etwas von ihrem Aas fortträgt, muß seine Kleider waschen und wird unrein bis zum Abend:

Lev 11:26 an jedem Tier, das gespaltene, aber nicht völlig durchgespaltene Klauen hat und nicht wiederkäut. Als unrein sollen sie euch gelten; jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein.

Lev 11:27 Auch alles, was auf Tatzen geht unter allen vierfüßigen Lebewesen, soll euch als unrein gelten; jeder, der ihr Aas berührt, wird bis zum Abend unrein.

Lev 11:28 Wer ihr Aas fortträgt, soll seine Kleider waschen und ist bis zum Abend unrein; als unrein sollen sie euch gelten.

Lev 11:29 Von dem kleinen Getier, das sich auf Erden regt, soll dies euch als unrein gelten: das Wiesel, die Springmaus, die verschiedenen Eidechsenarten,

Lev 11:30 der Gecko, die Koach- und Letaa-Eidechse, der Salamander und das Chamäleon.

Lev 11:31 Diese sollen euch als unrein gelten unter allem Kleingetier; jeder, der sie berührt, wenn sie tot sind, ist unrein bis zum Abend.

Lev 11:32 Und alles, worauf eines von ihnen, wenn es tot ist, fällt, wird unrein; jedes Holzgefäß, jedes Gewand, Leder oder Tuch, alle Geräte, die dem Gebrauch dienen; sie sollen ins Wasser getaucht werden, bleiben unrein bis zum Abend und werden dann wieder rein.

Lev 11:33 Ist es aber ein irdenes Gefäß, in das eins von jenen Tieren hineinfällt, so wird alles, was darin ist, unrein, und ihr müßt das Gefäß zerbrechen.

Lev 11:34 In jedem solchen Gefäß wird jede mit Wasser zubereitete Speise, die man essen möchte, unrein, und jedes Getränk, das man trinken möchte, wird unrein.

Lev 11:35 Und alles, worauf ein solches Aas fällt, wird unrein; ein Backofen und ein Kochherd muß zerschlagen werden; unrein sind sie, und als unrein sollen sie euch gelten!

Lev 11:36 Nur Quellen und Zisternen, also Wasseransammlungen, bleiben rein; wer aber ein Aas darin berührt, wird unrein.

Lev 11:37 Wenn aber eine ihrer Leichen auf irgendeine Sämerei fällt, die ausgesät wird, so bleibt diese rein.

Lev 11:38 Wenn aber Wasser auf den Samen gebracht wurde, und es fällt dann irgendein Aas darauf, so ist er für euch unrein.

Lev 11:39 Wenn eines von den Tieren, die euch als Nahrung dienen, stirbt, so wird derjenige, der sein Aas berührt, bis zum Abend unrein.

Lev 11:40 Wer aber von seinem Aas genießt, wasche seine Kleider, und er bleibt unrein bis zum Abend; wer ein solches Aas fortträgt, muß seine Kleider waschen und bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 11:41 Alles Kleingetier, das auf der Erde sich regt, ist ein Greuel; es darf nicht gegessen werden.

Lev 11:42 Alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles; was auf vieren geht, bis zu allen Mehrfüßlern unter dem Kleingetier, das auf der Erde sich regt, dürft ihr nicht essen; denn sie sind ein Greuel.

Lev 11:43 Macht euch nicht selbst zum Greuel durch irgendeines von diesem Kleingetier, das sich regt, und verunreinigt euch nicht durch sie, so daß ihr dadurch unrein werdet.

Lev 11:44 Denn ich bin der Herr, euer Gott; zeigt euch als heilig und seid heilig, weil ich heilig bin! Verunreinigt euch nicht selbst an all dem Kleingetier, das auf Erden wimmelt.

Lev 11:45 Denn ich bin der Herr, der euch aus dem Lande Ägypten hinweggeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein; denn ich bin heilig!

Lev 11:46 Dies ist das Gesetz über die Vierfüßler, die Vögel und alle Lebewesen, von denen es im Wasser wimmelt, und all jene, die sich auf Erden regen,

Lev 11:47 damit man zwischen dem Unreinen und dem Reinen unterscheide und zwischen den eßbaren Tieren und denen, die nicht gegessen werden dürfen."

 

Leviticus Kapitel 12

 

Lev 12:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 12:2 "Rede zu den Israeliten, wie folgt: Wenn eine Frau empfängt und einen Knaben gebiert, so ist sie sieben Tage unrein, genau wie in der Zeit ihrer Unreinheit infolge ihres Monatsflusses.

Lev 12:3 Am achten Tage aber ist des Knaben Vorhaut zu beschneiden.

Lev 12:4 Dreiunddreißig Tage lang muß sie im Reinigungsblut zu Hause bleiben; sie darf nichts Heiliges berühren und nicht ins Heiligtum kommen, bis die Zeit ihrer Reinigung zu Ende ist.

Lev 12:5 Gebiert sie aber ein Mädchen, dann bleibt sie zwei Wochen unrein wie bei ihrer monatlichen Unreinheit und muß sechsundsechzig Tage in ihrem Reinigungsblut bleiben.

Lev 12:6 Wenn aber die Zeit ihrer Reinigung vorüber ist - mag es sich um einen Sohn oder eine Tochter handeln -, soll sie ein einjähriges Lamm zum Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube zum Sündopfer an den Eingang des Offenbarungszeltes zum Priester bringen.

Lev 12:7 Dieser bringe es vor dem Herrn dar und schaffe ihr Sühne, und so wird sie von ihrem Blutfluß rein. Das ist das Gesetz für die Wöchnerin, sei es bei einem Knaben oder bei einem Mädchen.

Lev 12:8 Wenn sie aber zur Beschaffung eines Lammes zu arm ist, so nehme sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, die eine zum Brandopfer, die andere zum Sündopfer; der Priester schaffe Sühne für sie, so wird sie rein."

 

Leviticus Kapitel 13

 

Lev 13:1 Dann sprach der Herr zu Moses und Aaron:

Lev 13:2 "Wenn sich bei jemand auf der Haut ein Ausschlag oder ein Grind oder ein heller Fleck zeigt und sich eine aussätzige Stelle bildet, so soll er zum Priester Aaron oder zu einem von seinen Söhnen, den Priestern, gebracht werden.

Lev 13:3 Besichtigt nun der Priester die betroffene Stelle auf der Haut, und das Haar darauf ist weiß geworden, und die Stelle erscheint tiefer liegend als die Haut, so ist es ein Aussatzherd; sobald der Priester das sieht, muß er ihn für unrein erklären.

Lev 13:4 Ist jedoch auf seiner Haut ein weißer Fleck, der nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, und ist das Haar nicht weiß geworden, dann sondere der Priester den davon Betroffenen sieben Tage lang ab.

Lev 13:5 Sieht er ihn dann am siebten Tage und findet, daß die betroffene Stelle in ihrem Aussehen dieselbe geblieben ist und sich nicht auf der Haut ausgebreitet hat, so sondere er ihn abermals sieben Tage ab.

Lev 13:6 Besichtigt der Priester ihn am siebten Tage wiederum und findet, daß das Mal blasser geworden ist und sich auf der Haut nicht ausgebreitet hat, so erkläre ihn der Priester für rein; es war nur ein Ausschlag; er soll seine Kleider waschen und ist dann rein.

Lev 13:7 Wenn aber der Ausschlag auf der Haut sich immer weiter ausbreitet, nachdem er sich dem Priester zu seiner Reinigung vorgestellt hat, und er sich dem Priester wiederum zeigt,

Lev 13:8 und der Priester findet bei der Besichtigung, daß der Ausschlag sich auf der Haut ausgebreitet hat, dann soll der Priester ihn für unrein erklären: es ist ein Aussatz.

Lev 13:9 Wenn sich eine aussätzige Stelle an jemand zeigt, so werde er zum Priester gebracht.

Lev 13:10 Besieht ihn der Priester und bemerkt, daß sich ein weißer Ausschlag auf der Haut befindet und das Haar darauf weiß geworden ist und wildes Fleisch darin wuchert,

Lev 13:11 so ist es schon veralteter Aussatz; der Priester erkläre ihn für unrein, sondere ihn aber nicht ab, denn er ist bereits unrein.

Lev 13:12 Wenn aber der Aussatz auf der Haut so ausbricht, daß er die ganze Haut des Befallenen von seinem Kopf bis zu den Füßen bedeckt, wohin immer des Priesters Augen schauen,

Lev 13:13 und der Priester bei der Besichtigung findet, daß der Aussatz den ganzen Leib bedeckt, so erkläre er den Befallenen für rein: er ist vollständig weiß geworden, also ist er rein.

Lev 13:14 Sobald sich aber wildes Fleisch an ihm zeigt, ist er unrein.

Lev 13:15 Sobald der Priester wildes Fleisch erblickt, erkläre er ihn für unrein; denn wildes Fleisch ist unrein, es ist Aussatz.

Lev 13:16 Wenn jedoch das wilde Fleisch wieder zurückgeht, und er wird weiß, so soll er zum Priester gehen.

Lev 13:17 Wenn dann der Priester ihn sieht und findet, daß die befallene Stelle weiß geworden ist, so erkläre der Priester den Betroffenen für rein: er ist rein.

Lev 13:18 Wenn sich bei jemand an der Haut ein Geschwür bildet und wieder heilt,

Lev 13:19 dann aber an der Stelle des Geschwüres ein weißer Ausschlag entsteht oder ein weißlich-roter Fleck, so zeige er sich dem Priester.

Lev 13:20 Wenn dann der Priester bei der Besichtigung findet, daß der Fleck niedriger erscheint als die Haut und das Haar darauf weiß geworden ist, so erkläre ihn der Priester für unrein; es ist ein Befall von Aussatz, der in dem Geschwür ausgebrochen ist.

Lev 13:21 Wenn aber der Priester die Stelle untersucht und findet, daß kein weißes Haar darauf ist und sie nicht tiefer liegt als die Haut und blasser wird, sondere der Priester ihn sieben Tage lang ab.

Lev 13:22 Wenn dann der Fleck sich auf der Haut weiter ausbreitet, erkläre er ihn für unrein; es ist Aussatz.

Lev 13:23 Blieb aber der Fleck auf derselben Stelle und hat sich nicht ausgebreitet, so ist es die Narbe des Geschwürs: der Priester erkläre ihn für rein.

Lev 13:24 Oder wenn sich bei jemand an der Haut eine Brandwunde befindet, und es erscheint das in der Brandwunde wachsende Fleisch als weißlich-roter oder weißer Fleck

Lev 13:25 und der Priester findet bei dessen Besichtigung, daß das Haar auf dem Fleck weiß geworden ist und er tiefer liegend erscheint als die Haut, dann ist es der Aussatz, der in der Brandwunde ausgebrochen ist. Der Priester erkläre ihn für unrein; es ist wirklich der Fall eines Aussatzes.

Lev 13:26 Wenn aber der Priester entdeckt, daß auf dem Fleck kein weißes Haar ist, er nicht tiefer liegt als die Haut und daß er blasser wird, so sondere er ihn sieben Tage ab.

Lev 13:27 Besichtigt ihn dann der Priester am siebten Tage, dann muß er ihn, falls der Fleck sich noch weiter auf der Haut ausbreitet, für unrein erklären, es ist der Fall eines Aussatzes.

Lev 13:28 Blieb aber der Fleck an derselben Stelle und hat er sich auf der Haut nicht ausgebreitet und ist blasser geworden, dann ist es der Ausschlag der Brandwunde; der Priester mag ihn für rein erklären, denn es ist die Brandwundennarbe.

Lev 13:29 Befindet sich bei einem Mann oder einer Frau am Kopf oder am Bart eine wunde Stelle,

Lev 13:30 besieht der Priester sie und findet, daß sie tiefer liegend erscheint als die Haut, und daß darauf rötliches und dünnes Haar ist, so erkläre der Priester den Betroffenen für unrein; es ist Krätze, der Aussatz des Kopfes oder Bartes.

Lev 13:31 Wenn der Priester dagegen bei Besichtigung der krätzigen Stelle findet, daß sie zwar nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, daß aber kein schwarzes Haar darauf ist, so soll er die Person mit der Krätze sieben Tage lang absondern.

Lev 13:32 Sieht nun der Priester die befallene Stelle am siebten Tage und findet, daß die Krätze sich nicht ausgebreitet hat, daß keine rötlichen Haare darauf gewachsen sind und daß die Krätze nicht tiefer liegend erscheint als die Haut,

Lev 13:33 dann soll der Betreffende sich scheren nur die krätzige Stelle darf er nicht scheren, und der Priester soll ihn sieben weitere Tage absondern.

Lev 13:34 Besichtigt der Priester die Krätze am siebten Tage und findet, daß diese sich auf der Haut nicht ausgebreitet hat und nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, dann erkläre der Priester die Person für rein; sie wasche ihre Kleider und ist dann rein.

Lev 13:35 Breitet sich aber die Krätze auf der Haut nach seiner Reinerklärung weiter aus,

Lev 13:36 und findet der Priester bei der Besichtigung, daß die Krätze sich auf der Haut weiter ausgebreitet hat, so suche der Priester nicht weiter nach rötlichen Haaren - denn er ist unrein.

Lev 13:37 Wenn aber die Krätze in ihrem Aussehen gleichgeblieben und schwarzes Haar darauf gewachsen ist, dann ist die Krätze geheilt. Er ist rein, und der Priester soll ihn für rein erklären!

Lev 13:38 Zeigen sich bei einem Mann oder bei einer Frau auf der Haut helle, weiße Flecken

Lev 13:39 und der Priester findet beim Besehen ihrer Haut nur verblaßte weiße Flecken, dann ist es ein gutartiger Hautausschlag - er sei rein.

Lev 13:40 Wird bei jemand das Haupt kahl, so ist er ein Kahlkopf, ein solcher bleibt rein.

Lev 13:41 Wird sein Kopf nur von vorne her kahl, so ist er ein Vorderkahlkopf; ein solcher bleibt rein.

Lev 13:42 Wenn sich aber an der Hinter- oder Vorderglatze eine weiß-rötliche Stelle zeigt, dann ist es Aussatz, der auf seiner hinteren oder vorderen Glatze ausbricht.

Lev 13:43 Besichtigt ihn der Priester und findet er einen weiß-rötlichen Grind auf seiner Hinter- oder Vorderglatze, der so aussieht wie Aussatz auf der Körperhaut,

Lev 13:44 dann ist er aussätzig und unrein; für unrein soll ihn der Priester erklären; denn auf seinem Kopf ist Aussatz.

Lev 13:45 Der Aussätzige, auf den der Befund zutrifft, soll seine Kleider zerreißen, sein Haupthaar ungepflegt wachsen lassen, sich den Bart verhüllen und rufen: Unrein! Unrein!

Lev 13:46 Solange der Befund auf ihn zutrifft, ist er unrein; er bleibt unrein und soll darum abgesondert wohnen; außerhalb des Lagers sei sein Aufenthalt.

Lev 13:47 Wenn weiterhin sich an einem Kleid eine aussätzige Stelle zeigt, sei es an einem wollenen oder linnenen

Lev 13:48 oder an einem gewebten oder gewirkten Stück von Linnen oder Wolle oder an Leder oder irgendeiner Lederware,

Lev 13:49 und wenn der Befall am Kleid, Leder, Gewebe, Gewirke oder an irgendeinem ledernen Gegenstand grün oder rötlich ist, so liegt Aussatz vor, und man muß es dem Priester zeigen.

Lev 13:50 Hat der Priester die betroffene Stelle besichtigt, so schließe er den betroffenen Gegenstand sieben Tage lang ein.

Lev 13:51 Besichtigt er dann am siebten Tage die befallene Stelle wiederum und findet, daß das Übel auf dem Kleid, dem Gewebe, dem Gewirke oder dem Leder - wozu auch immer Leder verarbeitet werden mag - sich ausgebreitet hat, dann ist es ein Anfall von bösartigem Aussatz; unrein ist es.

Lev 13:52 Man soll das Kleid oder das aus Wolle oder Linnen Gewebte oder Gewirkte oder jeden ledernen Gegenstand, an dem der Befall haftet, verbrennen; es ist ein bösartiger Aussatz; verbrannt muß es werden.

Lev 13:53 Findet aber der Priester bei der Besichtigung, daß sich der Befall auf dem Kleid, Gewebe, Gewirke oder Ledergegenstand nicht ausgebreitet hat,

Lev 13:54 so gebiete der Priester, daß man das, woran de Befall haftet, wasche; er schließe es dann wiederum sieben Tage ein.

Lev 13:55 Besichtigt es der Priester nach Waschung der betroffenen Stelle und findet, daß das Aussehen der Stelle sich nicht veränderte, wenn auch der Befall sich nicht ausgebreitet hat, so ist es unrein; du sollst es verbrennen; es ist ein Einfraß, sei es nun an der Hinter- oder Vorderseite.

Lev 13:56 Findet aber der Priester bei Untersuchung der befallenen Stelle nach ihrer Waschung, daß sie abgeblaßt ist, so schneide man sie aus dem Kleid, Leder, Gewebe oder Gewirke heraus.

Lev 13:57 Zeigt sich aber wiederum etwas an dem Kleid, Gewebe, Gewirke oder an irgendeinem ledernen Gegenstand, dann ist es ein frisch ausbrechender Aussatz; den Gegenstand mit der befallenen Stelle mußt du verbrennen.

Lev 13:58 Das Kleid aber oder das Gewebe, das Gewirke oder jeder lederne Gegenstand, von dem das Übel nach dem Waschen verschwunden ist, werde nochmals gewaschen und sei dann rein.

Lev 13:59 Dies ist das Gesetz über den Aussatzbefall an einem wollenen oder linnenen Kleid, Gewebe, Gewirke oder an irgendeinem ledernen Gegenstand, gemäß dem sie für rein oder für unrein zu erklären sind."

 

Leviticus Kapitel 14

 

Lev 14:1 Dann sprach der Herr zu Moses:

Lev 14:2 "Dies ist das Gesetz für den Aussätzigen am Tage seiner Reinigung: zum Priester soll er gebracht werden!

Lev 14:3 Der Priester aber gehe zum Lager hinaus; findet er, daß der Aussatzbefall an dem Aussätzigen geheilt ist,

Lev 14:4 so ordne er an, daß man für den zu Reinigenden zwei lebende reine Vögel herbeibringe, Zedernholz, Karmesinfäden und Ysop.

Lev 14:5 Dann soll der Priester die Anweisung geben, daß man den einen Vogel über einem irdenen Gefäß, das mit Quellwasser gefüllt ist, schlachte.

Lev 14:6 Den andern noch lebenden Vogel sowie das Zedernholz, die Karmesinfäden und den Ysop nehme er und tauche sie samt dem lebenden Vogel in das Blut des über dem Quellwasser geschlachteten Vogels.

Lev 14:7 Dann soll er den vom Aussatz zu Reinigenden siebenmal besprengen und ihn so reinigen; den lebenden Vogel aber lasse er ins freie Feld fliegen.

Lev 14:8 Der zu Reinigende wasche seine Kleider, schere sein gesamtes Haar und bade sich in Wasser; dann wird er rein sein. Danach kehre er ins Lager zurück, muß aber noch sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben.

Lev 14:9 Am siebten Tage sodann soll er nochmals sein gesamtes Haar scheren, Kopf, Bart und Augenbrauen, sein gesamtes Haar also soll er scheren, seine Kleider waschen und seinen Leib in Wasser baden, so wird er rein sein.

Lev 14:10 Am achten Tage aber nehme er zwei fehlerlose Lämmer und ein einjähriges, fehlerloses weibliches Lamm und als Speiseopfer drei Zehntel Epha Mehl, das mit Öl angerührt ist, und ein Log Öl.

Lev 14:11 Der Priester aber, der die Reinigung vollzieht, soll den zu reinigenden Mann und diese Dinge vor den Herrn hinstellen an den Eingang des Offenbarungszeltes.

Lev 14:12 Dann nehme der Priester das eine Lamm und bringe es zusammen mit dem Log Öl als Schuldopfer dar; er schwinge sie weihend vor dem Herrn hin und her.

Lev 14:13 Jetzt schlachte man das Lamm da, wo man das Sünd und Brandopfer schlachtet, an heiliger Stätte; denn wie das Sündopfer, so gehört auch das Schuldopfer dem Priester, etwas Hochheiliges ist es.

Lev 14:14 Dann nehme der Priester von dem Blut des Schuldopfers und bestreiche damit das rechte Ohrläppchen des zu Reinigenden, den Daumen seiner rechten Hand und die große Zehe seines rechten Fußes.

Lev 14:15 Daraufhin nehme der Priester von dem Log Öl und gieße es in seine eigene linke Hand.

Lev 14:16 Er tauche seinen rechten Zeigefinger in das Öl in seiner linken Hand und sprenge davon mit seinem Zeigefinger siebenmal vor dem Herrn.

Lev 14:17 Von dem übrigen Öl in seiner Hand streiche der Priester dem zu Reinigenden an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes, auf das Blut des Schuldopfers.

Lev 14:18 Das Öl, das in der hohlen Hand des Priesters noch übrig ist, gebe er auf das Haupt des zu Reinigenden; so verschaffe er ihm Sühne vor dem Herrn.

Lev 14:19 Dann richte der Priester das Sündopfer her; er entsühne den zu Reinigenden von seiner Unreinheit und schlachte danach das Brandopfer.

Lev 14:20 Der Priester soll das Brand- und Speiseopfer auf dem Altar darbringen; so schafft er Sühne für ihn, und jener wird rein.

Lev 14:21 Ist jemand arm und reicht sein Vermögen nicht hin, dann nehme er ein Lamm als Schuldopfer zur Weihegabe, damit man ihm Sühne verschaffe, und ein Zehntel Epha Mehl, angerührt in Öl, als Speiseopfer und ein Log Öl,

Lev 14:22 ferner zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, was er eben aufbringt; die eine dient zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer.

Lev 14:23 Am achten Tag nach seiner Reinigung bringe er sie zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn.

Lev 14:24 Der Priester nehme das Schuldopferlamm und das Log Öl und schwinge beides als Weihegabe vor dem Herrn hin und her.

Lev 14:25 Man schlachte das Schuldopferlamm, und der Priester nehme von dem Blut des Schuldopfers und streiche davon an das rechte Ohrläppchen des zu Reinigenden, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes.

Lev 14:26 Dann gieße er von dem Öl in seine eigene linke Hand.

Lev 14:27 Er sprenge mit seinem rechten Zeigefinger von dem Öl in seiner linken Hand siebenmal vor dem Herrn.

Lev 14:28 Dann streiche der Priester von dem Öl in seiner Hand an das rechte Ohrläppchen des zu Reinigenden, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes, an die Stelle des Schuldopferblutes.

Lev 14:29 Was vom Öl in der hohlen Hand des Priesters noch übrig ist, gebe er auf das Haupt des zu Reinigenden, um ihm vor dem Herrn Sühne zu verschaffen.

Lev 14:30 Nun richte er die eine von den Turteltauben oder von den jungen Tauben, wozu sein Vermögen reichte, her,

Lev 14:31 die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer nebst dem Speiseopfer; so verschaffe der Priester dem zu Reinigenden Sühne vor dem Herrn.

Lev 14:32 Dies ist das Gesetz für den vom Aussatz Befallene, dessen Vermögen zu seiner Reinigung nicht ausreicht."

Lev 14:33 Dann sprach der Herr zu Moses und Aaron:

Lev 14:34 "Wenn ihr nun in das Land Kanaan kommt, das ich euch zu eigen geben will, und ich lasse an einem Haus in eurem eigenen Lande einen Befall von Aussatz zu,

Lev 14:35 so muß der Eigentümer des Hauses hingehen und dem Priester melden: "Wie von Aussatz befallen erscheint mir das Haus."

Lev 14:36 Dann ordne der Priester an, daß man das Haus räume, bevor er kommt, den Fall zu besichtigen. Auf diese Weise braucht nicht alles im Hause für unrein erklärt zu werden; danach komme der Priester, das Haus zu besichtigen.

Lev 14:37 Wenn er nun den Befall besichtigt und dabei findet, der Befall an den Wänden des Hauses zeige sich in Gestalt grünlicher oder rötlicher Grübchen, die tiefer zu liegen scheinen als die Wandfläche,

Lev 14:38 dann gehe der Priester aus dem Haus heraus an dessen Eingang und schließe es für sieben Tage ab.

Lev 14:39 Am siebten Tage komme der Priester wieder, und wenn er bei der Besichtigung findet, daß der Befall an den Wänden des Hauses sich ausgebreitet hat,

Lev 14:40 so ordne er an, daß man die betreffenden Steine herausreiße und sie vor der Stadt an einen unreinen Ort werfe.

Lev 14:41 Das Haus aber soll man ringsum im Innern abkratzen und den abgekratzten Schmutz draußen vor der Stadt an einen unreinen Ort schütten.

Lev 14:42 Dann nehme man andere Steine und setze sie an Stelle der ausgebrochenen, ebenso anderen Lehm und streiche damit das Haus.

Lev 14:43 Wenn nun der Aussatz von neuem auftritt, nachdem man die Steine ausgebrochen, das Haus abgekratzt und neu gestrichen hat,

Lev 14:44 gehe der Priester hinein, besichtige es, und wenn sich der Aussatz im Hause ausgebreitet hat, dann ist es ein bösartiger Aussatz; es ist unrein.

Lev 14:45 Man soll das Haus abbrechen, seine Steine, seine Balken und den ganzen Lehmbewurf des Hauses, und alles an einen unreinen Ort außerhalb der Siedlung bringen.

Lev 14:46 Wer das Haus während der ganzen Zeit, für die er es verschlossen hatte, betritt, ist unrein bis zum Abend.

Lev 14:47 Wer in dem Hause schläft, wasche seine Kleider; wer darin ißt, wasche ebenfalls seine Kleider.

Lev 14:48 Wenn aber der Priester kommt und bei der Besichtigung findet, daß der Aussatz sich im Hause nicht weiter ausgebreitet hat, nachdem das Haus von neuem gestrichen wurde, so erkläre er das Haus für rein; denn der Aussatz ist geheilt.

Lev 14:49 Zur Entsühnung des Hauses soll er zwei Vögel, Zedernholz, Karmesinfäden und Ysop nehmen.

Lev 14:50 Er schlachte den einen Vogel über einem irdenen Gefäß mit Quellwasser.

Lev 14:51 Dann nehme er das Zedernholz, den Ysop, die Karmesinfäden und den lebenden Vogel und tauche alles in das Blut des geschlachteten Vogels und in das Quellwasser und besprenge das Haus damit siebenmal.

Lev 14:52 So soll er das Haus mit dem Vogelblut, dem fließenden Wasser, dem lebenden Vogel, dem Zedernholz, dem Ysop und den Karmesinfäden entsündigen.

Lev 14:53 Den lebenden Vogel aber lasse er zur Stadt hinaus aufs freie Feld fliegen. So schaffe er Sühne für das Haus, und es ist rein.

Lev 14:54 Dies ist das Gesetz über jeglichen Befall von Aussatz, über die Krätze,

Lev 14:55 über den Aussatz an Kleidern und Häusern,

Lev 14:56 über Ausschlag, Grind und weiße Flecken,

Lev 14:57 um zu belehren, wann etwas unrein oder rein ist. Das ist das Gesetz über den Aussatz."

 

Leviticus Kapitel 15

 

Lev 15:1 Der Herr sprach zu Moses und zu Aaron:

Lev 15:2 "Redet zu den Söhnen Israels und sagt zu ihnen: Wenn jemand einen Ausfluß aus seinem Gliede hat, so ist er unrein.

Lev 15:3 Für seine Unreinheit wegen des Ausflusses gilt folgendes: Mag der Ausfluß aus seinem Gliede fließen, oder sein Glied den Fluß verstopfen, es liegt Unreinheit bei ihm vor.

Lev 15:4 Jedes Lager, auf dem der an Ausfluß Kranke liegt, wird unrein, und jedes Gerät, auf dem er sitzt, wird unrein.

Lev 15:5 Wer sein Lager berührt, wasche seine Kleider und bade im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:6 Wer sich auf ein Gerät setzt, auf dem ein an Ausfluß Leidender saß, wasche seine Kleider und bade sich; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:7 Auch wer den Leib eines Schleimflüssigen berührt, wasche seine Kleider und bade im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:8 Wenn ein Schleimflüssiger ausspuckt und einen Reinen trifft, so wasche jener seine Kleider und bade im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:9 Jeder Sattelsitz, den ein Schleimflüssiger benutzt, ist unrein.

Lev 15:10 Wer etwas von dem berührt, was sich unter ihm befindet, wird unrein bis zum Abend. Wer etwas davon fortträgt, muß seine Kleider waschen und sich baden; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:11 Jeder, den der Schleimflüssige berührt, ohne zuvor seine Hände im Wasser abgespült zu haben, wasche seine Kleider und bade sich; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:12 Irdene Gefäße; die der Schleimflüssige berührt, müssen zerbrochen, alle hölzernen Gefäße im Wasser abgespült werden.

Lev 15:13 Wird aber ein Schleimflüssiger von seinem Ausfluß rein, so soll er nach seiner Reinigung sieben Tage zählen; dann wasche er seine Kleider und bade sich in fließendem Wasser, so wird er rein.

Lev 15:14 Am achten Tage nehme er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, trete vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes und übergebe sie dem Priester.

Lev 15:15 Dieser aber rüste sie zu, eine als Sündopfer und die andere als Brandopfer; so verschaffe ihm der Priester vor dem Herrn Sühne wegen des Ausflusses.

Lev 15:16 Hat ein Mann einen Samenerguß, so bade er seinen ganzen Leib; er ist unrein bis zum Abend.

Lev 15:17 Jedes Kleidungsstück und alles Leder, auf das der Samenerguß kommt, ist mit Wasser zu waschen, es bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:18 Liegt ein Mann bei einer Frau und erfolgt Samenerguß, so müssen sie sich in Wasser baden; sie sind unrein bis zum Abend.

Lev 15:19 Wird eine Frau blutflüssig und handelt es sich dabei um den regelmäßigen Blutfluß, so bleibt sie sieben Tage lang in ihrer Unreinheit; jeder, der sie anrührt, wird unrein bis zum Abend.

Lev 15:20 Alles, worauf sie während ihrer Unreinheit liegt, wird unrein; alles, worauf sie sitzt, wird ebenfalls unrein.

Lev 15:21 Jeder, der ihr Lager berührt, muß seine Kleider waschen und sich in Wasser baden; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:22 Auch jeder, der ein Gerät berührt, auf dem sie saß, muß seine Kleider waschen und sich baden; er bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:23 Berührt jemand etwas, das sich auf dem Lager oder dem Gerät befindet, worauf sie saß, so ist er unrein bis zum Abend.

Lev 15:24 Wenn ein Mann ihr beiwohnt und es kommt ihre Unreinheit auch an ihn, dann wird er sieben Tage unrein, und auch jedes Lager, auf dem er liegt, wird unrein.

Lev 15:25 Wenn eine Frau lange Zeit hindurch Blutfluß hat außer der Zeit ihrer monatlichen Unreinheit, oder wenn sie über ihre regelmäßige Unreinheit hinaus blutflüssig ist, so ist sie während der ganzen Zeit ihrer Unreinheit genauso wie in den Tagen ihres gewöhnlichen Blutflusses unrein.

Lev 15:26 Jedes Lager, auf dem sie während der Zeit ihres Flusses ruht, hat ihr zu gelten wie das Lager während ihrer Regel. Jedes Gerät, auf dem sie saß, hat als unrein zu gelten wie bei ihrer gewöhnlichen Unreinheit.

Lev 15:27 Wer diese Dinge berührt, wird unrein; er muß seine Kleider waschen und sich baden und bleibt unrein bis zum Abend.

Lev 15:28 Ist sie von ihrem Flusse rein geworden, dann soll sie noch sieben Tage abzählen; danach gilt sie als rein.

Lev 15:29 Am achten Tage aber nehme sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben und bringe sie zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes.

Lev 15:30 Der Priester richte die eine als Sündopfer her, die andere als Brandopfer; so schaffe er Sühne für sie vor dem Herrn wegen ihres unreinen Flusses.

Lev 15:31 So verwarnt die Israeliten wegen ihrer Unreinigkeit, damit sie ob ihrer Unreinheit nicht sterben, weil sie meine Wohnung, die sich in ihrer Mitte befindet, verunreinigen!

Lev 15:32 Das ist das Gesetz über den, der an Ausfluß leidet, und den, der Samenerguß hat, so daß er unrein wird,

Lev 15:33 und über diejenige, die ihre gewöhnliche Unreinheit hat, und über jeden, der an einem Ausfluß leidet, sei es Mann oder Frau, sowie über den Mann, der einer unreinen Frau beiwohnt."

 

Leviticus Kapitel 16

 

Lev 16:1 Der Herr redete zu Moses nach dem Tode der beiden Söhne Aarons, die vor den Herrn getreten waren und sterben mußten,

Lev 16:2 und es sprach der Herr zu Moses: "Sage deinem Bruder Aaron, daß er nicht jederzeit hineingehen darf in das Heiligtum hinter den Vorhang, vor die Deckplatte auf der Lade, sonst müßte er sterben. Denn in der Wolke über der Deckplatte erscheine ich!

Lev 16:3 Nur unter folgender Bedingung darf Aaron das Heiligtum betreten: mit einem Jungstier als Sündopfer und mit einem Widder als Brandopfer.

Lev 16:4 Einen heiligen Leibrock von Linnen muß er anhaben, linnene Beinkleider müssen seine Blöße bedecken, mit einem linnenen Gürtel muß er sich umgürten und einen Turban von Linnen umbinden; heilige Kleider sind es. Er soll sich baden und sie dann anlegen.

Lev 16:5 Von der Gemeinde der Israeliten aber nehme er zwei Ziegenböcke zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer.

Lev 16:6 Dann soll Aaron den Stier für sein Sündopfer heranbringen und für sich und sein Haus Sühne schaffen.

Lev 16:7 Dann nehme er die beiden Böcke und stelle sie vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes.

Lev 16:8 Aaron soll über die beiden Böcke Lose werfen; ein Los für den Herrn und eines für Asasel.

Lev 16:9 Alsdann bringe Aaron den Bock, auf den das Los für den Herrn gefallen ist, herbei und richte ihn als Sündopfer her.

Lev 16:10 Der Bock aber, auf den das Los für Asasel gefallen ist, soll lebendig vor den Herrn gestellt werden, damit man an ihm die Sühne vollziehe und ihn zu Asasel in die Wüste schicke.

Lev 16:11 Aaron bringe den Stier für sein eigenes Sündopfer herbei und schaffe Sühne für sich und sein Haus; er schlachte den Stier für sein eigenes Sündopfer.

Lev 16:12 Dann nehme er eine Pfanne glühender Kohlen vom Altar, der vor dem Herrn steht, und seine beiden Hände voll von feingestoßenem Räucherwerk und bringe es in den Raum hinter dem Vorhang.

Lev 16:13 Dann gebe er das Räucherwerk auf das Feuer vor dem Herrn, damit die Wolke des Räucherwerkes die Deckplatte über der Gesetzeslade verhülle; denn sonst müßte er sterben.

Lev 16:14 Er nehme dann von dem Blut des Stieres und sprenge mit seinem Finger von oben auf die Deckplatte; vor die Deckplatte hin aber sprenge er mit seinem Finger von dem Blut siebenmal.

Lev 16:15 Dann schlachte er den Sündopferbock für das Volk, bringe sein Blut in den Raum hinter dem Vorhang und verfahre damit, wie er es mit dem Stierblut getan hat; er sprenge es auf und vor die Deckplatte.

Lev 16:16 So schaffe er dem Heiligtum Sühne wegen der Unreinigkeiten der Söhne Israels und all ihrer Übertretungen, mit denen sie sich versündigt haben; ebenso tue er mit dem Offenbarungszelt, das unter ihnen inmitten ihrer Unreinheiten sich befindet.

Lev 16:17 Kein Mensch aber darf im Offenbarungszelt sein, wenn er es betritt, um im Heiligtum Sühne zu schaffen, bis er es wieder verläßt; so soll er für sich und sein Haus und für die ganze Gemeinde Israel Sühne schaffen.

Lev 16:18 Dann gehe er zum Altar, der vor dem Herrn steht, und entsühne ihn; er nehme von dem Stierblut und von dem Blut des Bockes und streiche davon ringsum an die Hörner des Altares.

Lev 16:19 Er sprenge mit seinem Finger siebenmal von dem Blut auf ihn; so reinige er ihn und weihe ihn wegen der Verunreinigungen der Söhne Israels.

Lev 16:20 Hat er die Entsühnung des Heiligtums, des Offenbarungszeltes und des Altares vollendet, so bringe er den lebenden Bock herbei.

Lev 16:21 Aaron lege seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes und bekenne über ihm alle Verschuldungen der Israeliten und alle Übertretungen, die sie irgendwie begangen haben; er soll sie auf den Kopf des Bockes legen und diesen durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste hinaustreiben.

Lev 16:22 Der Bock soll alle ihre Verschuldungen mit sich hinwegtragen in eine abgelegene Gegend; erst in der Wüste soll man den Bock laufen lassen.

Lev 16:23 Aaron gehe in das Offenbarungszelt und ziehe die Linnenkleider aus, die er angelegt hatte, als er in das Heiligtum hineinging; dort lege er sie nieder.

Lev 16:24 Dann bade er seinen Leib an heiliger Stätte und ziehe seine Gewänder (wieder) an; darauf komme er heraus und richte sein und des Volkes Brandopfer her, um für sich und das Volk Sühne zu schaffen.

Lev 16:25 Das Fett des Sündopfers lasse er auf dem Altar in Rauch aufgehen.

Lev 16:26 Der Mann aber, der den Bock zu Asasel gebracht hat, wasche seine Kleider und bade seinen Leib; danach darf er ins Lager kommen.

Lev 16:27 Den Sündopferstier und den Sündopferbock, deren Blut zur Entsühnung ins Heiligtum gebracht worden ist, schaffe man hinaus vor das Lager; ihre Felle, ihr Fleisch und ihren Mageninhalt verbrenne man.

Lev 16:28 Wer sie verbrannt hat, wasche seine Kleider und bade seinen Leib; danach darf er ins Lager kommen.

Lev 16:29 Dies soll euch als Satzung für immerwährende Zeiten gelten: Im siebten Monat, am zehnten Tage des Monats, sollt ihr fasten und keinerlei Geschäfte verrichten, weder der Einheimische noch der Fremdling, der sich bei euch aufhält.

Lev 16:30 Denn an diesem Tag schafft man für euch Sühne, um euch zu reinigen: von all euren Sünden werdet ihr rein vor dem Herrn.

Lev 16:31 Ein Tag völliger Ruhe soll es sein, und ihr sollt fasten; das ist eine immerwährende Satzung.

Lev 16:32 Die Sühnebräuche soll aber der Priester vollziehen, den man salben und in sein Amt einsetzen wird, damit er an Stelle seines Vaters Priesterdienst tue; er lege die linnenen Gewänder an, die heiligen Kleider.

Lev 16:33 Er soll das Allerheiligste entsühnen, auch dem Offenbarungszelt und dem Altar soll er Sühne schaffen, die Priester und die ganze Volksgemeinde soll er entsühnen.

Lev 16:34 Dies aber soll euch als eine immerwährende Satzung gelten, daß einmal im Jahr den Israeliten für all ihre Sünden Sühne verschafft wird." Er tat, wie der Herr dem Moses befohlen hatte.

 

Leviticus Kapitel 17

 

Lev 17:1 Der Herr redete zu Moses:

Lev 17:2 "Sprich zu Aaron, seinen Söhnen und zu allen Israeliten und befiehl ihnen: Dies gebietet der Herr:

Lev 17:3 Wer vom Haus Israel ein Rind, ein Lamm oder eine Ziege schlachtet, sei es im Lager oder außerhalb,

Lev 17:4 und sie nicht an den Eingang des Offenbarungszeltes bringt, um sie dem Herrn vor seiner Wohnstätte als Opfergabe darzubringen, dem soll das als Blutschuld angerechnet werden; er hat Blut vergossen, und er soll ausgerottet werden aus seinem Volk.

Lev 17:5 Darum sollen die Israeliten ihre Schlachtopfer, die sie auf freiem Felde zu vollziehen pflegten, herbringen und sie für den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes zum Priester schaffen, um sie als Friedopfer für den Herrn zu schlachten!

Lev 17:6 Der Priester sprenge das Blut an den Altar des Herrn vor dem Eingang des Offenbarungszeltes und lasse das Fett in Rauch aufgehen zu lieblichem Wohlgeruch für den Herrn.

Lev 17:7 Sie sollen ihre Schlachtopfer nicht mehr den Bocksgeistern darbringen, denen sie ehebrecherisch nachlaufen. Dies soll ihnen als eine immerwährende Satzung gelten von Geschlecht zu Geschlecht!

Lev 17:8 Du sollst zu ihnen sagen: Jeder vom Hause Israel und von den Fremden unter ihnen, der ein Brand oder ein Schlachtopfer darbringt

Lev 17:9 und es nicht an den Eingang des Offenbarungszeltes bringt, um es dem Herrn herzurichten, soll aus seinem Volk ausgerottet werden.

Lev 17:10 Gegen jeden vom Hause Israel und von den Fremden in seiner Mitte, der irgendwie Blut genießt, richte ich mein Antlitz und vertilge ihn aus seinem Volk.

Lev 17:11 Denn das Leben des Leibes ist im Blut; ich habe es euch verliehen für den Altar, daß man euch damit Sühne verschaffe; das Blut nämlich erwirkt durch die Seele, die in ihm lebt, Sühne.

Lev 17:12 So habe ich den Israeliten geboten: Niemand von euch darf Blut genießen, auch nicht der Fremde in eurer Mitte.

Lev 17:13 Wer immer von den Israeliten und den Fremden, die bei ihnen wohnen, ein Stück Wild erjagt oder Geflügel, das man essen darf, lasse dessen Blut auslaufen und bedecke es mit Erde!

Lev 17:14 Denn das Leben alles Fleisches ist sein Blut. Darum gebiete ich den Israeliten: Von keinem Lebewesen dürft ihr das Blut genießen, weil das Leben (die Seele) alles Fleisches in seinem Blute liegt; jeder, der es genießt, soll ausgerottet werden.

Lev 17:15 Jeder, der ein verendetes oder zerrissenes Tier genießt, sei es ein Eingeborener oder ein Fremder, wasche seine Kleider und bade sich im Wasser; er bleibt unrein bis zum Abend; dann ist er wieder rein.

Lev 17:16 Wenn er sie nicht wäscht und sich nicht badet, lädt er Schuld auf sich."

 

Leviticus Kapitel 18

 

Lev 18:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 18:2 "Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Ich, der Herr, bin euer Gott!

Lev 18:3 Was man in Ägypten tut, wo ihr gewohnt habt, dürft ihr nicht tun. Was man im Lande Kanaan tut, wohin ich euch führe, dürft ihr auch nicht tun; nach ihren Bräuchen dürft ihr nicht wandeln!

Lev 18:4 Meine Gebote sollt ihr befolgen und meine Gesetze beobachten, um in ihnen zu wandeln: Ich der Herr, bin euer Gott!

Lev 18:5 Beobachtet also meine Gesetze und Gebote; wer nach ihnen handelt, wird durch sie leben: Ich bin der Herr!

Lev 18:6 Niemand darf irgendeinem Blutsverwandten sich nahen, um Verkehr zu pflegen. Ich bin der Herr!

Lev 18:7 Mit deinen Eltern darfst du nicht geschlechtlich verkehren; es handelt sich um deine Mutter, du darfst mit ihr nicht Verkehr haben.

Lev 18:8 Mit der Frau deines Vaters darfst du keinen Geschlechtsverkehr unterhalten; sie ist deines Vaters Fleisch.

Lev 18:9 Auch mit deiner Schwester der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, mag sie nun im Hause oder außerhalb geboren sein, darfst du nicht verkehren.

Lev 18:10 Mit der Tochter deines Sohnes oder mit der Tochter deiner Tochter darfst du nicht Verkehr pflegen; denn sie sind dein eigenes Fleisch.

Lev 18:11 Mit der Tochter der Frau deines Vaters, die dein Vater gezeugt hat - es ist deine Schwester -, darfst du nicht verkehren.

Lev 18:12 Mit der Schwester deines Vaters sollst du nicht Umgang pflegen; denn es ist deines Vaters nächste Blutsverwandte.

Lev 18:13 Auch darfst du nicht mit der Schwester deiner Mutter Umgang pflegen; denn sie ist deiner Mutter nächste Blutsverwandte.

Lev 18:14 Die Ehe des Bruders deines Vaters darfst du nicht schänden, seiner Frau dich nicht nahen; sie ist ja deine Tante.

Lev 18:15 Mit deiner Schwiegertochter darfst du nicht Verkehr haben; sie ist die Frau deines Sohnes.

Lev 18:16 Mit der Frau deines Bruders darfst du nicht Verkehr pflegen; es ist deines Bruders Fleisch.

Lev 18:17 Du darfst nicht mit einer Frau und auch mit deren Tochter Umgang pflegen, die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter darfst du nicht nehmen, um mit ihnen zu verkehren; da sie nächste Blutsverwandte sind, wäre das Blutschande.

Lev 18:18 Du darfst nicht eine Frau zu ihrer Schwester als Nebenfrau hinzunehmen, um mit ihr zu verkehren, noch zu Lebzeiten der anderen.

Lev 18:19 Einer Frau darfst du in der Zeit ihrer Unreinheit nicht nahen, um mit ihr zu verkehren.

Lev 18:20 Mit der Frau deines Nächsten darfst du keinen Beischlaf vollziehen; du würdest dich sonst durch sie verunreinigen.

Lev 18:21 Keines von deinen Kindern gib hin, um es für Molech durchs Feuer gehen zu lassen, damit du nicht den Namen deines Gottes entheiligst; ich bin der Herr!

Lev 18:22 Du darfst einem Mann nicht beiwohnen, wie man einer Frau beiwohnt, das wäre ein Greuel.

Lev 18:23 Einem Tiere darfst du nicht beiwohnen, um dich an ihm zu verunreinigen. Eine Frau darf sich nicht vor ein Tier hinstellen, um sich begatten zu lassen; denn das wäre eine schwere Schandtat.

Lev 18:24 Durch all dies macht euch nicht unrein; denn dadurch haben sich die Heidenvölker verunreinigt, die ich vor euch vertreibe.

Lev 18:25 Das Land wurde unrein, und ich suchte seine Schuld an ihm heim, so daß das Land seine Bewohner ausspie.

Lev 18:26 Beobachtet also meine Gesetze und Gebote, verübt nicht eine von diesen Greueltaten, und zwar weder der Einheimische noch der Fremdling in eurer Mitte!

Lev 18:27 Denn all diese Greueltaten haben die Landesbewohner verübt, die vor euch da waren, wodurch das Land unrein wurde.

Lev 18:28 Das Land soll nicht auch euch ausspeien, da ihr es unrein macht, so wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch da war.

Lev 18:29 Denn jeder, der eine von diesen Greueltaten verübt, Personen, die solches verüben, sollen ausgerottet werden aus der Mitte ihres Volkes.

Lev 18:30 So beobachtet denn meine Anordnung, damit ihr keinen der greulichen Bräuche übt, die vor euch getan wurden; verunreinigt euch nicht durch sie: Ich, der Herr, bin euer Gott!"

 

Leviticus Kapitel 19

 

Lev 19:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 19:2 "Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und befiehl ihnen: Heilig müßt ihr sein, weil ich, der Herr, euer Gott, heilig bin!

Lev 19:3 Habt Ehrfurcht, ein jeder vor seiner Mutter und vor seinem Vater! Meine Ruhetage sollt ihr beobachten: Ich bin der Herr, euer Gott!

Lev 19:4 Wendet euch nicht den Götzen zu, und macht euch keine gegossenen Götter: denn ich bin der Herr, euer Gott!

Lev 19:5 Wenn ihr dem Herrn ein Friedopfer darbringt, sollt ihr es so opfern, daß ihr Wohlgefallen erlangt.

Lev 19:6 Am Tag, an dem ihr es opfert, und am Tag darauf muß es gegessen werden; was bis zum dritten Tage übrigbleibt, werde im Feuer verbrannt.

Lev 19:7 Wenn es am dritten Tage doch noch gegessen wird, ist es verdorbenes Fleisch und nicht wohlgefällig.

Lev 19:8 Wer es genießt, lädt Verschuldung auf sich; denn er hat das dem Herrn Geheiligte entweiht. Eine solche Person werde aus ihrem Volke ausgerottet!

Lev 19:9 Wenn ihr euer Land aberntet, so erntet das Feld nicht bis zum äußersten Ende ab und haltet keine Nachlese nach der Ernte!

Lev 19:10 Auch in deinem Weinberg halte keine Nachlese und lies nicht abgefallene Beeren in deinem Weinberg auf; überlasse sie dem Armen und Fremden: Ich, der Herr, bin euer Gott!

Lev 19:11 Ihr sollt nicht stehlen und nicht lügen und nicht einander betrügen!

Lev 19:12 Ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören; du entweihst sonst den Namen deines Gottes: Ich bin der Herr!

Lev 19:13 Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken und berauben; der Lohn des Tagelöhners soll bei dir nicht bis zum Morgen bleiben!

Lev 19:14 Du sollst einen Tauben nicht schmähen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg legen; fürchte dich vor deinem Gott: Ich bin der Herr!

Lev 19:15 Verübt kein Unrecht im Gericht; begünstige nicht den Niederen, und ergreife nicht Partei für den Vornehmen, sondern richte deinen Nächsten in Gerechtigkeit.

Lev 19:16 Gehe nicht als Verleumder unter deinen Volksgenossen umher und trachte nicht nach dem Blut deines Nächsten: Ich bin der Herr!

Lev 19:17 Hasse nicht deinen Bruder in deinem Herzen und stelle deinen Nächsten freimütig zur Rede, damit du seinetwegen keine Schuld auf dich lädst!

Lev 19:18 Sei nicht rachsüchtig, und trage den Söhnen deines Volkes nichts nach, sondern liebe deinen Nächsten wie dich selbst: Ich bin der Herr!

Lev 19:19 Beobachtet meine Satzungen! Laß nicht zweierlei Arten von deinem Vieh sich begatten; säe dein Feld nicht mit zweierlei Samen an, und ein Kleid, das aus zweierlei Fäden gewebt ist, soll nicht auf deinen Leib kommen!

Lev 19:20 Wenn ein Mann mit einer Frau verkehrt, die als Sklavin einem anderen gehört, ohne daß sie losgekauft oder freigelassen war, so soll eine Bestrafung stattfinden; jedoch sollen beide nicht getötet werden; denn sie war ja keine Freigelassene.

Lev 19:21 Er soll als Buße dem Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes einen Widder zum Schuldopfer bringen.

Lev 19:22 Der Priester soll für ihn mit dem Schuldopferwidder vor dem Herrn Sühne schaffen wegen der begangenen Sünde; so wird ihm dann für die begangene Sünde Verzeihung zuteil.

Lev 19:23 Wenn ihr in das Land kommt und pflanzt allerlei Fruchtbäume, so sollt ihr deren Vorhaut, d. h. ihre Früchte, stehen lassen; drei Jahre sind sie für euch mit Vorhaut versehen und dürfen nicht gegessen werden.

Lev 19:24 Im vierten Jahre sollen alle ihre Früchte eine heilige Dankesgabe für den Herrn sein.

Lev 19:25 Erst im fünften Jahre dürft ihr die Früchte essen, um euch ihren Ertrag fortan zu sichern: Ich bin der Herr, euer Gott!

Lev 19:26 Ihr sollt nichts samt dem Blute essen! Ihr sollt weder Wahrsagerei noch Zauberei treiben!

Lev 19:27 Ihr dürft nicht den Rand eures Kopfes kreisförmig abscheren; du sollst den Rand deines Bartes nicht stutzen!

Lev 19:28 Ihr dürft euch nicht wegen eines Toten Einschnitte an eurem Leibe machen und dürft euch keine Zeichen einritzen: Ich bin der Herr!

Lev 19:29 Du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zur Dirne machst, damit nicht das Land unzüchtig und voll Schandtat werde.

Lev 19:30 Meine Ruhetage sollt ihr beobachten und Ehrfurcht vor meinem Heiligtum haben: Ich bin der Herr!

Lev 19:31 Wendet euch nicht an die Totengeister und an die Wahrsagegeister! Befragt sie nicht, sonst werdet ihr durch sie unrein. Ich bin der Herr, euer Gott!

Lev 19:32 Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren! Du sollst dich vor deinem Gotte fürchten: Ich bin der Herr!

Lev 19:33 Hält sich ein Fremdling bei dir in eurem Lande auf, so dürft ihr ihn nicht bedrücken.

Lev 19:34 Wie ein Einheimischer von euch selbst soll euch der Fremdling gelten, der bei euch weilt; du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid ja auch Fremdlinge gewesen im Ägypterland: Ich bin der Herr, euer Gott!

Lev 19:35 Ihr sollt nicht Unrecht üben beim Urteil mit dem Längenmaß, Gewicht und Hohlmaß!

Lev 19:36 Richtige Waage, richtige Gewichte, richtiges Epha und richtiges Hin sollt ihr führen: Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Ägypterland geführt hat!

Lev 19:37 So beobachtet denn alle meine Gesetze und alle meine Gebote, und handelt nach ihnen: Ich bin der Herr!"

 

Leviticus Kapitel 20

 

Lev 20:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 20:2 "Zu den Israeliten sollst du sagen: Jeder von den Israeliten und den Fremden, die sich in Israel aufhalten, der eines von seinen Kindern dem Molech hinschenkt, soll des Todes sterben; die Bürger des Landes sollen ihn steinigen.

Lev 20:3 Ich selbst will mein Antlitz gegen einen solchen Mann richten und ihn aus der Mitte seines Volkes austilgen, weil er eines seiner Kinder dem Molech hingegeben und so mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen entweiht hat.

Lev 20:4 Und wenn etwa das Volk des Landes vor einem solchen, der eines von seinen Kindern dem Molech geopfert hat, die Augen verschließt, so daß man ihn nicht tötet,

Lev 20:5 dann richte ich mein Antlitz wider diesen Mann und sein Geschlecht und tilge ihn samt allen, die mit ihm buhlerisch dem Molech nachlaufen, aus de Mitte ihres Volkes.

Lev 20:6 Wendet sich aber jemand an Toten- und Wahrsagegeister, um ihnen buhlerisch nachzulaufen, will ich wider einen solchen mein Antlitz wenden und ihn aus seinem Volke ausrotten!

Lev 20:7 Heiligt euch also und seid heilig; denn ich bin der Herr, euer Gott!

Lev 20:8 Beobachtet meine Satzungen und erfüllt sie! Ich bin der Herr, der euch heiligt.

Lev 20:9 Ja, ein jeder, der seinen Vater und seine Mutter schmäht, soll des Todes sterben: er schmähte Vater und Mutter, hat also Blutschuld auf sich geladen.

Lev 20:10 Wenn ein Mann mit der Frau seines Nächsten Ehebruch treibt, dann sollen der Ehebrecher und die Ehebrecherin des Todes sterben.

Lev 20:11 Wer der Frau seines Vaters beiwohnt, hat die Blöße seines Vaters enthüllt; beide sollen des Todes sterben; Blutschuld belastet sie.

Lev 20:12 Wohnt jemand seiner Schwiegertochter bei, sollen beide des Todes sterben; eine Schandtat haben sie begangen; Blutschuld belastet sie.

Lev 20:13 Wohnt ein Mann seinesgleichen wie einem Weibe bei, so haben beide Abscheuliches getan; sie sollen des Todes sterben; Blutschuld belastet sie.

Lev 20:14 Nimmt sich jemand eine Frau und dazu deren Mutter, dann ist das eine Schandtat; im Feuer soll man ihn und die beiden Frauen verbrennen, damit nicht weiter Schandtat bei euch sei!

Lev 20:15 Verkehrt jemand mit einem Stück Vieh, so soll er des Todes sterben, und auch das Tier sollt ihr töten.

Lev 20:16 Naht sich ein Weib einem Stück Vieh, sich begatten zu lassen, so sollst du das Weib mit dem Tier töten; sie sind des Todes; Blutschuld belastet sie.

Lev 20:17 Nimmt sich ein Mann seine Schwester, die Tochter seines Vaters oder seiner Mutter, und verkehren sie miteinander, so ist das eine Schmach; sie sollen vor den Augen ihrer Volksgenossen weggetilgt werden; denn er hat mit seiner Schwester Verkehr gehabt; er muß seine Schuld tragen.

Lev 20:18 Schläft ein Mann bei einer Frau zur Zeit ihrer Unreinheit und pflegt Verkehr mit ihr, deckt also ihren Blutfluß auf, und sie entblößt die Quelle ihres Blutes, so sollen beide aus der Mitte ihres Volkes ausgerottet werden.

Lev 20:19 Die Schwester deiner Mutter und deines Vaters darfst du nicht schänden; denn ein solcher hat seine Blutsverwandte entblößt; beide müssen ihre Schuld tragen.

Lev 20:20 Wohnt einer seiner Tante bei, so hat er seines Oheims Blöße aufgedeckt; ihre Sünden schuld müssen sie tragen; kinderlos sollen sie sterben.

Lev 20:21 Nimmt jemand die Frau seines Bruders, so ist das etwas Abscheuliches; er hat seines Bruders Blöße enthüllt; sie sollen kinderlos bleiben.

Lev 20:22 Beobachtet daher alle meine Gesetze und Gebote und erfüllt sie, damit euch das Land nicht ausspeie, in das ich euch führe, auf daß ihr darin wohnt!

Lev 20:23 Wandelt nicht in den Satzungen der Heidenvölker, die ich vor euch vertreibe, weil sie dies alles getan haben, so daß ich mich an ihnen ekelte.

Lev 20:24 Darum sagte ich euch: Nehmt ihr Land in Besitz! Ich selbst verleihe es euch zum Besitz, ein Land, das von Milch und Honig fließt: Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den Völkern abgesondert hat!

Lev 20:25 Unterscheidet zwischen den reinen und den unreinen Vierfüßlern, den unreinen und den reinen Vögeln; macht euch nicht selbst zum Abscheu durch die Vierfüßler und die Vögel und durch alles, was auf der Erde kriecht; ich habe das für euch abgesondert und als unrein erklärt.

Lev 20:26 Seid mir also heilig; denn ich, der Herr, bin heilig; ich habe euch auserwählt aus den Völkern, damit ihr mir gehört!

Lev 20:27 Ist in einem Mann oder Weib ein Toten- oder Wahrsagegeist, so sollen sie des Todes sterben. Steinigen soll man sie, Blutschuld belastet sie."

 

Leviticus Kapitel 21

 

Lev 21:1 Der Herr sprach zu Moses: "Rede zu den Priestern, den Söhnen Aarons, und sage zu ihnen: An einer Leiche seiner Volksgenossen darf der Priester sich nicht unrein machen,

Lev 21:2 sondern nur an seinen nächsten Blutsverwandten, an seiner Mutter, seinem Vater, seinem Sohne, seiner Tochter, seinem Bruder,

Lev 21:3 auch an seiner Schwester, die ihm als Jungfrau nahesteht, die noch keinem Mann gehört, darf er sich unrein machen.

Lev 21:4 Er darf sich aber nicht verunreinigen an einer Verheirateten unter seinen Volksgenossen und sich dadurch entweihen.

Lev 21:5 Sie dürfen sich auf ihrem Haupt keine Glatze scheren und dürfen den Rand ihres Bartes nicht stutzen und an ihrem Leib keine Einschnitte machen.

Lev 21:6 Heilig seien sie ihrem Gott, und den Namen ihres Gottes dürfen sie nicht entweihen; denn sie bringen die Feueropfer des Herrn, ihres Gottes Speise, dar; darum sollen sie heilig sein!

Lev 21:7 Eine Buhlerin oder eine Entehrte dürfen sie nicht zur Frau nehmen; auch eine von ihrem Mann Verstoßene dürfen sie nicht heiraten; denn der Priester ist seinem Gott heilig!

Lev 21:8 Auch du sollst ihn heilighalten, denn er bringt die Speise deines Gottes dar. Heilig sei er dir; denn heilig bin ich, der Herr, der euch heiligt!

Lev 21:9 Entweiht sich eine Priestertochter durch Unzucht, so entweiht sie damit ihren Vater, sie werde im Feuer verbrannt.

Lev 21:10 Der Priester aber, der höher steht als seine Brüder, über dessen Haupt das Salböl ausgegossen ward, und den man durch Anlegen der (heiligen) Gewänder ins Priesteramt eingesetzt hat, darf sein Haupthaar nicht ungepflegt herabhängen lassen und seine Kleider nicht zerreißen.

Lev 21:11 Er darf überhaupt zu keiner Leiche hintreten; selbst an seinem Vater und an seiner Mutter darf er sich nicht unrein machen.

Lev 21:12 Das Heiligtum darf er nicht verlassen, sonst würde er das Heiligtum seines Gottes entweihen; denn die Weihe des Salböls seines Gottes ruht auf ihm: Ich bin der Herr!

Lev 21:13 Er muß sich als Frau eine Jungfrau nehmen;

Lev 21:14 eine Witwe, eine Verstoßene, eine Entehrte oder eine Buhlerin darf er nicht heiraten; vielmehr soll er sich eine Jungfrau aus seinen Volksgenossen zur Frau nehmen.

Lev 21:15 Er darf seine Nachkommenschaft unter seinen Volksgenossen nicht entweihen; denn ich bin der Herr, der ihn heiligt."

Lev 21:16 Es sprach der Herr zu Moses:

Lev 21:17 "Sprich also zu Aaron: Hat jemand von deinen Nachkommen in künftigen Geschlechtern ein leibliches Gebrechen, so trete er nicht hinzu, um die Speise seines Gottes darzubringen;

Lev 21:18 denn wenn jemand ein körperliches Gebrechen hat, darf er sich nicht nahen, es handle sich um einen Blinden oder Lahmen, einen mit gespaltener oder mißgebildeter Nase,

Lev 21:19 mit einem gebrochenen Bein oder gebrochenen Arm,

Lev 21:20 um einen, der buckelig oder zu mager ist oder der weiße Flecken im Auge, Krätze, Flechten oder beschädigte Hoden hat.

Lev 21:21 Keiner mit einem Leibesgebrechen von den Nachkommen des Priesters Aaron trete herzu um die Feueropfer seines Herrn darzubringen; mit einem Gebrechen darf er sich nicht nahen, die Speise seines Gottes darzubringen.

Lev 21:22 Von der Speise seines Gottes, von den heiligen und von den hochheiligen Gaben, darf er jedoch essen.

Lev 21:23 Nur zum Vorhang darf er nicht herankommen oder sich dem Altar nahen, weil er ein Leibesgebrechen hat; er soll meine Heiligtümer nicht entweihen; denn ich bin der Herr, der sie heiligt!"

Lev 21:24 So redete Moses zu Aaron, zu seinen Söhnen und zu allen Israeliten.

 

Leviticus Kapitel 22

 

Lev 22:1 Der Herr sprach zu Moses:

Lev 22:2 "Gebiete Aaron und seinen Söhnen, sie sollen sich zurückhaltend zeigen gegenüber den heiligen Gaben der Israeliten, die diese mir weihen, und meinen heiligen Namen nicht entweihen: Ich bin der Herr!

Lev 22:3 Sage zu ihnen: Naht sich einer von euren Nachkommen in euren künftigen Geschlechtern den heiligen Gaben, die Israels Söhne dem Herrn weihen, im Stande der Unreinheit, so soll eine solche Person weggetilgt werden vor meinem Angesicht: Ich bin der Herr!

Lev 22:4 Ist jemand von Aarons Nachkommen aussätzig oder hat er Ausfluß, so darf er von den heiligen Gaben nicht essen, bis er wieder rein ist; wer irgendeinen durch eine Leiche Verunreinigten berührte, wer einen Samenerguß hatte,

Lev 22:5 wer irgendein Kriechtier berührte, das unrein macht, oder einen Menschen, durch den er unrein wurde wegen irgendeiner an ihm haftenden Unreinheit,

Lev 22:6 wer immer also solches berührt hat, ist unrein bis zum Abend; er darf von den heiligen Gaben nicht essen, außer er hat seinen Leib gebadet.

Lev 22:7 Nach Sonnenuntergang ist er rein; er darf dann von den heiligen Gaben essen; denn das ist seine Speise.

Lev 22:8 Verendetes und Zerrissenes darf er nicht essen, weil er sich d